Freeware

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel erläutert das Lizenzkonzept Freeware. Das Lizenzkonzept Freie Software wird unter Freie Software erläutert.

Freeware ([ˈfɹiːˌwɛə]; von engl. free „kostenlos“ und ware „Ware“) bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch Software, die vom Urheber zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung gestellt wird. Freeware ist meistens proprietär und steht damit laut der Free Software Foundation im Gegensatz zu Freier Software (engl. „free software“), die weitläufigere Freiheiten, wie Veränderungen an der Software, gewährt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Begriff Freeware wurde vom US-amerikanischen Programmierer Andrew Fluegelman begründet, der sein Kommunikationsprogramm PC-Talk 1982[2] jenseits der üblichen und kostenintensiven Distributionswege vertreiben wollte.[3] Die heutige Bedeutung des Begriffs Freeware ist jedoch eine andere als die damalige, nach heutiger Terminologie würde man bei dem damaligen Vertriebsmodell für PC-Talk von Shareware reden.[4]

Begriffsabgrenzung[Bearbeiten]

Ein Autor kann nach dem Urheberrecht bei einer Weitergabe seines Werks die vertraglichen Bedingungen in weitem Umfang festlegen. So ist Freeware kein genau definierter, rechtsgültiger Begriff. Es ist in jedem Einzelfall anhand der in einem Endbenutzer-Lizenzvertrag festgelegten Lizenzbedingungen zu prüfen, welche konkreten Rechte der Urheber dem Anwender gewährt. Typische Vertragsbedingungen vom Autor sind etwa, dass die Verbreitung gegen ein Entgelt untersagt ist oder die Nutzung nur für Privatpersonen kostenlos ist, d. h. der Einsatz im kommerziellen Umfeld bedarf einer Lizenzgebühr. Ob bei solchen oder noch weitergehenden Einschränkungen der Nutzung der Begriff Freeware noch zutreffend angewendet wird, ist zumindest unter dem Aspekt der allgemeinen Nutzungsfreiheit strittig.

Eine spezielle Form von Freeware liegt bei Software-Produkten vor, die auf ein kostenpflichtiges Betriebssystem aufbauen, wie z. B. Internet Explorer und Microsoft Windows Media Player. Hierbei ist die kostenlose Nutzung an den Besitz anderer Microsoft-Lizenzen und die Zustimmung zur Rechteerweiterung der bestehenden Lizenzen für Microsoft gebunden.

Ähnliche Lizenzen[Bearbeiten]

Für die folgenden Lizenzmodelle wird Freeware in der Regel als Oberbegriff verwendet, teilweise auch synonym. Sie sind allerdings mit Einschränkungen verbunden, die sich aus dem Namen des Lizenzmodells ergeben:

  • Cardware (auch Postcardware genannt) ist eine Form von Freeware, bei der der Autor um die Zusendung einer originellen Grußkarte bittet, soweit das Programm Gefallen gefunden hat. Ähnliche Konzepte gibt es für eine ganze Reihe von Sachspenden an den Autor.
  • Registerware ist Freeware, die jedoch nur gegen eine kostenlose Registrierung heruntergeladen werden kann. Oft werden dabei die angegebenen E-Mail-Adressen verwendet, um Updates oder erweiterte Versionen zu bewerben oder Werbung von Fremdfirmen zu versenden. Eine Weitergabe solcher Programme, auch im privaten Bereich, ist ohne Registrierung meistens ausgeschlossen. (Beispiel: Lotus Symphony)
  • Freeware für den privaten Gebrauch ist ein Kaufprogramm, das bei der Verwendung auf gewerblich genutzten Rechnern bezahlt werden muss. Lediglich bei ausschließlich privat genutzten Rechnern darf das Programm kostenlos installiert werden, meist ist aber auch hier eine Registrierung erforderlich. Auch hier gibt es oft getrennte Versionen für Privatnutzer und erweiterte Versionen für gewerbliche Nutzung. Bekannte Beispiele hierfür sind Firewall- und Antivirenprogramme. Bei Avira AntiVir beispielsweise muss der Benutzer während der Installation explizit zustimmen, dass das Programm auf einem ausschließlich privat genutzten Rechner verwendet wird. Das Lizenzmodell birgt für den Hersteller Risiken, da viele Freiberufler und Kleingewerbetreibende, die die Programme privat nutzen, diese auch kostenlos auf dem gewerblichen PC installieren oder der Rechner privat und gewerblich verwendet wird. Manchmal darf das Programm auch in Schulen und von Lehrkräften kostenlos benutzt werden. Einige Programme, von denen bestimmte Versionen nur für die privaten Gebrauch kostenlos sind (v. a. bereits erwähnte Sicherheitsprogramme), verweigern grundsätzlich die Installation auf Microsoft Windows Server, da diese Betriebssysteme üblicherweise – außer im Rahmen von DreamSpark bzw. DreamSpark Premium – geschäftlich genutzt werden.
  • Free-to-play ist ein Businessmodell, welches die kostenlose Verwendung von Computerspiel-Software erlaubt, jedoch häufig optionale Premiuminhalte kostenpflichtig anbietet (dann manchmal Freemium genannt)

Verbreitung[Bearbeiten]

Der Begriff Freeware ist in einigen Gebieten anzutreffen: Einmal bei den Computerzeitschriften, die Freeware gerne als vereinfachenden Oberbegriff verwenden (z. B. für freie Software oder Lite-Versionen) und bei Hobbyprogrammierern, die ihre kleineren Software-Projekte auf ihrer Homepage zum kostenlosen Herunterladen anbieten und sich auch nicht mit Software-Lizenzrecht befassen wollen.

Eine andere Quelle von Freeware ist ehemalige kommerzielle Software, die am Ende ihrer kommerziellen Vermarktung der Nutzergemeinde als Freeware zur Verfügung gestellt wird, teilweise als Promotionaktion für eine neue Software.[5] Teilweise wird frei herunterladbare Freeware zur Verfügung gestellt, um zu verhindern, dass Software nicht mehr erhältliche Abandonware wird, beispielsweise Borland gab einige seiner Legacy-Produkte deswegen frei, z. B. Turbo Pascal[6][7] oder Diversions Entertainment das Computerspiel One Must Fall.[8]

Obwohl der Begriff Freeware am häufigsten auf kleinere Software-Produkten angewandt wird, existieren einige Beispiel für größere kostenlose Software-Produkte, z. B. der Internet-Browser Opera oder das Weltsimulations-Computerspiel Slaves to Armok II: Dwarf Fortress.

Auch die meiste Open-Source-Software, wenn auch nicht jede, ist neben ihren weiter reichenden Qualitäten ebenfalls Freeware; ein Beispiel ist der Mozilla Firefox.

Freeware-Szene[Bearbeiten]

Neben einzelnen Autoren gibt es auch Gruppen, sogenannte coding groups, die hobbymäßig Software programmieren und diese als Freeware anbieten, z. B. im Computerspielbereich Homebrews oder Fangames.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Free Software Foundation: Kategorien freier und unfreier Software
  2. Damon Camille: Shareware: An Alternative to the High Cost of Software. 1987
  3. Fisher.hu
  4. Tom Smith: The Price of Quality Software. (englisch)
  5. Ben Kuchera: EA gives away Command and Conquer Gold - EA wants to celebrate the 12th anniversary of Command and Conquer, and they … (englisch) Ars technica. 2. September 2007. Abgerufen am 25. Dezember 2012.
  6. Antique Software: Turbo Pascal v5.5. In: CDN » Museum. Borland Software Corporation. Archiviert vom Original am 3. Februar 2004. Abgerufen am 1. April 2013.
  7. Téléchargements - Gratuits: Compilateurs Delphi, Pascal & C / C++. Borland Software Corporation. 2. Mai 2002. Archiviert vom Original am 13. August 2003. Abgerufen am 21. September 2013: „Note to international users: This free Turbo Pascal 7 is available in French Only. The US version of Turbo Pascal 7 is not available as free download yet. For the US version please download Turbo Pascal 5.5 US below. Thanks.“
  8. Diversions Entertainment (englisch) Diversions Entertainment. Archiviert vom Original am 2004. Abgerufen am 21. September 2013: „Since its release in 1994, the game has been made freeware (availible for download) and inducted into the Gamespy Hall of Fame in 2002.“
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!