Avira Antivirus

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Avira Antivirus
Logo von Avira Antivirus
Entwickler Avira Operations GmbH & Co. KG
Aktuelle Version Avira Free Antivirus 14.0.3.350
(16. März 2014,
für Windows)

Avira Antivirus Premium 2013
(26. September 2012,
für Windows)

3.1.3.5-0
(12. April 2011,
für Unix/Linux)
Download Avira AntiVir Personal - Free Antivirus – Seite bei Avira, Stand: 17. Januar 2012

Betriebssystem Windows, Mac OS X, Linux, Unix
Kategorie Antivirenprogramm
Lizenz EULA (proprietär)
Deutschsprachig ja
www.avira.com

Avira Antivirus (bis 2011 Avira AntiVir) ist ein Antivirenprogramm des deutschen Software-Herstellers Avira.

Ein aufgespannter Regenschirm in verschiedenen Formen ist das traditionelle Zeichen der Firma sowie ihres Hauptproduktes Avira Antivirus und der Auerbach-Stiftung.

Marktpositionierung[Bearbeiten]

Für Privatanwender ist der Einsatz der Freeware-Version Avira Free Antivirus kostenlos, für einen erweiterten Funktionsumfang oder die Nutzung im kommerziellen Umfeld stehen als kostenpflichtige Varianten Avira Antivirus Premium und Avira Internet Security zur Verfügung. Avira bietet Privatkunden einige weitere kostenlose Programme im Bereich Computersicherheit an, Geschäftskunden außerdem Funktionen zum Schutz von Arbeitsplatzrechnern sowie Datei-, Post- (englisch mail) und Proxy-Servern für die Betriebssysteme Windows und Linux. Die Unterstützung der zwischenzeitlich erhältlichen Ausgaben für PDAs und Geräte mit Windows Mobile wurde Ende 2011 eingestellt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

ehemaliges Logo

1988 brachte das Unternehmen H+BEDV Datentechnik das Produkt AntiVir auf den Markt,[2] eines der ersten professionellen Antivirenprogramme überhaupt.

Im Juni 2004 wurde in AntiVir ein Schutz gegen Internet-Dialer integriert, den zu dieser Zeit weltweit kein anderes Antivirenprogramm enthielt. Aufgrund dessen verlieh das Land Baden-Württemberg dem Hersteller im Rahmen einer Mittelstandsinitiative die Auszeichnung „Innovation des Monats“.[3]

Im gleichen Jahr erschien eine AntiVir-Portierung für Linux. Später wurden neben den Windows-Varianten, ab Windows 2000, auch die Unix-Varianten FreeBSD, OpenBSD und Solaris unterstützt.

Mit der Freigabe der Ausgabe 2012 benannte Avira seine Produktpalette um. Die zuvor genutzte Marke AntiVir wurde aufgegeben; aus Avira Antivir Personal, der kostenlosen Variante, wurde Avira Free Antivirus, aus Avira AntiVir Premium wurde Avira Antivirus Premium und Avira Premium Security Suite wurde zu Avira Internet Security.[4][5]

Am 9. April 2013 wurde bekannt gegeben, dass Avira Free Antivirus nun Windows 8 unterstützt und Microsoft das Produkt entsprechend zertifiziert hat.[6]

Zum 30. Juni 2013 wird die Unterstützung für Linux eingestellt. Bestehende Anwender sollen jedoch laut Hersteller noch bis Juni 2016 unterstützt werden.[7]

Funktionen[Bearbeiten]

Avira Antivirus wehrt Trojaner, Würmer und Backdoors ab, schützt vor kostenverursachenden Einwahlprogrammen, sogenannten Dialern, und Rootkits. Infizierte Dateien können in den meisten Fällen repariert werden.

Integriert ist ein fakultativ ständig aktiver Virenwächter zur Echtzeit-Überwachung der Tätigkeiten auf dem Computer. Sobald auf eine Datei zugegriffen werden soll, die der Wächter für schädlich hält, gibt er eine Warnung aus und verhindert die Ausführung der verdächtigen Routine. Dabei kann das Programm auf eine Heuristik-Funktion zum Schutz vor bislang unbekannten Viren zurückgreifen.

Bei Verdacht auf einen Fehlalarm von Avira Antivirus oder bisher unerkannte Malware besteht die Möglichkeit, die betroffenen Dateien bei Avira für eine genaue Analyse hochzuladen.[8]

Im Juni 2004 wurde ein Schutz gegen Internet-Dialer in AntiVir integriert.

Seit Version 7.06 verfügt Avira Antivirus über einen Prozess-Schutz, dessen Ziel es ist, das Beenden des Virenwächters durch ein anderes Programm zu verhindern.[9] Mit Version 8.1 wurde das Programm optisch überarbeitet und modularisiert.[10]

Die im März 2009 erschienene Version 9 brachte eine Unterstützung für Dualcore-Prozessoren und in der Freeware-Variante einen Spyware-Schutz sowie eine Unterstützung für weniger leistungsstarke Netbooks.[11][12]

Version 10 der Software erschien am 23. März 2010 und enthält die Verhaltenserkennung ProActiv, die unbekannte Malware anhand bestimmter Aktionsmuster erkennen soll.[13][14] Darüber hinaus wurde die Programmoberfläche überarbeitet und die generische Reparatur verbessert. Damit sollen nun infizierte Dateien und die Windows-Registrierungsdatenbank besser von Malware bereinigt werden können.

Da der Nutzen eines Antivirenprogramms umso höher ist, je aktueller die verwendeten Virendefinitionen sind, stellt Avira mehrmals täglich in unregelmäßigen Abständen neue Virendefinitionsdateien zur Verfügung.

Am 4. Oktober 2011 erschien die Version 2012 von Avira Antivirus (ehemals Avira AntiVir). Das Programm soll ressourcenschonender sein und neue Viren effektiver entfernen; es benötigt einen 1 GHz Prozessor, 1 GB Ram und 150 MB freien Festplattenspeicher.[15] Zudem wurde die Oberfläche stark aufgefrischt.[16]

Kostenlose Ausgaben[Bearbeiten]

Antivirus prüft in der kostenfreien Ausgabe den Postverkehr nicht direkt beim Versand oder Empfang. Der Virenscanner wird aber bei jedem Dateizugriffsversuch, unter anderem beim Speichern eines Briefes oder eines Briefanhanges, aktiv.

Die seit der Ausgabe 10 aufgenommene Verhaltenserkennung ist in der kostenlosen Fassung nicht enthalten.

Mit der Ausgabe AntiVir Personal Edition Classic 7.0 wurde die programmeigene Werbung verstärkt. Einmal täglich während der Aktualisierung zeigt sich ein sogenanntes Pop-up-Fenster mit einer Werbeeinblendung.

Ab der Ausgabe 10.2 (auch „Service Pack 2“ genannt), die im Juni 2011 veröffentlicht wurde, wird mit der kostenfreien Ausgabe von Antivirus zusammen mit der Einstellung „Webguard“ die Werkzeugleiste „ASK Toolbar“ für den jeweils genutzten Standardbrowser miteingerichtet. Die Werkzeugleiste des US-amerikanischen Suchmaschinenbetreibers Ask.com ist ein im Browser eingebundener proxyähnlicher Dienst, der jegliches Surfverhalten des Nutzers zu dem Hersteller der Werkzeugleiste überträgt. Die Werkzeugleiste wird daher von vielen Anwendern als Ad- und/oder Spyware angesehen.

Seit dem 1. Oktober 2013 wird keine tägliche Werbeeinblendung mehr angezeigt,[17] regelmäßige Popups weisen auf die Premiumversionen hin.

Testergebnisse[Bearbeiten]

2008 erreichte AntiVir „Advanced+“ sowohl im Bereich der signaturbasierten Erkennung[18] als auch im Bereich der heuristischen Erkennung.[19] Die Reaktionszeit beim Bereitstellen von Sicherheitsaktualisierungen lag einer Untersuchung der Computerzeitschrift Chip zufolge bei maximal zwei Stunden.[20]

Version 9 bestach in einem Test der Computerzeitschrift c’t[21] durch eine sehr gute Erkennung von Web-Exploits. Diese Funktion ist allerdings nur in der Premium-Version aktiv.

Version 10 erzielte in einem Test von AV-Test sehr gute Ergebnisse.[13]

In einem Test der Stiftung Warentest erhielt Avira Internet Security 2012 die beste Note („gut“ 2,1). Avira Free Antivirus erzielte das beste Ergebnis bei den kostenlosen Programmen (Note 2,1).[22] 2011 hatte AntiVir Premium zusammen mit den Konkurrenzprodukten G Data InternetSecurity und Eset Smart Security Home im Test den zweiten Platz belegt.[23]

Auerbach-Stiftung[Bearbeiten]

Die Auerbach-Stiftung (eigene Schreibweise Auerbach Stiftung) wurde am 26. Mai 2005 von Tjark Auerbach – einem Gesellschafter der Firma Avira – in Nürnberg gegründet.[24] Das Stiftungskapital beträgt 100.000 Euro. Die Stiftung, die aus den Verkaufserlösen der Privatkunden-Produkte der Firma Avira unterstützt wird, fördert mildtätige und soziale Projekte mit finanziellen Zuwendungen.[24] In den Jahren 2010 und 2011 wurden nach Angaben der Stiftung insgesamt etwa 160 Projekte gefördert, wobei das Fördervolumen jeweils mehr als 3 Millionen Euro pro Jahr betrug.[25] Zu den geförderten Projekten gehört u. a. die Initiative Sicheres Netz hilft.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Avira AntiVir Mobile. Seite beim Hersteller, abgerufen am 20. April 2013
  2. Stifter. Seite über Tjark Auerbach bei der Auerbach-Stiftung; Stand: 11. April 2013.
  3. „Innovation des Monats“ geht an H+BEDV – Pressemitteilung von Avira, 30. Juli 2004
  4. Release-Informationen für Avira Antivir (PDF; 224 kB) - vom 4. Oktober 2011
  5. Avira Antiviren-Software in der Version 2012: Intuitiv, clever und leistungsstark - Pressemitteilung von Avira, 4. Oktober 2011
  6. Avira Antivirus unterstützt Windows 8 – Artikel bei Heise online vom 9. April 2013, abgerufen am 11. April 2013
  7. Avira verabschiedet sich von Linux – Artikel bei Heise online, vom 27. Juni 2013 (abgerufen am 27. Juni 2013)
  8. Verdächtige Dateien und sonstige Uploads – Seite bei Avira; Stand: 14. September 2011
  9. Releaseinformationen Q3-2007 – Beitrag im Avira-Forum, vom 5. September 2007
  10. Avira aktualisiert AntiVir auf Version 8 – Artikel von Heise online, 14. April 2008, abgerufen am 11. April 2013.
  11. Optimized Scan in Avira AntiVir 9 (englisch) – Artikel beim Avira-TechBlog vom 13. Februar 2009
  12. AntiVir 2009: Die neunte Generation ist da – Artikel bei Chip online vom 25. Februar 2009
  13. a b Avira AntiVir 10 veröffentlicht – Artikel bei Heise online, vom 23. März 2010
  14. Maximierte Sicherheit: Avira AntiVir Version 10 – Pressemitteilung bei Avira vom 23. März 2010
  15. http://www.netzsieger.de/software/internet-security/avira-internet-security
  16. http://www.avira.com/de/press-details/nid/529/news/new+version+2012
  17. Avira verzichtet auf nervige Werbefenster – Artikel bei Heise online, vom 29. September 2013
  18. Anti-Virus Comparative No. 17, On-demand detection of malicious software, Februar 2008 (PDF; 570 kB) – Dokument bei av-comparatives.org
  19. Anti-Virus Comparative No. 18, Proactive/retrospective test, Mai 2008 (PDF; 520 kB) – Dokument bei av-comparatives.org
  20. Im Test: Security-Suiten 2008 – Kurzartikel bei Chip online, vom 22. Januar 2008
  21. c’t Ausgabe 2/2009, vom 5. Januar 2009
  22. Stiftung Warentest: Antivirenprogramme: Angriff aus dem Internet Testbericht in test, Ausgabe 04/2012
  23. Stiftung Warentest: Sicherheitssoftware: So wehren Sie Viren ab Testbericht in test, Ausgabe 03/2011
  24. a b FAQ – Seite der Auerbach-Stiftung; Stand: 11. April 2013
  25. Zahlen und Fakten