Apollo et Hyacinthus

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Werkdaten
Titel: Apollo und Hyacinth
Originaltitel: ohne
Originalsprache: Latein
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto: Rufinus Widl
Uraufführung: 13. Mai 1767
Ort der Uraufführung: Aula der Universität in Salzburg
Spieldauer: ca. 1½ Stunden
Personen
  • Apollo, ein junger Gott (Knaben-Alt)
  • Oebalus (Oebal), König von Lacedämonien (Tenor)
  • Melia, seine Tochter (Knabensopran)
  • Hyacinthus (Hyacinth), sein Sohn (Knabensopran)
  • Zephyrus, Freund des Hyacinthus (Knaben-Alt)
  • Zwei Priester (Bass)

Apollo und Hyacinth (KV 38), auch Apollo et Hyacinthus seu Hyacinthi Metamorphosis in latinisierter Form, ist der postume Titel des ersten Bühnenwerkes von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Libretto (in lateinischer Sprache) stammt von Rufinus Widl. Die Uraufführung fand am 13. Mai 1767 in der Aula der Universität Salzburg statt.

Das Werk hat eine Aufführungsdauer von ca. 90 Minuten, besteht aus drei Akten und setzt sich aus der Ouvertüre, neun Musiknummern (einem Chor, fünf Arien, zwei Duetten und einem Terzett) und Rezitativen zusammen.

Die Orchesterbesetzung besteht aus zwei Oboen, zwei Hörnern, Streichern und Basso Continuo-Gruppe.

Handlung[Bearbeiten]

Während einer Opferdarbietung im Apollotempel zerstört ein Blitz plötzlich den Altar. Apollo selber erscheint und bittet König Oebalus um Aufnahme in dessen Königreich. Als er Melia, der Tochter des Königs, gegenübertritt, verlieben sich beide ineinander. Da Apollo aber auch um die Freundschaft mit Hyacinthus, dem Sohn des Königs, nachsucht, zieht er schnell die Eifersucht dessen Freundes Zephyrus auf sich, der ebenfalls in Melia verliebt ist.

Bei einem Diskusspiel schließlich wird Hyacinthus von Zephyrus absichtlich schwer verletzt. Der eifersüchtige Zephyrus aber behauptet gegenüber Oebalus und Melia, Apollo hätte Hyacinthus den todbringenden Wurf versetzt. So hofft er, Melia werde von ihrer Liebe zu Apollo abkommen und zu ihm zurückfinden.

Aber Apollo ist schließlich ein Gott und kann somit, als er Zephyrus gegenübertritt, diesen in einen Wind verwandeln und ihn fortwehen lassen. Melia ist verständlicherweise über den Mord an ihrem Bruder schwer erschüttert und weist Apollo, den sie für den Mörder ihres Bruders hält, brüsk von sich.

Der sterbende Hyacinthus schließlich verrät seinem Vater, dass nicht Apollo sondern Zephyrus ihn tötete. Apollo verwandelt den toten Hyacinthus in ein Blumenmeer von Hyazinthen und kann schließlich die Liebe Melias zurückgewinnen. Beide erhalten zum Abschluss den Segen des Vaters zur baldigen Hochzeit.

Entstehung[Bearbeiten]

Wolfgang Amadeus Mozart war, als er den Auftrag zu dieser Komposition erhielt, elf Jahre alt. Die Universität Salzburg hatte, wie jedes Jahr zum Ende des Schuljahres, die Aufführung eines Schulstückes angesetzt. Autor des Werkes war der Benediktinerpater und Professor Rufinus Widl, der für sein in lateinischer Sprache verfasstes Drama „Clementia Croesi“ Apollo und Hyacinthus als Intermedium, ebenfalls in lateinischer Sprache, schrieb.

Inhaltliche Unterschiede zur Hyakinthos-Sage[Bearbeiten]

Die Liebe zwischen Apollo und dem schönen Hyakinthos wird in Widls Libretto in eine Freundschaft abgeändert. Zephyrus verkörpert in der Sage den Westwind als Windgottheit, und der Unfall beim Diskuswerfen beruht in der ursprünglichen Hyakinthos-Sage auf seiner Eifersucht auf Apollo, da Zephyrus ebenfalls in Hyakinthos verliebt ist. Des Weiteren wird das Blut, das aus Hyakinthos’ Wunde fließt, den Boden tränkt und Hyazinthen sprießen lässt, als Ursprung der Blumen überliefert.

Titel und Gattungsbezeichnung[Bearbeiten]

„Apollo und Hyacinth“ trägt weder im Autograph noch in Leopold Mozarts 1768 angefertigten „Verzeichniß“ einen Titel. Erst die Schwester Mozarts gibt ihn 1799 ergänzend in Leopold Mozarts „Verzeichniß“ an, wo das Stück eigentlich nur mit „Eine Musik zu einer lateinisch Comoedie [...]. Von 5 singenden Person.“ [sic] angeführt ist. Der Form der ersten Aufführung nach wird das Werk gewöhnlich als Intermedium und nicht als Oper bezeichnet. Auch diese Bezeichnung ist postum. In der Bühnenpraxis wird das Werk hingegen als Oper wahrgenommen, da es stets alleine, ohne den verlorengegangenen Text zu „Clementia Croesi“, aufgeführt wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • Arnold Werner-Jensen: Wolfgang Amadeus Mozart. Musikführer Band 2: Vokalmusik. Reclam, Leipzig 2001, ISBN 3-379-20023-9

Weblinks[Bearbeiten]