Arabisches Hohes Komitee

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Das Arabische Hohe Komitee war ein zentrales politisches Organ der Araber im britischen Mandatsgebiet Palästina.

Es wurde am 25 April 1936 auf Initiative von Mohammed Amin al-Husseini, dem Mufti von Jerusalem, gegründet.

Während des Arabischen Aufstandes 1936-39 spielte es eine wichtige Rolle. Am 15 Mai 1936 rief es dazu auf, keine Steuern an die Briten zu zahlen, in Generalstreik zu treten, sowie die jüdische Einwanderung zu beenden. Im September 1937 wurde das Komitee von der britischen Mandatsmacht verboten.[1]

Ein Komitee mit dem gleichen Namen wurde im November 1945 von der Arabischen Liga geschaffen. Die Arabische Liga versuchte dabei auch die politische Opposition gegen Husseini innerhalb der palästinensischen Gesellschaft daran zu beteiligen. Husseinis Versuche diese aus dem Komitee zu drängen führten zur Selbstauflösung des Komitees und der Gründung der Arabischen Hohen Front als Konkurrenzorganisation. Im Juni 1946 kam es auf Drängen der Arabischen Liga zur Gründung der Arabischen Hochexekutive. Dieses Organ hatte dieselbe Aufgabe wie das Hohe Komitee und befand sich personell fest in der Hand Husseinis und seines Clans. Im Juni 1947 wurde dieses Organ wieder in Arabisches Hohes Komitee umbenannt womit Husseini sein Ziel erreicht hatte das Hochkomitee ganz unter seine Kontrolle zu bringen.[2]

In der internationalen Debatte um die Zukunft des Mandatsgebiets Palästina versuchten Vertreter des Hohen Komitees durch Drohungen mit Heiligem Krieg die Schaffung eines jüdischen Staates zu verhindern.[3]

Zwischen 1946 und 47 baute die Organisation ein dichtes Netzwerk aus Funktionären und Nationalkomitees auf. Deren Wirken im Palästinakrieg blieb allerdings gering. Die Mehrzahl der Funktionäre floh aus dem Land. Infolgedessen blieben auch die Versuche die Flucht der Palästinenser per Dekret aufzuhalten wirkungslos. Ebenso zeigten Versuche Geld und Kriegsmaterial zu sammeln nur eine sehr begrenzte Wirkung. Der Nachrichtendienst der Haganah beschrieb die mangelnde Effizienz der Organisation als Chaos.[4]

Am 22. September 1948 proklamierte das Hohe Komitee eine palästinensische Regierung unter Führung Husseinis mit Sitz in Gaza.[5] Diese wurde aber durch den verlorenen Krieg und die nachfolgende Annexion des Gazastreifens durch Ägypten bedeutungslos.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tom Segev. One Palestine, Complete: Jews and Arabs Under the British Mandate. Trans. Haim Watzman. New York: Henry Holt and Company, 2001. ISBN 0-316-64859-0
  • Sayigh, Yezid (2000). Armed Struggle and the Search for State: The Palestinian National Movement, 1949–1993. Oxford: Oxford University Press. ISBN 0-19-829643-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Benny Morris: 1948 – A History of the First Arab-Israeli War; New Haven, 2008; S. 16, S. 19
  2. Benny Morris: 1948 – A History of the First Arab-Israeli War; New Haven, 2008; S. 27
  3. Benny Morris: 1948 – A History of the First Arab-Israeli War; New Haven, 2008; S. 34
  4. Benny Morris: 1948 – A History of the First Arab-Israeli War; New Haven, 2008; S. 82f, S. 91, S. 95, S. 399
  5. Benny Morris: 1948 – A History of the First Arab-Israeli War; New Haven, 2008; S. 196