Arabische Liga

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Liga der Arabischen Staaten
LAS

Logo der Arabischen Liga

Flagge der Arabischen Liga

Arabische Bezeichnung جامعة الدول العربية
Dschāmiʿat ad-Duwal al-ʿArabiyya
Organisationsart Regionale politische Kooperation
Sitz der Organe

Kairo (Ägypten) (seit 1990)
(1979-1990 Tunis)

  • Parlament
  • Rat der Arabischen Liga
Vorsitz fünfjährlich wechselnd
(Wiederwahl möglich)
Generalsekretär Nabil Elaraby
Mitgliedstaaten

22

Fläche 13.174.721 km²[1]
Nordafrika: 9.354.579 km²
(mit Sinai)
Westasien: 3.820.142 km²
Einwohnerzahl 370 Millionen (2013)[2]
Nordafrika: 220 Mio. (mit Sinai)
Westasien: 150 Mio.
Bevölkerungsdichte 28,1 (2013) Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt

2.219 Mrd. US$[3] (nominal, 2013)[4]

Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner

5.997 US$ (Schätzung, 2013)

Zeitzone UTC±0 bis UTC+4
Tochterorganisationen
http://www.lasportal.org

Die Arabische Liga (arabisch ‏جامعة الدول العربية‎ dschāmiʿat ad-duwal al-ʿarabiyya, DMG ǧāmiʿat ad-duwal al-ʿarabīya ‚Liga der arabischen Staaten‘) (LAS) ist eine Internationale Organisation arabischer Staaten und wurde am 22. März 1945 in Kairo gegründet, wo sie auch ihren Sitz hat. Sie besteht aus 22 Mitgliedern, d.h. 21 Nationalstaaten in Afrika und Asien sowie dem international nicht vollständig anerkannten Staat Palästina, der durch die PLO vertreten wird.

Ziele[Bearbeiten]

Als Hauptziel des Staatenbundes gilt die Förderung der Beziehungen der Mitglieder auf politischem, kulturellem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet (Finanz-, Transport- und Gesundheitswesen sowie Kultur und Medien). Ebenso soll die Unabhängigkeit und Souveränität der Mitgliedstaaten und der arabischen Außeninteressen gewahrt werden. Streitfälle der Mitglieder untereinander sollen verhütet und geschlichtet werden. Außerdem soll die Anerkennung der Palästinensischen Autonomiegebiete als unabhängiger Staat Palästina erreicht werden.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und Entstehungskontext[Bearbeiten]

Die Gründung der Arabischen Liga kann als direkte Reaktion auf die politische Situation im Nahen Osten und die weltpolitische Entwicklung während des Zweiten Weltkriegs angesehen werden. Der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zur Gründung dieser Organisation, die größtenteils unter der Herrschaft des osmanischen Sultans stand, war das Entstehen eines „arabischen Nationalismus“ in der Region gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Nachdem die Araber an der Seite der Alliierten im Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) gegen das Osmanische Reich kämpften, erhofften sie sich einen eigenen, unabhängigen Staat als Dank für die Unterstützung. Nach Ende des Krieges wurden die betroffenen Gebiete jedoch unter Franzosen (Syrien, Libanon) und Briten (Palästina, Irak, Transjordanien) aufgeteilt, die jedoch in der Innenpolitik weitgehend autonom waren. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Gebiete - bis auf Palästina - jedoch in die Unabhängigkeit entlassen. Das Hauptaugenmerk dieser neu gegründeten Staaten lag auf der Sicherung ihrer Unabhängigkeit und die Schaffung einer arabischen Einheit. Letztere wurde zunehmend infrage gestellt durch die verstärkte jüdische Zuwanderung in Palästina (v.a. seit der „Balfour-Deklaration“ 1917). Daraus resultierte die Furcht der Araber vor einer Neueinteilung der Gebiete nach der Konferenz von Teheran 1943, der man nur durch gemeinsame und koordinierte Bemühungen begegnen könne.

Ein weiterer Faktor für die Gründung der Arabischen Liga war die geänderte Haltung der britischen Regierung im Verlauf des Zweiten Weltkriegs, v.a. infolge des Vormarschs deutscher und italienischer Truppen in Nordafrika 1941. Der britische Außenminister Anthony Eden ermunterte die Araber zur Bildung einer politischen Einheit, wobei er sich für Großbritannien eine langfristige Sicherung seiner Interessen versprach. Jedoch hatten die verschiedenen arabischen Regierungen eigene Vorstellungen von einer arabischen Einheit, die von den jeweils anderen kategorisch abgelehnt wurden. Ägypten stellte sich bald als treibende Kraft („major motivating force behind the League’s foundation“) heraus, das eine Vermittlerposition zwischen den verschiedenen Interessen einnahm. Es befürwortete die Gründung einer multifunktionalen Föderation der arabischen Staaten.

Nach einem ersten Vorbereitungstreffen in Alexandria im September 1944, wurde am 7. Oktober desselben Jahres das „Protokoll von Alexandria“ (sog. Memorandum of Understanding) unterzeichnet, das einen lockeren Zusammenschluss in Form einer Liga unabhängiger Staaten vorsah. Ein „politisches Subkomitee“ traf sich daraufhin im Februar und März 1945 in Kairo, um den Entwurf eines Paktes für die Arabische Liga auszuarbeiten. Dieser wurde dem Vorbereitungskomitee vorgelegt, der es am 22. März 1945 unterzeichnete. Der „Pakt der Liga der Arabischen Staaten“ trat am 11. Mai 1945 in Kraft. Zu den sieben Gründungsstaaten gehörten: Königreich Ägypten, Königreich Irak, Libanesische Republik, Königreich Saudi-Arabien, Arabische Republik Syrien, Emirat Transjordanien, Königreich Jemen.[6]

Entwicklung seit der Gründung[Bearbeiten]

Der erste große Härtetest für die junge Liga war der verlorene Palästinakrieg von 1948/49. Nachdem die britische Regierung am Ende des Zweiten Weltkriegs deutlich werden ließ, auch das Mandatsgebiet Palästina zu räumen, musste eine Lösung für diesen Raum gefunden werden. Die stetig anwachsende jüdische Einreisewelle, v.a. infolge des Holocausts in Europa, verärgerte die mehrheitlich arabische ansässige Bevölkerung, die auf diesem Gebiet einen unabhängigen Staat für sich beanspruchte. Die Vereinten Nationen beschlossen daraufhin einen Teilungsplan für Palästina, der das Gebiet in einen jüdischen und arabischen Staat unterteilte und Jerusalem als neutrales „corpus separatum“ deklarierte. Als sich die britischen Alliierten am 14. Mai 1948 zurückzogen, kam es zu einer arabischen Invasion, nachdem Israel am selben Tag seine Unabhängigkeit erklärt hatte.

Die Staaten der Arabischen Liga erwiesen sich bald als die schwächeren, Israel konnte sein Staatsgebiet erheblich erweitern, lediglich der Gazastreifen (Ägypten) und die West Bank (Jordanien) blieben unter arabischer Führung, Jerusalem wurde geteilt. Der verlorene Palästinakrieg hatte für die arabischen Herrscher auch innenpolitische Konsequenzen: Die Staatsoberhäupter Syriens, Ägyptens und des Irak wurden in den folgenden Jahren gestürzt. Der neue starke Mann Ägyptens, Gamal Abdel Nasser, unterlag zwar auch 1956 während der Suezkrise der israelischen Armee, konnte sich dennoch als Anführer einer nationalistischen Bewegung im arabischen Raum durchsetzen. Unter seiner Ägide wurden Ägypten und Syrien 1958 zur „Vereinigten Arabischen Republik“ zusammengeschlossen, das Bündnis zerbrach drei Jahre später jedoch wieder.

Zum Schutz Kuwaits vor irakischen Annexionsversuchen wurde 1961 eine Interarabische Sicherheitstruppe unter dem Mandat der Liga entsandt. Die Arabische Liga wirkte am Aufbau der Palästinensischen Befreiungsorganisation 1964 mit, die gewaltsam zur Befreiung Palästinas aufrief und für viele gezielt gegen Israel gerichtete Anschläge in den folgenden Jahren verantwortlich war. Ein zweiter Versuch arabischer Staaten (Ägypten, Jordanien, Syrien), Israel zu vernichten, scheiterte im Juli 1967 im Sechstagekrieg. Israel kontrollierte nun den gesamten Sinai, den Gazastreifen, die West Bank und die Golanhöhen, sowie die gesamte Stadt Jerusalem. Im September desselben Jahres bekräftigten die Mitglieder der Liga bei einer Resolution ihre Haltung gegenüber Israel („Three No’s“: Kein Frieden mit Israel, keine Anerkennung Israels, keine Verhandlungen mit Israel). Nach einem Überraschungsangriff Syriens und Ägyptens im Oktober 1973 am höchsten Feiertag des jüdischen Kalenders (Jom Kippur) konnte die israelische Armee ebenfalls die drohende Vernichtung abwehren.

Ein Machtkampf zwischen der PLO und dem jordanischen Königshaus (Schwarzer September) Anfang der 1970er Jahre führte zur Ausweisung der Kämpfer aus Jordanien, neue Basis wurde der Libanon. Dort bekämpfte sie in einem Bürgerkrieg lokale christliche (Phalange) und schiitische (Amal) Milizen. Auf dem Treffen der Arabischen Liga 1974 wurde sie dennoch als einzige rechtmäßige Vertreterin des palästinensischen Volkes anerkannt und nimmt seitdem die Mitgliedschaft für den „Staat Palästina“ wahr. Im Libanesischen Bürgerkrieg hingegen intervenierte 1976 eine hauptsächlich von Syrien gestellte Interarabische Sicherheitstruppe mit dem Mandat der Liga zuungusten der muslimischen und palästinensischen Milizen.

1979 wurde Ägypten aus der Liga ausgeschlossen, da dessen Präsident Anwar as-Sadat einen Friedensvertrag mit Israel geschlossen hatte. Das Hauptquartier wurde daraufhin nach Tunis verlegt, ehe zehn Jahre später Ägypten wieder aufgenommen wurde und der Sitz nach Kairo zurückkehrte. Vergeblich hatte Sadat 1980 mit der Liga der arabischen und islamischen Völker eine Gegenorganisation aufzubauen versucht, Sadats Nachfolger Mubarak löste die Sadat-Liga 1983 wieder auf.

Zu Beginn der 1980er Jahre verlegte sich der Fokus der Araber auf einen weiteren Konflikt. Im Zuge der Islamischen Revolution 1979 kam es ein Jahr später zu einem Krieg zwischen dem Iran und dem Irak. Die Arabische Liga befürchtete die Expansion der Revolution und unterstützte den irakischen Präsidenten, Saddam Hussein. Der Erste Golfkrieg endete nach acht Jahren durch einen Waffenstillstand ohne Sieger nach hohen Verlusten auf beiden Seiten.[7]

Während der Irak sich in diesem Krieg der Unterstützung durch den Westen und der Sowjetunion sicher sein konnte, stieß seine zwei Jahre später durchgeführte Invasion in Kuwait auf erheblichen Widerstand in der Weltgemeinschaft. 1991 befreite eine internationale Koalition unter US-amerikanischer Führung und massiver Beteiligung von Staaten der Arabischen Liga das besetzte Emirat. Die Arabische Liga trat hier aber keinesfalls mit einer gemeinsamen Linie auf, v.a. Libyen und die PLO opponierten gegen die Befreiung, einige Länder enthielten sich.

Nachdem Israelis und Palästinenser Anfang der 1990er Jahre erstmals Kompromisse über den Status Palästinas fanden (Oslo I), schlossen Israel und Jordanien 1994 einen Friedensvertrag ab. Auch die Beziehungen zu den Golfstaaten verbesserten sich und es wurden Handelsbeziehungen aufgenommen.

2002 einigte sich die Arabische Liga auf eine gemeinsame Friedensinitiative gegenüber Israel, in der man die Aufnahme normaler Beziehungen bei gleichzeitiger Rückgabe der besetzten Gebiete an die Palästinenser versprach. Die Reaktion der israelischen Regierung war allerdings zurückhaltend, auch im Kontext der Zweiten Intifada, die zu Terroranschlägen von palästinensischen Organisationen im Kernland Israels führten und viele zivile Opfer forderte. 2007 erneuerten die Führer der Arabischen Liga bei einem Gipfel in Riad ihr Angebot, das von israelischer Seite aber nicht aufgegriffen wurde.

Die Liga lehnte 2003 eine Beteiligung am (zweiten) Irakkrieg ab, das bekräftigte sie bei einem Gipfel in Scharm El-Scheich Anfang März 2003. Dennoch nutzten die USA und ihre Verbündeten Luftwaffenstützpunkte in den Golfstaaten, das United States Central Command (USCENTCOM) mit Sitz in Doha (Katar) koordinierte den Waffengang der Alliierten. Die Bodenoffensive wurde von kuwaitischem, saudi-arabischem und (später) jordanischem Territorium aus gestartet. Die neue Regierung des Irak wird nun von der Arabischen Liga immens unterstützt, im März 2012 fand erstmals ein Gipfeltreffen der Arabischen Liga in Bagdad statt.

Mitgliedstaaten[Bearbeiten]

Die Arabische Liga gehört zu den wenigen regionalen Organisationen (neben der lateinamerikanischen CELAC, die sich ebenso über eine gemeinsame Sprache definiert), welche auf zwei Kontinente (Asien und Afrika) verteilt sind. Ihre Fläche ist mit ca. 13 Mio. km² etwa dreimal so groß wie die der EU. Sie besteht zum größten Teil aus Wüstengebieten, dazu gehören u. a. die Sahara (größte Trockenwüste der Welt) und die Rub al-Khali (größte Sandwüste der Welt). Fruchtbare Gebiete liegen u.a. im Niltal, im marokkanischen Atlasgebirge und im sog. „Fruchtbaren Halbmond“ (Levante, Nordsyrien, Zweistromland). Es lassen sich Zeugnisse vieler antiker Zivilisationen in diesem Raum finden, dazu zählen z.B. das Alte Ägypten, Israel und Judäa, Babylonien, Phönizien oder Karthago.

Alle Mitgliedstaaten sind auch Mitglieder der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), diese sind:

Staat Hauptstadt Beitritt bzw.
Mitgliedschaft
BV1[8] Staatsform Staatsoberhaupt Regierungschef Weitere
Amtssprache
AgyptenÄgypten Ägypten Kairo 1945–1979,
seit 1989
84,7 Übergangsregierung Adly Mansour (vakant)
AlgerienAlgerien Algerien Algier 1962 38,3 Präsidialrepublik Abdelaziz Bouteflika Ahmed Ouyahia
BahrainBahrain Bahrain Manama 1971 1,1 Konstitutionelle Monarchie König Hamad bin Isa al-Chalifa Prinz Chalifa bin Salman al-Chalifa
DschibutiDschibuti Dschibuti Dschibuti-Stadt 1977 0,9 Präsidialrepublik Ismail Omar Guelleh Dileita Mohamed Dileita Französisch
IrakIrak Irak Bagdad 1945 35,1 Parlamentarische Republik Jalal Talabani Nuri al-Maliki Kurdisch
JemenJemen Jemen Sanaa 1945 Südjemen
1967 Nordjemen

1990 vereinigt
25,2 Präsidialrepublik Abd Rabbuh Mansour al-Hadi Mohammed Basindawa
JordanienJordanien Jordanien Amman 1945 7,3 Konstitutionelle Monarchie König Abdullah II. bin al Hussein Abdullah Ensour
KatarKatar Katar Doha 1971 2,2 Absolute Monarchie Emir Tamim bin Hamad Al Thani Hamad bin Jassim al-Thani
KomorenKomoren Komoren Moroni 1993 0,8 Präsidialrepublik Ikililou Dhoinine (entspricht dem Staatsoberhaupt) Französisch, Komorisch
KuwaitKuwait Kuwait Kuwait-Stadt 1961 3,5 Konstitutionelle Monarchie Emir Sabah al Ahmad al Jaber al-Sabah Dschabir Mubarak al-Hamad as-Sabah
LibanonLibanon Libanon Beirut 1945 4,8 Parlamentarische Republik Michel Suleiman Najib Miqati
LibyenLibyen Libyen Tripolis 1953–2011,
seit 20112
6,5 Übergangsregierung Nuri Busahmein Ali Seidan
MarokkoMarokko Marokko Rabat 1958 33,0 Konstitutionelle Monarchie König Mohammed VI. Abdelillah Benkirane Tamazight
MauretanienMauretanien Mauretanien Nouakchott 1973 3,7 Präsidialrepublik Mohamed Ould Abdel Aziz Moulaye Ould Laghdaf
OmanOman Oman Muscat 1971 4,0 Absolute Monarchie Sultan Qaboos bin Said al-Said (entspricht dem Staatsoberhaupt)
Flag of Palestine.svg Palästina Ramallah 1976 4,4 Semipräsidentielle Republik Mahmoud Abbas Rami Hamdallah
Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien Riad 1945 30,1 Absolute Monarchie König Abdullah bin Abdul Aziz al-Saud (entspricht dem Staatsoberhaupt)
SomaliaSomalia Somalia Mogadischu 19743 10,4 Präsidialrepublik Hassan Sheikh Mohamud Abdi Farah Shirdon Said Somali
SudanSudan Sudan Khartum 19564 34,2 Präsidialrepublik Omar al-Baschir (entspricht dem Staatsoberhaupt) Englisch
SyrienSyrien Syrien Damaskus 1945–2011,
seit 20135
21,9 Präsidialrepublik Moas al-Chatib[9][10][11]

Baschar al-Assad5

Ghassan Hitto

Wael al-Halqi5

TunesienTunesien Tunesien Tunis 1958 10,9 Präsidialrepublik Moncef Marzouki Hamadi Jebali
Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate Abu Dhabi 1971 9,3 Wahlmonarchie,
Föderation autonomer Emirate
Sheikh Chalifa bin Zayed al-Nahyan
(Emir Abu Dhabi)
Sheikh Mohammed bin Rashid al-Maktoum
(Emir Dubai)

1 Geschätzte Bevölkerung 2013, in Millionen.
2 Libyens Mitgliedschaft wurde aufgrund des Regierungsumsturzes zeitweise ausgesetzt.
3 Somaliland erklärte sich 1991 einseitig für unabhängig und ist de facto ein eigener Staat, wird aber weiterhin zu Somalia gezählt.
4 Seit der Unabhängigkeit am 9. Juli 2011 ohne Südsudan.
5 2011 wurde Syrien als Mitgliedstaat suspendiert. Seit dem 26. März 2013 nimmt die Syrische Nationalkoalition die Mitgliedschaft wahr. Die Regierung von Baschar al-Assad wird von der Arabischen Liga überwiegend nicht mehr als legitime Vertretung des Syrischen Volkes angesehen.

Beobachter[Bearbeiten]

Beobachterstatus haben folgende fünf Länder:

Staat Bemerkung
BrasilienBrasilien Brasilien Hat eine einflussreiche arabische Minderheit
EritreaEritrea Eritrea Arabisch ist Landessprache
IndienIndien Indien
TurkeiTürkei Türkei
VenezuelaVenezuela Venezuela Hat eine einflussreiche arabische Minderheit

Beobachter sind außerdem folgende EU-Staaten: Bulgarien, Estland, Irland, Italien, Lettland, Malta, Portugal, Schweden, Spanien, Zypern. Auch das österreichische Außenministerium plant, als Beobachter aufgenommen zu werden.[12]

Organisation und Aufbau[Bearbeiten]

Gemäß dem „Pakt der Arabischen Liga“ (PLAS) sind zwei Hauptorgane vorgesehen: Der Rat der Arabischen Liga und das Generalsekretariat. Ferner sind permanente Komitees für bestimmte Aufgabenbereiche etabliert worden. Der Aufbau eines Arabischen Gerichtshofes ist ebenfalls vorgesehen, dies wurde allerdings bislang nicht umgesetzt.[13]

Rat der Arabischen Liga (Ligarat)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Rat der Arabischen Liga

Gemäß dem PLAS ist der Ligarat das oberste Beschlussorgan und die höchste Autorität innerhalb des Systems der Arabischen Liga. Dieser tagt halbjährlich und Entscheidungen werden für gewöhnlich im Konsens getroffen. Seit 2000 kommt er im Frühjahr als Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs zusammen.[14]

Generalsekretariat[Bearbeiten]

Neben dem Rat der Arabischen Liga ist das Generalsekretariat eines der Hauptorgane gemäß dem PLAS, das ca. 460 Mitarbeiter beschäftigt. Es fungiert als Verwaltungsorgan und trägt Verantwortung für alle technischen und administrativen Vorgänge innerhalb der Arabischen Liga. Außerdem ist es zuständig für die Koordination und Unterstützung der Arbeit von Sonderorganisationen und anderen Institutionen im Rahmen der Liga. Generalsekretariat und Generalsekretär werden vom Rat fünfjährlich mit Wiederwahloption gewählt.

Technische Komitees[Bearbeiten]

Die sog. „technischen Komitees“ waren in den Anfangsjahren der Liga von größerer Bedeutung. Im Zuge einer Umstrukturierung 1988 wurden viele Komitees aufgelöst, heute sind das Komitee für finanzielle und administrative Angelegenheiten sowie das Informations- und Rechtskomitee von größerer Wichtigkeit. Ihre Aufgaben sind die Festlegung der Prinzipien und der Reichweite der Zusammenarbeit der Mitglieder untereinander und die Entwicklung von Resolutionsentwürfen, Vorschlägen und Empfehlungen, die dem Ligarat zur Entscheidung vorgelegt werden. Des Weiteren bearbeiten die Komitees Anfragen, die von Seiten des Ligarats oder des Generalsekretariats an sie gerichtet werden. Sie fungieren deshalb als Vorbereitungs- und Beratungsorgan des Ligarats. Jedes Mitgliedsland entsendet mindestens einen Delegierten in jedes der technischen Komitees.

Arabische Gipfelkonferenz[Bearbeiten]

Die Arabische Gipfelkonferenz setzt sich aus den obersten Repräsentanten der Mitgliedstaaten der Arabischen Liga zusammen. Diese findet auf Ebene der Staatsoberhäupter (nicht auf der Ebene der Regierungschefs) in der Regel jedes Jahr im März statt. Die erste Gipfelkonferenz wurde erst knapp 20 Jahre nach der Gründung der Liga 1964 in Kairo abgehalten, eine wirkliche Institutionalisierung dieses Gipfels fand bis 2000 nicht statt.

Arabisches Parlament[Bearbeiten]

Hauptartikel: Arabisches Parlament

Auf dem 23. Gipfeltreffen der Liga in Amman 2001 einigten sich die Arabischen Staaten auf die Einrichtung eines Arabischen Parlamentes unter Leitung des Generalsekretärs. Zurzeit befindet es sich noch im Aufbau, ein provisorisches Parlament wurde aber im Kairoer Liga-Hauptsitz eingerichtet. Seit 2004 besitzt es grundsätzlich rein beratende Funktion und umfasst 88 Abgeordnete, die mit je 4 Personen aus den Mitgliedsländern stammen.[15]

Gipfeltreffen[Bearbeiten]

Datum Staat Ort Bemerkung
28. bis 29. Mai 1946 Vereinigte Arabische RepublikVereinigte Arabische Republik Vereinigte Arabische Republik Anshas inoffiziell
13. bis 15. November 1956 LibanonLibanon Libanon Beirut inoffiziell
1. 13. bis 17. Januar 1964 Vereinigte Arabische RepublikVereinigte Arabische Republik Vereinigte Arabische Republik Kairo
2. 5. bis 11. September 1964 Vereinigte Arabische RepublikVereinigte Arabische Republik Vereinigte Arabische Republik Alexandria
3. 13. bis 17. September 1965 MarokkoMarokko Marokko Casablanca
4. 29. August bis 1. September 1967 Sudan 1956Sudan Sudan Khartum
5. 21. bis 23. Dezember 1969 MarokkoMarokko Marokko Rabat
6. 21. bis 27. September 1970 Vereinigte Arabische RepublikVereinigte Arabische Republik Vereinigte Arabische Republik Kairo 1. Nottreffen
7. 26. bis 28. November 1973 AlgerienAlgerien Algerien Algier
8. 29. Oktober 1974 MarokkoMarokko Marokko Rabat
9. 17. bis 28. Oktober 1976 Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien Riad 2. Nottreffen
10. 25. bis 26. Oktober 1976 Agypten 1972Ägypten Ägypten Kairo
11. 2. bis 5. November 1978 Irak 1963Irak Irak Bagdad
12. 20. bis 22. November 1979 TunesienTunesien Tunesien Tunis
13. 21. bis 22. November 1980 JordanienJordanien Jordanien Amman
14. 25. November 1981
6. bis 9. September 1982
MarokkoMarokko Marokko Fès 1. Teil1
2. Teil
15. 7. bis 9. September 1985 MarokkoMarokko Marokko Casablanca 3. Nottreffen
16. 8. bis 12. November 1987 JordanienJordanien Jordanien Amman 4. Nottreffen
17. 7. bis 9. Juni 1988 AlgerienAlgerien Algerien Algier 5. Nottreffen
18. 23. bis 26. Juni 1989 MarokkoMarokko Marokko Casablanca 6. Nottreffen
19. 28. bis 30. März 1990 Irak 1963Irak Irak Bagdad 7. Nottreffen
20. 9. bis 10. August 1990 AgyptenÄgypten Ägypten Kairo 8. Nottreffen
21. 22. bis 23. Juni 1996 AgyptenÄgypten Ägypten Kairo 9. Nottreffen
22. 21. bis 22. Oktober 2000 AgyptenÄgypten Ägypten Kairo 10. Nottreffen
23. 27. bis 28. März 2001 JordanienJordanien Jordanien Amman Institutionalisierung
24. 27. bis 28. März 2002 LibanonLibanon Libanon Beirut
25. 1. März 2003 AgyptenÄgypten Ägypten Scharm El-Scheich
26. 22. bis 23. Mai 2004 TunesienTunesien Tunesien Tunis
27. 22. bis 23. März 2005 AlgerienAlgerien Algerien Algier
28. 28. bis 30. März 2006 SudanSudan Sudan Khartum
29. 27. bis 28. März 2007 Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien Riad
30. 29. bis 30. März 2008 SyrienSyrien Syrien Damaskus
31. 28. bis 30. März 2009 KatarKatar Katar Doha
32. 30. März bis 1. April 2010 LibyenLibyen Libyen Sirte
33. 27. bis 29. März 2012 IrakIrak Irak Bagdad verschoben2
34. 21. bis 27. März 2013 KatarKatar Katar Doha
35. 25. bis 26. März 2014 KuwaitKuwait Kuwait Kuwait-Stadt

1 Endete ohne Einigung über das Abschlussprotokoll und ohne Teilnahme Ägyptens. Es war das kürzeste Treffen und dauerte nur 5 Stunden.
2 Ursprünglich geplant für März bzw. Mitte Mai 2011, aufgrund des Arabischen Frühlings verschoben auf März 2012.

Sonderorganisationen der Liga[Bearbeiten]

  • Der „Arab Fund for Economy and Social Development“ (kurz: AFESD) ist ein Fonds, welcher wirtschaftliche und soziale Entwicklungsprojekte in den Mitgliedstaaten der Arabischen Liga durch Darlehen und Investitionen an Regierungen unterstützt und finanziert. Mit Ausnahme der Komoren sind alle Liga-Mitglieder Mitglieder des Fonds. Das gezeichnete Kapital erreichte Ende 1993 2,223 Milliarden US$, 2003 waren es 7,3 Milliarden US$.
  • Die Arab Air Carriers Organization (kurz: AACO) ist eine 1965 gegründete Vereinigung der arabischen Fluggesellschaften. Alle Airlines der Mitgliedstaaten sind an der Teilnahme berechtigt, aber nicht zwangsläufig daran gebunden.
  • Der „Arab Monetary Fund“ (kurz: AMF) wurde am 27. April 1976 gegründet und nahm ein Jahr später die Arbeit auf. Mit Ausnahme von Dschibuti und Saudi-Arabien sind alle Liga-Mitglieder Mitglieder des Fonds. Wie der AFESD soll auch der AMF Entwicklungsprojekte unterstützen sowie zur Stabilisierung der Wechselkurse der arabischen Währungen beitragen. Des Weiteren gilt als langfristiges Ziel die Einführung einer einheitlichen Währung.
  • Die „Arabische Wirtschaftsentwicklungsbank“ (kurz: BADEA) wurde 1975 mit Sitz in Khartum gegründet. Primäre Aufgabe der Bank ist die Förderung der wirtschaftlichen, finanziellen und technischen Zusammenarbeit der Arabischen Liga mit den nichtarabischen Ländern der Afrikanischen Union (AU). Hierzu vergibt die Bank Projektdarlehen und technische Hilfe an Regierungen und Unternehmen in den Empfängerländern.[16]

Weitere Programme sind:[16]

  • Arabische Postunion
  • Arabische Union für Telekommunikation
  • Arabisches Institut für Satellitenkommunikation
  • Vereinigung der arabischen Rundfunkstationen
  • Arabische Organisation für Verwaltungswissenschaften
  • Rat für Arabische Wirtschaftseinheit
  • Arabische Bank für Wirtschaftliche Entwicklung in Afrika
  • Arabisches Institut für Erdölförderung
  • Arabische Akademie für Meerestransport
  • Arabische Gesundheitsorganisation
  • Arabische Organisation für Arbeit
  • Arabische Organisation für Erziehung, Kultur und Wissenschaft

Allgemeines[Bearbeiten]

Kennzahlen[Bearbeiten]

Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation innerhalb der Arabischen Liga ist geprägt von großem (fossilen) Ressourcenreichtum. Vor allem die enormen Erdöl- und Erdgasvorkommen sind hierbei auffallend. Ca. 45 % des weltweit geförderten Öls stammen aus den Mitgliedsländern der Arabischen Liga, insbesondere der Golfregion. Führend hierin sind Saudi-Arabien (22,7 %), der Irak (9,8 %) und Kuwait (8,9 %).

Ein weiterer bedeutender Wirtschaftsfaktor ist die Tourismusbranche. Urlaubsländer wie Tunesien oder Ägypten zeigen dauerhaft steigende Reisezahlen im Tourismus auf. Ein weiterer unscheinbarer, aber nicht weniger bedeutsamer Industriezweig in der Arabischen Liga ist die Telekommunikationsindustrie. Internationale Global Player sind zum Beispiel Firmen wie Orascom oder Etisalat.

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit innerhalb der Arabischen Liga ist insgesamt überschaubar. Dennoch zeigen Projekte wie die „Arab Gas Pipeline“ oder die „GAFTA“ (Greater Arab Free Trade Area), dass ökonomische Abkommen auch zwischen Staaten der Arabischen Liga existieren.

Arbeitslosenquote und Analphabetenrate sind in der Arabischen Liga in den letzten Jahren gesunken und wirtschaftliche Kennzahlen wie z.B. BIP oder BNE sind gestiegen. Der Wohlstand ist jedoch nach wie vor sowohl innerhalb der Bevölkerung als auch zwischen den Mitgliedstaaten sehr ungleich verteilt.

Im Vergleich: Das Bruttonationaleinkommen (BNE) aller 22 Länder der Arabischen Liga (rund 330 Millionen Einwohner) lag 1999 bei 531 Milliarden US-Dollar. 2005 wuchs das BNE auf 747 Milliarden US-Dollar und erreichte 2006 einen Wert von über 1.564 Milliarden US-Dollar. Die größte Volkswirtschaft im arabischen Raum stellt Saudi-Arabien dar.

Nr. Staat BIP (2013,
in Mio. US$)
Nr. Staat BIP pro Kopf1(2013,
in US$)
(Weltrang)
Nr. Staat Entwicklungs-
stand
(2012)
(Weltrang)
Nr. Staat Korruption (2013) (Weltrang)[17]
- Gesamt 2.219.320
01 Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 718.472 01 KatarKatar Katar 104.655 (2.) 01 KatarKatar Katar 0,834 (36.) 01 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 69 (26.)
02 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 389.994 02 KuwaitKuwait Kuwait 47.829 (13.) 02 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 0,818 (41.) 02 KatarKatar Katar 68 (28.)
03 AgyptenÄgypten Ägypten 262.030 03 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 43.185 (19.) 03 BahrainBahrain Bahrain 0,796 (48.) 03 BahrainBahrain Bahrain 48 (57.)
04 IrakIrak Irak 221.774 04 OmanOman Oman 25.720 (29.) 04 KuwaitKuwait Kuwait 0,790 (54.) 04 OmanOman Oman 47 (61.)
05 AlgerienAlgerien Algerien 215.723 05 Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 24.246 (31.) 05 Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 0,782 (57.) 05 Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 46 (63.)
06 KatarKatar Katar 199.907 06 BahrainBahrain Bahrain 24.153 (32.) 06 LibyenLibyen Libyen 0,769 (64.) 06 JordanienJordanien Jordanien 45 (66.)
07 KuwaitKuwait Kuwait 186.058 07 LibyenLibyen Libyen 10.864 (65.) 07 LibanonLibanon Libanon 0,745 (72.) 07 KuwaitKuwait Kuwait 43 (69.)
08 MarokkoMarokko Marokko 104.799 08 LibanonLibanon Libanon 10.708 (67.) 08 OmanOman Oman 0,731 (84.) 08 TunesienTunesien Tunesien 41 (77.)
09 OmanOman Oman 81.945 09 IrakIrak Irak 6.377 (88.) 09 AlgerienAlgerien Algerien 0,713 (93.) 09 MarokkoMarokko Marokko 37 (91.)
10 LibyenLibyen Libyen 70.924 10 AlgerienAlgerien Algerien 5.668 (94.) 10 TunesienTunesien Tunesien 0,712 (94.) 10 AlgerienAlgerien Algerien 36 (94.)
11 SudanSudan Sudan 52.498 11 JordanienJordanien Jordanien 5.207 (96.) 11 JordanienJordanien Jordanien 0,700 (100.) DschibutiDschibuti Dschibuti 36 (94.)
12 TunesienTunesien Tunesien 48.379 12 TunesienTunesien Tunesien 4.431 (107.) 12 Flag of Palestine.svg Palästina 0,670 (110.) 12 AgyptenÄgypten Ägypten 32 (114.)
13 LibanonLibanon Libanon 43.493 13 MarokkoMarokko Marokko 3.190 (122.) 13 AgyptenÄgypten Ägypten 0,662 (112.) 13 MauretanienMauretanien Mauretanien 30 (119.)
14 JemenJemen Jemen 40.470 14 AgyptenÄgypten Ägypten 3.114 (125.) 14 SyrienSyrien Syrien 0,648 (116.) 14 KomorenKomoren Komoren 28 (127.)
15 JordanienJordanien Jordanien 34.076 15 DschibutiDschibuti Dschibuti 1.597 (140.) 15 MarokkoMarokko Marokko 0,591 (130.) LibanonLibanon Libanon 28 (127.)
16 BahrainBahrain Bahrain 28.362 16 SudanSudan Sudan 1.527 (143.) 16 IrakIrak Irak 0,590 (131.) 16 JemenJemen Jemen 18 (167.)
17 MauretanienMauretanien Mauretanien 4.183 17 JemenJemen Jemen 1.518 (144.) 17 MauretanienMauretanien Mauretanien 0,467 (155.) 17 SyrienSyrien Syrien 17 (168.)
18 DschibutiDschibuti Dschibuti 1.459 18 MauretanienMauretanien Mauretanien 1.126 (154.) 18 JemenJemen Jemen 0,458 (160.) 18 IrakIrak Irak 16 (171.)
19 KomorenKomoren Komoren 658 19 KomorenKomoren Komoren 928 (159.) 19 DschibutiDschibuti Dschibuti 0,445 (164.) 19 LibyenLibyen Libyen 15 (172.)
SyrienSyrien Syrien (26.442)2 SyrienSyrien Syrien 20 KomorenKomoren Komoren 0,429 (169.) 20 SudanSudan Sudan 11 (174.)
SomaliaSomalia Somalia (4.388)3 SomaliaSomalia Somalia 21 SudanSudan Sudan 0,414 (171.) 21 SomaliaSomalia Somalia 8 (175.)
Flag of Palestine.svg Palästina 4 Flag of Palestine.svg Palästina SomaliaSomalia Somalia Flag of Palestine.svg Palästina

1 Bei den Zahlen des BIP-pro-Kopf sind vor allem in den Erdöl exportierenden Staaten die großen Einkommensunterschiede zu beachten. Bei genauerer Datenlage könnten hierfür Vergleiche der Median- bzw. Quantilwerte nützlich sein.
2,3 Beide Staaten befinden sich in anhaltendem Bürgerkrieg, daher werden nahezu keine statistischen Daten erhoben. Zahlen beziehen sich auf 2009 oder früher und können deshalb nicht verglichen werden.
4 Da das Staatswesen Palästinas nicht vollständig ausgebildet ist, werden teilweise keine Daten erhoben.

Die Arabische Liga im Vergleich[Bearbeiten]

Weiterhin charakteristisch für das Wirtschaftsbild der Arabischen Liga sind vor allem die extremen ökonomischen Unterschiede zwischen den jeweiligen Mitgliedsländern. Vergleicht man beispielsweise das BIP des Staates Saudi Arabien (618.744 Mio.) mit dem BIP des föderalen Staates Komoren (772 Mio.), wird dies sehr deutlich. Auch eine Umrechnung auf das Pro-Kopf-Einkommen macht den fundamentalen Unterschied innerhalb der Bevölkerung deutlich. Das Pro-Kopf-Einkommen in Katar mit 90.149 US$ pro Jahr weicht massiv vom Pro-Kopf-Einkommen in Somalia mit 600 US$ pro Jahr ab. Zum Vergleich: In Europa liegt das Pro-Kopf-Einkommen bei ca. 30.521 US$ im Jahr.

Im Vergleich mit anderen Internationalen Organisation im Stile der Arabischen Liga wirkt die wirtschaftliche Situation in Anbetracht ihrer Größe und ihrer Bevölkerungsdichte ausbaufähig. Zum Vergleich: Das europäische BIP liegt mit 14.712.369 Mio. US$ über dem BIP der Arabischen Liga (2.765.867 Mio. US$). Außerdem liegt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen innerhalb der Arabischen Liga bei ca. 7.682 US$ pro Jahr. In der EU ist dieser Betrag ca. 4 mal höher.[18]

Mitgliedschaften in anderen Bündnissen[Bearbeiten]

Die meisten Mitgliedstaaten sind parallel zur Arabischen Liga Teilnehmer anderer überregionaler Organisationen. Die afrikanischen Länder unter ihnen mit Ausnahme Marokkos sind Mitglieder der Afrikanischen Union, die Maghrebländer wiederum bilden die Union des Arabischen Maghreb. Außer dem Jemen sind alle Staaten der Arabischen Halbinsel im Golf-Kooperationsrat organisiert. Darüber hinaus sind einige Mitglieder OPEC-Staaten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Arabische Liga – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CIA World Fact Book (englisch), Zugriff am 10. März 2014.
  2. DSW Report 2013, Länderdatenbank, Zugriff am 10. März 2014.
  3. Ausgenommen Syrien, Somalia und Palästina.
  4. Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt, Zugriff am 10. März 2014
  5. Vgl. das Gründungsdokument: Pact of the League of Arab States, 22. März 1945, The Avalon Project an der Yale Law School (veröffentlicht 1998).
  6. Politische Geschichte der Staaten der Arabischen Liga bis 1952: Eberlein, Klaus: Politische Geschichte der Staaten der Arabischen Liga bis 1952. Frankfurt a.M 1995. Verlag: Fischer.
  7. Politische Geschichte der Staaten der Arabischen Liga ab 1956: Eberlein, Klaus: Politische Geschichte der Staaten der Arabischen Liga bis 1952. Frankfurt a.M 1993. Verlag: Fischer.
  8. DSW Report 2013, Länderdatenbank, Zugriff am 10. März 2014.
  9. Arabische Liga erklärt Moas al-Chatib zum Repräsentanten Syriens (arabisch), abgerufen am 26. März 2013.
  10. Aljazeera: Opposition takes Syria seat at Arab League, abgerufen am 26. März 2013.
  11. BBC: Opposition takes Syria seat at Arab League summit, abgerufen am 26. März 2013.
  12. Österreich will Beobacherstatus in Arabischer Liga, bei Die Presse, Zugriff am 10. März 2014.
  13. Die Verfassungen der Mitgliedsländer der Liga der Arabischen Staaten. Baumann, Herbert: Die Verfassungen der Mitgliedsländer der Liga der Arabischen Staaten. Berlin 1995. Verlag: Spitz.
  14. Arabische Liga bei www.bpb.de, aus Der Fischer Weltalmanach 2012, Zugriff am 10. März 2014.
  15. Arabische Liga bei www.bpb.de, aus Der Fischer Weltalmanach 2012, Zugriff am 10. März 2014.
  16. a b Arab Organizations&Unions, 2012: Arab Organizations and Unions. Online unter [1] [Stand 18. Juni 2012; letzter Zugriff: 18. Juni 2012].
  17. Korruptionswahrnehmungsindex 2013, Zugriff am 8. Mai 2014.
  18. World Economic Forum, 2012: Arab World Competitiveness Report 2011-2012. Online unter http://www.weforum.org/s?s=arab+competitiveness+report[Stand 15. Juni 2012; letzter Zugriff: 15. Juni 2012].