Arawak

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Dieser Artikel behandelt ein Volk. Zur gleichnamigen ethnischen Gruppe siehe Arawak (ethnische Gruppe).
Arawak-Frau von John Gabriel Stedman

Die Arawak, Aruak oder Arawaken (aus dem Lokono aruCassava-Blüte“) sind ein indigenes Volk an der Nordküste Südamerikas.

Die Arawak sind namensgebend für die ethnische Gruppe der Arawak, die sich über fast ganz Südamerika verbreitet hat und die ihre Gemeinsamkeit in der arawakischen Sprachgruppe und in ihren kulturellen Übereinstimmungen findet.

Bezeichnung[Bearbeiten]

Der Begriff wurde zunächst von den spanischen Kolonisten als Bezeichnung verwendet für die Taíno auf den Großen Antillen und Bahamas (Lucayan), die Nepoya und Suppoyo auf Trinidad und die Igneri auf den Kleinen Antillen sowie sprachverwandte Gruppen (einschließlich der Lokono) entlang der Nordostküste Südamerikas (auch Brasiliens). Alle diese Völker sprachen eine Arawak-Sprache.

Sprache[Bearbeiten]

Hauptartikel: Arawak-Sprachen

Ihre Sprache ist Arawakisch (ISO 639: ARW), das noch von 700 Menschen in Suriname und 1500 in Guyana gesprochen wird.

Siedlungsgebiet[Bearbeiten]

Heutzutage existieren Arawak-Ethnien nur noch auf dem amerikanischen Festland. An der Atlantikküste von Honduras, Guatemala und Belize sprechen etwa 130.000 Garífuna, welche aus der Vermischung von Inselkariben, den von diesen einst unterworfenen Igneri-Arawak und geflüchteten afroamerikanischen Sklaven entstanden sind, eine weiter entwickelte Form der Igneri-Sprache.

Geschichte[Bearbeiten]

Arawak-Frau (ca.1830)

Lebensweise vor 1500[Bearbeiten]

Die Arawaken lebten in dörflichen Kommunen und bauten unter anderem Getreide, Süßkartoffeln und Maniok an. Sie konnten z.B. spinnen und weben, hielten allerdings keine Nutztiere und verfügten über kein Eisen.[1]

Kolonialisierung und teilweise Ausrottung[Bearbeiten]

Die Arawak waren durch Versklavung, Verfolgung, Raub des Agrarlandes und Besitzübergang zu spanischen Großgrundbesitzern und eingeschleppte Krankheiten nach hundert Jahren spanischer Conquista ausgerottet.

Während die Kariben von den Spaniern als kriegerisch charakterisiert wurden, galten die Arawak als allgemein friedliebend. Kolumbus beschrieb sie als naiv und hielt im Logbuch fest „Sie bieten jedem an [ihre Güter] zu teilen“.[1] Erste Begegnungen mit dem Seefahrer in spanischen Diensten Christoph Kolumbus 1492 verliefen friedlich, die Arawaken boten den Seefahrern laut dem Logbuch von Kolumbus unter anderem Baumwolle an und die Seefahrer tauschten unter anderem Glasperlen ein. Kolumbus betrachtete sie aber immer als zukünftige Untertanen oder gar als Sklaven.[2]

Kurz darauf nahmen die Spanier Arawaken fest und befragten diese nach Goldvorkommen. Spanische Siedler versklavten die Arawaken, missbrauchten sie und zwangen sie zur Arbeit. Gold konnten sie nicht finden, so dass Kolumbus anstatt Gold (welches er dem Herrscherhaus Spaniens versprochen hatte) Sklaven nach Spanien brachte. Die Arawaken versuchten sich zu wehren, ihre Waffen waren jedoch denen der Spanier deutlich unterlegen. Es kam aufgrund der aussichtslosen Lage zum Massensuizid unter den Arawaken.[3]

1515 hatte sich ihre Zahl auf Haiti von rund 250.000 auf geschätzt 50.000 reduziert, 1550 waren es noch rund 500 Menschen. Ein Bericht von 1650 stellte keine verbliebenen Arawaken fest.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Howard Zinn: A People’s History of the United States, Harper Perennial, 2005, S. 3
  2. The Voyage of Christopher Columbus, Archive.org, siehe The Journal Saturday, 13 October
  3. Howard Zinn: A People’s History of the United States, Harper Perennial, 2005, S. 4-5
  4. Howard Zinn: A People’s History of the United States, Harper Perennial, 2005, S. 5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arawak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Arawak aus der freien Enzyklopädie Indianer-Wiki und steht unter Creative Commons by-sa 3.0. Im Indianer-Wiki ist eine Liste der Autoren verfügbar.