Arkadi Timofejewitsch Awertschenko

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Arkadi Awertschenko (um 1920)

Arkadi Timofejewitsch Awertschenko (russisch Аркадий Тимофеевич Аверченко; * 15. Märzjul./ 27. März 1881greg. Sewastopol; † 12. März 1925 Prag) war ein russischer Schriftsteller und Satiriker.

Leben[Bearbeiten]

Awertschenko war der Sohn eines Kaufmannes und begann zunächst als Buchhalter. Schon bald versuchte er sich mit Erzählungen und Satiren. Die erste erschien 1903 in einer Zeitung in Charkow, wohin er übersiedelte und dort 1905 - 1907 an der satirischen Zeitschrift Das Bajonett mitarbeitete. Als er Schwierigkeiten mit der Zensur des Generalgouverneurs bekam und vor die Alternative gestellt wurde entweder 500 Rubel Geldstrafe zu bezahlen oder ausgewiesen zu werden, ging Awertschenko 1908 nach Sankt Petersburg. Da er mit seinen Geschichten bei den russischen Feuilletonredakteuren in Moskau und Petersburg keinen Anklang fand, veröffentlichte er in seiner eigenen Zeitschrift Satirikon bzw. ab 1913 Nowi Satirikon. In dieser Zeit entwickelte sich Awertschenko zum führenden Satiriker der letzten Zarenzeit. Es gelang ihm für seine Zeitschrift die Mitarbeit bedeutender Illustratoren wie Bilibin und Autoren wie Majakowski zu gewinnen. Tagesereignisse und Theaterkritiken verfasste Awertschenko unter diversen Pseudonymen wie Gorgona oder Medusa, seine humoristischen Erzählungen hingegen unter eigenem Namen. Nach der Revolution wurde die Zeitschrift 1918 verboten. Awertschenko floh zunächst in die heimatliche Ukraine nach Sewastopol, wo er 1919 - 1920 als Journalist tätig war. 1920 emigrierte er schließlich über Konstantinopel nach Prag. Es gelang ihm, sich auch in der Emigration erfolgreich zu behaupten. So trat er in diversen europäischen Städten als Komiker auf der Bühne auf und seine Erzählungen wurden zuerst ins Deutsche und dann in verschiedene andere Sprachen übersetzt. Nach einer schweren Erkrankung starb Awertschenko im Exil in Prag.

Werk[Bearbeiten]

Awertschenko verfasste Komödien und humoristische Erzählungen, die allgemeine menschliche Schwächen beschreiben. Er karikierte sowohl das Leben in der Zarenzeit, als auch unter den Bolschewiken und in der Emigration, es ging ihm aber nicht um Kritik an politischen Verhältnissen. Sein Humor ist menschenfreundlich, nicht zynisch, oft melancholisch und gütig. Es gelang ihm, überraschende Pointen zu setzen und Situationskomik zu erzielen. Von den Kommunisten wurde Awertschenko angefeindet. Lenin bezeichnete seine Erzählungen aus der Emigrationszeit als "Verleumdungen eines bis zum Wahnsinn erbitterten Weißgardisten".

Ausgaben in deutscher Sprache[Bearbeiten]

Erzählungen und Grotesken[Bearbeiten]

  • Grotesken. Deutsch von Elise Köppen. München: Georg Müller, 1914
  • Das Verbrechen der Schauspielerin Maryskin und andere Grotesken. München: Georg Müller, 1919; München: Herbig, 1971
  • Das russische Lachen. Ausgewählte Grotesken. Mit Illustrationen v. Leo Haas. Wien: Vernay, 1925
  • Der gesunde Menschenverstand. Wien, 1949
  • Was für Lumpen sind doch die Männer. Leipzig/Wien: Ralph A. Höger Verlag, 1935; Wien: Paul Neff Verlag, 1953
  • Die Frauen sind auch keine Engeln und andere Grotesken. Wien-Berlin-Stuttgart: Neff, 1955
  • Der Wolfspelz und andere Erzählungen. München: Goldmann, 1964

Stücke und Einakter (Bühnenverlag Hans Pero, Wien)[Bearbeiten]

  • Hinter den Kulissen
  • Das Kind und der Einbrecher
  • Mir hat der andere besser gefallen
  • Der Intrigant
  • Der Säugling
  • Auch Gauner haben Sorgen
  • Der Routinier
  • Wie ich zum Lügner wurde
  • Der Hungerkünstler
  • Der Selbstmörder
  • Woher nehmen und nicht stehlen
  • Ein glückliches Familienleben
  • Der Erfinder
  • Der Herr mit der grünen Krawatte
  • Der Elefantenjäger
  • Nur keine Hemmungen
  • Wie ich meine Frau kennen lernte
  • Petrov und die schwarze Dame
  • Der Pechvogel
  • Wie ich zum Lügner wurde
  • Der Sprung ins Ungewisse
  • Der Hausfreund
  • Der Zauberer
  • Misch dich nicht in fremde Angelegenheiten
  • Die Geschichte eines Pelzes
  • Der Taubstumme
  • Letzte Hilfe
  • Die Affäre Kasanzew

Weblinks[Bearbeiten]