Assara beTevet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der 10. Tevet (hebräisch: עשרה בטבת, Assara beTevet) ist ein „kleiner“ Fastentag im Judentum. Er fällt entweder auf den siebten oder achten Tag nach dem Abschluss von Chanukka, je nachdem, ob Rosch Chodesch (der Monatsbeginn) des Monats Tevet einen oder zwei Tage umfasst.

Der 10. Tevet erinnert an den Beginn der Belagerung Jerusalems durch König Nebukadnezar von Babylonien im Jahr 597 v. d. Z. Er legte einen Ring um Jerusalem, was letztlich zur Zerstörung von Salomos Tempel (des 1. Tempels) und Babyloniens Eroberung des Königreichs Juda und zur Verbannung des jüdischen Volkes führte.

Das Fasten beginnt mit der Morgendämmerung und endet mit Einbruch der Nacht. Neben dem Verbot des Essens und Trinkens gibt es keine weiteren Einschränkungen. Fällt der 10. Tevet auf einen Freitag, wird am gleichen Tag gefastet, man verlegt ihn nicht, denn es heißt: „am heutigen Tag“ (Ez 24,2 EU).

In den Gebeten am Morgen (Schacharit) und Nachmittag (Mincha) werden spezielle Einschaltungen für den Fasttag gemacht, die so genannten Slichot und das „Anenu“, ein zusätzlicher Segensspruch in der Amida. In manchen Gemeinden wird zudem das Gebet Avinu Malkeinu rezitiert. Zudem wird aus der Tora ein spezieller Abschnitt für den Fasttag vorgelesen, am Nachmittag zusätzlich ein Abschnitt aus dem Buch des Propheten Jesaja.

Der 10. Tevet wurde auch als „Tag des allgemeinen Kaddisch“ zum Andenken an die Opfer der Massenvernichtungen während der Shoah festgelegt, deren Todestag unbekannt ist. An diesem Tag zündet man ein Gedächtnislicht an, spricht das Kaddisch und studiert Abschnitte über das Erheben der Seelen.

Literatur[Bearbeiten]