Assumptionisten

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Die Assumptionisten, auch Pia Societas Presbyterorum ab Assumptione, Augustiniani ab Assumptione, Congregation des Augustines de l’Assumption, sind ein katholischer Männerorden, der nach der Regel des heiligen Augustinus lebt. Die Ordensbezeichnung stammt aus dem lateinischen "assumptio", was Aufnahme (Marias in den Himmel) bedeutet, ihr Ordenskürzel lautet AA.

Er wurde durch Emmanuel d'Alzon gegründet, der 1850 mit vier Gefährten erstmals die Gelübde ablegte. Ursprüngliches Ziel des Ordens war es, die christliche Erschließung von Osteuropa und Russland zu betreiben (siehe Missionsorden).

1880 gründeten die Assumptionisten die Zeitung 'La croix'. Im Katholizismus herrschte damals – bis etwa 1910 – europaweit der Antimodernismus. Damals war Antisemitismus in der französischen Gesellschaft weit verbreitet. Dies zeigte sich evident in der Dreyfus-Affäre (siehe auch Chronologie der Dreyfus-Affäre). Alfred Dreyfus wurde zweimal zu Unrecht verurteilt (zwischen den beiden Prozessen erlitt er eine fast fünfjährige Isolationshaft unter harten Bedingungen auf der Teufelsinsel in Französisch-Guayana). Beim ersten Prozess – 1894 – verstieg sich 'La Croix' in einem Artikel zu der These, die Juden seien ein schreckliches Krebsgeschwür, die Frankreich in die Sklaverei führen werde.[1]

Pierre Waldeck-Rousseau bildete im Juni 1899 eine neue Regierung. Er ließ bald darauf unter anderem den katholischen Orden der Assumptionisten in Frankreich auflösen.

Der heutige Orden ist in erster Linie in der Aus- und Weiterbildung des Christentums aktiv und bemüht sich Christen der verschiedenen Glaubensrichtungen zusammenzubringen.

Heute ist der Orden in 27 Ländern der Erde vertreten, darunter auch in Deutschland, vor allem aber in Afrika und Lateinamerika. Die Angehörigen des Ordens leben jeweils zu fünf Ordensbrüdern zusammen.

Generalsuperior[Bearbeiten]

  • Emmanuel d’Alzon (1845–1880)
  • François Picard (1880–1903)
  • Emmanuel Bailly (1903–1917)
    • Joseph Maubon (1918–1922) (Generalvikar)
  • Gervais Quenard (1923–1952)
  • Wilfrid Dufault (1952–1969)
  • Paul Charpentier (1969–1975)
  • Hervé Stéphan (1975–1987)
  • Claude Maréchal (1987–1999)
  • Richard E. Lamoureux (11. Mai 1999– ...)

Bekannte Ordensmitglieder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Pierre Sorlin: La Croix et les Juifs, Grasset, 1967 ([1])
  • La Croix: 50 ans d'histoire au quotidien. Bayard Jeunesse, 2010, ISBN 978-2227482043.

Quellen[Bearbeiten]

  1. George Whyte: Die Dreyfus-Affäre. Die Macht des Vorurteils. Peter Lang, 2010, ISBN 978-3-631-60218-8. S. 49
  2. „Papst spricht in Plowdiw drei 1952 hingerichtete Märtyrer selig“, Kathpress, 26. Mai 2002