Asymmetrie

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Dieser Artikel behandelt die Asymmetrie im allgemeinen Sinn. Für die Asymmetrie in der angewandten Ethik, siehe Asymmetrie (Ethik).

Asymmetrie ist umgangssprachlich das Gegenteil von Symmetrie. Von Asymmetrie wird nur dann gesprochen, wenn es in dem jeweiligen Bereich auch symmetrische Formen gibt.

Mathematik[Bearbeiten]

In der Mathematik wird eine Relation, die nicht die Bedingung für Symmetrie erfüllt, nicht symmetrische Relation genannt, und eine solche, wenn sie darüber hinaus die Bedingungen für Asymmetrie erfüllt, als asymmetrische Relation bezeichnet.

Davon abzugrenzen ist der Begriff der Antisymmetrie; auch eine antisymmetrische Relation kann nicht symmetrisch sein.

Mechanik[Bearbeiten]

In der Mechanik bringt Asymmetrie oft Nachteile mit sich, zum Beispiel bei ungleicher Belastung durch äußere Kräfte. Im Bauwesen trachtet man ebenfalls oft, unsymmetrische Bauweisen zu vermeiden. Beispielsweise sind die Wirkungen von Erdbeben, aber auch von Windkräften an symmetrischen Hochhäusern etwas geringer, und besonders wichtig ist diese Eigenschaft beim Bau von Fundamenten.

Für manche Anwendungen wird aber Asymmetrie absichtlich hergestellt, wie beim mechanischen Exzenter, bei gewissen Anwendungen des Hebelgesetzes oder beim Abblendlicht von PKW-Scheinwerfern.

Nachrichtentechnik[Bearbeiten]

Im Jargon der Nachrichtentechnik wird die unsymmetrische Signalübertragung oft kurz nur als „asymmetrisch“ oder „unsymmetrisch“ bezeichnet. Beispielsweise ist mit asymmetrischem Kabel ein Kabel für unsymmetrische Signalübertragung gemeint. Der Begriff „asymmetrisch“ ist in diesem Zusammenhang irreführend, da bereits eine geringe Abweichung zur perfekten Symmetrie (Geometrie) als „Asymmetrie“ bezeichnet wird. In der Nachrichtentechnik ist jedoch eine unsymmetrische Signalübertragung gemeint, bei der eine Wechselspannung übertragen wird, die auf ein Massepotential bezogen ist. Auch eine in der Symmetrie gestörte symmetrische Signalübertragung kann als asymmetrisch bezeichnet werden, wobei ein wesentlicher Unterschied zur unsymmetrischen Signalübertragung besteht.

Kryptographie[Bearbeiten]

In der Kryptographie werden Verschlüsselungssysteme, bei denen beide Seiten, Sender und Empfänger, den gleichen Schlüssel benötigen, als symmetrisch bezeichnet. Im Gegensatz dazu stehen Verschlüsselungssysteme, bei denen die beiden Seiten jeweils unterschiedliche Schlüssel verwenden, die asymmetrischen Kryptosysteme.

Chemie[Bearbeiten]

In der Chemie spricht man bei chiralen (optisch aktiven) Molekülen von asymmetrischen Zentren (besser: stereogenen Zentren), vor allem bei Kohlenstoff-Verbindungen. Im sogenannten Chiralitätszentren besitzt beispielsweise ein Kohlenstoffatom vier unterschiedliche Substituenten. Man kann mit Hilfe der Fischer-Regeln oder dem CIP-System derartigen organischen Molekülen eindeutige Namen zuweisen, die die räumliche (dreidimensionale) Struktur eindeutig beschreiben.

Kunst[Bearbeiten]

Auch in der Kunst ist Asymmetrie oft ansprechender als spiegelartige Ähnlichkeit. So wirkt ein Gemälde oder Foto oft flach, wenn das Hauptmotiv genau in der Mitte platziert ist. Auch eine Diagonale im Vordergrund belebt fast jede Grafik, wie oft an Linol- oder Holzschnitten zu bemerken ist.

Sogar beim Bühnenbild oder in der Musik ist mehr Aufmerksamkeit oder Spannung zu erreichen, wenn die Struktur nicht genau spiegelsymmetrisch ist.

Wirtschaftstheorie[Bearbeiten]

Das Ziel des privaten oder gewerblichen Verkaufes ist es entweder Gewinn zu erzielen oder drohende Verluste zu vermeiden. Hierzu wird in der Kommunikation mit dem potentiellen Abnehmer vor allem Asymmetrische Information mit Hilfe der Verkaufspsychologie angestrebt. Der Abnehmer soll nur scheinbar die Wahl haben, am besten zwischen den vom Anbieter gebotenen Alternativen. Gegenstand asymmetrischer Informationsdarstellung sind regelmäßig die Werbung, das Verkaufsgespräch und die Vertragsverhandlung.

Sozialwissenschaften[Bearbeiten]

In der Kommunikation ist eine asymmetrische Kommunikation dann gegeben, wenn die Gesprächsbeteiligten nicht gleichberechtigt sind. Beispiel: Interessenkonflikt zwischen einem Vorgesetzten und einer nachgeordneten Mitarbeiterin.

Vergleiche: Paul Watzlawick | Kybernetik

Sprachwissenschaft/Semiotik[Bearbeiten]

Auch in der Sprachwissenschaft wird viel über die asymmetrische Natur der sprachlichen Zeichen diskutiert. Vgl. dazu S.I.Karcevskij, Du dualisme assymétrique du signe linguistique, in : Znakolog 6-7 (1994/95), Trier 1996, 19-26 (aus dem Französischen von Heinrich Pfandl unter dem Titel: Vom asymmetrischen Dualismus des sprachlichen Zeichens)

Sonstiges[Bearbeiten]

Generell ist für viele Themen in der Kunst oder in der Gestaltung von Fassaden, Auslagen, Gärten und so weiter nicht eine symmetrische Raumaufteilung am besten, sondern eine, die dem Goldenen Schnitt nahekommt (etwa 5:8). Manchmal trifft dies auch in den Naturwissenschaften oder der Soziologie zu.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: asymmetrisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen