Auguste Prasch-Grevenberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Auguste Prasch-Grevenberg am Hoftheater Meiningen, 1890
Auguste Prasch-Grevenberg mit Karl Weiser, 1889, gezeichnet von C.W. Allers

Auguste Prasch-Grevenberg (* 23. August 1854 in Darmstadt als Auguste Grevenberg; † 14. Dezember 1945 in Weimar) war eine deutsche Schauspielerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Die Tochter Opernsängers und Theaterdirektors Peter Grevenberg erhielt ihre Ausbildung beim Bühnen- und Opernregisseur Carl Tetzlaff in Berlin. Mit 16 Jahren trat Auguste Grevenberg ihr erstes Engagement am Meininger Hoftheater an. Weitere Verpflichtungen führten sie ans Stadttheater nach Bremen sowie ans Wiesbadener und Karlsruher Hoftheater. Mit der Meininger-Bühne unternahm sie Gastspielreisen, die sie bis nach Berlin und Russland führten.

In jungen Jahren wurde die ein wenig pummelig und bieder wirkende Darmstädterin bevorzugt im Fach der Salondame und als jugendliche Charakterdarstellerin eingesetzt. Frühe Erfolge feierte die Künstlerin vor allem in Ibsen-Stücken, aber auch als Käthchen von Heilbronn und als Maria in Shakespeares Was ihr wollt. Ihre Schauspielkunst brachte ihr eine Reihe von Auszeichnungen ein, darunter die Ritterkreuze für Kunst und Wissenschaft von Coburg-Gotha und Sachsen-Meiningen wie auch die große Goldene Verdienstmedaille für Kunst und Wissenschaft von Sachsen-Weimar.[1]

Infolge der Eheschließung mit dem Theaterdirektor Aloys Prasch nahm Auguste Grevenberg dessen Namen an und nannte sich fortan Auguste Prasch-Grevenberg. Nach mehreren Jahren des Gastierens folgte sie ihrem Mann 1895 in die Reichshauptstadt und schloss sich dem von ihm geleiteten Berliner Theater an. Auguste Prasch-Grevenberg favorisierte in Zukunft weiterhin das Tourneetheater, trat aber auch immer mal wieder das eine oder andere Festengagement an, so (noch vor dem Ersten Weltkrieg) in München (an den Kammerspielen) oder, nach dem Krieg, in Berlin (Max Reinhardts Deutsches Theater). Noch kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gehörte sie, mittlerweile fast 85 Jahre alt, dem Ensemble von Berlins Schiller-Theater an.

Unmittelbar nach Ende des Ersten Weltkriegs zog es die Schauspielveteranin auch vor die Kamera. Auguste Prasch-Grevenberg übernahm eine Reihe von mittelgroßen Mutter- und Großmütterrollen in mehreren Stummfilmen. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kehrte sie, nach zehnjähriger Leinwandabstinenz, erneut zum Kino zurück.

Zuletzt lebte Auguste Prasch-Grevenberg in dem Künstleraltenheim Marie-Seebach-Stift[2] in Weimar, wo sie ein halbes Jahr nach Kriegsende verstarb.

Die Künstlerin hatte einen Sohn, den Theaterleiter, -regisseur und Schauspieler Rolf Prasch.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1918/19: Wehrlose Opfer
  • 1919: Die Pest in Florenz
  • 1919: Die Augen im Walde
  • 1919: Das Werk seines Lebens
  • 1919: Ut mine Stromtid
  • 1920: Die Dreizehn aus Stahl
  • 1920: Die rote Redoute
  • 1920: Gräfin Walewska
  • 1921: Deines Bruders Weib
  • 1921: Die Rache einer Frau
  • 1921: Die Asphaltrose
  • 1921: Die Rodelhexe
  • 1921/22: Dr. Mabuse, der Spieler zwei Teile
  • 1922: Zwei Welten
  • 1922: Die Drei von der Straße
  • 1923: Die Buddenbrooks
  • 1924: Prater
  • 1925: Die Aßmanns
  • 1926: Der Sohn der Hagar
  • 1927: Heimweh
  • 1927: Pique Dame
  • 1927: Königin Luise
  • 1927: Der Alte Fritz
  • 1928: Die Heilige und ihr Narr
  • 1928: Waterloo
  • 1937: Unter Ausschluß der Öffentlichkeit
  • 1938: Wir fahren nach Amerika (Dokumentarfilm)
  • 1938: Das unsterbliche Herz
  • 1939: Fahrt ins Leben

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludwig Eisenberg's Großes Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. List, Leipzig 1903, S. 791 f.
  • Fach-Lexikon der Deutschen Bühnen-Angehörigen. Bd. 1, 1906, ZDB-ID 973283-4, S. 101.
  • Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit – Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, S. 1325.

Anmerkung[Bearbeiten]

  1. Fach-Lexikon der Deutschen Bühnen-Angehörigen. Bd. 1, 1906, S. 101.
  2. Deutsches Bühnen-Jahrbuch. Bd. 56, 1945/1948, ISSN 0070-4431, S. 39.

Weblinks[Bearbeiten]