Auguste Vestris

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Vestris porträtiert von Thomas Gainsborough, etwa 1781

Marie Jean Augustin Vestris, bekannt als Auguste Vestris (* 27. März 1760 in Paris; † 5. Dezember 1842), war ein französischer Tänzer und Choreograf. Auguste ist ein außereheliches Kind von Gaetano Vestris und der Tänzerin Marie Allard. Aufgrund seiner außerordentlichen Technik wurde er auch der „Gott des Tanzes“ genannt.

Er debütierte 1772 in dem Divertissement „La Cinquantaine“. Bereits 1776 wurde er Solotänzer, 1778 Primo ballerino. Während der Französischen Revolution floh er nach London, wo er 1785 für seine Interpretation einer Gavotte aus André Grétrys komischer Oper Panurge dans l'île des lanternes (1785) berühmt wurde. Diese Gavotte wurde u.a. von F. A. Zorn (1820–1905) in seiner Grammatik der Tanzkunst (Leipzig 1887, S. 189–194 und S. 42–43) ausführlich beschrieben. 1793 kehrte Auguste Vestris nach Paris zurück, wo er gegen den Tänzer Louis Duport antrat. 1835 trat er als 75-Jähriger mit Marie Taglioni in einem Menuett mit auf. Nach seinem Rückzug von der Bühne wurde er Lehrer zahlreicher berühmter Tänzer, darunter Marius Petipa, Lucien Petipa, Fanny Elssler, Jules Perrot, and Marie Taglioni.

Sein Sohn Auguste Armand Vestris (* um 1788) war ebenfalls Tänzer und trat gemeinsam mit seinem Cousin Charles Vestris auf. Er debütierte angeblich im Jahre 1800 an der Opéra. Er verließ jedoch Paris und ging dann als Tänzer nach Italien und nach Wien, wo er 1825 starb.