André-Ernest-Modeste Grétry
André-Ernest-Modeste Grétry (* 8. Februar 1741 in Lüttich; † 24. September 1813 in Montmorency (Val-d'Oise) bei Paris) war ein belgisch-französischer Komponist.
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Leben [Bearbeiten]
André Grétry erhielt ersten Musikunterricht von seinem Vater, einem Violinisten an den Kirchen St. Martin und St. Denis in Lüttich, wo er im Alter von neun Jahren Chorknabe wurde. In seinen Memoiren erwähnt er die Strenge des Chorleiters Georges-Henri Wenick. Er nahm erst Cembalo- und Kompositionsunterricht bei Nicolas Rennekin, später bei Henri Moreau, Kapellmeister an St. Paul. Grétry hatte bereits mehrere Stücke komponiert, als er 1760 ein Stipendium am „Lütticher Kolleg Darcis“ in Rom erhielt. Ab 1762 lernte er unter Giovanni Battista Casali, dem Kapellmeister der Lateran-Basilika. Hier in Rom komponierte er ein Confitebor, welches er nach Lüttich sandte, und für den römischen Karneval 1765 das Intermezzo La Vendemmiatrice. Er bestand eine Prüfung vor der renommierten Accademia dei Filarmonici in Bologna, hierauf bereitete er sich bei Padre Martini vor. Noch in Italien komponierte er sechs Streichquartette, welche er später in Paris als sein Opus 3 veröffentlichte.
1766 ließ er sich in Genf nieder, wo er vom Erteilen von Musik- und Kompositionsunterricht lebte. Hier hatte er den ersten Kontakt zu französischer Musik. 1767 begab sich auf Anraten von Rousseau und Voltaire nach Paris. In seinen Memoiren (Mémoires ou Essais sur la Musique) erwähnt Grétry, dass Voltaire ihm den Rat gab: „Gehen Sie nach Paris, dort werden Sie der Unsterblichkeit entgegeneilen“. Dort erzielte er mit seinen komischen Opern: Le Huron (1768) und Lucile (1769) sofort große Erfolge.
Später ließ er deren noch mehr folgen, darunter: Le tableau parlant, Zémire et Azor, L'ami de la maison, Raoul („Blaubart“) und Richard Cœur-de-Lion, von denen die letztere noch bis zur Gegenwart beliebt geblieben ist.
1795 wurde Grétry zum Inspektor des Konservatoriums und im Jahr darauf zum Mitglied des Institut de France ernannt. Später erhielt er auch von Napoleon I. eine Pension, welche ihn in den Stand setzte, sich aufs Land nach Montmorency (Val-d'Oise) bei Paris zurückzuziehen. Hier, in dem von ihm erworbenen Landhaus Jean-Jacques Rousseaus, der sogenannten Ermitage, starb er am 24. September 1813.
1842 errichtete seine Geburtsstadt Lüttich ihm zu Ehren auf dem Platz vor der Opéra Royal de Wallonie eine Statue, ein Werk des Bildhauers Guillaume Geefs. 1785 ehrte ihn die Stadt Paris, indem sie eine beim Italienischen Theater gelegene Straße nach ihm benannte. Sein Geburtshaus in der Rue des Récollets in Lüttich ist heute ein Museum.
Im Filmdrama Die rote Violine (1998) sind neben der Originalmusik von John Corigliano, die einen Oscar gewann, Kompositionen von Grétry zu hören.
Werk [Bearbeiten]
Grétrys meist für die Opéra Comique geschriebenen Kompositionen zeichnen sich durch Wahrheit des musikalischen Ausdrucks und Melodienreichtum vorteilhaft aus und haben auf die Bildung des musikalischen Geschmacks großen Einfluss geübt.
Auch als Schriftsteller hat er sich durch seine Mémoires, ou essais sur la musique vorteilhaft bekannt gemacht.
Eine Gesamtausgabe seiner Opern, herausgegeben von der Kommission zur Veröffentlichung von Werken älterer belgischer Komponisten, erschien ab 1883.
Edouard Gregoir (Brüssel 1883) und Michel Brenet (Brüssel 1884) schrieben Biographien Grétrys.
Opern [Bearbeiten]
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Werke für Blasorchester [Bearbeiten]
Andere Werke [Bearbeiten]
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Weblinks [Bearbeiten]
- Werke von und über André-Ernest-Modeste Grétry im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Noten von André-Ernest-Modeste Grétry im International Music Score Library Project
- Opernwerke und Manuskripte von André-Ernest-Modeste Grétry im DFG-Opernprojekt
- Grétry Museum in Lüttich
- André-Ernest-Modeste Grétry in der Internet Movie Database (englisch)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Grétry, André-Ernest-Modeste |
| KURZBESCHREIBUNG | belgisch-französischer klassischer Komponist |
| GEBURTSDATUM | 8. Februar 1741 |
| GEBURTSORT | Lüttich |
| STERBEDATUM | 24. September 1813 |
| STERBEORT | Montmorency (Val-d'Oise) bei Paris |