Auslagerungsdatei
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Die Auslagerungsdatei (engl. swap file oder page file) bezeichnet eine Datei auf einem Massenspeichermedium eines Computers, die verschiedene Betriebssysteme im Rahmen ihrer Speicherverwaltung verwenden, um Prozessen einen größeren Adressraum zur Verfügung stellen zu können als durch den physisch vorhandenen Arbeitsspeicher eigentlich möglich wäre.
Das Betriebssystem jedes Computers verwaltet einen Speicherbereich, in dem die Daten, die gerade vom Rechner gebraucht werden, abgelegt werden. Diesen Bereich nennt man RAM (Random Access Memory). In bestimmten Situationen kann es je nach Größe des Arbeitsspeichers vorkommen, dass nicht alle diese Daten im RAM Platz finden, etwa weil besonders speicherintensive Programme verwendet werden. In diesem Fall wird der adressierbare Systemspeicher erweitert und dieser zusätzliche Adressraum in eine Auslagerungsdatei umgeleitet.
Einige Programme oder Betriebssysteme wie etwa Microsoft Windows greifen aber auch dann auf die Auslagerungsdatei zu, wenn noch ausreichend RAM vorhanden ist. So wird unter bestimmten Versionen von Windows beispielsweise der einem Programm zugewiesene Arbeitsspeicher in die Auslagerungsdatei umgeleitet, wenn es vom Benutzer minimiert wird. Dadurch wird mehr Arbeitsspeicher für die momentan aktiven Programme verfügbar.
Der Zugriff auf den zusätzlichen Speicher der Auslagerungsdatei ist aus technischen Gründen wesentlich langsamer als der direkte Zugriff auf den RAM. Daher kommt es je nach Geschwindigkeit des verwendeten Massenspeichermediums zu Geschwindigkeitseinbußen, wenn größere Datenmengen aus der Auslagerungsdatei gelesen bzw. in die Auslagerungsdatei geschrieben werden. Je höher die Übertragungsrate und vor allem je niedriger die Zugriffszeit des Massenspeichermediums ist, desto geringer sind die zu erwartenden Geschwindigkeitseinbußen.
Die Auslagerungsdatei enthält je nachdem, ob die Speicherverwaltung reine Segmentierung, reines Paging im Rahmen einer virtuellen Speicherverwaltung oder eine Kombination von beidem anwendet, Segmente, Speicherseiten oder beides. Der Arbeitsspeicher und die Auslagerungsdatei bilden zusammen den virtuellen Speicher.
Der Begriff Auslagerungsdatei ist hauptsächlich durch das Betriebssystem Microsoft Windows geprägt. Dieses verwaltet die Auslagerungsdatei selbstständig und passt sie dynamisch den Anforderungen an. Wird für die Ausführung eines Prozesses mehr Speicherplatz benötigt, wird die Auslagerungsdatei größer; wird später wieder weniger Speicherplatz gebraucht, wird die Auslagerungsdatei verkleinert. Allerdings ist es möglich, die Auslagerungsdatei auf eine beliebige fixe Größe (ab 2MB) einzustellen, was unter Umständen zu einem Performancegewinn führen kann. Eine Unterscheidung zwischen dem physischen Arbeitsspeicher und der Auslagerungsdatei findet aus Sicht der Anwendungen nicht statt. Die Anwendungen verwenden den virtuellen Speicher vollkommen transparent. Unter Windows 2000, XP und Vista heißt die Auslagerungsdatei pagefile.sys.
Andere Betriebssysteme wie Linux verwenden ähnliche Speicherverwaltungsmechanismen, jedoch anstelle der Auslagerungsdatei meist die so genannte Swap-Partition oder sogar einen anderen Massenspeicher zur Auslagerung der nicht in den Arbeitsspeicher passenden Speicherbereiche. Dies hat den Vorteil, dass bei häufiger Benutzung der Auslagerungspartition keine unnötige Fragmentierung der anderen Partitionen stattfindet. Der Nachteil besteht in der festen Größe der Partition und somit auch des verfügbaren Speichers. Es ist jedoch unter Linux möglich, während des Betriebs weitere Auslagerungspartitionen hinzuzufügen bzw. vorhandene zu entfernen. Außerdem können auch reguläre Dateien zum Auslagern genutzt werden. Aber auch hier ist die Dateigröße fest. Der Swap hierbei kann auch als Zwischenspeicher während des Ruhezustandes verwendet werden.
Readyboost ist die Option, mittels USB-Stick die Auslagerungsdatei zu spiegeln und dadurch den Zugriff zu beschleunigen.
[Bearbeiten] Weblinks
- SwapFs (Treiber zum Speichern der Windows-Auslagerungsdatei auf einer Linux-Swappartition (englisch))
- Microsoft Hilfe und Support Homepage (SO WIRD'S GEMACHT: Festlegen der Leistungsoptionen in Windows XP (virtuellen Speicher optimieren))

