Microsoft Windows NT

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Microsoft Windows NT
Bildschirmfoto
Startbildschirm von Windows 8.1
Windows 8.1, die aktuelle Version von Windows NT
Basisdaten
Entwickler Microsoft
Aktuelle Version Windows 8.1 Update 1

Windows Phone 8.1
(26. Oktober 2012)

Aktuelle Vorabversion Windows 10 Technical Preview: 6.4 Build 9841
Abstammung \ Windows NT
Chronik Windows NT 3.1

Windows NT 3.5
Windows NT 3.51
Windows NT 4.0
Windows 2000
Windows XP
Windows Server 2003
Windows XP Prof. x64
Windows Vista
Windows Server 2008
Windows 7
Windows Server 2008 R2
Windows 8
Windows Phone 8
Windows RT
Windows Server 2012
Windows 10

Architekturen Intel IA-32, IA-64, AMD64, MIPS, Alpha, PowerPC, PC-98, ARM
Lizenz Microsoft EULA (Closed Source)
Website windows.microsoft.com
Kompatibilität MS-DOS (teilweise), Windows 9x-Linie und Windows 1.0, 2.0, 3.x (teilweise)

Windows NT (kurz für Windows New Technology)[1] ist die Bezeichnung für eine Gruppe von Betriebssystemen des Unternehmens Microsoft. Seit seiner Version 5.0 wird Windows NT nicht mehr als Teil des Produktnamens, sondern nur noch als internes Versionskürzel verwendet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Entwicklung an Windows NT begann, als die Allianz zwischen IBM und Microsoft zur Produktion von OS/2 zerbrach.

Verantwortlicher Leiter[Bearbeiten]

Leiter des NT-Projekts wurde David N. Cutler. Er galt als einer der renommiertesten Entwickler von Betriebssystemen überhaupt und war maßgeblich an der Entwicklung des Betriebssystems VMS beteiligt gewesen, weshalb der Windows NT-Kernel viele Ähnlichkeiten mit VMS aufweist.[2] Microsoft warb ihn und Mitglieder seines Teams von DEC ab und setzte sie auf die Entwicklung eines neuen Betriebssystems an. Diese Abwerbung beantwortete DEC mit einer Klage, die Microsoft durch die Zahlung von 150 Millionen Dollar und der Zusage, mit Windows NT auch Alpha-Prozessoren zu unterstützen, beilegen konnte.

Ziele[Bearbeiten]

Cutler setzte sich zwei wesentliche Ziele für Windows NT. Ihm ging es darum, Zuverlässigkeit zu erreichen – eine abstürzende Anwendung sollte nicht mehr das gesamte System zum Absturz bringen können. Diese Stabilität war unter Betriebssystemen wie VMS oder unixoiden Systemen längst üblich. Auch wichtig war Portabilität – Windows NT sollte auf allen modernen Computerarchitekturen lauffähig sein. Außerdem sollte Windows NT, ähnlich wie es der Mach-Kernel konnte, als Basis für verschiedene Betriebssysteme gleichzeitig dienen und so z. B. Windows-, MS-DOS-, OS/2- und POSIX-Programme gleichzeitig ablaufen lassen können. Der Arbeitstitel während der Entwicklung hieß demnach auch Portasys.

Namensgebung[Bearbeiten]

Nach Aussage des früheren Microsoft-Mitarbeiters Mark Lucovsky stand NT ursprünglich für N-Ten. Dies war der Codename für den in Entwicklung befindlichen Prozessor Intel i860. Er war als Plattform für NT gedacht, lag jedoch nicht bei Microsoft vor. Deshalb wurde auf einem Emulator entwickelt. Zu Vermarktungszwecken wurde das Kürzel später in New Technology umgedeutet.[1]

Die erste ausgelieferte Version hatte die Versionsnummer 3.1. So sollte ein Bezug zu Windows 3.1 hergestellt werden, das die gleiche grafische Benutzeroberfläche besaß und beim Erscheinen von Windows NT die aktuell auf dem Markt erhältliche DOS-basierte Windows-Version darstellte.

Nach Windows NT 4.0 wurden das Kürzel NT und die Versionsnummer im Produktnamen fallen gelassen. Die Nachfolgeversionen werden Windows 2000, Windows XP, Windows Server 2003, Windows Vista, Windows Server 2008 (sowie R2), Windows 7, Windows 8 und Windows Server 2012 genannt. Alle geben in der Umgebungsvariablen OS als Betriebssystem Windows_NT an. Windows 2000 weist noch im Startbildschirm mit dem Text „Auf NT-Technologie basierend“ auf die Verwandtschaft hin.

Architektur und Subsysteme[Bearbeiten]

Cutler hatte seine zwei Primärziele erreicht: Das neue Betriebssystem war stabil, lief aufgrund seiner modularen Entwicklung auf mehreren Plattformen (MIPS und x86, später auch PowerPC und Alpha) und bot verschiedenen Programmarten Unterstützung. Es liefen sowohl 16-Bit-Windows-3.x-Programme als auch Programme für das neue 32-Bit-Windows-NT-API sowie textbasierte OS/2-Software und POSIX-1.0-kompatible Programme. Über die Jahre fand hier allerdings wieder eine Rück- bzw. Weiterentwicklung statt. Die OS/2- und POSIX-Versionen wurden zunächst nicht weiter gepflegt und später entfernt. Die Versionen für PowerPC[3], MIPS und Alpha wurden eingestellt, dafür kamen später IA-64- und x64-Versionen und mit Windows RT auch eine ARM-Version hinzu, wobei letztere die Ausführung von Win32-Anwendungen, die nicht durch Microsoft signiert worden sind, nicht mehr unterstützt.

In den ersten NT-Versionen läuft das GDI zusammen mit den anderen Subsystemen auf Ring 3 der Intel-Privilegstufe außerhalb des Kernel-Bereichs. Dadurch ist der Kernel selbst vor Abstürzen in den Programmen geschützt. Ab NT 4.0 läuft das Grafiksubsystem aus Geschwindigkeitsgründen teilweise direkt im Kernel, womit Fehler in Grafiktreibern moderne Windows-NT-Versionen zum Absturz bringen können. Windows Vista verwendet mit dem neuen Grafiktreiber-Modell allerdings wieder Userspace-Treiber.

Windows NT besitzt einen modularen Aufbau. Die unterste Ebene bildet die Hardwareabstraktionsschicht (engl. Hardware Abstraction Layer, abgekürzt HAL). Darauf bauen der eigentliche Kernel (ein Hybridkernel) und die Subsysteme auf. Der Kernel kümmert sich um die Vergabe des Arbeitsspeichers und der Rechenzeit. Auf den Kernel setzen die Subsysteme auf. Dem Win32-Subsystem kommt dabei die größte Bedeutung zu, da es sich auch um den Aufbau der grafischen Benutzeroberfläche kümmert und die Signale der Eingabegeräte verarbeitet. In den Enterprise- und Ultimate-Editionen von Windows Vista sind die Microsoft Windows Services for UNIX in Form eines POSIX-kompatiblen Subsystems für UNIX-basierte Applikationen enthalten.

Aus Kompatibilitäts- und Geschwindigkeitsgründen, vor allem für Spiele, entwickelte Microsoft die DOS-basierte Betriebssystemlinie Windows 3.x/9x neben NT zunächst weiter. Erst mit dem Erscheinen von Windows XP wurde die DOS-basierte Linie aufgegeben, wobei Windows XP (wie der Vorläufer Windows 2000) einen reinen NT-Kernel hat.

Unterstützung neuer Techniken[Bearbeiten]

Bereits die erste Windows-NT-Version war vollständig von MS-DOS losgelöst. Aus Gründen der Abwärtskompatibilität konnten allerdings ältere 16-Bit-DOS-Programme wie beispielsweise der MS-DOS-Kommandozeileninterpreter Command.com in einer Virtual DOS Machine ausgeführt werden. Programme, die direkt (also ohne das Subsystem von Windows) auf die Hardware zugreifen, werden aus Sicherheitsgründen nicht mehr ausgeführt. Zusätzlich stand dem Anwender ein weiterentwickelter, vollständig 32-Bit-fähiger Kommandozeileninterpreter namens cmd.exe zur Verfügung. Außerdem unterstützte Windows NT bereits in der Version 3.1 das Dateisystem NTFS (New Technology File System) und verfügt seit jeher über einen 32-Bit-Kernel.

Versionsgeschichte[Bearbeiten]

NT Version Vermarktungsname Editionen Veröffentlichungsdatum RTM-Build
3.1 Windows NT 3.1 Workstation, Advanced Server Juli 1993 511
3.5 Windows NT 3.5 Workstation, Server September 1994 807
3.51 Windows NT 3.51 Workstation, Server Mai 1995 1057
4.0 Windows NT 4.0 Workstation, Server, Server Enterprise Edition, Terminal Server, Embedded, Small Business Juli 1996 1381
5.0 Windows 2000 Professional, Server, Advanced Server, Datacenter Server Februar 2000 2195
5.1 Windows XP Home Edition, Professional, Media Center Edition, Tablet PC Edition, Starter Edition, Embedded, N-Editionen (Home Edition, Professional; Windows-Versionen ohne Windows Media Player) August 2001 2600
5.2 Windows Server 2003 Small Business, Small Business Premium, Standard, Enterprise, Datacenter, Web März 2003 3790
5.2 Windows XP Professional x64 Edition Windows XP Professional x64 Edition April 2005 3790
6.0 Windows Vista Starter, Home Basic, Home Premium, Business, Enterprise, Ultimate, N-Editionen (Home Basic, Business) November 2006 (Business) Januar 2007 (Home) 6000
6.0 Windows Server 2008 Standard, Enterprise, Datacenter, Web Server, IA64-Edition Februar 2008 6001
6.1 Windows Server 2008 R2 alle Editionen Juli 2009 7600.16385
6.1 Windows 7 alle Editionen Oktober 2009 7600.16385
6.2 Windows Server 2012 Standard, Datacenter, Essentials, Foundation 4. September 2012 92001
6.2 Windows 8 Windows 8, Windows 8 Pro, Windows RT, Windows 8 Enterprise[4] 26. Oktober 2012 92001
6.2 Windows Phone 8[5] Windows Phone 8 29. Oktober 2012 9900
6.3 Windows 8.1 Windows 8.1, Windows 8.1 Pro, Windows RT 8.1, Windows 8.1 Enterprise 18. Oktober 2013
(Update 1: 8. April 2014)
96001
6.3 Windows Server 2012 R2 Standard, Datacenter, Essentials, Foundation 18. Oktober 2013 96001
6.4 Windows 10 in Entwicklung

1 RTM Build Final

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • G. Pascal Zachary (1996): Der Krieg der Codes. Hoffmann und Campe Verlag (engl. Original: Showstopper!, 1994) ISBN 3-455-11038-X

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPaul Thurrott: Windows Server 2003: The Road To Gold. Part One: The Early Years. 24. Januar 2003, archiviert vom Original am 5. Juni 2011, abgerufen am 29. März 2007.
  2. Mark Russinovich: Windows NT and VMS: The Rest of the Story. In: Windows & .Net Magazine. Penton Media, Dezember 1998, archiviert vom Original am 3. Mai 2002, abgerufen am 20. September 2013 (englisch).
  3. Ralph Hülsenbusch: Microsoft gibt PowerPC-Port von NT auf. In: heise online. 10. Februar 1997, abgerufen am 3. Januar 2012.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBrandon LeBlanc: Announcing the Windows 8 Editions. In: The Windows Blog. Microsoft Corporation, 16. April 2012, abgerufen am 29. Juni 2012 (englisch).
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTerrence O'Brien: Windows Phone 8 and Windows 8 share lots of code, NT Kernel. Engadget, 20. Juni 2012, abgerufen am 29. Juni 2012 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]