Başı Bozuk

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Başı Bozuk auf einer osmanischen Postkarte
Ein Anführer der 'Başı Bozuk', Bild von Jean-Léon Gérôme aus dem Jahr 1881

Die Başı Bozuk (osmanisch ‏باشی بوﺯق‎, auch Başıbozuk, Baschi-Bosuks) waren irreguläre Truppen des Osmanischen Reiches, die sich aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen zusammensetzten. Der Begriff başıbozuk bedeutet sinngemäß übersetzt soviel wie „Führerlos“, „irreguläre (Truppen)“, „Freischärler“, wortwörtlich jedoch „kaputter Kopf“, „Gestörter“, „Verwirrter“.

Sie waren die berüchtigten Soldaten bzw. Söldner des türkischen Sultans, die keiner militärischen Regelung oder Vorschriften der osmanischen Armee unterlagen und somit frei nach ihrem eigenen Ermessen bestrafen und töten durften. Sie hatten daher weder offizielle Uniformen noch sonstige spezielle Abzeichen. Diese Truppen wurden oft dazu benutzt, um Aufstände niederzuschlagen; dementsprechend waren sie verhasst unter der (aufständischen) Zivilbevölkerung, bei denen sie nicht selten äußerst brutal vorgingen, indem sie diese misshandelten und beraubten. Die mangelnde Disziplin und ihr auflehnendes Temperament machte es manchmal nötig, sie durch die regulären osmanischen Truppen zu entwaffnen.[1]

Unter den mit rund 65.000 Mann bezifferten Kriegern befanden sich unter anderem Kosaken, die über die Donauregion in das Reich gelangt waren, sowie Tataren aus der Dobrudscha, Tscherkessen aus dem Kaukasus oder auch Turkmenen und Kurden aus Ostanatolien.[2] Vom Staat bekamen sie Waffen und Proviant, jedoch keinen Sold. Sie versorgten sich über Raub, Plünderung und Brandschatzung, wozu sie vom Sultan legitimiert waren.

Eine ähnliche Erscheinung findet sich bei den indischen Pindari, die ebenfalls keinen Sold erhielten und von Plünderungen lebten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Başı Bozuk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. BASHI-BAZOUK. in der engl. Wikipedia
  2. Stanford J. Shaw, Ezel Kural Shaw: Reform, Revolution, and Republic: The Rise of Modern Turkey, 1808-1975. In: Stanford Jay Shaw: History of the Ottoman Empire and Modern Turkey. Band 2, Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1977, ISBN 0-521-21449-1, S. I-XXV + 1-518 und ISBN 0-521-29166-6, S. 86, 472.