Tataren

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Dieser Artikel behandelt das Turkvolk der Tataren; zu weiteren Bedeutungen dieses Begriffes siehe Tataren (Begriffsklärung).
Die Verbreitung der Turko-Tataren

Tataren (Eigenbezeichnung: Tatar oder Törk-Tatar, Pl. Tatarlar oder Törk-Tatarları) oder – älter – Tartaren ist seit dem Mittelalter eine Bezeichnung für verschiedene Völker und Bevölkerungsgruppen. So wurden in Europa die brandschatzenden und plündernden Horden des Dschingis Khan als Tartaren – „die aus der Hölle kommen“ (von griech. Tartaros) – bezeichnet. Heute wird dieser Name vor allem für ein Turkvolk gebraucht, das in vielen Teilen Europas, insbesondere in der russischen Republik Tatarstan lebt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Tataren – ein Name für viele Völker

Der Name Tataren wird in vielen verschiedenen Zusammenhängen gebraucht. So wurden und werden als Tataren bezeichnet:

[Bearbeiten] Unterteilungen der Tataren (im engeren Sinne)

(Die Zahlenangaben für Astrachaner, Qasim und Mischär beruhen auf Schätzungen ausgehend von älteren Zahlen.)

[Bearbeiten] Bevölkerungszahl

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Heute beträgt die Zahl der tatarischsprachigen Tataren knapp 8 Millionen weltweit und 5,8 Millionen in Russland.

In Russland lebten nach der Volkszählung von 1989 5,552 Millionen Tataren und in der damaligen Sowjetunion insgesamt 6,6487 Millionen Tataren. Obwohl die Tataren zahlreicher waren als z. B. die baltischen Völker und von Anfang an auch im Staatswappen der Sowjetunion als sechstwichtigste Nation aufgeführt worden waren, erhielt Tatarstan nie den gleichen Rang wie eine der mindestens 15 Unionsrepubliken (SSR) – im Gegensatz zu bevölkerungsärmeren Gebieten wie Estland, Lettland, Litauen oder Armenien.

1989 betrug die tatarische Bevölkerung der ASSR Tatarstan 1.765.400 Menschen; in Baschkortostan lebten neben den nicht zu den Tataren gehörenden Baschkiren 1.120.700 Tataren.

[Bearbeiten] Geschichte

Die eigentlichen Tataren, also die Turkotataren, können als Nachfahren von Wolga-Bulgaren und Kiptschaken angesehen werden. Ihre eigentliche Geschichte beginnt mit der Goldenen Horde im 13. Jahrhundert. Sie waren die Kernbevölkerung der Khanate von Kasan, Astrachan, Kasimov und Sibir (Sibirien). Nach dem Zerfall der Goldenen Horde bildete sich das Kasaner Khanat 1437 als erster tatarischer Nachfolgestaat, der jedoch 1552 von Iwan dem Schrecklichen überrannt wurde.[1] Schon im 16. Jahrhundert gehörten fast alle Siedlungsgebiete der Tataren zu Russland. Als Iwan Grosny Kasan eroberte, gerieten zum ersten Mal größere nichtrussische Territorien in das Moskauer Reich. Kazan als der ersten eroberten Stadt im Gebiet der "Ungläubigen" kam für die Missionstätigkeit im gesamtem russischen Osten eine Schlüsselrolle zu. Drei Jahre nach der Eroberung wurde es bereits 1555 zum Erzbistum erhoben. Innerhalb der russischen Hierarchie wurde ihm nach Moskau und Nowgorod in der Rangfolge der dritte Platz zuerkannt. Trotz der Unterstützung durch die gesamte russische Kirche bleiben die Christianisierungserfolge bei den Tataren bescheiden und wenig beständig. Immer wieder kam es zu gewaltsamen Protesten der moslemischen Tataren gegen die von der Staatsmacht massiv geförderte Missionierung. Wirtschaftliche und soziale Privilegien sollten die getauften Tataren (Keräschen) von Rückfall zum Islam abhalten. 40 Jahre nach der Eroberung Kazans übermittelte Metropolit Germogen dem Zaren Fjodor eine eher negative Bilanz der bisherigen Missionsarbeit. Der Zar ordnete daraufhin 1593 eine härtere Gangart bei der Missionierung an: grausame Strafen fur den Rückfall in den Islam, Umsiedlungen, Zerstörung der Moscheen und andere Maßnahmen sollten die Annahme des Christentums attraktiver machen. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Liste der wirtschaftlich-sozialen Benachteiligung der Moslems und der Privilegierung der Getauften ständig erweitert. Eine der weitreichendsten Folgen dieser Politik war die Christianisierung und Russifizierung der tatarischen Oberschicht. Ein erheblicher Teil des russischen Adels hatte tatarische Vorfahren.

[Bearbeiten] Bekannte Tataren

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[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Weitsicht regiert den nördlichsten Vorposten des Islam
  2. Erinnerungen an Rudolf Nurejew
  3. Zwischen allen Stühlen
  4. Kein Mißtrauen mehr

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Tatarische Trachten – Bilder, Videos und Audiodateien
Wikipedia Wikipedia auf Tatarisch
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