Bahnstrecke Krupá–Kolešovice

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Krupá–Kolešovice
Kursbuchstrecke (SŽDC): 125
Streckenlänge: 12,018 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 12 
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Strecke – geradeaus
von Chomutov (vorm. BEB)
Bahnhof, Station
0,000 Krupá 355 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Prag (vorm. BEB)
   
3,369 Lišany u Rakovníka
Haltepunkt, Haltestelle
4,985 Olešná u Rakovníka 375 m
Haltepunkt, Haltestelle
Chrášťany zastávka 385 m
Planfreie Kreuzung – unten
Louny–Rakovnik (vorm. Eisenbahn Rakonitz–Laun)
Bahnhof, Station
9,078 Kněževes 365 m
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Vlečka Kněževes (Museum)
Haltepunkt, Haltestelle
9,599 Přílepy 365 m
   
~10,0 ehemalige Protektoratsgrenze (1938–1945)
Kopfbahnhof – Streckenende
12,018 Kolešovice früher Kolleschowitz 375 m

Die Bahnstrecke Krupá–Kolešovice (auch Kolešovka) ist eine Nebenbahn in Tschechien, welche ursprünglich von der Buschtěhrader Eisenbahn (BEB) als Localbahn Krupa–Kolleschowitz errichtet und betrieben wurde. Sie beginnt in Krupá an der Hauptbahn Praha–Chomutov und führt nach Kolešovice in Mittelböhmen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich in der Region nordwestlich von Rakonitz ein reger Bergbau auf Steinkohle. Mehrere Schächte befanden sich südlich von Kolleschowitz und Herrndorf (Kněževes).[1]

Die Konzession für die Lokalbahn Krupa–Kolleschowitz erhielten die Gründer der BCB, die Bauunternehmer Johann Muzika und Karl Schnabel am 17. Mai 1882 gemeinsam mit den Strecken Liban–Bakow und Dětenic–Dobrowitz. Teil der Konzession war die Verpflichtung, die Strecken „binnen einem Jahre...zu vollenden und dem öffentlichen Verkehre zu übergeben“. Ausgestellt war die Konzession bis zum 17. Mai 1972.[2] Am 25. Oktober 1882 wurde die Konzession an die Buschtěhrader Eisenbahn übertragen.[3]

Am 1. Mai 1883 wurde mit dem Bahnbau begonnen, eröffnet wurde die Strecke am 15. September 1883.[4]

Am 1. Januar 1923 wurde die Buschtěhrader Eisenbahn verstaatlicht und die Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) wurden Eigentümer und Betreiber der Strecke.

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 lag ein Teil der Strecke auf deutschem Gebiet. Da keine direkte Anbindung an andere deutsche Strecken bestand, verblieb die Gesamtstrecke allerdings im Betrieb der nunmehrigen Protektoratsbahnen Böhmen und Mähren (ČMD-BMB). Im Reichskursbuch war die Strecke als KBS 167d Graupen–Kolleschowitz enthalten[5]. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Strecke wieder vollständig zur ČSD.

423.094 in Krupá

Am 1. Januar 1993 ging die Strecke im Zuge der Auflösung der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über. Seit 2003 gehört sie zum Netz des staatlichen Infrastrukturbetreibers Správa železniční dopravní cesty (SŽDC).

Am 10. Dezember 2006 wurde der Reisezugverkehr auf der Strecke eingestellt, der zuletzt ausschließlich mit den bewährten zweiachsigen Triebwagen der ČD-Baureihe 810 abgewickelt wurde.

Heute dient die Strecke nurmehr als Museumsbahn. In den Sommermonaten verkehren jeweils samstags zwei dampfbespannte Reisezugpaare zwischen Lužná u Rakovníka und Kolešovice des Klub historie kolejové dopravy Praha (KHKD). Zum Einsatz kommt eine vereinseigene ČSD-Zuggarnitur aus zweiachsigen 3.-Klasse-Wagen mit den Lokomotiven 423.094 oder 354.7152. In Kněževes betreibt der Verein KHKD zudem ein kleines Eisenbahnmuseum (Muzeum Vlečka Kněževes).

Literatur[Bearbeiten]

  • Zdeněk Hudec u.a.: Atlas drah České republiky 2006-2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kolešovka – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Historische Karte auf www.mapy.cz
  2. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder - Versendet am 13. Juni 1882
  3. http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=rgb&datum=18820004&seite=00000605
  4. Handel, Industrie, Verkehr, Landwirthschaft. (Localbahn Krupa-Kolleschowitz). Wiener Zeitung, 13. September 1883, Digitalisat
  5. Fahrplan im Reichskursbuch 1944