Bernhard Gustav von Baden-Durlach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bernhard Gustav von Baden-Durlach
Wappen des Kardinals

Bernhard Gustav von Baden-Durlach OSB (* 24. Dezember 1631 auf der Karlsburg in Durlach; † 26. Dezember 1677 in Hammelburg) war ein Generalmajor im schwedischen Heer und nach seiner Konversion zum Katholizismus Fürstabt von Fulda und Kempten sowie Kardinal.

Leben[Bearbeiten]

Er wurde als Sohn des Markgrafen Friedrich V. von Baden-Durlach und dessen zweiter Frau Eleonore zu Solms-Laubach geboren und als Neffe und Patenkind von König Gustav Adolf von Schweden auf den Namen Gustav Adolf getauft, im lutherischen Glauben erzogen.

Als Generalmajor im schwedischen Heer war er am Krieg gegen Polen beteiligt. Nach Reisen durch Frankreich und Italien sowie einem längeren Romaufenthalt konvertierte er am 24. August 1660 im Franziskanerkloster Hermolsheim im Unterelsass und nahm bei der Firmung zu Ehren des katholischen Markgrafen Bernhard II. von Baden den Namen Bernhard an.

1663 zog er in venezianischen Diensten in den Türkenkrieg und nahm ein Jahr später, in den Türkenkriegen, an der Schlacht bei St. Gotthard (Ungarn) teil. 1665 legte Bernhard Gustav die Waffen ab, trat in das Benediktinerkloster Rheinau ein und erhielt die niederen Weihen. Bereits 1666 wurde er zum Koadjutor des Fürstabts von Fulda bestimmt, 1668 auch zu dem des Fürstabts von Kempten. 1671 wurde er dann Abt von Fulda und Koadjutor in Siegburg. Papst Klemens X. ernannte ihn im Konsistorium vom 24. August 1671 zum Kardinal von Santa Susanna.

1673 wurde er auch Fürstabt von Kempten. Während seiner Regierungszeit als Fürstabt von Kempten konnte der Neubau der St. Lorenzkirche abgeschlossen werden. Außerdem ließ er im östlichen Innenhof der Residenz die 1804 abgebrochene Hildegardkapelle bauen und mit Gemälden ausschmücken. Um die Mobilität des Handels und des Gewerbes zu fördern, veranlasste er 1673 den Bau einer Brücke über die Iller bei Schwarzenbach (Altusried).

Er nahm am Konklave von 1676 teil, auf dem Papst Innozenz XI. gewählt wurde.

Er starb in Hammelburg und wurde dort auch begraben.

Bernhard Gustavs Cousin Gustav Adolf von Nassau-Idstein (1632–1664) konvertierte ebenfalls zur katholischen Kirche und wurde deshalb von seinem Vater aus der dynastischen Erbfolge ausgeschlossen. Er fiel in der Schlacht bei St. Gotthard (Ungarn), die auch Bernhard Gustav von Baden-Durlach mitgemacht hatte.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]