Bezirksklinikum Regensburg

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Am Standort Bezirksklinikum Regensburg (kurz BKR) sind verschiedene Fachkliniken und Institute der Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz - KU (Anstalt des öffentlichen Rechts) (medbo) angesiedelt:

Im Bau: Klinik für Jugendforensik

Die medbo verfügt außerdem über weitere Kliniken und Heime an den Standorten Wöllershof, Parsberg, Cham, Weiden und Amberg.

Die Fachkliniken, Institute und Heime werden in der Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH (medbo GmbH) geführt, die Forensischen Kliniken und die Krankenpflegeschule als Eigenbetrieb. Träger der Einrichtungen ist der Bezirk Oberpfalz, Gesellschafter der GmbH ist ebenfalls der Bezirk Oberpfalz. Die medbo GmbH erbringt dabei für den Eigenbetrieb organisatorische Dienstleistungen. Geschäftsführer der GmbH und Werkleiter des Eigenbetriebs in Personalunion ist Kurt Häupl.

Zentrumsstruktur und Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum Regensburg ist in vier Zentren aufgeteilt:

  1. Zentrum für Allgemeinpsychiatrie I und Psychosomatik mit dem Schwerpunkt Affektive Störungen
  2. Zentrum für Allgemeinpsychiatrie II mit dem Schwerpunkt Psychosen
  3. Zentrum für Altersmedizin: Das Zentrum ist zugleich die einzige Akut-Geriatrie im Regensburger Raum
  4. Zentrum für Suchtmedizin

Außerdem verfügt die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum Regensburg über eine psychiatrische Tagesklinik und eine Institutsambulanz am Standort Cham (Oberpfalz) (Zentrum für Psychiatrie Cham).

Die Zentren sind eigene Chefarztbereiche innerhalb der Klinik. Die Chefärzte verantworten die Patientenversorgung eigenständig.

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Bezirksklinikum Regensburg übernimmt die stationäre, teilstationäre und ambulante Versorgung von Kindern und Jugendlichen in der gesamten Oberpfalz. Sie verfügt über zwei Tageskliniken und eine Ambulanz am Standort Regensburg sowie über Tageskliniken und Ambulanzen an denStandorten Weiden, Cham und Amberg. Der Freistaat Bayern, der Bezirk Oberpfalz und die Universität Regensburg haben sich im Jahr 2012 geeinigt, einen entsprechenden Lehrstuhl für Kinder- und Jugendpsychiatrie einzurichten, dessen Kooperationsklinik die Regensburger KJP sein soll.

Die Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum Regensburg besteht aus einer Neurologischen Poliklinik mit Spezialambulanzen für neurodegenerative Erkrankungen (wie z. B. Morbus Parkinson, Huntington’sche Krankheit, Amyotrophe Lateralsklerose), neuroimmunologische Erkrankungen (wie z. B. Multiple Sklerose, zerebrale Vasculitis), zerebrale Gefäßerkrankungen (wie z. B. Schlaganfall, Arteriosklerose, Gefäßmalformationen und Aneurysmen), Epileptologie (zerebrale Anfallsleiden), Neuroonkologie (primäre Tumoren des ZNS), Schädigungen des peripheren Nervensystems (z. B. Polyradikulitis), Botulinumtoxintherapie (von Bewegungsstörungen, Spastik und resultierenden Schmerzzuständen), der neuromuskulären Synapse (z. B. myasthene Syndrome), Muskulatur und Kopfschmerzerkrankungen. Daneben unterhält die Klinik eine Intensivstation, eine Stroke Unit (Schlaganfall-Spezialstation), eine Intermediate Care Station, eine Onkologische Station und drei Stationen für Allgemeine Neurologische Diagnostik und Therapie. Die Notaufnahme ist der Intensivstation unmittelbar angegliedert. Träger der Poliklinik mit den ambulanten Patienten ist der Freistaat Bayern, Träger der stationären Krankenversorgung ist der Bezirk Oberpfalz.

In der Klinik für Neurologische Rehabilitation am Bezirksklinikum Regensburg werden schwerpunktmäßig Patienten behandelt, die einen Schlaganfall, eine Schädel-Hirn-Verletzung oder eine zerebrale Hypoxie erlitten haben.

Die Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Bezirksklinikum Regensburg behandelt Menschen, die aufgrund einer psychischen und/oder einer Suchterkrankung zum Straftäter geworden sind und ihre Straftaten meist in schuldminderndem oder schuldunfähigem Zustand begangen haben. Der Forschungsbereich Forensische Psychiatrie (Prof. Dr. Michael Osterheider) des Regensburger Lehrstuhls für Psychiatrie und Psychotherapie arbeitet eng mit der Klinik zusammen.

Das Pflegeheim HAUS 5 für psychisch Kranke bietet chronisch schwerstkranken Menschen ein Zuhause.

Im Pflegeheim HAUS 15 werden vor allem Menschen mit schweren Schädel-Hirnverletzungen nach Abschluss ihrer neurologischen Reha betreut.

Die Berufsfachschule für Krankenpflege Regensburg bildet auf dem Gelände des Bezirksklinikums jährlich ca. 160 Krankenpflegeschüler aus. Sie ist damit die größte Berufsfachschule für Krankenpflege in der Oberpfalz. Handlungsorientierter Unterricht, Projektunterricht, szenisches Lernen und eigenverantwortliches Lernen bilden dabei die Grundsäulen. Das Ausbildungskonzept wurde vom Bayerischen Kultusministerium mit einem 1. Preis beim Wettbewerb um innovative Schulentwicklung (I.S.I) ausgezeichnet. Parallel zur Pflege-Ausbildung können die Schüler die Fachhochschulreife erwerben und im Rahmen des dualen Studienganges „Pflege“ an der Hochschule Regensburg studieren.

Das Institut für Bildung und Personalentwicklung (IBP) am Bezirksklinikum ist der größte Seminaranbieter für Gesundheitsthemen in Ostbayern. Es betreut jährlich rund 6.000 Seminar- und Kongressteilnehmer.

Geschichte[Bearbeiten]

Brunnenhof der Karthause Prüll

In den Gebäuden des im Jahre 1803 säkularisierten Klosters Kartause St. Vitus wurde am 1. Januar 1852 die sogenannte „Königliche Kreisirrenanstalt Karthaus-Prüll“ eröffnet. Ihr Leiter war zunächst Kiderle, dann von 1860 - 1873 Friedrich Karl Stahl.[1] In den Jahren 1905/06 war der Schriftsteller Alfred Döblin als Assistenzarzt dort tätig. In den Jahren 1917 bis 1933 fand eine umfangreiche Reformierung unter dem Direktor Karl Eisen statt. Dabei wurden Zwangsmaßnahmen wie Isolation und Fixierung weitgehend abgeschafft. Tobzellen wurden in Einzelzimmer und Tobabteilungen in Wachsäle umgewandelt. Weiterhin wurde den Patienten mit Kinovorführung und Lichtbildvorträgen Unterhaltung geboten.

Während der Zeit des Nationalsozialismus (Deutsches Reich 1933 bis 1945) wurden im Rahmen eines „Aktion T4“ genannten nationalsozialistischen Mordprogrammes psychisch Kranke und andere als „lebensunwertes Leben“ eingestufte Menschen in Tötungsanstalten vergast. Im Zuge der darauf folgenden „dezentralen Euthanasie“ wurden Patienten direkt in Pflegeanstalten ermordet. Von 1940 bis 1945 starben unter dem Direktor Paul Reiß mindestens 1.600 Patienten der Anstalt Karthaus-Prüll entweder direkt in der Anstalt oder nach der Verlegung in die NS-Tötungsanstalt Hartheim als Folge aktiver Tötungshandlungen, unterlassener Hilfeleistung und Mangelernährung. Die Sterblichkeit betrug in dieser Zeit das sechsfache des Normalwertes. Die Aktivitäten wurden von der Geheimbehörde Aktion T4 vorangetrieben. In der Regensburger Einrichtung wurden auf Grundlage des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses 600 Patienten zwangssterilisiert.[2]

Im Jahre 1965 setzte eine zweite Reformphase ein, die bis 1984 andauerte. Hierbei fand eine Spezialisierung der Stationen und eine Diversifizierung der diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen statt. Insbesondere wurde 1973 eine neurologische und neuroradiologische Abteilung geschaffen und 1976 der erste Computertomograph in einer deutschen Nervenheilanstalt installiert. Ab 1982 wurde eine forensische Abteilung aufgebaut, die sich bis 2007 zur zweitgrößten Klinik am Bezirksklinikum entwickelt hat.

2006 wurde die medbo GmbH – Medizinischen Einrichtung des Bezirks Oberpfalz gegründet, der Bezirksklinikum Regensburg seither angehört. Seit Juli 2013 wird die medbo inklusive der Sonderkrankenhäuser für forensische Psychiatrie und Lungen- und Bronchialheilkunde als Kommunalunternehmen (Anstalt des Öffentlichen Rechts) geführt.

Museum: Sammlung Vierzigmann[Bearbeiten]

Das Klinikum beherbergt eine Dauerausstellung von Bildern, die in den 1920er und 1930er Jahren von Patienten angefertigt wurden. Die nach Adolf Vierzigmann (1878–1955) benannte Sammlung wurde 2002 eröffnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Clemens Cording: Die Regensburger Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll im „Dritten Reich“ – eine Studie zur Geschichte im Nationalsozialismus. Deutscher Wissenschaftsverlag, Würzburg 2000, ISBN 3-9806424-4-5
  • Bruno Feldmann, Christine Melk-Haen (Hrsg.): Sammlung Vierzigmann: Kunstwerke von Patienten aus den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts im Bezirksklinikum Regensburg. Bezirksklinikum Regensburg, Regensburg 2002, ISBN 3-00-009481-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bezirksklinikum Regensburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Theodor Kirchhoff (Hg.): Deutsche Irrenärzte. Einzelbilder ihres Lebens und Wirkens. Julius Springer, Berlin 1921, Bd. I, S. 241.
  2. http://www.bezirk-oberpfalz.de/php/anzeige/aktuelles/aktuelleseintrag.php?key=170 (Version vom 28. September 2007 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt

49.00085112.088405Koordinaten: 49° 0′ 3″ N, 12° 5′ 18″ O