Alfred Döblin

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Alfred Döblin, ca. 1930

Alfred Döblin (eig. Bruno Alfred Döblin) (* 10. August 1878 in Stettin; † 26. Juni 1957 in Emmendingen) war ein deutscher Arzt und Schriftsteller.

1933 musste der Jude und Sozialist Döblin aus Deutschland flüchten, kehrte nach Ende des Zweiten Weltkrieges zurück, um Deutschland erneut 1953 resigniert zu verlassen. 1941 konvertierte Döblin zum katholischen Glauben, bereits 1936 hatte er die französische Staatsbürgerschaft angenommen.

Sein episches Werk umfasst mehrere Romane, Novellen und Erzählungen, daneben verfasste er unter dem Pseudonym Linke Poot satirische Essays und Polemiken. Als führender Expressionist und Wegbereiter der literarischen Moderne in Deutschland integrierte Döblin früh das Hörspiel und Drehbuch in seinem Werk. 1920 veröffentlichte er den expressionistischen Roman Wallenstein. Weiterhin setzte Döblin als avantgardistischer Romantheoretiker mit den Schriften An Romanautoren und ihre Kritiker. Berliner Programm, Bemerkungen zum Roman und Der Bau des epischen Werks zahlreiche Impulse in der erzählenden Prosa frei.[1] Sein weitaus am stärksten rezipierter Roman ist Berlin Alexanderplatz.

Leben[Bearbeiten]

Gedenktafel an der Stelle von Alfred Döblins Geburtshaus in Stettin

Herkunft und Jugend[Bearbeiten]

Alfred Döblin stammte aus einer bürgerlichen Familie assimilierter Juden. Als viertes Kind des Ehepaares Max und Sophie Döblin wurde er am 10. August 1878 in Stettin geboren. Sein Vater Max Döblin (1846-1921), von Beruf Scheinerdermeister, heiratete nach Vorwahl der Eltern die vermögende Tochter eines jüdischen Fabrikanten, Sophie Freudenheim (1844-1920). Die eingebrachte Mitgift finanzierte das neu errichtete Konfektionsgeschäft und sicherte der Familie ein überdurchschnittliches Einkommen. Der nun nach der Gründerzeit eingetretene wirtschaftliche Abschwung, Max Döblin musste seinen Betrieb aufgeben, konnte die Familie durch eine Zuschneidestube erfolgreich begegnen. 1885 wurde Döblin in der Friedrich-Wilhelm-Schule, einem Realgymnasium eingeschult. Trotz der auffallenden Kurzsichtigkeit des Jungen, so musste er schon während seiner Vorschulzeit auf den vordersten Bänken Platz nehmen, weigerte sich der Vater, dem Sohn eine Sehhilfe zu kaufen.[2] Im Gegensatz zu seinen Geschwistern war Alfred Döblin bereits sehr früh an Literatur interessiert und folgte somit dem Charakter seines Vaters, der künstlerisch interessiert war, Klavier und Violine spielte, zeichnete und in der Synagoge zumindest sang.[3] Die Ehe seiner Eltern zerbrach Juni 1888 endgültig, denn Max Döblin verließ seine Frau und fünf Kinder für die Zwanzig Jahre jüngere Schneidermamsell Henriette Zander und floh mit der Geliebten über Hamburg nach New York.

Im selben Jahr verließ Sophie Döblin mit ihren fünf Kindern Stettin und zog nach Berlin, wo ihr Bruder Rudolf Freudenheim eine Möbelfabrik betrieb und sie auf weitere Hilfe hoffen konnten.[4] Die finanzielle Not der Familie musste groß gewesen sein, denn die Reisekosten hatte der Onkel übernommen. Die Familie wohnte zunächst in der Blumenstraße. Ludwig, der älteste Bruder der Familie nahm bei seinem Onkel eine Lehre auf, um dadurch die Familie zu ernähren.[5] In Berlin wurden die Familie mit einer größeren Armut und dem Antisemitismus konfrontiert, die die Niederlage, welche einst durch das Verschwinden des Vaters begonnen wurde, endlich komplementierte. „Die Döblins gehörten zum Proletariat".[6] 1891 durfte Döblin wieder eine Schule, das Köllnische Gymnasium in Berlin, besuchen. Durch die vorangegangen Umzüge wie das fehlende Schulgeld war Döblin schon drei Jahre älter als seine Mitschüler, obendrein fielen seine schulischen Leistungen stark ab. Der Gymnasiast begann sich wieder mehr für die Literatur zu interessieren. Zu seinen Lektüren zählten Kleists Dramen, Friedrich Hölderlins Hyperion und dessen Gedichte, Dostojewskis Brüder Karamasow, sowie die philosophischen Werke Spinozas, Schopenhauers und Nietzsches. 1900 legte er schließlich das Abitur ab und verfasste den Kurzroman Jagende Rosse.

Studium der Medizin[Bearbeiten]

In Berlin begann er das Studium der Medizin, das er 1904 in Freiburg fortsetzte und 1905 mit der Dissertation Gedächtnisstörungen bei der Korsakoffschen Psychose bei Alfred Hoche abschloss. Er freundete sich mit Herwarth Walden und der Dichterin Else Lasker-Schüler an. Während seiner Studienzeit verfasste er mehrere Erzählungen, darunter die Novelle Ermordung einer Butterblume. Die erste Anstellung fand er an der Kreisirrenanstalt Karthaus-Prüll in Regensburg. 1906 bis 1908 arbeitete er in der Irrenanstalt Buch in Berlin. Dort lernte er die gerade sechszehnjährige Krankenschwester Frida Kunke lieben, die ihm Oktober 1911 den Sohn Bodo Kunke gebar.[7] Döblin publizierte währenddessen gehäuft wissenschaftliche Fachtexte. 1908 hatte er im städtischen Krankenhaus Am Urban die Stelle eines Assistenzarztes inne und lernte hier seine spätere Ehefrau, die Medizinstudentin Erna Reiss (1888-1957) kennen. Im Jahre 1911 brach Döblin die Beziehung zu Frieda Kunke ab und eröffnete in Berlin eine Kassenpraxis. Ein Jahr darauf, heiratete er, wie einst sein Vater, eine vermögendere Frau. Sein ältester Sohn Peter wurde geboren, der Erzählband Ermordung einer Butterblume und andere Erzählungen erschien im November. Daneben entstanden die ersten romantheoretischen Arbeiten.[8] 1913 verlegte der Internist und Nervenarzt seine Praxis in die Frankfurter Allee 194.

Expressionismus[Bearbeiten]

Schriftsteller und Theoretiker[Bearbeiten]

Bildnis Alfred Döblins von Ernst Ludwig Kirchner, 1912

Döblin „gilt als der bedeutendste Romancier des Expressionismus"[9], wohingegen sein vielfältiges Werk über die Epoche selbst weit hinausgeht. Die frühsten Erzählwerke wie Adonis und Der schwarze Vorhang sind motivisch wie stofflich ganz der ausgehenden Epoche des Fin de Siècle verpflichtet. Doch auf Geschichten wie Das Stiftsfräulein und der Tod oder Astralia folgen schon die ersten avantgardistischen, experimentellen Erzählungen Die Tänzerin und der Leib, Die Segelfahrt, Memoiren eines Blasierten und Die Ermordung einer Butterblume. In der 1910 von Herwarth Walden gegründeten Zeitschrift Der Sturm gelang Döblin die erste Publikation seiner Erzählungen. Begeistert begrüßte er anlässlich einer berliner Futurismus-Ausstellung im Jahre 1912 die neue Bewegung um sich ein Jahr später von ihr wieder zu distanzieren. Döblin hatte auf Filippo Tommaso Marinettis Artikel Schlacht mit einer scharfen Kritik in Waldens Zeitschrift geantwortet. Er warf in seinem offenen Brief Futuristische Worttechnik Marinetti vor, dass die Zerstörung der Syntax, die hartnäckige Ablehnung von Tradition und Historie wie dessen eindimensionaler Wirklichkeitsbegriff für eine neue Literatur unzureichend sei.[10] Der Brief endete mit dem Ausruf: „Pflegen Sie Ihren Futurismus. Ich pflege meinen Döblinismus."[11] 1913 antwortete ihm der französische Dichter Guillaume Apollinaire: „Es lebe der Döblinismus". Döblin rezipierte die Poetik Marinettis und entwickelte in jener Auseinandersetzung die expressionistischen Gestaltungsmittel.

Der erste Weltkrieg[Bearbeiten]

Döblin meldete sich zum Kriegsbeginn als Freiwilliger und ergriff früh Partei für Deutschland. In seinem Aufsatz Reims, welcher in der Neuen Rundschau erschien, rechtfertigte er selbst den Beschuss der Kathedrale durch deutsche Truppen. Während des Krieges diente Döblin als Militärarzt vor allem in einem Seuchenlazarett in Saargemünd.[12] Während des Krieges begann er an seinem Wallenstein-Roman zu schreiben.

Die Weimarer Republik[Bearbeiten]

Als Arzt im Bezirk Lichtenberg mit eigener Kassenpraxis niedergelassen, wurde er Augenzeuge der Berliner Märzkämpfe, die später zum Thema seines umfangreichsten Romans November 1918 wurden. Unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkriegs erteilte Döblin in seinem in der Neuen Rundschau veröffentlichten Essay Von der Freiheit des Dichtermenschen eine Absage gegenüber dem Expressionismus. Er unterscheide sich von den sogenannten „Märtyrern der Bewegung“, die von dieser aufgebraucht würden und nachher „krüppelhaft“ und „invalide“ zurückblieben, wie es mit bösartiger Anspielung auf das Schicksal des expressionistischen Lyrikers Hans Davidsohn heißt, besser bekannt unter dem anagrammatisch entstandenen Pseudonym Jakob van Hoddis. Sein Begriff des „Kinostils“ und die Kritik am klassischen Erzählen lässt sich aber dennoch auf die expressionistische Theorie der Montage zurückführen. Im Roman ginge es um „schichten, häufen, wälzen, schieben“, um „Gedrängtheit und Präzision“: „man erzählt nicht, sondern baut“ , wie es im Berliner Programm heißt. Die Montage spielte nämlich schon im Berliner Expressionismus eine wichtige Rolle. „Ich schneide die Zeit aus“, so war während des Ersten Weltkriegs eine Rubrik in der expressionistischen Zeitschrift Die Aktion überschrieben. Ihr Herausgeber, Franz Pfemfert, verzichtete wegen der Zensur auf eigene Meinungsäußerung und druckte stattdessen in satirischer Absicht auszugsweise Leitartikel, Reportagen und Glossen der einschlägigen Presse nach, in denen sich der Chauvinismus der Zeit austobte und gedanklich selbst entlarvte. Dieses Verfahren erinnert stark an das dokumentarische Credo, welches später auch Karl Kraus in Die letzten Tage der Menschheit und dann Döblin in Berlin Alexanderplatz verfolgte. 1919 erschienen in der Neue Rundschau die ersten Polemiken Döblins unter dem Pseudonym Linke Poot. In der 1921 veröffentlichten Teilsammlung Der deutsche Maskenball, gesammelte Glossen und Satiren, kritisierte er die politischen Verhältnisse der Weimarer Republik. "Die Republik war von einem weisen Mann aus dem Auslande ins Heilige Römische Reich gebracht; was man mit ihr machen sollte, hatte er nicht gesagt: es war eine Republik ohne Gebrauchsanweisung."[13] Er gehörte zu den Mitbegründern der Gruppe 1925, eine Vereinigung vorwiegend linksgerichteter Schriftsteller, Künstler und Journalisten. Döblin charakterisierte seine eigene politische Einstellung als Sozialist 1928:[14]

„Manchmal scheint es, er steht bestimmt links, sogar sehr links, etwa links hoch zwei, dann wieder spricht er Sätze, die entweder unbedacht sind, was bei einem Mann seines Alters durchaus unzulässig ist, oder tut so, als stünde er über den Parteien, lächle in poetischer Arroganz.“

1921 lernte er die Fotografin Charlotte Niclas, von Döblin Yolla genannt, kennen. Erna Döblin unterband die Beziehung kurz vor der Flucht in die Vereinigten Staaten.

Berlin Alexanderplatz[Bearbeiten]

Am bekanntesten wurde Döblins Roman Berlin Alexanderplatz von 1929, der als erster und bedeutendster deutscher Großstadtroman in die Literaturgeschichte einging und einen Meilenstein in der Geschichte des modernen Romans darstellt.

Jahre der Emigration[Bearbeiten]

Im Februar 1933 floh Döblin vor den Nationalsozialisten zuerst nach Zürich, dann nach Paris. 1936 nahm er die französische Staatsbürgerschaft an. Bei Kriegsausbruch 1939 trat er als Mitarbeiter in das französische Propagandaministerium ein und verfasste gemeinsam mit anderen deutschen Emigranten Flugblätter. Im Juni 1940 floh Döblin mit den übrigen Mitarbeitern des Ministeriums und seiner Frau nach Südfrankreich. Wenig später im Jahr ging er zunächst nach Lissabon und emigrierte schließlich in die USA nach Hollywood. Dort wurde er bei der MGM gemeinsam mit Alfred Polgar und Walter Mehring, die gleichzeitig ankamen, unter der Beaufsichtigung von George Froeschel ein Jahr auf Probe – bei einer Bezahlung von 100 Dollar pro Woche – angestellt. Auf Anfrage Froeschels lieferte Döblin sowohl zum mit dem Drehbuch-Oscar prämierten Film Mrs. Miniver (1942) als auch zum oscarnominierten Random Harvest (1942) Vorschläge für die Ausgestaltung von je einer Szene ab. Beide Male wurden die gelungenen Skripte ins Englische übersetzt und in die Drehbücher übernommen – Döblins Szenenentwürfe sind erhalten. Dennoch lief sein Probejahr bei MGM ohne weitere Beschäftigung aus.[15]

Wie viele andere Emigranten taten er und seine Familie sich in der fremden Umgebung schwer und fühlten sich kulturell isoliert. Auch mit der Rolle als Zuarbeiter Froeschels bei der MGM kam er nicht zurecht. Er fühlte sich degradiert und die literarische Rangordnung auf den Kopf gestellt.[16] Am 30. November 1941 trat Döblin mit seiner Familie in die Katholische Kirche ein, was in der Exilgemeinde vorwiegend auf Ablehnung stieß. Bertolt Brecht reagierte auf Döblins Konversion mit einem eigenen Gedicht. Es trägt den Titel Peinlicher Vorfall (1943).

Rückkehr nach Europa[Bearbeiten]

Döblin war einer der ersten Exilautoren, die nach Europa zurückkehrten. 1945 forderte Döblin eine uneingeschränkte Bejahung zur Demokratie. Die 1946 veröffentlichte Schrift Der Nürnberger Lehrprozeß, eine Reaktion auf die Nürnberger Prozesse, enthält scharfe Beobachtungen über die historische Dimension der Gerichtsverhandlungen: "Man kann es nicht oft genug und nicht freudig genug wiederholen: Es geht bei dem Prozess in Nürnberg um die Wiederherstellung der Menschheit". Neben der Aufklärung verfolgte Döblin eine Katharsis der Deutschen:[17] "Sie haben uns unterworfen und uns zu üblen Dingen getrieben, dass die Schande noch lange über uns liegen wird. Wir wissen es. Wir leugnen es nicht. [...] Wir büßen. Wir müssen noch mehr büßen. Treten wir endlich auf unseren Platz. Stellen wir Männer heraus, die der Welt verkünden, daß Moral und Vernunft bei uns so gut wie bei anderen Völkern aufgehoben seien." Am 15. Oktober 1945 erreichte er Paris, im November begann er seinen Dienst als Literaturinspekteur der französischen Militärverwaltung – im Rang eines Obersten – zunächst in Baden-Baden und später in Mainz. Dort gehörte er mit zu den Gründern einer Literaturklasse der Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Seine Aufgabe umfasste die Zensur von Manuskripten und die Vorbereitung einer literarischen Monatszeitschrift, die schließlich unter dem Namen Das goldene Tor erschien. Außerdem schrieb er für die Neue Zeitung und für den Südwestfunk. Des Weiteren sammelte sich eine Gruppe junger Schriftsteller um ihn.

Döblin-Denkmal im Park des Zentrums für Psychiatrie (damals Psychiatrisches Landeskrankenhaus) in Emmendingen

Schnell machte sich bei Döblin Enttäuschung über die politische Restauration der Nachkriegszeit bemerkbar, vor allem angesichts des Misserfolges seines Revolutionsromans November 1918. Auch Annäherungsversuche Johannes R. Bechers im Dienst der Akademie der Künste der DDR lehnte er wegen des „sozialistischen Dogmatismus'“ ab. Andererseits schrieb er Beiträge für DDR-Zeitschriften, und sein Hamlet-Roman konnte anfangs nur in der DDR erscheinen. 1953 ging Döblin wieder nach Frankreich, wo er bis 1956 blieb.

Wegen fortschreitender Parkinson-Krankheit musste er sich immer häufiger in Kliniken und Sanatorien, unter anderem in Höchenschwand und Buchenbach im Südschwarzwald sowie in Freiburg im Breisgau behandeln lassen. Während seines letzten Klinik-Aufenthaltes in Emmendingen starb er am 26. Juni 1957. Er wurde neben seinem Sohn Wolfgang auf dem Friedhof von Housseras in den Vogesen begraben. Seine Frau Erna nahm sich am 14. September 1957 in Paris das Leben und wurde neben ihrem Mann und ihrem Sohn beigesetzt.

Döblins zweiter Sohn Wolfgang (Vincent) war Mathematiker und hatte sich im Juni 1940 in Housseras als französischer Soldat vor der unmittelbar bevorstehenden Gefangennahme durch deutsche Truppen das Leben genommen.

Döblin und der Antisemitismus[Bearbeiten]

Döblins Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus und dem eigenen Judentum intensivierte sich nach dem Pogrom im Scheunenviertel (Berlin) von November 1923. Sehr schnell erkannte er hinter diesen Ausschreitungen die Renaissance der längst überwunden geglaubten Exilproblematik: Schon im März 1924 zog er im Vortrag Zionismus und westliche Kultur die zionistische Antwort auf die „Judenfrage“ in Erwägung und ergänzte diese durch sein „Ideal einer jüdischen Ostrepublik“[18] in den Territorien Galiziens und Polens. Bereits vier Jahre zuvor hatte er sich unter dem Pseudonym Linke Poot zu den Gefahren des Antisemitismus geäußert. In einer der Glossen für Samuel Fischers Neue Rundschau, die 1921 als Sammlung unter dem Titel Der deutsche Maskenball erschien, stellte er den Antisemitismus als Form einer „kulturhistorischen Dämonopathie“ mit Gespensterfurcht und Hexenglauben auf eine Stufe und begründete dessen Aktualität mit der „semitischen Überlegenheit in Ökonomie und Intellekt“.[19] Diese angebliche Überlegenheit sei jedoch nur ein „Druck- und Verdrängungssymptom“ und werde mit der Aufhebung des Drucks auf die Juden von selbst verschwinden. Aufkommenden Rassentheorien erteilte er daher eine klare Absage, natürliche und soziale Umweltbedingungen seien weit prägender als „das sogenannte Blut“. Der sozialistischen Utopie einer politischen Mobilisierung der linken Arbeiterschaft, welcher große Teile der Autoren um die Weltbühne anhingen, stand er hingegen skeptisch gegenüber. Trotz einer gewissen Nähe zu Autoren wie Kurt Tucholsky und Siegfried Jacobsohn, die 1921 in seinen mit dem Pseudonym Linke Poot unterschriebenen Essays Der deutsche Maskenball erkennbar ist, war ihm deren politischer Aktivismus gerade angesichts der Novemberpogrome von 1923 eher fremd. Seine Konversion zum Katholizismus, die zurückgeht auf ein Erweckungserlebnis im Dom von Mende während seiner Flucht 1940 durch Frankreich,[20] lässt sich mit derjenigen von Karl Kraus vergleichen, da sie in beiden Fällen als Absage an die assimilierten „Dreitagejuden“ Wiens oder Berlins zu verstehen war. Diese im religiösen Sinne dekadente Gemeinschaft konnte dem ethischen Absolutismus von Karl Kraus wohl ebenso wenig genügen wie der zunehmend religiös motivierten Sinnsuche Döblins, die ihn schließlich im November 1941 zum Katholizismus übertreten ließ. Zwar war Döblin von der staatlich unterdrückten Religiosität des orthodoxen Ostjudentums fasziniert.[21] Allerdings hat er die Frage: „Könnte ich, könnte jemand sonst zurück auf diese Stufe?“[22] letztlich mit „Nein“ beantwortet.[23]

Rezeption[Bearbeiten]

Trotz der Popularität von Berlin, Alexanderplatz wird Döblin wenig rezipiert, er wird gar als vergessener Autor bezeichnet.[24] Obwohl Berlin, Alexanderplatz zum Kanon der Schullektüre gehört, erschien erst 2007 eine Döblin-Biografie. Ein Grund für diesen Umstand liegt vielleicht im „Skandal“ seiner Konversion, der zumindest zum Zeitpunkt seines Publikwerdens in der religionskritisch geprägten Literaturszene[25] zu einer gewissen Diskreditierung seiner Person führte. Wesentlicher ist sicherlich seine erneute Emigration, da er sich nicht in den Literaturbetrieb, weder der Bundesrepublik noch der DDR, integrieren konnte.

Bereits zu Lebzeiten musste Döblin sich damit abfinden, dass ihm der große Erfolg verwehrt blieb. So erhielt er zum Beispiel nie den Literaturnobelpreis, obwohl er mehrmals dafür vorgeschlagen wurde. Döblin kommentierte diesen Umstand mit den Worten „So viel wie die langweilige Limonade Hermann Hesse bin ich schon lange.“[26] (Hesse hatte 1946 den Nobelpreis für Literatur erhalten).

Der Einfluss Döblins auf die deutsche Literatur nach 1945 ist nahezu beispiellos.[27] W. G. Sebald promovierte mit der Arbeit Der Mythus der Zerstörung im Werk Döblins, Günter Grass, Wolfgang Koeppen, Arno Schmidt und Peter Rühmkorf erhielten wichtige Anregungen für ihre Literaturerneuerung im Nachkriegsdeutschland durch die Lektüre Döblins. „Döblin lag nicht richtig. Er kam nicht an. Der progressiven Linken war er zu katholisch, den Katholiken zu anarchisch, den Moralisten versagte er handfeste Thesen, fürs Nachtprogramm zu unelegant, war er dem Schulfunk zu vulgär; weder der ‚Wallenstein‘ noch der ‚Giganten‘-Roman ließen sich konsumieren; und der Emigrant Döblin wagte 1945 in ein Deutschland heimzukehren, das sich bald darauf dem Konsum verschrieb. Soweit die Marktlage: der Wert Döblin wurde und wird nicht notiert.“ (Günter Grass: Mein Lehrer Döblin 1968, zit. n. Walter Killy (Hrsg.): Literatur-Lexikon. 1989. Band 3, S. 79)

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

  • Die drei Sprünge des Wang-lun. Futuristischer Roman 1915.
  • Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine. 1918.
  • Wallenstein. expressionistischer historischer Roman 1920.
  • Berge, Meere und Giganten. Roman 1924 (1932 gekürzt u. d. T.: Giganten).
  • Berlin Alexanderplatz. Roman 1929.
  • Babylonische Wanderung. Roman 1934.
  • Pardon wird nicht gegeben. Roman 1935.
  • Amazonas. Romantrilogie 1937/38.
  • November 1918. Eine deutsche Revolution. Erzählwerk in vier Bänden 1949/1950.
  • Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende. Roman 1956.

Erzählungen[Bearbeiten]

Epos, Libretto und Theaterstücke[Bearbeiten]

  • Manas. Versepos (Ausarbeitung eines Motivs aus der altindischen Mythologie, insbesondere der Geschichte von Savitri und Satyavan) 1927.
  • Die Nonnen von Kemnade Theaterstück 1923.
  • Lusitania Theaterstück. UA 15.01.1926 Darmstadt.
  • Die Ehe Theaterstück 1930.
  • Das Wasser. Kantate. Musik: Ernst Toch. UA 18. Juni 1930 Berlin.

Essays[Bearbeiten]

  • Gespräche mit Kalypso. Über die Musik. 1910.
  • An Romanautoren und ihre Kritiker. Berliner Programm. 1913.
  • Bemerkungen zum Roman. 1917.
  • Der Bau des epischen Werks. 1928.
  • Das Ich über der Natur. 1928.
  • Literatur und Rundfunk. 1929.
  • Unser Dasein. „Zwischentexte“ 1933.
  • Der unsterbliche Mensch, Ein Religionsgespräch. 1946.
  • Der Nürnberger Lehrprozess. 1946.
  • Die Gegenwarten der Literatur. 1947.

Reiseberichte[Bearbeiten]

  • Reise in Polen. Bericht 1925.
  • Alfred Döblin – Meine Adresse ist: Saargemünd, Spurensuche in einer Grenzregion. 1914-1918. Zusammengetragen und kommentiert von Ralph Schock, Goldensstein Verlag, Merzig 2010, ISBN 978-3-938823-55-2.

Promotionsschrift[Bearbeiten]

Werkausgabe[Bearbeiten]

Ausgewählte Werke in Einzelbänden / Begründet von Walter Muschg. In Verbindung mit den Söhnen des Dichters hrsg. von Anthony W. Riley und Christina Althen, Olten u. a. : Walter, 1960–2007

  1. Jagende Rosse, Der schwarze Vorhang und andere frühe Erzählwerke. 1981, ISBN 3-530-16678-2.
  2. Die drei Sprünge des Wang-Lun. chinesischer Roman/hrsg. von Gabriele Sander und Andreas Solbach. 2007, ISBN 978-3-530-16717-7.
  3. Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine. Roman. 1982, ISBN 3-530-16681-2.
  4. Wallenstein : Roman/[Hrsg. dieses Bandes: Erwin Kobel]. 2001, ISBN 3-530-16714-2.
  5. Berge, Meere und Giganten : Roman/hrsg. von Gabriele Sander. 2006, ISBN 3-530-16718-5.
  6. Berlin Alexanderplatz: die Geschichte vom Franz Biberkopf/(Hrsg. dieses Bandes: Werner Stauffacher), 1996, ISBN 3-530-16711-8.
  7. Babylonische Wanderung oder Hochmut kommt vor dem Fall : Roman, 1962, ISBN 3-530-16613-8.
  8. Pardon wird nicht gegeben : Roman, 1960, ISBN 3-530-16604-9.
  9. Amazonas
    • Amazonas, 1. Das Land ohne Tod/(Hrsg. des Bandes: Werner Stauffacher), 1988, ISBN 3-530-16620-0 (Gesamt-ISBN für Bd. 1–3).
    • Amazonas, 2. Der blaue Tiger/(Hrsg. des Bandes: Werner Stauffacher), 1988.
    • Amazonas, 3. Der neue Urwald/(Hrsg. des Bandes: Werner Stauffacher), 1988.
  10. November 1918: eine deutsche Revolution; Erzählwerk in drei Teilen/(Hrsg. Werner Stauffacher).
    • 1. Bürger und Soldaten 1918: mit einer Einführung zum Erzählwerk, 1991, ISBN 3-530-16700-2. (Gesamt-ISBN für Bd. 1–3).
    • 2.1 Verratenes Volk: nach dem Text der Erstausgabe (1949); mit einem „Vorspiel“ aus „Bürger und Soldaten 1918“, 1991.
    • 2.2 Heimkehr der Fronttruppen : nach dem Text der Erstausgabe (1949), 1991.
    • 3. Karl und Rosa: nach dem Text der Erstausgabe (1950), 1991.
  11. Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende : Roman, 1966, ISBN 3-530-16631-6.
  12. Manas: epische Dichtung, 1961, ISBN 3-530-16610-3.
  13. Der Oberst und der Dichter oder das menschliche Herz. Die Pilgerin Aetheria, 1978, ISBN 3-530-16660-X.
  14. Die Ermordung einer Butterblume : sämtliche Erzählungen/hrsg. von Christina Althen, 2001, ISBN 3-530-16716-9.
  15. Drama, Hörspiel, Film, 1983, ISBN 3-530-16684-7.
  16. Schriften zu Ästhetik, Poetik und Literatur/(Hrsg. dieses Bandes: Erich Kleinschmidt), 1989, ISBN 3-530-16697-9.
  17. Schriften zu Leben und Werk/[Hrsg. dieses Bandes: Erich Kleinschmidt], 1986, ISBN 3-530-16695-2.
  18. Schriften zur Politik und Gesellschaft, 1972, ISBN 3-530-16640-5.
  19. Schriften zu jüdischen Fragen (Hrsg. dieses Bandes: Hans Otto Horch …), 1995, ISBN 3-530-16709-6.
  20. Kleine Schriften
  21. Der deutsche Maskenball/von Linke Poot. Wissen und Verändern!, 1972, ISBN 3-530-16643-X.
  22. Unser Dasein, 1964, ISBN 3-530-16625-1.
  23. Kritik der Zeit : Rundfunkbeiträge 1946–1952 ; im Anhang: Beiträge 1928–1931, 1992, ISBN 3-530-16708-8.
  24. Der unsterbliche Mensch: ein Religionsgespräch. Der Kampf mit dem Engel: Religionsgespräch (ein Gang durch die Bibel), 1980, ISBN 3-530-16669-3.
  25. Reise in Polen, 1968, ISBN 3-530-16634-0.
  26. Schicksalsreise: Bericht und Bekenntnis, 1993, ISBN 3-530-16651-0.
  27. Briefe 1, 1970, ISBN 3-530-16637-5.
  28. Briefe 2/[Hrsg. dieses Bandes: Helmut F. Pfanner], 2001, ISBN 3-530-16715-0.

Darüber hinaus sind folgende Bände erschienen, die durch die oben stehenden ersetzt worden sind:

  1. Die drei Sprünge des Wang-Lun, 1960. Ersetzt durch Bd. 2.
  2. Berlin Alexanderplatz, 1961. Ersetzt durch Bd. 6.
  3. Die Ermordung einer Butterblume, 1962. Ersetzt durch Bd. 19.
  4. Amazonas, 1963 Ersetzt durch Bd. 9–11.
  5. Aufsätze zur Literatur, 1963. Ersetzt durch Bd. 21, 22, 26–28, 35, 36.
  6. Wallenstein, 1965. Ersetzt durch Bd. 4.
  7. Berge, Meere und Giganten, 1978. Ersetzt durch Bd. 5.
  8. Erzählungen aus fünf Jahrzehnten, 1979. Ersetzt durch Bd. 19.
  9. Autobiographische Schriften und letzte Aufzeichnungen, 1980. Ersetzt durch Bd. 22 und 34.

Folgende Bände waren noch geplant, sind aber durch den Verlagswechsel zu S. Fischer 2008 nicht mehr in der Ausgabe erschienen:

  1. Das Ich über der Natur. Unsere Sorge.
  2. Zensurgutachten nach dem 2. Weltkrieg.
Berliner Gedenktafel am Haus Kaiserdamm 28 in Berlin-Charlottenburg

Ehrungen[Bearbeiten]

Für seinen Roman Die Drei Sprünge des Wang-lun, der Döblins literarischer Durchbruch war, wurde ihm 1915 der Fontane-Preis verliehen. 1954 bekam er den Literaturpreis der Mainzer Akademie der Wissenschaft und Literatur. Kurz nach seinem 100. Geburtstag erhielt am 11. September 1978 das von der Luckauer, Dresdener und Sebastianstraße gebildete Straßendreieck seinen Namen. 1979 stiftete Günter Grass den Alfred-Döblin-Preis. 1992 stellte die Stadt Berlin eine Bronzebüste des Siegfried Wehrmeister in der Karl-Marx-Allee auf. Aufgrund eines Diebstahls[28] wurde der Neuguss im Foyer der Bezirkszentralbibliothek Frankfurter Allee 14 A aufgestellt. An seinem Geburtshaus in Stettin wurde eine Gedenkmedaille angebracht. 2003 wurde eine Berliner Gedenktafel an seinem Wohnhaus in Berlin-Charlottenburg enthüllt. 2007 eröffnete Stephan Döblin den Alfred-Döblin-Platz.

Literatur[Bearbeiten]

Monografien[Bearbeiten]

Aufsätze[Bearbeiten]

  • Christian Hörburger: Rotstift und Wiedergutmachung – Die lange Geschichte eines Hörspiels: Alfred Döblins "Franz Biberkopf". Funk-Korrespondenz, 54. Jahrgang, Nr. 26/2007 (Online-Version).
  • Heinrich Eduard Jacob: Alfred Döblin. Essay in Das Schönste. Nr. 4, VII. Jg, München, April 1961, S. 61–65.[31]
  • Robert McFarland: Elective Divinities. Exile and Religious Conversion in Alfred Döblin’s "Schicksalsreise," Karl Jakob Hirsch’s "Heimkehr zu Gott" and Karl Stern’s "The Pillar of Fire". In: Christianity and Literature. 57, H. 1, 2007, S. 35–61.
  • Dirk Kemper: Nullpunkt, Traditionswahl und Religion. Alfred Döblin und Hans Egon Holthusen zu deutschen Literatur nach 1945. In: Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv. 29, 2010, S. 113–126.
  • Gabriel Richter: Dr. med. Alfred Döblin – Arzt, Schriftsteller, Patient und das Psychiatrische Landeskrankenhaus Emmendingen 1957. In: Volker Watzka (Hrsg.): Jahrbuch des Landkreises Emmendingen für Kultur und Geschichte 15/2001. Landkreis Emmendingen, 2000, ISBN 3-926556-16-1, S. 39–86.
  • Klaus Schlagmann: Alfred Döblin. In: Ödipus – komplex betrachtet. Männliche Unterdrückung und ihre Vergeltung durch weibliche Intrige als zentraler Menschheitskonflikt. Verlag Der Stammbaum und die 7 Zweige, Saarbrücken 2005, ISBN 3-9805272-3-9, S. 383–418.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Helmuth Kiesel: Geschichte der literarischen Moderne. Sprache, Ästhetik, Dichtung im Zwanzigsten Jahrhundert. C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51145-7. (online auf books.google.de)
  2. Vgl. Oliver Bernhardt: Alfred Döblin. In: dtv Porträit (Hrsg.) Martin Sulzer-Reichel. dtv, München 2007, S. 11.
  3. Vgl. Oliver Bernhardt: Alfred Döblin. In: dtv Porträit (Hrsg.) Martin Sulzer-Reichel. dtv, München 2007, S. 12.
  4. Vgl. Oliver Bernhardt: Alfred Döblin. In: dtv Porträit (Hrsg.) Martin Sulzer-Reichel. dtv, München 2007, S. 15.
  5. Vgl. Oliver Bernhardt: Alfred Döblin. In: dtv Porträit (Hrsg.) Martin Sulzer-Reichel. dtv, München 2007, S. 18.
  6. Oliver Bernhardt: Alfred Döblin. In: dtv Porträit (Hrsg.) Martin Sulzer-Reichel. dtv, München 2007, S. 18.
  7. Vgl. Klaus Müller Salget: Alfred Döblin. In Deutsche Dichter des 20. Jahrhunderts. Hartmut Steinecke (Hrsg.) Erich Schmidt, Berlin 1994 S. 215.
  8. Vgl. Klaus Müller Salget: Alfred Döblin. In Deutsche Dichter des 20. Jahrhunderts. Hartmut Steinecke (Hrsg.) Erich Schmidt, Berlin 1994 S. 217.
  9. Peter Sprengel: Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1900-1918. Von der Jahrhundertwende bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. In: Geschichte der deutschen Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart. Band 12, München 2004, S. 413.
  10. Vgl. Helmuth Kiesel: Geschichte der literarischen Moderne. Sprache, Ästhetik, Dichtung im Zwanzigsten Jahrhundert. C. H. Beck, München 2004, S. 151
  11. Sabina Becker: Zwischen Frühexpressionismus, Berliner Futurismus, „Döblinismus“ und „neuem Naturalismus“: Alfred Döblin und die expressionistische Bewegung. In: Walter Fähnders (Hrsg.): Expressionistische Prosa. Bielefeld 2001, S. 21–44.
  12. Christoph Schreiner: Schicksalsregion Lothringen. Saarbrücker Zeitung, 12. November 2009.
  13. Alfred Döblin: Der Deutsche Maskenball von Linke Poot. Wissen und Verändern. In: Walter Muschg in Verbindung mit den Söhnen des Dichters (Hrsg.): Aufsätze zur Literatur. Ausgewählte Werke in Einzelbänden. Walter Verlag, Breisgau 1972 S. 100.
  14. Alfred Döblin: Döblin über Döblin. Der Nervenazt Döblin über den Dichter Döblin. In: Walter Muschg in Verbindung mit den Söhnen des Dichters (Hrsg.): Aufsätze zur Literatur. Ausgewählte Werke in Einzelbänden. Band 8, Walter Verlag, Breisgau 1963.
  15. Helmut G. Asper: Etwas besseres als den Tod – Filmexil in Hollywood. Schüren Verlag, Marburg 2002, S. 430–433.
  16. Asper, S. 437.
  17. Anette Weinke: Die Nürnberger Prozesse. Verlag C. H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-53604-2, S. 44–45.
  18. Döblin: Zionismus und westliche Kultur. In: Ders.: Schriften zu jüdischen Fragen. Solothurn und Düsseldorf 1995, S. 267.
  19. Alfred Döblin: Der deutsche Maskenball von Linke Poot. In: Ders.: Wissen und Verändern. Olten und Freiburg im Breisgau 1972, S. 74–84.
  20. Vgl. dazu: Ursula Homann: Hiobs Kinder. Wie sich Alfred Döblin für das Christentum entschied auf www.literaturkritik.de
  21. Vgl.: Alfred Döblin: Reise in Polen. Olten/ Freiburg im Breisgau 1968, S. 96f. u. 166.
  22. Alfred Döblin: Reise in Polen. 1968, S. 258.
  23. Hans-Peter Bayerdörfer: ’Ghettokunst’. Meinetwegen, aber hundertprozentig echt: Alfred Döblins Begegnung mit dem Ostjudentum. In: Gunter E. Grimm, Hans-Peter Bayerdörfer (Hrsg.): Im Zeichen Hiobs. Jüdische Schriftsteller und deutsche Literatur im 20. Jahrhundert. Königstein/Ts. 1985, S. 161–177.
  24. Oliver Bernhardt: Alfred Döblin. Deutscher Taschenbuchverlag, München 2007, S. 167ff.
  25. Eine Ausnahme ist hier der linkskatholische Nobelpreisträger François Mauriac, der in seiner Wirkung jedoch schwerpunktmäßig auf Frankreich beschränkt ist.
  26. Oliver Bernhardt: Alfred Döblin. Deutscher Taschenbuchverlag, München 2007, S. 158.
  27. Der Literaturkritiker Marcel Reich Ranicki konstatierte: Der stilprägende Einfluß, den Döblin auf die Erzählweise deutscher Romanciers nach 1945 ausgeübt hat, läßt sich nur mit dem Kafkas vergleichen.
  28. Alfred Döblin in Bronze ist verschwunden. In: Berliner Zeitung. Juli 2010.
  29. Michael Fischer: Die Metamorphosen eines schillernden Schriftstellers. In: tagesanzeiger.ch, IPAD. 13. Dezember 2011
  30. Katrin Hillgruber: Der Tatsachenphantast. In: badische-zeitung.de, Nachrichten, Literatur. 24. Dezember 2011
  31. Dieser Essay erschien erneut unter dem Titel Stationen dazwischen. mit einem Epilog von Alfred Döblin und sechs Zeichnungen von Dieter Goltzsche als bibliophile Ausgabe (999 Stück) in der Katzengraben-Presse, Berlin-Köpenick 1993, ISBN 3-910178-09-7 (formal falsche ISBN).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alfred Döblin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien