Bismutselenid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Bismutselenid
__ Bi3+      __ Se2−
Allgemeines
Name Bismutselenid
Andere Namen
  • Bismut(III)-selenid
  • Dibismuttriselenid
Verhältnisformel Bi2Se3
CAS-Nummer 12068-69-8
PubChem 6379269
Kurzbeschreibung

schwarzer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 654,84 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

7,51 g·cm−3[3]

Schmelzpunkt

710 °C[2]

Löslichkeit

unlöslich in Wasser[4]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​331​‐​373​‐​410
P: 261​‐​273​‐​301+310​‐​311​‐​501 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5][2]
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 23/25​‐​33​‐​50/53
S: 20/21​‐​28​‐​45​‐​60​‐​61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Bismutselenid ist eine anorganische chemische Verbindung des Bismuts aus der Gruppe der Selenide.

Vorkommen[Bearbeiten]

Bismutselenid kommt natürlich in Form des Minerals Paraguanajuatit vor.[6] Zudem enthält Guanajuatit Bismutselenid und zusätzlich 6,6 % Schwefel.[7]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Bismutselenid kann durch Reaktion von Bismut mit Selen gewonnen werden.[8]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Bismutselenid ist ein schwarzer metallisch glänzender Feststoff. Es ist ein Halbleiter mit einer trigonalen Kristallstruktur und der Raumgruppe R3m.[1] In jüngerer Zeit ist Bismutselenid aufgrund seiner Eigenschaft als topologischer Isolator in der Fachwelt in Erscheinung getreten. Es bildet als topologischen Oberflächenzustand einen nahezu idealen Dirac-Kegel, ähnlich zu Graphen.[9]

Verwendung[Bearbeiten]

Bismutselenid wird in der Halbleiterindustrie als zur Herstellung von Dünnfilmen und Magnetoresistiven-Schichten verwendet.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer DE, 1997, ISBN 354060035-3, S. 340 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b c d e Datenblatt Bismuth selenide, granular (melted), 99.999% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 16. Oktober 2012 (PDF).
  3. D. R. Lide (Hrsg.): Handbook of Chemistry and Physics. 2009, 90. Aufl., CRC Press.
  4. a b Dale L. Perry: Handbook of Inorganic Compounds. 2011, Taylor & Francis US, ISBN 143981461-9, S. 488 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. J.W. Anthony, R.A. Bideaux, K.W. Bladh, M C. Nichols: Paraguanajuatit. In: Handbook of Mineralogy. 1990, Mineral Data Publishing, Tucson (Online, pdf).
  7. J.W. Anthony, R.A. Bideaux, K.W. Bladh, M C. Nichols: Guanajuatit. In: Handbook of Mineralogy. 1990, Mineral Data Publishing, Tucson (Online, pdf).
  8.  Manuel P. Soriaga, John Stickney, Lawrence A. Bottomley, Youn-Geun Kim: Thin Films: Preparation, Characterization, Applications. Springer, 2002, ISBN 030647335-6, S. 167 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9.  Y. Xia et al.: Topological insulators in Bi2Se3 , Bi2Te3 and Sb2Te3 with a single Dirac cone on the surface. In: Nature Phys.. 5, 2009, S. 438-442, doi:10.1038/nphys1270.