Bobby Seale

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Bobby Seale (* 22. Oktober 1936 in Dallas) ist ein US-amerikanischer Bürgerrechtler und Mitbegründer der Black Panther Party. Er arbeitet heute als Dozent, Moderator und Fernsehkoch. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Philadelphia.

Bobby Seale (2006)

Leben[Bearbeiten]

Im Alter von sieben Jahren zog Seale mit seiner Familie von Texas nach Kalifornien, wo er nach der Schule zunächst als Mechaniker bei der US Air Force arbeitete. Später schrieb sich Seale im Merritt College für das Fach Design ein.[1]

Black Panther Partei zur Selbstverteidigung[Bearbeiten]

Am 15. Oktober 1966 gründete Seale zusammen mit Huey P. Newton in Oakland unter dem Eindruck der Ermordung von Malcolm X die afroamerikanische Bürgerrechtsorganisation Black Panther Party For Self Defense. Newton ernannte sich zum Verteidigungsminister und Seale wurde der Parteivorsitzende. Im Gegensatz zur gewaltfreien Bürgerrechtsbewegung unter Martin Luther King und der religiösen schwarzen nationalistischen Nation of Islam sah Seale die Black Panther Party (BPP) als eine explizit linke Organisation der Afroamerikaner und als Schutztruppe ihrer Gemeinden gegen rassistische Übergriffe der Polizei. Die Organisierung kostenloser Frühstücke für schwarze Schüler gehörte ebenso zu den Mitteln der Black Panther Strategie wie der Aufbau eines großen Waffenarsenals[2]

Nationale Bekanntheit erreichte Seale, als er zusammen mit Abbie Hoffman, Jerry Rubin und fünf anderen Angeklagten (als einer der Chicago Eight) wegen Verschwörung und Aufhetzung anlässlich der Democratic National Convention 1968 in Chicago vor Gericht stand. Da die Angeklagten das Gericht nicht anerkannten, unterbrachen sie die Sitzung häufig durch Zwischenrufe, Schimpfworte und Beleidigungen. Seale verfolgte später die Verhandlung im Gerichtssaal gefesselt und geknebelt. Wegen Missachtung des Gerichts wurde Seale schließlich zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Die restlichen Angeklagten (jetzt als „Chicago Seven“) wurden später freigesprochen.

Nach einer Reihe von internen Auseinandersetzungen über die grundsätzliche Ausrichtung der Black Panthers wurde Seale 1974 aus der Partei ausgeschlossen.

Nach den Black Panther[Bearbeiten]

Heute arbeitet Seale als Redner, Moderator und Fernsehkoch. Er ist Autor zahlreicher Bücher über die Black Panther, sowie eines populären BBQ-Kochbuchs. Derzeit ist er Vorsitzender der Organisation R.E.A.C.H., die junge Amerikaner bei der Organisation lokaler Gruppen und Aktionen unterstützt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Prozeß gegen Bobby Seale, Rassismus und politische Justiz in den USA, Frankfurt a. M.: Verlag Roter Stern, 1970.
  • Bobby Seale, Wir fordern Freiheit, der Kampf der Black Panthers, Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch, 1971.
  • Tom Hayden, Der Prozeß von Chicago, Frankfurt a. M.: Suhrkamp Taschenbuch Verlag, 1971.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,480488,00.html Interview mit Bobby Seale Spiegel Online 2. Mai 2007
  2. http://www.pabook.libraries.psu.edu/LitMap/bios/Seale__Bobby.html