Braunwurzen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Braunwurzen
Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa), Illustration

Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa), Illustration

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)
Tribus: Scrophularieae
Gattung: Braunwurzen
Wissenschaftlicher Name
Scrophularia
L.
Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa)
Geflügelte Braunwurz (Scrophularia umbrosa)
Frühlings-Braunwurz (Scrophularia vernalis)

Die Braunwurzen (Scrophularia) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Man teilt die Gattung Scrophularia grob in zwei Gruppen. Die eine Gruppe enthält zweijährige oder ausdauernde krautigen Pflanzen, deren Stängel am Grunde höchstens wenig verzweigt sind und nicht verholzen. Die von der Mittelrippe des Blattes weggehenden Seitenadern sind durch Seitenadern zweiter Ordnung miteinander verbunden, so dass eine netzartige Aderung entsteht. Die stets polyploiden Vertreter dieser Gruppe findet man vor allem in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel.

Bei der anderen, hauptsächlich im Himalaya beheimateten Gruppe sind die Seitenadern der Blätter dagegen unverzweigt. Die Stängel der Pflanzenarten dieser Gruppe verholzen am Grunde und sind oft stark verzweigt. Diese Arten sind stets diploid. Einige sind Halbsträucher.

Der Stängel ist viereckig, bei vielen Arten auch geflügelt. Die Laubblätter sind gegenständig, bei einigen Arten im obersten Teil der Pflanzen auch wechselständig. In der Regel sind die Blätter ungefähr dreieckig und gesägt oder gekerbt.

Die rispigen, traubigen, zymösen oder auch knäueligen Blütenstände stehen meist am Ende der Stängel, können aber auch in den Blattachseln stehen. Die eher unscheinbaren Blüten sind zygomorph und (vier- oder) fünfzählig. Die fünf Kelchblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen. Die fünf bräunlichen bis schmutzig roten Kronblätter sind röhrig verwachsen. Die kurze und breite, am Grunde auch grünliche Kronröhre endet deutlich zweilippig. Die Unterlippe ist in drei kurze Lappen geteilt, von denen zwei aufrecht an der Seite stehen, während der mittlere Lappen gerade nach vorne gerichtet ist. Die längere Oberlippe ist in zwei rundliche Lappen geteilt. Es sind vier Staubblätter vorhanden. Die Staminodien sind schuppenartig oder fehlen selten. Die Narben sind kopfig bis zweilappig.

Die Kapselfrüchte enthalten viele Samen.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Braunwurz-Arten findet man auf der ganzen Nordhalbkugel in den gemäßigten Breiten bis ins südliche Asien. Diversitätszentrum (Zentrum der Artenvielfalt) ist der Himalaya. In Europa und Nordamerika findet man nur einen kleinen Teil der Arten.

Während die diploiden Sippen trockene Standorte bevorzugen, findet man die außerhalb des Himalayas wachsenden polyploiden Arten oft in lichten Wäldern, in Gebüschen oder in mehr oder weniger feuchten Staudenfluren.

Systematik[Bearbeiten]

Die Braunwurz wurde früher als Mittel gegen die Scrophula, eine Form der Tuberkulose verwendet. Daher hat die Gattung ihren wissenschaftlichen Namen Scrophularia.

Je nach Auffassung enthält die Gattung Braunwurzen (Scrophularia) zwischen 120 und mehr als 300 Arten. In Mitteleuropa findet man folgende Arten:

Weitere europäische Arten (Auswahl):

Gartenpflanzen:

  • Gelbblütige Braunwurz oder Mohnbrötchenblume (Scrophularia chrysantha)

Quellen[Bearbeiten]

  • Deyuan Hong, Hanbi Yang, Cun-li Jin, Manfred A. Fischer, Noel H. Holmgren, Robert R. Mill: Scrophularia. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 18: Scrophulariaceae through Gesneriaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1998, ISBN 0-915279-55-X, S. 11., PDF-Datei, online. (engl.)
  • W. R. Barker: Scrophularia. In: Gwen J. Harden (Hrsg.): Flora of New South Wales. Band 3, New South Wales University Press, Kensington 1992, ISBN 0-86840-172-2, S. 573, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche, online (mit geringfügigen Änderungen) (engl.).
  • Ian Bertram Kay Richardson: Scrophularia L. In:  T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 3: Diapensiaceae to Myoporaceae, Cambridge University Press, Cambridge 1972, ISBN 0-521-08489-X, S. 216–220 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Karol Marhold: Scrophulariaceae: Scrophularia. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Braunwurzen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien