Brillenschlange

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Brillenschlange
Brillenschlange (Naja naja)

Brillenschlange (Naja naja)

Systematik
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea)
Familie: Giftnattern (Elapidae)
Unterfamilie: Echte Giftnattern (Elapinae)
Gattung: Echte Kobras (Naja)
Art: Brillenschlange
Wissenschaftlicher Name
Naja naja
(Linnaeus, 1758)

Die Brillenschlange oder auch Südasiatische Kobra (Naja naja) ist eine 1,2–1,7 Meter lange Giftnatter (Elapidae) und zählt zu den gefährdeten Arten der Gattung der Echten Kobras (Naja). Sie ist sowohl tags- als auch dämmerungsaktiv und ernährt sich von Säugetieren, Amphibien, Reptilien, Vögeln sowie von deren Eiern. Brillenschlangen sind gefährliche Giftschlangen, die häufig in schwerwiegende Unfälle verwickelt sind. Besonders häufig werden Bauern auf ihren Reisfeldern gebissen, wo die Tiere Ratten und andere Kleinsäuger jagen.

Merkmale und Aussehen[Bearbeiten]

Bei dieser jungen Brillenschlange ist die Zeichnung gut erkennbar.

Die Brillenschlange kann recht unterschiedlich gezeichnet sein, die meisten Exemplare weisen jedoch die typische, an eine Brille erinnernde Markierung auf der Rückseite des Halsschildes auf. Die Färbung der Tiere ist meist monoton braun. Andere Exemplare, besonders die aus Nepal, sind jedoch pechschwarz und weisen eine undeutliche Zeichnung auf.

Verbreitung und Vorkommen[Bearbeiten]

Brillenschlangen kommen vom südlichen Himalaya bis Sri Lanka vor. Dort besiedeln sie Mittelgebirgswälder ebenso wie Tieflandswälder, Reisfelder und Habitate in der Nähe menschlicher Siedlungen.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten über das ganze Jahr. Hat sich ein paarungsbereites Pärchen gefunden, so erfolgt die Paarung schlangentypisch durch gegenseitiges Umschlingen. Dabei dringt das Männchen mit seinem Geschlechtsorgan in die Kloake des Weibchens ein. Das Weibchen legt zwischen zehn und zwanzig, selten auch bis dreißig Eier. Anders als die meisten Schlangenarten betreibt die Brillenschlange eine aufopfernde Brutpflege. Die Eier werden meist in einem hohlen Baum oder an ähnlich geschützten Plätzen abgelegt. Bis zum Schlüpfen der Jungschlangen wacht das Weibchen über das Gelege. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungschlangen nach 50 bis 60 Tagen. Sie sind bereits weit entwickelt, weisen eine Schlüpflänge von 25 bis 30 Zentimeter auf und verfügen über den charakteristischen Nackenschild und voll ausgebildete Giftdrüsen.

Bedrohung und Schutz[Bearbeiten]

Die Brillenschlange gilt als von Wilderern begehrtes Objekt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen, Anhang II, stellt die Tiere aber unter weltweiten Schutz, der Handel mit Tieren und Produkten daraus ist verboten. Auch der Wildfang, um die Tiere als Heimtiere zu halten, ist strafbar. Trotzdem werden die Tiere oft von Schlangenbeschwörern für ihre Vorstellungen gefangen.

Besonderes[Bearbeiten]

Diese Schlange ist bei Vorführungen indischer Schlangenbeschwörer zu sehen; bei buddhistischen Mönchen und Hindus gilt sie als heilig.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Mark O’Shea und Tim Halliday: Reptilien und Amphibien, London, Dorling-Kindersley Verlag, 2001

Weblinks[Bearbeiten]