Brummton-Phänomen

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Das Brummton-Phänomen (englisch The Hum oder Taos Hum) bezeichnet die aus vielen Gebieten der Welt berichtete, wiederholte Wahrnehmung eines Brummtons durch einzelne Personen bei zunächst nicht erkennbarer Ursache.

Geschichte[Bearbeiten]

Über das Auftreten eines solchen Brummtons wurde zum ersten Mal 1989 in der Stadt Taos in New Mexico berichtet. Bei einer Befragung von 1440 Einwohnern von Taos gaben etwa 2 % an, den Ton zu hören. Das Phänomen wurde dort im Mai 1993 wissenschaftlich mit beachtlichem Aufwand, aber ohne Erfolg untersucht.

In Deutschland gab es in der Zeit zwischen 2000 und 2002 gelegentliche Erwähnung in den Medien, die unter anderem zu einem verstärkten Kontakt von Betroffenen geführt hat. Die deutsche Interessengemeinschaft zur Aufklärung des Brummtons wurde so von 1500 Betroffenen kontaktiert.

Nach einer Strafanzeige von 200 Betroffenen gegen Unbekannt wegen Körperverletzung kam es ab 2. Mai 2001 durch das Umweltministerium Baden-Württemberg zu einer Messung mit Spezialgeräten an 13 Orten, bei der keine gemeinsame Ursache gefunden werden konnte.[1]

Beschreibung des Brummens[Bearbeiten]

Das Brummen tritt oft verstärkt während der Nachtstunden auf und wird mit dem Geräusch eines entfernten Lkw-Dieselmotors im Leerlauf verglichen. Für die Betroffenen kann das Brummen eine starke Einschränkung ihrer Lebensqualität bedeuten. Manche konnten diese Brummtöne nur für eine kurze Zeit in ihrem Leben wahrnehmen.

Die Betroffenen beschreiben den Ton als tieffrequentes Brummen bis in die Nähe des Infraschalls. Bei manchen ist der Ton anhaltend, einige hören ihn an- und abschwellend oder wie einen Morsecode. Bei vielen ist der Ton in Räumen lauter als im Freien. Nachts und frühmorgens ist der Ton bei etwa zwei Drittel der Betroffenen am stärksten. In einigen Fällen konnte auch beobachtet werden, dass sich der entsprechende Brummlaut im Laufe der Zeit veränderte.

Nicht gemeint sind hier Brummtöne, für die eine eindeutige Quelle in der Umgebung des Hörers bekannt ist. Dazu können Ventilatorgeräusche, niederfrequente Anteile von Verkehrsgeräuschen, aber auch das Brummen von Transformatoren gehören.

Umstritten ist unter den Betroffenen die Abgrenzung zu einer weniger bekannten Form des objektiven Tinnitus (Tieftontinnitus).

Mögliche Erklärungen[Bearbeiten]

Eine zweifelsfreie Erklärung konnte bisher nicht gegeben werden. Es ist jedoch anzunehmen, dass es sich bei den verschiedenen Wahrnehmungen der Betroffenen nicht stets um dasselbe Phänomen handelt, da sich die beschriebenen Eigenschaften des wahrgenommenen Brummtons häufig deutlich unterscheiden. Es gibt offenbar verschiedene Ursachen.

Es gibt vielfältige Erklärungsversuche, darunter auch solche, die den Rahmen einer naturwissenschaftlichen Beschreibung verlassen. Festzuhalten ist, dass weder die Quelle des Brummtons noch seine Übertragung noch die individuellen Voraussetzungen für das Hören umfassend geklärt sind. Von vielen wird die Vermutung vertreten, dass eine äußere Quelle mit einer individuellen Disposition zusammenkommen muss.

Viele Betroffene erklären auch, den Brummtoneffekt auf das Vorhandensein von hochfrequenten, aber in niederfrequenten Pulsen abgestrahlten elektromagnetischen Feldern zurückführen zu können, die beispielsweise von digitalem Mobilfunk, DECT-Telefonen oder WLAN-Netzwerken ausgehen können.

Literatur[Bearbeiten]

  • Milo Sediq & Christoph Koschnitzke: Das Brummton-Phänomen. Baden-Württemberg untersucht rätselhafte Geräusche. BIMAX, Königsmoos 2002, ISBN 3-932540-30-1

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Thomas Delekat: Das große Brummen. In: Die Welt. 12. Mai 2001
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