Bunthalskolibri

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Bunthalskolibri
Schistes geoffroyi gemalt von John Gould

Schistes geoffroyi gemalt von John Gould

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Keilschnabelkolibris
Art: Bunthalskolibri
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Schistes
Gould, 1851
Wissenschaftlicher Name der Art
Schistes geoffroyi
Bourcier, 1843

Die Bunthalskolibri oder Keilschnabelkolibri (Schistes geoffroyi) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein Verbreitungsgebiet, dass die südamerikanischen Ländern Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Der Bunthalskolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 8 bis 9 Zentimetern. Der relativ kurze Schnabel ist bis zu 15 Millimetern lang. Bei Männchen sind die Oberseite sowie der Scheitel leuchtend grün. Der hintere Teil des Rückens und die Oberschwanzdecken sind kupferfarben. Hinter dem Auge befindet sich ein weißer Fleck. Die Kehle ist ebenfalls leuchtend grün. Seitlich der Brust finden sich blaue und magentaviolette Flecken, darunter ein kleiner weißer Fleck. Die Ohrdecken sind schwärzlich. Der Unterbauch ist bronzegrün. Der ebenfalls bronzegrüne, abgerundete Schwanz wird nach hinten blau und weist am Ende deutliche schwarzblaue Steifen mit weißen Säumen auf. Das Weibchen ist sehr ähnlich. Unterschiedlich ist die weiße Kehle, die mit starken grünen Sprenkeln übersät ist. Die beim Männchen verschiedenfarbigen Brustseitenflecken sind beim Weibchen überwiegend blau.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Dieser Kolibri kommt in den höheren Lagen der tropischen und subtropischen Zonen in Höhen zwischen 800 und 2300 Metern vor. Dabei findet man ihn sowohl an den Ost- als auch an den Westhängen der Anden. Er lebt bevorzugt in feuchten bis nassen Gebirgswäldern, vor allem von Moos überzogenen Nebelwald. Seltener kann man ihn an Waldrändern beobachten. Die Tiere bewegen sich überwiegend im bodennahen Dickicht des Waldes sowie in schattigen Schluchten.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Art saugt Nektar von Blumen.

Unterarten[Bearbeiten]

Bisher sind 3 Unterarten bekannt, die sich vor allem durch ihre Färbung unterscheiden.

  • S. g.  geoffroyi (Bourcier, 1843); Nominatform, bereits oben beschrieben. Norden von Venezuela Nationalpark Perijá Zulia, Anden der Bundesstaaten Táchira und Lara, aber auch im Küstengebirge von Yaracuy, Carabobo und Aragua. In Kolumbien an den Westhängen der Ostanden bis nach Magdalena. Wahrscheinlich im Osten Nariños. Die Unterart kommt auch an den Osthängen Ecuadors in Mindo und im Südwesten der Provinz Cañar sowie in den Ostanden Perus vor.
  • S. g.  albogularis (Gould, 1851); Scheitel glitzert grün. Kupferfarbe an Rücken und obere Schwanzdecken fehlt. Die Brust ist überwiegend weiß und hat weit weniger grüne Flecken. Das Weibchen hat eine weiße Brust und kleine weiße Büschel an der Seite. Die Brustseiten sind hauptsächlich blau und nicht violett. Westen Kolumbiens an den Westhängen der West- und Zentralanden. Westliches Nariño. In Ecuador im nördlichen Imbabura über Carchi bis nach Kolumbien.
  • S. g.  chapmani (Berlioz, 1941); Weißer seitlicher Fleck wie bei Nominatform fehlt. In Peru im südlichen Teil der Regionen Cusco und Puno. In Zentralbolivien in Cochabamba.

Alternativnamen[Bearbeiten]

1963 präsentierte Augusto Ruschi beim XIII International Ornitholical Congress eine Arbeit mit dem Namen Notes on Trochilidae: the genus Augastes. In dieser Arbeit platzierte er die Gattung Schistes in der Gattung Augastes, der Bunthalskolibri bekam den wissenschaftlichen Namen Augastes geoffroyi. Diese Klassifizierung wurde lange ignoriert, bis Professor Karl-Ludwig Schuchmann 1999 sie im Handbook of the Birds of the World übernahm. Ruschi begründet die Vereinigung der beiden Gattungen mit morphologischen Ähnlichkeiten. Das South American Classification Committee widerspricht dieser Sichtweise schon alleine wegen der Tatsache, dass beide Gattungen einen sehr unterschiedlichen Schnabel aufweisen.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Schulenberg, Douglas F. Stotz, Daniel F. Lane: Birds of Peru, Princeton University Press, 2007, Seite 230, ISBN 978-0-691-04915-1
  • Robert S. Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide, Vol. 1, Cornell University Press, 2001, S. 384, ISBN 978-0-8014-8720-0
  • Robert S. Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide, Vol. 2, Cornell University Press, 2001, S. 289ff, ISBN 978-0-8014-8721-7
  • Rodolphe Meyer de Schauensee, William H. Phelps, Guy Tudor: A Guide to the Birds of Venezuela. Princeton University Press, 1992, S. 154 ISBN 978-0691082059
  • Steven L. Hilty, William L. Brown: A Guide to the Birds of Colombia, Princeton University Press, 1986, Seite S. 296, ISBN 978-0691083728

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schistes geoffroyi in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: BirdLife International, 2009. Abgerufen am 14. November 2011
  2. Proposal (#206) to South American Classification Committee Merge the hummingbird genus Schistes into Augastes (engl.)

Weblinks[Bearbeiten]