Burg Balduinseck

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Burg Balduinseck
Burg Balduinseck von Süden

Burg Balduinseck von Süden

Alternativname(n): Burg Baldeneck
Entstehungszeit: um 1325
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Wohnturm
Ständische Stellung: Klerikale
Ort: Buch
Geographische Lage 50° 4′ 35,2″ N, 7° 21′ 48,2″ O50.0764416666677.3633888888889300Koordinaten: 50° 4′ 35,2″ N, 7° 21′ 48,2″ O
Höhe: 300 m ü. NN
Burg Balduinseck (Rheinland-Pfalz)
Burg Balduinseck

Die Burg Balduinseck, auch Baldeneck genannt, ist die Ruine einer Höhenburg auf einem nur ca. 20 Meter hohen Schieferkegel in einem Tal des Hunsrücks am Zusammenfluss des Wohnrother Bach und des Schumbach zum Mörsdorfer Bach auf der Gemarkung der Gemeinde Buch im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz.

Geschichte[Bearbeiten]

Ansicht von Westen

1325 hat der Erzbischof Balduin von Trier auf dem Gebiet der Ritter Richard und Wirich von Buch, das Recht erworben, einen Burgfrieden abzugrenzen und darauf eine Burg zu errichten. Diese neue Anlage war in erster Linie gegen die Burg Kastellaun der Grafschaft Sponheim gerichtet. Beim Bau der Anlage scheint Balduin von westlichen Vorbildern inspiriert worden zu sein, insbesondere von dem französischen Donjon-Typ.

Die Burg diente als Amtssitz des gleichnamigen Trierer Verwaltungsbezirkes. Im 16. Jahrhundert verlegte man den Amtssitz nach Zell, wodurch die Burg weitgehend bedeutungslos wurde. Um die Burg gibt es keine aufregenden Ereignisse. Die Besitzer bzw. die Verwalter wechselten oft, denn im Grunde blieb Balduinseck immer ein Bestandteil des Trierer Kurstaates.

1675 wurde das Amtshaus verpachtet. Im Jahr 1711 wurde das Schloss als verwahrlost und 1780 als verfallen bezeichnet. Durch Kriege scheint keine Zerstörung stattgefunden zu haben.

Architektur[Bearbeiten]

Reste des Innenverputzes

Die äußeren Mauern des noch immer 18 Meter hohen und viergeschossigen Wohnturms sind noch gut erhalten und bilden das markante Aussehen der Ruine. Der Wohnturm hat eine Grundfläche von 22,7 x 14,4 Metern und besitzt eine Mauerstärke von bis zu 2,5 Metern. Erhalten sind immer noch eine Wendeltreppe, die genau wie die neun noch vorhandenen Kamine über alle vier Geschosse erhalten ist, sowie der weiße, immer mehr beschmierte Innenverputz und ein weißer Streifen des ehemaligen Außenputzes zwischen der dritten und vierten Etage. Die Ruine ist in der Ost-West-Richtung ca. 55 Meter lang und bis zu 20 Metern breit. Die Besonderheit der Burg macht die Lage des Wohngebäudes aus. Entgegen dem üblichen Aufbau einer Burg steht der Wohnturm hinter dem Halsgraben, direkt an der Angriffsseite. Eine solche Anordnung findet sich auf weiteren Burgen von Balduin von Luxemburg (vgl. Burg Baldenau).

Vor dem Wohnturm stehen noch die Reste der Ringmauer sowie eines Rundturmes im Westen. Darüber hinaus ist noch die alte Zufahrt mit Halsgraben und zugehörigem Brückenkopf zu erkennen. Östlich befinden sich Reste eines zweiten Grabens mit den Grundmauern eines vorgeschobenen Turmes.

Gegenwart[Bearbeiten]

Die vom Einsturz bedrohte Burg Balduinseck wird gesichert. Teile des Burgfundamentes sind völlig marode und verkraften nicht mehr den immensen Druck des mächtigen Mauerwerks. Immer größer werdende Risse beweisen, dass die gesamte Ruine in Bewegung ist. Das Bauwerk ist akut gefährdet, es besteht die Gefahr des Einsturzes.

Aus diesem Grund wurde die Ruine seit Sommer 2009 einer umfassenden Sicherung unterzogen. Die Arbeiten waren in fünf Bauabschnitte unterteilt und wurden 2014 abgeschlossen.

Zukunft[Bearbeiten]

In einem geschichtlichen Netzwerk sollen die drei kurtrierischen Burgen Baldenau, Balduinseck und Rauschenburg als bauliche Zeugnisse Balduin'scher Expansionspolitik im Hunsrück, mit den zum Territorium des Erzbischofs gehörenden rheinischen Städten Boppard und Oberwesel, über den Balduinsweg vom Hunsrück an den Rhein verbinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Thon, Stefan Ulrich u. Achim Wendt, „… wo trotzig noch ein mächtiger Thurm herabschaut“. Burgen im Hunsrück und an der Nahe, Regensburg: Schnell & Steiner 2013, ISBN 978-3-7954-2493-0, S. 26-31. DNB 100996285X
  • Alexander Thon, „… di nante he alle nach sime namen.“ Balduinseck und Balduinstein – Zwei Burganlagen Erzbischof Balduins von Trier (1307-1354) im Vergleich, in: Generaldirektion Kulturelles Erbe (Hrsg.): Stadt und Burg am Mittelrhein (1000-1600) (Faszination Mittelalter, 1), red. von Beate Dorfey. Schnell & Steiner, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7954-2072-7, S. 167-179. DNB 987538047
  • Hubert Leifeld: Zur Geschichte und Baugeschichte der Burg Balduinseck, einer bemerkenswerten Burg bei Buch; in: Ortsgemeinde Buch (Hrsg.): Buch und Mörz. Aus der Geschichte zweier Nachbardörfer, Buch 2002. Ergänzungsband mit CD-Rom.

Weblinks[Bearbeiten]