Zell (Mosel)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Zell (Mosel)
Zell (Mosel)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Zell (Mosel) hervorgehoben
50.0272222222227.1819444444444100Koordinaten: 50° 2′ N, 7° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Zell (Mosel)
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 44,98 km²
Einwohner: 4127 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56856
Vorwahl: 06542
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 092
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Corray 1
56856 Zell (Mosel)
Webpräsenz: www.zell-mosel.com
Stadtbürgermeister: Hans Schwarz (CDU)
Lage der Stadt Zell (Mosel) im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch) Eppenberg (Eifel) Laubach (Eifel) Leienkaul Müllenbach (bei Mayen) Hauroth Urmersbach Masburg Düngenheim Kaisersesch Landkern Illerich Eulgem Hambuch Gamlen Zettingen Kaifenheim Brachtendorf Ulmen (Eifel) Alflen Auderath Filz (Eifel) Wollmerath Schmitt Büchel (Eifel) Wagenhausen (Eifel) Gillenbeuren Gevenich Weiler (bei Ulmen) Lutzerath Bad Bertrich Urschmitt Kliding Beuren (Eifel) Moselkern Müden (Mosel) Treis-Karden Lütz Lieg Roes Möntenich Forst (Eifel) Dünfus Brohl Binningen (Eifel) Wirfus Brieden Kail Pommern (Mosel) Briedel Altlay Peterswald-Löffelscheid Haserich Sosberg Forst (Hunsrück) Altstrimmig Reidenhausen Mittelstrimmig Blankenrath Panzweiler Walhausen Schauren (bei Blankenrath) Tellig Hesweiler Liesenich Moritzheim Grenderich Zell (Mosel) Neef Bullay Sankt Aldegund Alf (Mosel) Pünderich Greimersburg Klotten Faid Dohr Bremm Bruttig-Fankel Senheim Nehren (Mosel) Ediger-Eller Mesenich Valwig Ernst (Mosel) Beilstein (Mosel) Ellenz-Poltersdorf Briedern Cochem Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Mayen-Koblenz Rhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild
Blick auf Zell an der Mosel vom erhöhten Stadtteil Barl
Die Stadt Zell an der Mosel. Aquatinta von Karl Bodmer 1841
Pulverturm und Viereckiger Turm

Zell (Mosel) ist eine Stadt im Zeller Hamm (Moselschleife) und liegt im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Zell, der sie auch angehört. Zell ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Zell (Mosel) liegt jeweils eine Autostunde von Koblenz und Trier entfernt ziemlich genau in der Mitte zwischen diesen beiden Städten. Nachbarstadt in Richtung Koblenz ist Cochem, Nachbarstädte in Richtung Trier sind Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues. Zum Flughafen Frankfurt-Hahn auf dem Hunsrück sowie zum Kurort Bad Bertrich in der Voreifel: jeweils ½ Autostunde. Die am Fluss liegenden Stadtteile, die Altstadt, Kaimt und Merl liegen in einer Höhe von etwa 100 m an einer markanten Moselschleife.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Zell (Mosel) gehören rechts der Mosel die Altstadt und der Stadtteil Merl sowie auf der Hunsrückhöhe der kleinste Stadtteil Althaus, der unmittelbar an den Ort Tellig angrenzt. Westlich der Mosel liegt im Tal der Stadtteil Kaimt sowie mit einem Höhenunterschied von 100 m der Höhenstadtteil Barl.

Geschichte[Bearbeiten]

Zell ist eine römische Gründung nach 70 n. Chr. Der Ortsteil Kaimt wird 732/33 erstmals urkundlich erwähnt. 1222 erhielt Zell die Stadtrechte. Seit 1332 war Zell kurtrierische Stadt und bis 1794 kurtrierischer Oberamtssitz. Mit der Besetzung des Linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wurde der Ort französisch, 1815 wurde die Stadt auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Brände in den Jahren 1848 und 1857 vernichteten einen großen Teil der Altstadt. Seit 1946 ist die Stadt Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. 1950 erfolgte die Eingemeindung von Kaimt. Bis zum Jahr 1969 war Zell die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises Zell (Mosel). Daraus wurde dann im Rahmen der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform der Landkreis Cochem-Zell mit dem Verwaltungssitz in Cochem. Mit dem Kreissitz verlor Zell auch zahlreiche weitere Behördensitze und sonstige Institutionen. Zeitgleich erfolgte die Eingemeindung von Merl. Ausgleich schaffte sich die Stadt auch durch die Ansiedlung zahlreicher Wirtschaftsunternehmen insbesondere im Höhenstadtteil Barl.

Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Merl eingemeindet.[3]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Zell (Mosel) besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 4 11 5 20 Sitze
2009 4 11 5 20 Sitze
2004 4 11 5 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Stadt Zell e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 2009 ist Hans Schwarz (CDU) Stadtbürgermeister der Stadt Zell (Mosel).

Wappen[Bearbeiten]

Wappen

Das rote Kreuz im Wappen der Stadt Zell verweist auf die geschichtlichen Beziehungen der Stadt zum Trierer Erzbischof und Kurtrierer Kurfürsten.

Es kommt ebenso im oberen Teil des Wappens der Verbandsgemeinde Zell vor, dessen unterer Teil drei silberne, goldgekrönte Löwen auf rotem Grund aus dem Wappen derer von Zandt in Merl zeigt. Die Schlüssel im Zeller Wappen weisen auf den hl. Petrus, er ist der Pfarr- und Kirchenpatron der Stadt Zell, auch auf dem Petersberg (heute Marienburg) stand früher eine dem hl. Petrus geweihte Kirche.

Der Ortsteil Merl trug gemäß seinem Kirchenpatrozinium einen heiligen Michael im Wappen, dieses Wappen ist aufgehoben nachdem Merl zur Stadt Zell eingemeindet wurde.[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Der größte Teil der Bevölkerung ist römisch-katholisch. Die Evangelischen, die die zweitgrößte Konfession bilden, gehören zur Kirchengemeinde Zell-Bad Bertrich-Blankenrath, die mit der Kirchengemeinde Würrich pfarramtlich verbunden ist. Die Gemeinden gehören zum Kirchenkreis Simmern-Trarbach.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten]

Zell ist erheblich geprägt vom Weinbau und mit 331 Hektar bestockter Rebfläche nach Piesport (413 Hektar) größte Weinbaugemeinde der Mosel. Es wird traditionell überwiegend Riesling angebaut. Überregional bekannt ist die Zeller Schwarze Katz. Der Weinbau bildet außerdem die Grundlage für den Tourismus, welcher ebenfalls einen bedeutenden Wirtschaftszweig darstellt. Zell ist u. a. Sitz der Kellerei Zimmermann-Graeff & Müller.

Industrie[Bearbeiten]

In Zell ist die Zeller Plastik als wichtiger Arbeitgeber ansässig. ZP ist ein bedeutender Spritzgießer für Kunststoffverschlüsse und Verpackungselemente und Mitglied der Gruppe Global Closure Systems, eines weltweiten Netzwerkes von kunststoffverarbeitenden Unternehmen. Das Tochterunternehmen Zeller Engineering stellt Spritzgusswerkzeuge her.

Handel, Handwerk[Bearbeiten]

Im Höhenstadtteil Barl haben sich zahlreiche großflächige Einzelhandelsunternehmen angesiedelt. Daneben sind zahlreiche mittelständische Groß- und Einzelhandelsunternehmen sowie Handwerksbetriebe ansässig.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Ämter[Bearbeiten]

Verbandsgemeindeverwaltung, Finanzamt Simmern-Zell.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Boos-von-Waldeck Grundschule, IGS Zell (Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, befindet sich im Aufbau).

Verkehr[Bearbeiten]

Der Anschluss an das Netz der Deutschen Bahn mit IC-Halt ist über den etwa 7 km entfernten Bahnhof im Nachbarort Bullay möglich. Der Bahnhof liegt an der IC-Strecke Koblenz – Trier/Luxemburg. Bundesstraßen-Verkehrskreuz West-Ost Bundesstraße 53 sowie Nord-Süd Bundesstraße 421. Schiffsanlegestellen für Flusskreuzfahrtschiffe. Wichtige internationale Anbindung über den eine halbe Autostunde entfernten Flughafen Frankfurt-Hahn.

Freizeit, Tourismus[Bearbeiten]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Erlebnisbad, Sportstadion, Ruderhaus, Tennisplatz, Campingplatz, Wohnmobilstellplätze, Collis Klettersteig.

Wanderungen[Bearbeiten]

Der Aussichtsturm auf dem Prinzenkopf bietet ein Rundumblick auf die Ortsteile von Zell und auf Pünderich, Bullay und die Marienburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Theatergruppe „Kätz“

Museum[Bearbeiten]

Heimatmuseum im Rathaus mit zahlreichen Exponaten aus der Stadtgeschichte, dem Weinbau und den traditionellen Handwerken der Stadt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Petrus-Darstellung an der Kirche St. Peter

Die kath. Pfarrkirche St. Peter in Zell besitzt einen Reliquienschrein aus der Zeit zwischen 1180–1190 aus Limoges (Mittelfrankreich) mit einem Behältnis für eine Knochenreliquie des hl. Petrus. Die Muttergottes-Figur im linken Seitenaltar stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der Taufstein auf der rechten Seite im Chor trägt die Jahreszahl 1576. St. Peter weist einen Hochaltar auf, sowie eine Kreuzigungsgruppe. Ein weiteres Merkmal ist ein mächtig wirkender Baldachin, ähnlich der Liebfrauenkirche in Trier.

Im Ortsteil Kaimt wurde die neue Pfarrkirche „St. Jakobus“ um 1968 erbaut, der alte Kirchturm blieb erhalten. Sie war die Pfalzkapelle des ehemaligen kurtrierisch erzbischöflichen Hofes in Kaimt. Im Innern eine steinerne Stiftungsurkunde – ältestes kirchliches Zeugnis der Stadt Zell um 1220, mit der ältesten Darstellung eines Winzers. Seitenaltar u. Sakramentshäuschen mit einem Christus-Torso aus dem 13. bis 14. Jahrhundert, aus der Übergangszeit der Romanik zur Gotik, wahrscheinlich Riemenschneider-Schule.

Im Ortsteil Merl steht die Pfarrkirche St. Michael, bis 1805 Klosterkirche des angegliederten Franziskanerkonvents. Die Kirche an der Durchfahrtsstraße nahe dem Moselufer besitzt auf dem Hochaltar ein Antwerpener Retabel, um 1520. Die Sakristei ist als einstütziger Raum mit nahezu quadratischem Grundriss errichtet. Im Pfarrsaal haben sich Reste mittelalterlicher Wandmalereien erhalten und der nicht öffentlich zugängliche Dachstuhl des alten Dormitoriums im Klosterflügel gilt als eine der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Dachkonstruktionen in Deutschland. Die alte romanische Pfarrkirche St. Michael (Hallenkirche) wurde 1823 nach Übernahme der Klosterkirche abgebrochen, der alte romanische Turm blieb auf dem heutigen Merler Friedhof erhalten.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Weinfest der Zeller Schwarze Katz, immer am letzten Juni-Wochenende. Eines der ersten Weinfeste im Jahr an der Mosel.
  • Hahnenkaffee in Zell
  • Langetafel in Zell, im Juli
  • St.-Jakobus-Weinkirmes in Zell-Kaimt, letztes Juli-Wochenende
  • Weinfest in Zell-Merl, zweites August-Wochenende
  • Keltisches Weingelage in Zell-Kaimt, letztes August-Wochenende
  • Römerstraßenfest, Mitte August
  • Straßenfest der Zeller Turmschützen, zweites Wochenende im September
  • Öffentliche Weinprobe in der Stadthalle – Römer-Weingelage, drittes September-Wochenende
  • Adventsmärkte jedes 1. und 2. Adventswochenende
  • Kappensitzungen und Rosenmontagsumzug von Zell-Kaimt nach Zell-Mosel
  • Zeller Raiffeisenbank-Adventslauf alljährlich am 3. Advent (größte Sportveranstaltung im Kreis Cochem-Zell)
  • Schützenfest der Schützengesellschaft Zell immer an Fronleichnam

Mundart – Zeller Platt[Bearbeiten]

Historisch ist Zell aus den drei Moselorten Zell, Kaimt und Merl gewachsen. In jedem Ort wird eine andere Lokalmundart des moselfränkischen Dialekts gesprochen, die sich teilweise erheblich in einzelnen Worten unterscheidet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

in Zell geboren[Bearbeiten]

mit Zell verbunden[Bearbeiten]

  • Theo Champion (* 1887 in Düsseldorf; † 1952 in Zell), Deutscher Landschaftsmaler
  • Maria Reese (1889–1958), Schriftstellerin, Journalistin und Reichstagsabgeordnete; starb in Zell

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Georg Weimer

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfons Friderichs, Karl Josef Gilles: Zell an der Mosel mit Kaimt und Merl (Rheinische Kunststätten, Heft 1/1975). Köln 1975
  • Alfons Friderichs: Das Wappen der Stadt Zell. In: Zeller Heimatheft, 1/1979, Seite 38/40
  • Karl Josef Gilles: Geschichte der Stadt Zell-Mosel. Trier 1997
  • Alfons Friderichs: Das Adelsgeschlecht v. Zell. In: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell. Trier 2004, 393/4 u. a.
  • Alfons Friderichs, Karl Josef Gilles: Zell an der Mosel mit Kaimt und Merl. Rheinische Kunststätten Nr. 179. ISBN 3-88094-011-8
  • Otto H. Schröter: Das Rathaus von Zell/Mosel. Rhein-Mosel-Verlag 2005. ISBN 3-89801-308-1
  • Alfons Friderichs: Zell an der Straße der Römer. In: HBRZ Mai und Aug. 2007

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zell (Mosel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Zell (Mosel) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 202 (PDF; 2,6 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Alfons Friderichs: Wappenbuch des Landkreises Cochem-Zell, Zell/Mosel, Selbstverlag, 2001 ISBN 3-00-008064-3