Burg Brennhausen

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Burg Brennhausen
Luftaufnahme der Burg Brennhausen von Südwesten (Oktober 2002)

Luftaufnahme der Burg Brennhausen von Südwesten (Oktober 2002)

Entstehungszeit: um das 13. Jahrhundert
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: erhalten
Ort: Sulzdorf an der Lederhecke-Brennhausen
Geographische Lage 50° 14′ 50,7″ N, 10° 31′ 19″ O50.24741944444410.521941666667333Koordinaten: 50° 14′ 50,7″ N, 10° 31′ 19″ O
Höhe: 333 m ü. NN
Burg Brennhausen (Bayern)
Burg Brennhausen

Die Burg Brennhausen liegt etwa vier Kilometer westlich von Sulzdorf an der Lederhecke im Landkreis Rhön-Grabfeld in Unterfranken. Das gut erhaltene Wasserschloss wird noch bewohnt und ist nur von außen zu besichtigen.

Geschichte[Bearbeiten]

Sicht von Nordwesten

Zur älteren Geschichte des an der Grenze zwischen den Haßbergen und dem Grabfeld gelegenen Burgschlosses gibt es nur wenige gesicherte Überlieferungen. Einige Teile der Anlage scheinen noch auf das 13. Jahrhundert zurückzugehen. Erst 1421 erscheint ein Truchsess von Brunnhausen in einer Urkunde der Grafen von Henneberg. Weitere Belege stammen von 1439 und 1522. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts belehnte das Hochstift Würzburg den Königshofener Festungskommandanten Franz Günter mit der Herrschaft. Günter wurde gleichzeitig in den Adelstand erhoben und nannte sich fortan Günter von Brennhausen. Das personengebundene Lehen fiel 1681 an das Hochstift zurück und wurde im gleichen Jahr als Ausgleich für das eingezogene Burgwallbach an den Freiherrn Hans Kaspar von Bibra verliehen. Dessen Enkel Friedrich Gotthelf begründete die Linie der Freiherren von Bibra-Brennhausen, die das Schloss noch heute bewohnt. Eine Inschrift kündet von einer Renovierung im Jahre 1861. Das in den letzten Jahrzehnten umfassend sanierte Schloss ist heute wieder vollständig vom Wasser umgeben.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung[Bearbeiten]

Luftaufnahme des Schlosses von oben mit korrespondierender Schemazeichnung

Das Burgschloss liegt einsam auf einer rechteckigen, gemauerten Terrasse im Talgrund. Die ehemaligen Wassergräben bzw. der Schlossweiher wurden inzwischen wiederhergestellt. Der Inventarband von 1915 verzeichnete dort nur sumpfige Wiesen. Der Zugang erfolgt von Westen über eine Steinbrücke. Auf dieser Seite und im Norden wird der Schlossbezirk von einigen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden abgeschlossen.

Die Burg besteht aus zwei gotischen Wohntürmen, die durch einen winkelförmigen Zwischenbau verbunden werden. Besonders markant ist der rechteckige, viergeschossige Nordturm, der - wie die anderen Bauteile - durch ein hohes, ziegelgedecktes Satteldach abgeschlossen wird. Die anderen Bauteile sind durchweg niedriger, auch der quadratische Südturm. Die Anlage besteht größtenteils aus unverputztem, unregelmäßigem Sandsteinmauerwerk mit verzahnten Eckquadern, teilweise mit Fachwerkaufsätzen. An den Außenseiten haben sich einige Aborterker erhalten. Der kleine Burghof war ursprünglich durch eine Quermauer geschlossen, deren Reste noch am Südflügel ansetzen.

Im Inneren werden einige Räume im Erdgeschoss durch einfache Kreuzgewölbe überspannt. Die Zimmer in den Obergeschossen besitzen teilweise Flachdecken mit barockem Rahmenstuck.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern. Band 3: Regierungsbezirk Unterfranken & Aschaffenburg. = Die Kunstdenkmäler von Unterfranken & Aschaffenburg. Heft 13: Hans Karlinger: Bezirksamt Königshofen. Mit einer historischen Einleitung von Hans Ring. Oldenbourg, München 1915 (Unveränderter Nachdruck: ebenda 1983, ISBN 3-486-50467-3).
  • Reinhold Albert: Chronik der Gemeinde Sulzdorf an der Lederhecke. 2 Bände, Herausgegeben von der Gemeinde Sulzdorf a. d. L. Frankenschwelle, Hildburghausen 1994, S. 515–534.
  • Anton Rahrbach, Jörg Schöffl, Otto Schramm: Schlösser und Burgen in Unterfranken – Eine vollständige Darstellung aller Schlösser, Herrensitze, Burgen und Ruinen in den unterfränkischen kreisfreien Städten und Landkreisen. Hofmann Verlag, Nürnberg 2002, ISBN 3-87191-309-X, S. 186–187.
  • Ursula Pfistermeister: Wehrhaftes Franken - Band 3: Burgen, Kirchenburgen, Stadtmauern um Bamberg, Bayreuth und Coburg. Verlag Hans Carl, Nürnberg 2002, ISBN 3-418-00387-7, S. 32–33.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Brennhausen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien