Burg Rheingrafenstein

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Burg Rheingrafenstein
Burg rheingrafenstein.JPG
Entstehungszeit: um 1000 bis 1200
Burgentyp: Höhenburg, Felslage
Erhaltungszustand: Mauerreste, Gewölbekeller
Ständische Stellung: Grafen
Ort: Bad Münster am Stein-Ebernburg
Geographische Lage 49° 48′ 28,1″ N, 7° 51′ 1,1″ O49.80787.8503245Koordinaten: 49° 48′ 28,1″ N, 7° 51′ 1,1″ O
Höhe: 245 m ü. NN
Burg Rheingrafenstein (Rheinland-Pfalz)
Burg Rheingrafenstein
Vorburg Affenstein
Der Rheingrafenstein um 1620
Der Rheingrafenstein 2004

Die Burg Rheingrafenstein ist die Ruine einer Felsenburg auf einer 136 m hohen Porphyrfelsformation bei 245 m ü. NN, dem Rheingrafenstein, vor tausend Jahren als Huhinstein bekannt, direkt an der Nahe gegenüber von Bad Münster am Stein-Ebernburg, einem Stadtteil von Bad Kreuznach im gleichnamigen Landkreis.

Geschichte[Bearbeiten]

Vermutlich wurde die Burg im 11. bis 12. Jahrhundert von den Emichonen (Nahegaugrafen) erbaut. Mit Sicherheit ist sie die Stammburg der Ritter vom Stein, der späteren Wild- und Rheingrafen, und verblieb bis zur Französischen Revolution in deren Besitz. Die Herren von Stein treten bereits im 12. Jahrhundert auf, ohne das eine klare Abgrenzung zu Adligen des gleichen Namens an der Nahe vorliegt. Die Burg Rheingrafenstein wird erstmals im 13. Jahrhundert zweifelsfrei genannt. Bereits in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erwarben die Herren von Stein durch Heirat Titel und Besitz der Grafschaft im Rheingau. 1196 nennt sich Wolfram von Stein erstmals „Rheingraf“, die Bezeichnung übertrug sich somit auf die Burg.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg von Spaniern erobert und im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 von Truppen des französischen Generals Mélac zerstört. Die Reste wurden 1721 zum Bau einer Saline verwendet. Die Residenz der zuletzt ansässigen fürstlichen Linie von Grumbach wurde im Anschluss nach Gaugrehweiler verlegt.

Die Informationstafel an der Burgruine besagt:

Zur Geschichte der Burg Rheingrafenstein

Im 11. Jahrhundert wurde auf dem damals „Huhinstein“ genannten Felsen die Burg erbaut. Ihre Besitzer nannten sich „Herren vom Stein“. Durch die Vermählung Siegfried I. vom Stein mit Lukardis, der Tochter des Rheingrafen Embrich vom Rheinberg erbte ihr Sohn Wolfram die rechtsrheinische Rheingrafschaft. Nach der Schlacht bei Sprendlingen im Jahre 1279 verlor Siegfried II. seine rechtsrheinischen Besitzungen an den Erzbischof von Mainz und verlegte seine Residenz nach hier und nannte den Felsen „Rheingrafenstein“. Im 14. und 15. Jahrhundert erbten die Rheingrafen durch Heirat die Wildgrafschaft und die halbe Grafschaft Salm. Im Jahre 1610 bildete sich eine eigene rheingräfliche Linie – die „Rheingrafensteinische”. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Rheingrafenstein von den Spaniern und den Schweden eingenommen. Im pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 wurde die Burg unter dem französischen König Ludwig XIV. von General Mélac zerstört. Im Jahre 1721 wurden die Ruinen zum Bau der Salinen in Münster freigegeben. Im Jahre 1835 kauften die 1632 gefürsteten Nachkommen der „Wild- und Rheingrafen“ den Rheingrafenstein und das Huttental von der Gemeinde Münster wieder zurück.

Anlage[Bearbeiten]

Teile des Berings, ein Gewölbekeller, ein paar Treppen zum ehemaligen Wohnturm sowie die Grundmauern des ehemaligen Treppenturms sind noch erhalten. Eine weitere Treppe führt durch einen Felsen auf eine Aussichtsplattform.

Am Südhang des Felsens liegt die Vorburg Affenstein (von „Afterstein“).

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Thon (Hrsg.): Wie Schwalbennester an den Felsen geklebt. Burgen in der Nordpfalz. 1. Aufl., S. 130–135; Schnell + Steiner, Regensburg 2005; ISBN 3-7954-1674-4.
  • Alexander Thon, Marin Wenz: Rheingrafenstein. In: Jürgen Keddigkeit, Ulrich Burkhart, Rolf Übel (Hrsg.): Pfälzisches Burgenlexikon. Band 4./1. O-Sp, S. 242-258, Kaiserslautern 2007; ISBN 3-927754-56-0

Weblinks[Bearbeiten]