Gaugrehweiler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Gaugrehweiler
Gaugrehweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gaugrehweiler hervorgehoben
49.7061111111117.8644444444444227Koordinaten: 49° 42′ N, 7° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Alsenz-Obermoschel
Höhe: 227 m ü. NHN
Fläche: 9,92 km²
Einwohner: 554 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67822
Vorwahl: 06362
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 023
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 16
67821 Alsenz
Webpräsenz: www.gaugrehweiler.de
Ortsbürgermeister: Horst Fiscus
Lage der Ortsgemeinde Gaugrehweiler im Donnersbergkreis
Obermoschel Niedermoschel Unkenbach Finkenbach-Gersweiler Waldgrehweiler Schiersfeld Sitters Alsenz Oberndorf (Pfalz) Mannweiler-Cölln Winterborn (Pfalz) Kalkofen (Pfalz) Niederhausen an der Appel Münsterappel Oberhausen an der Appel Gaugrehweiler Seelen Rathskirchen Teschenmoschel Bisterschied Ransweiler Stahlberg Bayerfeld-Steckweiler Sankt Alban (Pfalz) Gerbach Würzweiler Ruppertsecken Dielkirchen Katzenbach (Donnersbergkreis) Schönborn (Pfalz) Dörrmoschel Reichsthal Gundersweiler Gehrweiler Imsweiler Rockenhausen Höringen Schweisweiler Falkenstein (Pfalz) Winnweiler Lohnsfeld Wartenberg-Rohrbach Münchweiler an der Alsenz Gonbach Sippersfeld Breunigweiler Imsbach Börrstadt Steinbach am Donnersberg Ramsen (Pfalz) Kerzenheim Eisenberg (Pfalz) Göllheim Dreisen Standenbühl Lautersheim Biedesheim Ottersheim Bubenheim (Pfalz) Zellertal Einselthum Immesheim Albisheim (Pfrimm) Rüssingen Weitersweiler Marnheim Bennhausen Jakobsweiler Dannenfels Bolanden Kirchheimbolanden Mörsfeld Kriegsfeld Oberwiesen Orbis Morschheim Ilbesheim (Donnersbergkreis) Bischheim (Donnersberg) Rittersheim Stetten (Pfalz) Gauersheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Alzey-Worms Landkreis Kusel Landkreis Kaiserslautern Landkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild

Gaugrehweiler ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Alsenz hat.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Münstertal nördlich des Naturparks Pfälzer Wald, zwischen Kaiserslautern und Bad Kreuznach. Durch Gaugrehweiler fließt der Appelbach oder auch die Appel genannt. Zu Gaugrehweiler gehören auch die Wohnplätze Gutenbacherhof und Leiningerhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Seit 1401 wird Gaugrehweiler neben 30 weiteren Pfarreien erstmals als Teil des Landkapitels Münsterappel der Mainzer Erzdiözese erwähnt. Somit beging Gaugrehweiler im Jahr 2001 die 600-Jahr-Feier.

Seit dem 15. Jahrhundert wird je ein Grehweiler im Appel- und im Moscheltal dadurch unterschieden, dass man das erstere als im Gau, d. h. im offenen, waldlosen Land, das andere als im Wald gelegene charakterisiert. Beide Dorfbezeichnungen beinhalten das mittelhochdeutsche „greve“, oder „grebe“, bzw. das mittelhochdeutsche Wort: „grave“ = Graf. Demnach bedeutet Grehweiler: „Weiler des Grafen“.

Wild- und Rheingraf Friedrich Wilhelm wählte 1689 nach Zerstörung von Burg Rheingrafenstein durch General Mélac Gaugrehweiler zu seiner neuen Residenz. Sein Enkel Carl Magnus (1718–1793) begann 1748 mit der Erbauung eines großen Schlosses im Stile Versailles[3]. Der Bauherr war total verschuldet und wurde in Wien wegen Betrugs angeklagt. Kaiser Josef II. verurteilte ihn 1775 zu zehn Jahren Haft in Königstein. Das Schloss wurde schon 1795 von französischen Revolutionstruppen vollständig zerstört. Auf den Restfundamenten des Schlosses wurde später das Dorfgemeinschaftshaus gebaut.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Gaugrehweiler besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Auf blauem Hintergrund der Heilige Nikolaus mit rotem Gewand und goldenen Mantel. Der goldene Kranz (Nimbus) um seinen Kopf bezeugt seine Heiligkeit. Auf seinem Kopf trägt er eine Mitra (griechisch μίτρα „Stirnbinde“). Sie ist die traditionelle liturgische Kopfbedeckung der Bischöfe vieler christlicher Kirchen. In seiner linken Hand hält den Bischofsstab, auch Krummstab genannt. Ein religiöses Herrschaftssymbol in vielen Ländern. Seine rechte Hand hält drei goldene Kugeln, dies sind das Attribut des Heiligen Nikolaus und entstammen der Mitgiftslegende über ihn.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Durch den Ort verläuft die L 400. Über die A 63 im Osten besteht Anschluss an den Fernverkehr. Nächstgelegene Bahnhöfe sind Alsenz und Rockenhausen an der Alsenztalbahn.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Friedrich Wilhelm, Wild- und Rheingraf in Rheingrafenstein und Gaugrehweiler (1644–1706)
  • Carl Magnus von Rheingrafenstein (1718–1793), Wild- und Rheingraf
  • Johann Ludwig Alexander Herrenschneider (1760–1843), Meteorologe und Astronom, Professor der Mathematik, Physik und Astronomie an der Universität Straßburg, Stadtbibliothekar, Grabmal in der Straßburger Église Saint-Thomas
  • Joseph Martin Reichard (1803–1872), Politiker und Revolutionär

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gaugrehweiler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 89 (PDF; 2,3 MB)
  3.  Friedrich Christian Laukhard: Leben und Thaten des Rheingrafen Carl Magnus, den Joseph II. auf zehn Jahre ins Gefängniß nach Königstein schickte, um da die Rechte der Unterthanen und anderer Menschen respectieren zu lernen. Zur Warnung für alle winzigen Despoten, Leichtgläubige und Geschäftsmänner. Halle 1798 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen