Bad Münster am Stein-Ebernburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Münster am Stein-Ebernburg
Bad Münster am Stein-Ebernburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Münster am Stein-Ebernburg hervorgehoben
49.8091666666677.8438888888889282Koordinaten: 49° 49′ N, 7° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Bad Münster am Stein-Ebernburg
Höhe: 282 m ü. NHN
Fläche: 9,53 km²
Einwohner: 4233 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 444 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55583
Vorwahl: 06708
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 007
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rheingrafenstraße 11
55583 Bad Münster am Stein-Ebernburg
Webpräsenz: www.vg-bme.de
Stadtbürgermeisterin: Anna Roeren-Bergs (CDU)
Lage der Stadt Bad Münster am Stein-Ebernburg im Landkreis Bad Kreuznach
Bad Kreuznach Kirn Biebelsheim Pfaffen-Schwabenheim Pleitersheim Volxheim Hackenheim Frei-Laubersheim Neu-Bamberg Fürfeld Tiefenthal (Rheinhessen) Traisen (Nahe) Bad Münster am Stein-Ebernburg Norheim Altenbamberg Hochstätten Feilbingert Hallgarten (Pfalz) Niederhausen (Nahe) Oberhausen an der Nahe Duchroth Bad Sobernheim Auen (Hunsrück) Bärweiler Daubach (Hunsrück) Ippenschied Kirschroth Langenthal (Hunsrück) Lauschied Martinstein Meddersheim Merxheim (Nahe) Bad Sobernheim Monzingen Nußbaum Odernheim am Glan Rehbach (bei Sobernheim) Seesbach Staudernheim Weiler bei Monzingen Winterburg Bretzenheim Dorsheim Guldental Langenlonsheim Laubenheim Rümmelsheim Windesheim Daxweiler Dörrebach Eckenroth Roth (bei Stromberg) Schöneberg (Hunsrück) Schweppenhausen Seibersbach Stromberg (Hunsrück) Waldlaubersheim Warmsroth Kirn Bärenbach (bei Idar-Oberstein) Becherbach bei Kirn Brauweiler (Rheinland-Pfalz) Bruschied Hahnenbach Heimweiler Heinzenberg (bei Kirn) Hennweiler Hochstetten-Dhaun Horbach (bei Simmertal) Kellenbach Königsau Limbach (bei Kirn) Meckenbach (bei Kirn) Oberhausen bei Kirn Otzweiler Schneppenbach Schwarzerden Simmertal Weitersborn Abtweiler Becherbach (Pfalz) Breitenheim Callbach Desloch Hundsbach Jeckenbach Lettweiler Löllbach Meisenheim Raumbach Rehborn Reiffelbach Schmittweiler Schweinschied Allenfeld Argenschwang Bockenau Boos (Nahe) Braunweiler Burgsponheim Dalberg (bei Bad Kreuznach) Gebroth Gutenberg (bei Bad Kreuznach) Hargesheim Hergenfeld Hüffelsheim Mandel (Gemeinde) Münchwald Oberstreit Roxheim Rüdesheim (Nahe) Schloßböckelheim Sankt Katharinen (bei Bad Kreuznach) Sommerloch (bei Bad Kreuznach) Spabrücken Spall Sponheim Waldböckelheim Wallhausen (bei Bad Kreuznach) Weinsheim (bei Bad Kreuznach) Winterbach (Soonwald) Rhein-Hunsrück-Kreis Landkreis Birkenfeld Landkreis Mainz-Bingen Hessen Landkreis Alzey-Worms Landkreis Kusel DonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild

Bad Münster am Stein-Ebernburg ist eine Kurstadt in Rheinland-Pfalz und Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde und liegt 6 km südlich von Bad Kreuznach und 50 km südwestlich von Mainz.

Bad Münster am Stein-Ebernburg erhielt am 29. April 1978 die Stadtrechte[2] und besitzt die Anerkennung als Mineralheilbad und heilklimatischer Kurort.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Bad Münster am Stein-Ebernburg liegt zwischen 108 und 320 Metern über dem Meeresspiegel zu Füßen der Ebernburg in einer Mittelgebirgsregion mit Wäldern und Weinbergen, umrahmt von den Felsmassiven des Rheingrafensteins und des Rotenfels an der Nahe.

Die größte Ausdehnung von Gradierwerken in Deutschland (rund 1,4 km) erstreckt sich im Salinental von der Nachbarstadt Bad Kreuznach bis zum Kurgebiet Bad Münsters.

Geschichte[Bearbeiten]

Münster am Stein um 1900

Die heutige Stadt Bad Münster am Stein-Ebernburg wurde im Rahmen der in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre begonnenen rheinland-pfälzischen Verwaltungs- und Gebietsreform am 7. Juni 1969 aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Bad Münster (2.261 Einwohner) und Ebernburg (1.671 Einwohner) als Ortsgemeinde unter dem Namen „Bad Münster-Ebernburg“ neu gebildet.[2] Am 1. November 1969 wurde die Gemeinde in „Bad Münster am Stein-Ebernburg“ umbenannt. Die Stadtrechte wurden am 29. April 1978 erteilt.[2] Zum 1. Juli 2014 wird Bad Münster am Stein-Ebernburg im Rahmen der rheinland-pfälzischen Kommunalreform ein Stadtteil der Nachbarstadt Bad Kreuznach.[3]

Während Bad Münster von 1815 bis 1945 preußisch war, gehörte Ebernburg während dieses Zeitraums zur bayerischen Pfalz und war deren nördlichste Gemeinde. Die unterschiedliche Geschichte der Stadtteile lebt bis heute in der kirchlichen Zugehörigkeit fort, indem Bad Münster zur Evangelischen Kirche im Rheinland bzw. dem Bistum Trier, Ebernburg hingegen zur Evangelischen Kirche der Pfalz bzw. zum Bistum Speyer gehört.

Bad Münster am Stein[Bearbeiten]

Kurhaus

Die erste urkundliche Erwähnung von Münster erfolgte um das Jahr 1200. Der Ort wurde unterhalb der Burg Rheingrafenstein gegründet. Bis in das 19. Jahrhundert war es ein Dorf mit wenigen Häusern um die alte St.-Martins-Kirche. Die Bevölkerung widmete sich der Salzgewinnung, der Nahefischerei und etwas Landwirtschaft sowie zeitweise dem Kupfer-Abbau im Huttental.

1859 wurde die Nahetalbahn gebaut, 1871 die Alsenztalbahn, was dem Ort mit seinem schon seit 1478 belegten Badebetrieb den entscheidenden Aufschwung zum viel besuchten Kurort ermöglichte, der 1905 die Bezeichnung „Bad“ zuerkannt bekam. Grundlage sind bis heute die radonhaltigen Solequellen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet um die Eisenbahnbrücke Richtung Salinental durch zahlreiche Bombenangriffe zum Teil zerstört. Bis heute hat Bad Münster einen Bahnanschluss und liegt an der Strecke Bingen–Kaiserslautern und Mainz–Saarbrücken.

Eine starke Gesichtsveränderung erfuhr der Ort in den Nachkriegsjahren bis heute durch den Ausbau der Kur-Infrastruktur.

Ebernburg[Bearbeiten]

Wehrkirche Ebernburg

Ebernburg war seit dem Mittelalter ein bedeutendes Dorf mit langer Tradition in Weinbau und Landwirtschaft. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1212, als die Grafen von Saarbrücken dem Stift St. Cyriacus bei Worms die Ebernburger Kirche schenkten.

Im 14. Jahrhundert war sogar die Erhebung zur Stadt geplant. Der alte Ortskern, das Altdorf, das sich noch heute im Stadtbild erkennbar abzeichnet, war über Jahrhunderte von einem Mauerring mit Verbindung zur Ebernburg umgeben. Bereits seit Beginn der Kurtätigkeit Ende des 19. Jahrhunderts hat Ebernburg eine rasche Vergrößerung außerhalb dieses Mauerrings erfahren, die noch nicht abgeschlossen ist. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wurde deshalb die Mauer bis auf das noch sichtbare Fundament eines Stadtturmes niedergelegt.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 51,1 %
Gewichtetes Ergebnis
 %
50
40
30
20
10
0
31,3 %
48,0 %
9,5 %
11,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-10,7 %p
+11,3 %p
+1,9 %p
-2,6 %p

Der Stadtrat in Bad Münster am Stein-Ebernburg besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Stadtbürgermeisterin als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[4]

  SPD CDU FDP FWG Gesamt
2009 6 10 2 2 20 Sitze
2004 9 7 2 2 20 Sitze

Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Graphik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, welche das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Schwarz mit eingeschweifter silberner Spitze, darin ein wachsender konischer roter Rundturm mit vorkragendem vierzinnigem Kranz und zwei schwarzen Scharten, vorne fünf silberne Kugeln 2:1:2 gestellt, hinten ein steigender goldbekronter und rotbezungter silberner Löwe.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Rheingrafenstein
Das Kurmittelhaus im Kurpark Bad Münster am Stein bei Nacht
Burg Ebernburg
Kurpark von Bad Münster am Stein-Ebernburg, fotografiert vom Rheingrafenstein

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen die Felsformationen des Rotenfels, der Rheingrafenstein mit der gleichnamigen Burgruine direkt an der Nahe sowie die Burg Ebernburg.

Seit 1729 ist die heutige Form der Gradierwerke zur Salzgewinnung in Bad Münster am Stein belegt. Das schwach salzhaltige Wasser der Solequelle wird mit früher durch Wasserräder, heute elektrisch angetriebenen Pumpen auf die Gradierwerke gefördert. Von dort rieselt es in einer unzähligen Menge an Wassertropfen an den etwa 8 m hohen Schwarzdornwänden in ein Auffangbecken herab, während die Luft in der Umgebung mit verschiedenen Salzbestandteilen wie Iod-, Brom- und Strontium-Ionen sowie dem Edelgas Radon angereichert wird. Durch die Verdunstung des Wassers während des Herabrieselns in die Auffangbecken wird der Salzgradient (Anteil) der Sole erhöht. Die Wasserräder und ein Teil der Kunst (Gestänge zur Kraftübertragung) sind noch anzuschauen.

Ältestes Profangebäude der Stadt ist das ehemalige Kurpfälzische Unteramt in der Burgstraße 13. Im Türsturz des Renaissance-Teils ist die Jahreszahl 1556 eingemeißelt. Untersuchungen dieses Gebäudeteiles zeigen außerdem noch ältere Mauerreste des Mittelalters unter den Renaissancemauern.

Als ältestes Anwesen des Ortsteils Bad Münster gilt der 1560 erstmals erwähnte „Hahnenhof“, ein ehemalige rheingräflicher Herrenhof. Die schmale, so genannte Zehntscheune, mit Fachwerkobergeschoss war das damalige Finanzamt für Naturalien.

Das 1911 im Jugendstil nordischer Prägung erbaute Kurmittelhaus im Kurpark gilt als eines der schönsten Fachwerkgebäude der Region. Es enthält die Brunnenhalle mit den zwei Heilquellen Maximilianquelle und Rheingrafenquelle, die in drei Glasröhren aufsteigen.

Besondere Ereignisse sind der mittelalterliche „Ebernburger Markt“ am dritten Wochenende im September und der Weihnachtsmarkt im Kurpark.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Bad Münster am Stein-Ebernburg

Museen[Bearbeiten]

Im Kurmittelhaus ist in den Räumen des früheren Heimatmuseums die Naturstation Nahe untergebracht, wo in der warmen Jahreszeit Tiere aus der Region betrachtet werden können, insbesondere die in der Nahe heimische Würfelnatter.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Kurgäste waren in den vergangenen Jahrzehnten eine bedeutende Einnahmequelle, nach einigen Jahren, in denen der Kurbetrieb stark rückläufig war, steigen die Gästezahlen langsam wieder an. Die meisten Gewerbebetriebe in der Stadt sind touristische Betriebe (Beherbung, Gaststätten) und Weinbaubetriebe. Ebenfalls existiert eine Korkendrahtfabrik, in der Verschlussdrähte für Sekt und Champagnerverschlüsse produziert werden.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Nahetalbahn BingenSaarbrücken; im Bahnhof Bad Münster am Stein zweigt die Alsenztalbahn nach Kaiserslautern ab. Sie liegt im Gebiet des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbundes. Der Bahnhof Ebernburg wurde in den 1970er Jahren aufgelassen.

Mit dem Auto ist Bad Münster am Stein-Ebernburg über die B48 sowie über die Landesstraßen 235 und 379 erreichbar.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Münster am Stein-Ebernburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seiten 170 und 203 (PDF; 2,6 MB)
  3. Gebietsänderungsvertrag unterzeichnet – Webseite der Stadt Bad Kreuznach; abgerufen am 2. November 2013
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Erläuterung des Landeswahlleiters zum „Gewichteten Ergebnis“