Carl Göring

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Carl Theodor Göring (* 28. April 1841 in Brüheim; † 2. April 1879 in Eisenach) war ein deutscher Philosoph und Schachmeister.

Leben[Bearbeiten]

Göring, ab 1877 außerordentlicher Universitätsprofessor in Leipzig, war als Philosoph ein Vertreter des kritischen Empirismus und Positivismus.

Er war der einzige Sohn eines reichen Gutsbesitzers. Nach seinem Schulabschluss in Eisenach konnte er ein materiell sorgenfreies Leben als Privatgelehrter führen und lebte zeitweise in Berlin, Bonn und Gotha. 1872 erkrankte er an Rheuma, in den folgenden Jahren verfiel er zusehends in Depressionen. Er starb durch Suizid.

Bedeutung erlangte Göring gleichfalls als starker deutscher Schachmeister, der sich in den 1870er Jahren erfolgreich an Turnieren betätigte: 4. Platz in Krefeld 1871, 3. Platz in Leipzig 1871, 3. Platz in Altona 1872, 2. Platz in Leipzig 1876. Beim Turnier in Leipzig 1877 (Göring wurde Fünfter) gelang ihm ein Sieg gegen Adolf Anderssen.[1] Göring war einer der Initiatoren zur Gründung des Deutschen Schachbundes und eines seiner Gründungsmitglieder 1877 in Leipzig.

Er war ab 1870 einer der stärksten Spieler der Leipziger Schachgesellschaft Augustea und zeitweise deren Vizepräsident. Seine beste historische Elo-Zahl war 2534. Diese erreichte er im Juli 1878. Zeitweilig lag er auf Platz 12 der Weltrangliste.

Nach ihm ist das Göring-Gambit in der Schottischen Partie benannt: 1.e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Sb8-c6 3.d2-d4 e5xd4 4.c2-c3.

Werke[Bearbeiten]

  • Über den Begriff der Ursache in der Griechischen Philosophie, Leipzig 1874
  • System der kritischen Philosophie, 2 Bde., Leipzig 1874–1875
  • Über die menschliche Freiheit und Zurechnungsfähigkeit: eine kritische Untersuchung, Leipzig 1876

Literatur[Bearbeiten]

  • Raina Ganewa: Die Erkenntnistheorie von Carl Göring, Heidelberg 1910

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Carl Göring – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Internationale Turnier Leipzig 1877 (MDSB-Kongress) auf TeleSchach (Kreuztabelle und sämtliche Partien)