Krefeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Krefeld
Krefeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Krefeld hervorgehoben
51.3369444444446.564166666666738Koordinaten: 51° 20′ N, 6° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Höhe: 38 m ü. NHN
Fläche: 137,75 km²
Einwohner: 222.058 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1612 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 47798–47839
Vorwahl: 02151
Kfz-Kennzeichen: KR
Gemeindeschlüssel: 05 1 14 000
Stadtgliederung: 9 Stadtbezirke
mit 19 Stadtteilen
Adresse der
Stadtverwaltung:
Von-der-Leyen-Platz 1
47798 Krefeld
Webpräsenz: www.krefeld.de
Oberbürgermeister: Gregor Kathstede (CDU)
Lage von Krefeld in Nordrhein Westfalen und im Regierungsbezirk Düsseldorf
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Städteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Krefeld (bis 1929 auch Crefeld) ist eine linksrheinisch gelegene Großstadt am Niederrhein nordwestlich der Landeshauptstadt Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Die kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf wird aufgrund der Seidenstoffproduktion des 18. und 19. Jahrhunderts auch als „Samt- und Seidenstadt“ bezeichnet. Krefeld nimmt mit rund 220.000 Einwohnern unter den Großstädten Nordrhein-Westfalens einen mittleren Platz ein.

Die Stadt besteht in ihren heutigen Grenzen im Wesentlichen seit 1929, als der damalige Stadtkreis Krefeld (Crefeld) mit der Stadt Uerdingen und anderen Gemeinden zur Stadt Krefeld-Uerdingen vereinigt wurde. 1940 wurde diese in Krefeld umbenannt und 1975 nochmals geringfügig vergrößert. In der Landesplanung ist Krefeld als Oberzentrum eingestuft. Krefeld gehört zur Metropolregion Rhein-Ruhr, dem größten polyzentrischen Verdichtungsraum Deutschlands.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Räumliche Lage[Bearbeiten]

Krefeld liegt in der „Krefeld-Kempener Platte“, die Teil der Niederrheinischen Tiefebene ist. Das Stadtzentrum liegt etwa sieben Kilometer vom Rheinufer entfernt, doch reicht das Stadtgebiet seit der Eingemeindung Linns bis an den Rhein heran. Die Uferlänge auf Krefelder Gebiet beträgt 6,2 Kilometer. Die Breite des Flusses variiert zwischen 320 und 400 Meter. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 12 Kilometer und in West-Ost-Richtung 13,1 Kilometer. Die Höhenlage der Stadtmitte beträgt 39 m ü. NN. Die höchsten Erhebungen im gesamten Stadtgebiet sind der Hülser Berg mit 63 m ü. NN und die künstlichen Erhebungen Inrather Berg, eine alte Schuttdeponie aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs mit 87 m ü. NN und der seit 2004 auch von der Allgemeinheit begehbare Kapuzinerberg (77 m), eine ehemalige Hausmülldeponie.[2]

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm Krefeld

Krefeld gehört makroklimatisch zum atlantisch-maritimen Klimabereich Nordwestdeutschlands, mit milden, schneearmen Wintern und mäßig warmen Sommern in denen das Maximum des Jahresniederschlages liegt.[2] Das langjährige Mittel des Jahresniederschlags in Krefeld liegt bei 760 mm.[2] Die Jahresmitteltemperatur in Krefeld liegt zwischen 10,6 °C und 11,1 °C. Die Maxima der Lufttemperatur liegen zwischen 33,9 °C und 35,5 °C, die Minima zwischen –5,9 °C und –7,6 °C.[3]

Geologie[Bearbeiten]

Die Stadt Krefeld liegt im Niederrheinischen Tiefland. Die oberflächennahen Schichten bestehen überwiegend aus Kies- und Sandablagerungen des Eiszeitalters. Die bis zu 30 m mächtigen Schichten setzte der Rhein hier ab. Vor 240.000 Jahren wurden diese Schichten teilweise von den Rändern der Eisschildmassen zu Stauchmoränen aufgepresst, die heute die Niederrheinischen Höhen bilden. Der Hülser Berg ist ein Beispiel hierfür. Unter den Kies und Sandschichten befinden sich Meeressande die sich dort im Tertiär (2,4 bis 65 Mio. Jahre vor heute) ablagerten. Sie reichen bis in eine Tiefe von 250 m hinab. Darunter sind Meeresablagerungen (überwiegend aus Sandstein, Tonstein und Kalkstein bestehend) älterer Erdgeschichtlicher Phasen zu finden. Am nördlichen Stadtrand sind in größerer Tiefe auch kohleführende Schichten aus dem Karbon zu finden, die Verbindung zu den Kohlegebieten in Belgien und an der Ruhr haben.

Auf den höhergelegenen Flächen des Krefelder Stadtgebiets findet man überwiegend Parabraunerden und Braunerden. Diese stellen gute Ackerstandorte.

Die im westlichen Stadtgebiet gelegene durch Bruchtektonik etwas herausgehobene Kempener Platte hat eine etwa 1 m dicke Deckschicht aus Löss. Diese ist während der letzten Eiszeit hier abgelagert worden. Die daraus entstandenen fruchtbaren Lehmböden werden als Getreide- und Rübenfelder geschätzt.

In den Altarmrinnen des Rheins (Kendeln) entstand Niedermoortorf, der auch an den Niepkuhlen abgebaut wurde, heute aber keine wirtschaftliche Bedeutung mehr hat.

Zum Ende der letzten Eiszeit hat der Rhein, östlich der Terrassenkante Dießem – Inrath – Hüls sandige bis lehmige Sedimente abgelagert. Durch Grundwassereinfluss entstanden in den tiefergelegenen Bereichen Gleyeböden. Diese Flächen werden wie z. B. der Hülser und Latumer Bruch als Grünland und Wald genutzt. In der überflutungsgefährdeten Rheinaue entstanden aus angeschwemmtem Bodenmaterial fruchtbare Böden.

Stadtgebiet[Bearbeiten]

Stadtbezirke in Krefeld

Das Stadtgebiet Krefelds gliedert sich in die 9 Stadtbezirke: Stadtmitte, West, Nord, Hüls, Süd, Fischeln, Oppum-Linn, Ost und Uerdingen. Jeder Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung und einen Bezirksvorsteher. Die Bezirksvertretung wird von der Bevölkerung des Stadtbezirks bei jeder Kommunalwahl gewählt. Des Weiteren existieren 19 Stadtteile, diese sind in mehrere statistische Bezirke unterteilt. Siehe hierzu Liste der Stadtteile von Krefeld und Liste der Gemarkungen von Krefeld.

Die 19 Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern:

Nachbarstädte[Bearbeiten]

Die Stadt Krefeld grenzt im Norden an die Städte Neukirchen-Vluyn und Moers im Kreis Wesel, im Osten und Nordosten an die kreisfreie Stadt Duisburg, im Süden an die Städte Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss und Willich im Kreis Viersen sowie im Westen an die Städte Tönisvorst und Kempen im Kreis Viersen.

Demografie[Bearbeiten]

1861 hatte Krefeld mehr als 50.000 Einwohner. 1890 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1957 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000. Im Jahre 1994 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 250.000 ihren historischen Höchststand. Im Juni 2012 lebten in Krefeld 234.296 Menschen. Davon waren 120.141 (51,28 %) weiblich.[4]

Die Bevölkerungsdichte beträgt 17,4 Einwohner je ha. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,0 % (Juni 2010). Der Ausländeranteil beläuft sich auf 13,6 %. Von den etwa 84.000 Sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern sind etwa 30 % im verarbeitenden Gewerbe angestellt, nur 0,5 % in der Landwirtschaft. 17,5 % der Krefelder sind unter 18 Jahren, 62,5 % sind zwischen 18 und 65 Jahre alt und 20 % sind über 65 Jahre alt.

Geschichte[Bearbeiten]

Von den Anfängen bis zum 17. Jahrhundert[Bearbeiten]

Ein Modell des Kastells Gelduba

Im 1. Jahrhundert n. Chr. erbauten die Römer am Rhein auf dem Gebiet des heutigen Krefelder Stadtteils Gellep das Kastell Gelduba. Auf dem von der Antike bis ins frühe Mittelalter ständig belegten Gräberfeld im Vorgeld des Kastells, wurde 1962 das wegen seiner herausragenden Ausstattung und Unberührtheit berühmte Grab des Frankenfürsten Arpvar entdeckt, in einer Gruppe mit weiteren fünf bemerkenswerten "Fürstengräbern" (die allerdings antik weitgehend ausgeraubt waren).

An verschiedenen anderen Plätzen im Krefelder Stadtgebiet fanden sich die Überreste römischer Landhäuser sowie einer Tempelanlage im Gebiet "Elfrath".

Im Mittelalter wuchs eine Bauernsiedlung an einem Ort namens „Krinvelde“.

Ob ein „Krähenfeld“ der Namensgeber ist, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Die Trutzburg Krakau lag östlich der Stadtmauern inmitten des heutigen Stadtgebietes. „Krah-Kau“ in der Krefelder Mundart bedeutet Krähenkäfig, so dass Krefeld ebenso ein Krähenfeld sein kann. Die „Hohe Straße“ zwischen Köln und Geldern war eine bedeutende Straße, die ihren Namen „Hochstraße“ bis heute behalten hat. Sie wurde so genannt, weil sie nicht unmittelbar am Rheinufer entlangführte, sondern oberhalb einer Geländekante verlief, wodurch sie vor Überschwemmungen sicher war.

Erstmals wird Krefeld 1105 im Urbar des Kloster Werden erwähnt. Ebenfalls im 12. Jahrhundert begann Otto von Linn nach seiner Rückkehr vom Dritten Kreuzzug die Burg Linn zu einer Festung auszubauen. Um 1200 errichteten die Herren von Rode Haus Rath wahrscheinlich als befestigte Zollstation an der Hohen Straße im heutigen Stadtteil Elfrath. Haus Rath wird erstmals 1246 in einer Urkunde des Grafen von Geldern als Lehen erwähnt.

1361 erhielt das Dorf Krefeld das Recht, einen Jahr- und Wochenmarkt abzuhalten.

Am 1. Oktober 1373 verlieh Kaiser Karl IV. „Crefeld“ die Stadtrechte.[5] Dadurch war der Ort, der zur Grafschaft Moers gehörte, besser vor Übergriffen durch Räuberbanden geschützt. Insbesondere die Herren auf der nahegelegenen Burg Linn betrieben Raubrittertum. Die Burg gehörte damals zur Grafschaft Kleve. Heinrich von Strünkede war Amtmann der Mechthild von Kleve auf der Linner Burg und wurde zu Raubzügen gegen Krefeld ausgeschickt.

Um 1400 wurde zur besseren Verteidigung Krefelds die Burg Krakau etwa 800 Meter östlich der Stadt errichtet. Sie existierte bis ins 17. Jahrhundert, heute sind nur noch ein paar Mauerreste der Wehranlagen an der Bogenstraße übrig. Die älteste Krefelder Kirche, die Dionysiuskirche (heute Alte Kirche[6]), wurde auf einem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Bau errichtet und erhielt 1472 einen neuen Turm.

Schon wenige Generationen später breiteten sich die Ideen der Reformation in Europa aus, und 1560 wurde die Grafschaft Moers nach dem Grundsatz cuius regio, eius religio protestantisch. Dies galt auch für den nördlichen Teil der damaligen Herrlichkeit Hüls, der als "Moersische" Straße - aus einer Erbteilung heraus - der Landeshoheit der Grafen von Moers unterstand. Allerdings gab es in den Wirren der folgenden Jahre weiterhin Katholiken in Krefeld und im Umland, die katholische Pfarrei wurde erst durch die Neutralitätsvereinbarung von 1607 aufgehoben, und auch danach wurden Katholiken geduldet.

1584 wurde Krefeld im Truchsessischen Krieg völlig zerstört und blieb für zwei Jahrzehnte nahezu unbewohnt. 1594 verschenkte Gräfin Walburga, die Witwe des Grafen Adolf von Neuenahr-Moers, die Herrlichkeit Krefeld an Prinz Moritz von Oranien. Die Grafschaft Moers, und damit auch Krefeld (wie der nördliche Teil von Hüls), wurden daraufhin am 4. Juli 1598 von den Generalstaaten und Erzherzog Albrecht VII. von Österreich für neutral erklärt. Die Bedeutung dieser Neutralität für die politische und wirtschaftliche Entwicklung Krefelds kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie wurde in mehreren Folgeverträgen erneuert und bezog sich auf den Unabhängigkeitskampf der Niederlande, auf den Dreißigjährigen Krieg und auf die Folgezeit.

Das neutrale Krefeld wurde nun zum Zufluchtsort für Mennoniten, die in den benachbarten katholischen Regionen wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Es kamen mehr Andersgläubige, als die alteingesessenen Krefelder ertragen wollten. Nicht zuletzt waren diese frommen Menschen oft tüchtige Handwerker und Geschäftsleute und daher waren viele von ihnen schon bald recht wohlhabend. Dies schürte natürlich den Neid und verbreitete damit Unmut unter der sonst eher ärmlichen Krefelder Bevölkerung. 1646 beklagten sich die reformierten Pfarrer Krefelds öffentlich beim Grafen von Moers darüber, dass die Mennoniten in Krefeld Versammlungen abhielten. Aufgrund dieser für Nicht-Mennoniten undurchsichtigen Treffen wurden die Mennoniten der Aufrührerschaft und Verschwörung bezichtigt.

Von größter Bedeutung für Krefeld war die Niederlassung des 1656 aus Radevormwald ausgewiesenen Mennoniten Adolf von der Leyen. Seine Söhne begründeten die Seidenweberei in Krefeld. Von der Leyen war der Stammvater einer ganzen Dynastie von Seidenfabrikanten, unter ihnen die sogenannten Seidenbarone, die Krefeld zu großem Wohlstand verhalfen.

Gedenkstein für die Auswanderer unweit der Dionysiuskirche

Der Strom von Glaubensflüchtlingen aller Konfessionen hielt stetig an – es waren mehr, als die Stadt fassen konnte. Die Stadt wurde erst bei der ersten Stadterweiterung von 1693 gezielt vergrößert. Schon bald kam es zu Ausschreitungen und Übergriffen auf die Andersgläubigen. 1683 wanderten daher die ersten 13 Familien auf einem Schiff mit dem Namen Concord nach Amerika aus und gründeten in Pennsylvania die Ortschaft Germantown (eigentlich Deitscheschteddel). Sie waren hauptsächlich Quäker und Mennoniten, welche die in Pennsylvanien vom Gouverneur William Penn zugesicherte absolute Meinungs- und Religionsfreiheit lockte. Heute ist Germantown ein Stadtteil von Philadelphia. Diese 13 Familien waren die ersten Deutschen, die als geschlossene Gruppe nach Amerika auswanderten. Die Deutsche Bundespost nahm 1983 die 300 Jahrfeier „Deutsche in Amerika“, die in Philadelphia und in Krefeld als „Philadelphiade“ gefeiert wurde, zum Anlass eine Sonderbriefmarke herauszugeben.

18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Seidenweber-Denkmal Meister-Ponzelar; Südwall, Ecke Ostwall
51° 19′ 42″ N, 6° 34′ 4″ O51.3283333333336.5677777777778

1702 starb Wilhelm III. von Oranien, und Krefeld fiel daraufhin an Preußen. Die beiden Brüder Friedrich und Heinrich von der Leyen verließen 1731 den elterlichen Betrieb und gründeten ein eigenes Textilunternehmen, welches sich in den nächsten Jahren zu einem Unternehmen mit Weltruf entwickelte und zunehmend Einfluss auf die Verhältnisse der Stadt ausübte. Friedrich war der Repräsentant des Unternehmens, Heinrich ihr Organisator. Die beiden reichen Brüder unterstützten ihre Mennonitengemeinde, indem sie die Prediger bezahlten, ein Armenhaus stifteten und eine neue Kirchenorgel kauften. Dennoch hat der Reichtum der von der Leyens mit ihrem fürstlichen Lebensstil die einstigen Glaubensgedanken wie Frömmigkeit und Bescheidenheit verdrängt. Friedrich Wilhelm I. erkannte bei seinem Besuch in Krefeld 1738:

Die Mennonisten sind hier keine rechten Mennonisten, sondern Bastarde, sonst aber gute Christen und biedere Leute.

Den Von der Leyens machte er dennoch, oder gerade deshalb Zugeständnisse:

Sie können sich auf mich verlassen, ich werde sie zu jeder Zeit protegieren, daß dero Fabrik und Handlung kein Mensch Tort tun kann.

Die Stadt wurde im 18. Jahrhundert wieder durch mehrere Kriege in Mitleidenschaft gezogen (s. Spanischer Erbfolgekrieg, Polnischer Thronfolgekrieg). Der nächste preußische König Friedrich II. erlaubte den Katholiken in Krefeld eine eigene Kirche, die Dionysiuskirche, zu bauen. Der Grundstein wurde am 9. August 1754 bei einem schon fortgeschrittenen Bauzustand gelegt.

Die Seidenweberhäuser waren Wohnort und Arbeitsplatz zugleich
51° 19′ 43″ N, 6° 33′ 46″ O51.3286111111116.5627777777778

Durch Monopole förderte Friedrich II. in Krefeld die Seidenweberei. Somit entwickelte sich in Krefeld eine stark ausgeprägte Textilindustrie. Diese Situation machte die Stadt Krefeld sehr wohlhabend und sie bekam ihren noch heute gültigen Beinamen „Samt- und Seidenstadt“. Hundert Jahre später war die Hälfte der Krefelder Bevölkerung in der Seidenindustrie beschäftigt. An die vielen Weber der Stadt erinnert heute am Südwall Ecke Ostwall das Seidenweberdenkmal, die Statue eines Seidenwebers mit geschulterter Tuchrolle, von den Krefeldern Meister Ponzelar genannt. Auf dem Bild unter der Statue, im Sockel eingelassen, ist ein für damals typisches Weberhaus dargestellt. Gewebt wurde seinerzeit in Heimarbeit in einer eigens dafür mit einer Webmaschine eingerichteten Webstube eines Weberhauses. Einige dieser typischen Häuser haben die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg und mehrere Stadtmodernisierungen unversehrt überstanden und stehen heute unter Denkmalschutz.

Durch die „Schlacht bei Krefeld“ ging der Name der friedliebenden Stadt in die Kriegsgeschichte ein: Im Siebenjährigen Krieg trafen am 23. Juni 1758 preußische Truppen unter dem Kommando des Prinzen Ferdinand von Braunschweig und ein französisches Heer am südlichen Stadtrand zusammen. Trotz ihrer Übermacht wurden die Franzosen besiegt – ein Gedenkstein am einstigen Schlachtfeld, der Hückelsmay, erinnert heute noch an die über 2.800 Gefallenen, die dort begraben liegen. Friedrich II. besuchte zweimal die Stadt Krefeld: 1751 und 1763. Bei seinem zweiten Besuch verlieh er der Familie von der Leyen Monopolrechte für die Seidenproduktion, so dass aufkommende Konkurrenten gezwungen waren, in das benachbarte Herzogtum Jülich-Berg beziehungsweise das Kurfürstentum Köln abzuwandern. An die 4.000 Bürger arbeiteten bereits für die Von der Leyens, das war etwa die Hälfte aller Einwohner der Stadt. 80 % der produzierten Waren gingen in den Export auch nach Amerika und Russland. Das Portfolio umfasste Seiden- und Samtbänder, Paramenten, Borten, Hals- und Taschentücher und Seidenstrümpfe sowie Tuchware, all dies in exklusiven und erlesenen Qualitäten. Um 1768 liefen allein für die beiden Brüder von der Leyen über 700 Webstühle. Der zweitgrößte Krefelder Seidenfabrikant, das Unternehmen Floh, besaß etwa 100 Seidenwebstühle. Die Webstühle waren stets Eigentum des jeweiligen Fabrikanten und wurden an die angestellten Weber lediglich ausgeliehen. Gewebt wurde meist in Heimarbeit. 1781 vermerkte Friedrich II., König von Preußen:

Crefeld und die dasigen Manufacturen sehe ich als ein Kleinod an, von welchem die Werber wegbleiben müssen; zeigt Mir daher nur die Regimenter näher an, welche sich dergleichen Exzesse zu Schulden kommen lassen. Ich werde ihnen schon den Weg zur Stadt und ihren Manufacturen zu versperren wissen. Auswärts mögen sie werben, soviel sie wollen, von dergleichen nützlichen Fabriquen sollen sie aber durchaus wegbleiben.

Dies bedeutete, dass in Krefeld von nun an von der Armee keine Rekruten angeworben werden durften. Die übliche Methode der Werber bestand darin, abends vor den Kneipen angetrunkenen jungen Männern aufzulauern und ihnen sofort einen Betrag als Vorschuss auf den Sold auszuzahlen. Wer dieses Handgeld annahm, verpflichtete sich quasi umgehend zum Wehrdienst. Während anderenorts ganze Stammbelegschaften in den Krieg zogen, konnte in Krefeld auch in Kriegszeiten mit nahezu gleicher Quantität die gewohnt hohen Qualitäten gefertigt werden. Zudem verfügte man in Krefeld durch diese Protektion über die höchste Dichte an Webermeistern, welche ebensolche meisterlichen Arbeiten ablieferten.

1794 betrug das Betriebsvermögen der Von der Leyens enorme 1.280.000 Taler. Ein Webergeselle verdiente zu der Zeit im Monat etwa 10 Taler, ein Seidenweber das doppelte, Bandweber sogar bis zu 30 Taler. Eine einfache Wohnung kostete 1 Taler Miete pro Monat. Für einen Webstuhl musste man 80 Taler bezahlen, ein Roggenbrot von 500 g kostete 4 Deut und ein Liter Bier 1 Stüber und 3 Deut. Ein Taler kam 60 Stüber gleich und ein Stüber hatte 8 Deut. Ein Taler von 1770 entspricht heute etwa 25 Euro.

Der Wohlstand lockte auch Ganoven und Banditen an. Oft wurden die frommen und gutgläubigen Mennoniten zu ihren Opfern. Räuberbanden zogen um Krefeld umher und verbreiteten Angst und Schrecken. Die „Krefelder Bande“ war eine von vielen. Der Grefrather Matthias Weber, ob seiner Art des Kampfes vielen besser bekannt als Der Fetzer, war seinerzeit wohl das prominenteste und gefürchtetste Mitglied dieser Gruppe.

In den auf die Französische Revolution folgenden Koalitionskriegen wurde Krefeld erstmals am 16. November 1792 durch Revolutionstruppen unter General La Marliére besetzt. Von den Franzosen wurde eine Kriegskontribution in Höhe von 300.000 holländischen Gulden verlangt, die die Stadt Krefeld nicht aufbringen konnte. Zur Sicherung dieser Forderung wurden die Vertreter der wohlhabendsten Krefelder Familien als Geiseln genommen. Erst Ende Januar konnte die Forderung beglichen werden. Im Zuge des Herbstfeldzuges von 1794 wurde auch Krefeld, wie das übrige linksrheinische Territorium, von den französischen Revolutionstruppen besetzt. Die Stadt wurde wie das gesamte linksrheinische Gebiet von Frankreich annektiert und 1798 zum Verwaltungssitz eines Arrondissements des Département de la Roer bestimmt. 1801 wurde das Département de la Roer zusammen mit dem Arrondissement de Crévelt französisches Staatsgebiet. Im Jahr 1802 wurde die Gewerbefreiheit nach französischem Recht eingeführt. In dieser Zeit wurde auch gezielt Jagd auf die umherstreunenden Banditen und Räuber gemacht. Mit den meisten wurde kurzer Prozess gemacht. So endete 1803 auch das Leben von Matthias Weber auf einer Guillotine in Köln.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Krefeld 1856; Blickrichtung von Süd-Osten. Viereckiger Bau mit vier Türmchen ganz links: Hauptbahnhof. Kirchturm Mitte links: Alte Kirche. Kirchturm Mitte: Dionysiuskirche. Kirchturm Mitte rechts: Synagoge. Großes Kirchenschiff Mitte rechts: Stephanskirche

Die Gedanken der Revolution fanden durchaus Zustimmung bei vielen Bürgern, die auch Napoleon Bonaparte 1804 bei seinem Besuch in der Stadt zujubelten. Aus den Aufzeichnungen der Familie von Beckerath geht zum Besuch Napoleons in Krefeld folgendes hervor:

Bonaparte wurde auf dem Felde bei Königshof empfangen. Der Kaiser hatte einen gelblichen Teint, graue Augen, dunkles Haar und seine Züge waren nicht unangenehm. Nachdem der Maire von der Leyen seine Rede abgelesen hatte, nickte er freundlich mit dem Kopf, sah auf seine Uhr und befahl fortzufahren. Er war kaum in der Stadt, so sahen wir ihn mit dem Maire Arm in Arm gehen. Nachdem Bonaparte die Fabriken besehen, ließ er den Gemeinderat zusammenkommen und fragte unter anderem, wie viele Millionäre denn in Crefeld seien.“

Die Franzosenzeit endete am 14. Januar 1814 – von nun an war Krefeld wieder preußisch.

Historische Stadtkarte von 1842
Crefeld um 1842, Lithographie von Heinrich Wilhelm Teichgräber

1816 wurde Krefeld Sitz des Kreises Krefeld, der 1929 im Kreis Kempen-Krefeld aufging. 1828 rebellierten Seidenweber des Unternehmens von der Leyen gegen Lohnkürzungen. Preußische Husaren schlugen die Aufständischen nieder.

Sechste Stadterweiterung und die vier Wälle[Bearbeiten]

Zwischen 1817 und 1870 wurde Krefeld mehrmals erweitert und umgestaltet. Hierfür wurde 1815 der Baumeister und Architekt Adolph von Vagedes mit der Ausfertigung eines Stadterweiterungsplanes beauftragt. Die alten Stadtmauern grenzten die wachsende Stadt zu sehr ein und neue Bauvorhaben außerhalb der Mauern fanden nahezu planlos und ohne Ordnung statt. 1817 wurden die ersten Pläne von Vagedes dem Stadtrat vorgelegt und von diesem bis 1819 genehmigt. Der ursprüngliche Plan sah einen Grundriss in Form eines Griechischen Kreuzes vor. Dieses Vorhaben wurde jedoch wieder verworfen. Das wohl entscheidendste Detail aus diesem Plan war nun die Errichtung der noch heute das Stadtbild prägenden Boulevards (Nord-, West-, Süd-, Ostwall) in Form eines Rechteckes. Die vier Wälle liegen um einiges außerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung und somit nicht wie häufig kolportiert an deren Stelle. Vagedes Plan griff weiter auch die bereits vorhandene klassizistische Prägung der Stadt auf wonach Neubauten ebenfalls im gleichen Stil errichtet wurden. Die Bepflanzung der vier Wälle wurde sehr wahrscheinlich zwischen 1838 und 1840 von Maximilian Friedrich Weyhe und seinem jüngeren Sohn Wilhelm August gestaltet. Weitere Gestaltungen seines älteren Sohnes Joseph Clemens Weyhe sind nachweislich belegt.[7]

Siebente Stadterweiterung[Bearbeiten]

Der nicht in Vagedes Plan berücksichtigte Bau des Bahnhofes um 1849 machte später eine Verlängerung des Ostwalls erforderlich, dessen stilistische Integrierung in das bestehende Stadtbild ebenfalls von Joseph Clemens Weyhe geplant wurde. Die heute 150 Jahre alten Bäume auf den vier Wällen gehen noch auf diese Zeit zurück.[7] 1843 wurde Krefeld nach Plänen von Umpfenbach bis zu den heutigen Ringstraßen erweitert. Die Märzrevolution von 1848 war auch in Krefeld spürbar – im Januar 1849 gab es bei Straßenkämpfen sogar ein Todesopfer. Das technische Zeitalter begann in Krefeld 1849 mit Eröffnung der Eisenbahn von Aachen nach Oberhausen (Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft).

1863 kam es zu einem Eklat beim Besuch von König Wilhelm I. Außer den Mitgliedern des Preußenvereins verweigerten die meisten Krefelder dem König die üblichen Ehrenbezeugungen und blieben einfach zu Hause. Als ihm 1870 ein Denkmal gesetzt werden sollte, verlangte Wilhelm, der die Beleidigung nicht vergessen hatte, es müsse der Stadt den Rücken zukehren. Der Sockel dieses Denkmals ist noch heute im Krefelder Stadtgarten zu sehen. Die Statue selber wurde im Zweiten Weltkrieg für die Rüstung eingeschmolzen.

Im Jahre 1872 schied Krefeld aus dem Kreis Krefeld aus und wurde kreisfreie Stadt. Am 17. Juni 1894 starb der Luftfahrtpionier Hermann Lattemann in Krefeld bei einem fatalen Experiment, als er seinen Ballon zum Fallschirm umwandeln wollte.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Postkarte von 1908 zeigt die Hochstraße wahrscheinlich Ecke Schwanenmarkt
51° 19′ 54″ N, 6° 33′ 45″ O51.3316666666676.5625
Protestkundgebung auf dem Karlsplatz am 31. März 1947

Am 9. Juni 1902 wurde Gustav Mahlers 3.Sinfonie in Krefeld unter Mahlers Dirigat uraufgeführt. Elf Tage später jubelten die Krefelder Kaiser Wilhelm II. zu – die Zurückhaltung, die sie seinem Großvater Wilhelm I. entgegengebracht hatten, war vergessen.

1914 zogen auch Krefelder in den Ersten Weltkrieg – die pazifistischen Privilegien waren schon seit 1794 Geschichte. Nach Kriegsende wurde Krefeld am 6. Dezember 1918 von belgischen Truppen besetzt (bis 31. Januar 1926 – siehe Alliierte Rheinlandbesetzung). Anfangs waren 7.500, später bis zu 6.000 Soldaten in Krefeld stationiert. Das Deutsche Reich musste ihnen laut Versailler Vertrag angemessene Unterkünfte zur Verfügung stellen. Von 1918 bis 1921 waren über 1.220 Quadratmeter in Privathäusern beschlagnahmt, von 1923 bis 1924 etwa 900. 1921 baute man die ersten Wohnhäuser für Offiziere – im seitden so genannten „belgischen Viertel“. Die Belgier zensierten die Tageszeitungen und kappten Verbindungen zum anderen Rheinufer.[8]

Am 22. Oktober 1923 stürmten rheinische Separatisten das Krefelder Rathaus. Es gab Tote und Verletzte; die Aktion blieb ohne politische Folgen.

1929 wurde Krefeld mit Uerdingen, Fischeln, Gellep-Stratum und anderen Gemeinden zum Stadtkreis Krefeld-Uerdingen vereinigt und der Restkreis in Landkreis Kempen-Krefeld umbenannt. Bereits 1907 hatte es eine große Erweiterung des Stadtgebietes gegeben, damals wurden Bockum, Oppum und Verberg eingemeindet.(siehe auch „Kreisreformen in Preußen“)

Am 9. November 1938 (Novemberpogrome) wurden auch in Krefeld die Synagogen niedergebrannt und Geschäfte jüdischer Kaufleute zerstört und/oder geplündert.

Im Zweiten Weltkrieg führte die Britische Luftwaffe ab Mai 1940 Luftangriffe auf Städte in Deutschland durch. in Krefeld wurden daraufhin als Schutzmaßnahme ("Führer-Sofortprogramm") 30 Bunker (meist Hochbunker) errichtet. In der Nacht 2./3. Oktober 1942 starben 38 Menschen beim ersten größeren Luftangriff auf die Stadt. In der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 1943 wurden bei einem schweren britischen Luftangriff[9] (1033,5 Tonnen Sprengbomben und 1041,9 Tonnen Brandbomben) im Rahmen der morale-bombing-Strategie große Teile des Krefelder Ostens getroffen; die Innenstadt wurde durch einen von Brandbomben verursachten Feuersturm erheblich zerstört. 1036 Krefelder starben; 9349 wurden verletzt. Der große Hauptbahnhof jedoch blieb fast unversehrt.

Am 31. Dezember 1944, 11. Januar und 24. Januar 1945 griffen die Westalliierten Bahnlinien an. Bei den Angriffen starben 441 Menschen. Ein Luftangriff auf Krefeld am 28./29. Januar 1945[10] verursachte etwa 650 Tote und Vermisste.

Am 2. März 1945 marschierten US-Truppen in Krefeld ein (Näheres hier). Ein Ziel beim Vormarsch war es, die Krefeld-Uerdinger Brücke (zwischen Krefeld-Uerdingen und Duisburg-Mündelheim) zu erobern; dies misslang.[11]

Im Juni 1945 lösten britische Besatzungstruppen die US-Truppen ab, fortan gehörte Krefeld zur Britischen Besatzungszone.[12] Nach Kriegsende sollten die Krefelder Stahlwerke ursprünglich demontiert werden, man konnte dies aber noch abwenden. Am 20. Juni 1948 wurde im Zuge einer Währungsreform die D-Mark eingeführt.

In den 1950er Jahren erlebten die Stahlwerke einen Aufschwung; Ende der 1960er, der 1970er und in den 1990er Jahren gab es Stahlkrisen. Die Textilindustrie blühte bis etwa 1955 auf und erlebte dann einen bis heute (2010) anhaltenden Niedergang. 1975 wurde Hüls von Krefeld eingemeindet (im Rahmen der Gebietsreform in NRW).

Am 16. Oktober 1980 wurde in Krefeld auf einer Konferenz der Friedensbewegung (unter anderem mit Petra Kelly und Gert Bastian) der „Krefelder Appell“ gegen den NATO-Doppelbeschluss formuliert. Am 25. Juni 1983 demonstrierten bei einem Staatsbesuch von George H. W. Bush (1981-1989 US-Vizepräsident unter Ronald Reagan; 1989-1993 US-Präsident) anlässlich der Philadelphiade in Krefeld über 20.000 Menschen; dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen militanten Demonstranten und der Polizei.[13]

Seit dem 3. Juni 2002 gibt es eine neue Rheinbrücke (die Flughafenbrücke); sie schließt eine Lücke in der A 44 zwischen dem Flughafen Düsseldorf und dem Autobahnkreuz Meerbusch (A 44/A 57).

Wachstum bis 1843[Bearbeiten]

Wachstum bis 1843
  • Ursiedlung
  • nach der Stadterhebung 1373
  • 1. Stadterweiterung 1693
  • 2. Stadterweiterung 1711
  • 3. Stadterweiterung 1738
  • 4. Stadterweiterung 1752
  • 5. Stadterweiterung 1766
  • 6. Stadterweiterung 1819
  • 7. Stadterweiterung 1843
Niedertor (Hülser Tor) A, B, C
Obertor (Fischelner Tor) D, E
Neues Tor (Linner Tor) F
Bröcksken (Brücke über den Stadtgraben) G
Pforte nach Cracau H
Westtor (Pforte nach St. Tönis) I

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen wurden nach Krefeld eingemeindet:

Jahr Eingemeindete Gebiete
1901 Linn (Stadtrecht seit dem 14. Jahrhundert)
1907 Bockum, Verberg und Oppum (alle Bürgermeisterei Bockum)
1. August 1929 Bildung des Stadtkreises Krefeld-Uerdingen (am 25. April 1940 in Stadtkreis Krefeld umbenannt) durch Vereinigung folgender Städte und Gemeinden:
Stadtkreis Krefeld
Stadt Uerdingen, Landkreis Krefeld (Stadtrecht seit 1255/1324 mit dem 1927 eingegliederten Hohenbudberg, Bürgermeisterei Friemersheim)
Fischeln, Landkreis Krefeld
Traar, Landkreis Krefeld
Gellep-Stratum (Amt Lank), Landkreis Krefeld
Forstwald (Amt Vorst), Landkreis Krefeld
Benrad und Hülserberg (Amt Hüls), Kreis Kempen
1. Januar 1975 Hüls, seit dem 1. Januar 1970 Ortsteil der Stadt Kempen, Kreis Kempen-Krefeld (Orbroich war bereits 1936 eingemeindet worden.)[14]

Religionen[Bearbeiten]

Christen[Bearbeiten]

Die Mennoniten-Kirche an der Königstraße
51° 19′ 58″ N, 6° 33′ 48″ O51.3327777777786.5633333333333
Die katholische Hauptpfarrkirche Krefelds, St. Dionysius
51° 19′ 58″ N, 6° 33′ 37″ O51.3327777777786.5602777777778
Evangelische Kirche Alt-Krefeld
51° 19′ 52″ N, 6° 33′ 45″ O51.3311111111116.5625

Krefeld und Uerdingen gehörten anfangs zum Erzbistum Köln und waren dem Archidiakonat des Domdekans, beziehungsweise dem Dekanat Neuss unterstellt. 1560 führten die Grafen von Moers in Krefeld die Reformation ein. Durch die Verpfändung Krefelds an die Oranier galt in Krefeld eine begrenzte Religionsfreiheit, die sich auf das private religiöse Leben beschränkte. Das Kloster Johannes Baptista wurde von den Katholiken weiter genutzt. Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen waren jedoch dem reformierten Pfarrer vorbehalten. Diese, wenn auch eingeschränkte, Religionsfreiheit führte viele aus religiösen Gründen verfolgte Menschen aller Konfessionen in die Stadt. Eine besonders starke Gruppe bildeten die Mennoniten, die schon im Jahre 1693 eine eigene Kirche bauen konnten. Erst unter den Preußen durften ab 1744 die Katholiken wieder selber Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse vornehmen. 1748 bauten die Lutheraner ihre eigene Kirche; 1755 wurde die katholische Dionysiuskirche fertiggestellt.

Obwohl die Bevölkerung mehrheitlich immer katholisch war, dominierten die Reformierten die Stadt. Alle öffentlichen Ämter bis hinab zum Nachtwächter wurden von Reformierten bekleidet. Die soziale Struktur der Konfessionen ließ sich auf einen einfachen Nenner bringen: Die Mennoniten hatten das Geld, die Reformierten das Sagen und die Katholiken die Arbeit.

Anders war es in Uerdingen. Durch die Zugehörigkeit der Stadt zum Erzbistum Köln blieb die Stadt auch nach der Reformation katholisch. Alle katholischen Pfarrgemeinden im heutigen Stadtgebiet gehörten bis 1802 zum Erzbistum Köln. Nach dessen Auflösung kamen die Gemeinden zum Bistum Aachen, das jedoch 1821/1825 bereits wieder aufgehoben wurde, so dass das Gebiet ab 1821 erneut zum wieder errichteten Erzbistum Köln kam, die ehemalige Herrlichkeit Hüls und Benrad kamen jedoch zum Bistum Münster. Krefeld wurde Sitz eines Dekanats. 1930 wurden alle Pfarrgemeinden des gesamten Gebiets dem neu errichteten Bistum Aachen zugeordnet. Das Dekanat Krefeld wurde in die drei Dekanate Mitte, Süd und Ost aufgeteilt. Heute gehören alle Pfarrgemeinden der Stadt Krefeld zu den Dekanaten Mitte, Ost, Bockum/Oppum, West, Süd und Nordwest innerhalb der „Region Krefeld“, zu der weitere Gebiete außerhalb Krefelds gehören. Hauptkirche der Stadt Krefeld ist die Pfarrkirche St. Dionysius. Weitere Kirchen sind St. Andreas, St. Anna, St. Antonius, St. Bonifatius, Christus König, St. Clemens, St. Cyriakus, St. Elisabeth, St. Elisabeth von Thüringen, St. Franziskus, St. Gertrudis, Heilige Schutzengel, St. Heinrich, Herz-Jesu Königshof, Herz-Jesu Bockum, St. Hubertus, St. Johann Baptist, St. Josef Krefeld-Mitte, St. Josef Krefeld-Nordwest, Liebfrauenkirche, St. Karl Borromäus, St. Margareta, St. Mariä Himmelfahrt, Maria Waldrast, St. Martin, St. Michael, St. Norbertus, St. Paul, Pax-Christi, St. Peter, St. Pius X., St. Stephan und St. Thomas Morus.

Mit dem Übergang an Preußen gehörten die protestantischen Gemeinden Krefelds zur rheinischen Provinzialkirche der Evangelischen Kirche in Preußen. 1947 wurde die Kirchenprovinz als Evangelische Kirche im Rheinland selbständige Landeskirche. Krefeld wurde Sitz eines Superintendenten, aus dem später der Kirchenkreis Krefeld (heute Krefeld-Viersen) innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland hervorging. Die Kirchengemeinden wurden in mehrere Kirchengemeinden aufgeteilt beziehungsweise neue Kirchengemeinden entstanden. Der heutige Kirchenkreis Krefeld-Viersen umfasst die Krefelder Kirchengemeinden und viele Gemeinden außerhalb der Stadt Krefeld.[15]

In Krefeld gibt es (Stand etwa 2010) folgende Kirchen (in Klammer die zugehörige Kirchengemeinde und soweit bekannt das Baujahr der Kirche): Alte Kirche, Erlöserkirche und Johanneskirche (alle Kirchengemeinde Alt Krefeld), Friedenskirche (Friedenskirchengemeinde, 1874), Pauluskirche (Pauluskirchengemeinde, 1900/1901), Lutherkirche (1904) und Markuskirche (beide Kirchengemeinde Krefeld Süd), Christuskirche (Kirchengemeinde Krefeld Ost), Kreuzkirche und Auferstehungskirche (beide Kirchengemeinde Oppum), Lukaskirche, Thomaskirche und das Gemeinsame Haus (ökumenisch) in Elfrath (alle Kirchengemeinde Nord), Kreuzkirche (Kirchengemeinde Hüls), Michaelskirche und Johanneskirche (beide Kirchengemeinde Uerdingen).

Neben der bereits erwähnten Mennonitengemeinde gibt es in Krefeld weitere Freikirchen, darunter eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde der Apostolischen Gemeinschaft, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Freie evangelische Gemeinde und die Heilsarmee. Sie sind – zusammen mit der römisch-katholischen Kirche und den evangelischen Kirchen – Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), wie ebenso die Alt-Katholische Pfarrgemeinde und die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde.

Daneben sind auch die Christengemeinschaft und die Neuapostolische Kirche in Krefeld ansässig.

Juden[Bearbeiten]

Synagogendenkmal, Marktstraße
51° 19′ 51″ N, 6° 33′ 56″ O51.3308333333336.5655555555556

Nach der Ordnung der jüdischen Gemeinden aus der napoleonischen Zeit war in Krefeld die bedeutendste jüdische Gemeinde im Rur-Departement. Folglich war hier das Konsistorium, die Verwaltung aller Gemeinden aus dem Département, ansässig. Der Krefelder Rabbiner war als Oberrabbiner zuständig für ein weites Gebiet von Kleve im Norden bis Köln im Süden. Die jüdische Gemeinde hatte in Krefeld zusätzlich eine besondere Stellung, weil sie nicht die einzige Minderheit in der Stadt repräsentierte. Zu Beginn der 1930er Jahre lebten in Krefeld, einschließlich des erst später eingemeindeten Ortsteils Hüls, etwa 1600 Juden, etwa ein Prozent der Bevölkerung. Die Tendenz war eher abnehmend, da die jüngeren Leute in die größeren Städte, besonders nach Berlin, abwanderten. In Krefeld existierten mehrere Synagogen bzw. Bethäuser und zwar in Krefeld-Mitte, Fischeln, Hüls, Linn und Uerdingen. Es gab und gibt weiterhin einen jüdischen Friedhof. Erfolgreiche Kaufleute und Akademiker jüdischer Herkunft waren gesellschaftlich weitgehend akzeptiert, besonders wenn die Familien seit mehreren Generationen in Krefeld lebten. Trotzdem kam es auch in Krefeld seit Mitte der 1920er Jahre zu antisemitischen Übergriffen, die im Novemberpogrom 1938 gipfelten. Bis 1939 war die Hälfte der Krefelder Juden aus Deutschland ausgewandert. Mindestens 737 Krefelder Juden wurden in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet.

Die Jüdische Gemeinde Krefeld erstreckt sich heute von Krefeld bis Kleve.[16] 1980 hatte sie rund 130 Mitglieder, 2010 waren es 1.200.[17] Die meisten stammen aus Osteuropa und sind nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nach Deutschland eingewandert. Im Juli 2005 wurde der Grundstein für den Neubau einer Synagoge an der Wiedstraße in der östlichen Innenstadt gelegt. Am 14. September 2008 wurde sie eröffnet. Seit dem 1. Mai 2007 hat die Gemeinde mit Yitzhak Mendel Wagner erstmals seit der Shoa wieder einen Rabbiner.

Muslime[Bearbeiten]

In Krefeld leben etwa 14.000 Muslime, dies sind rund 5,6 Prozent der Krefelder Bevölkerung. Die meisten von ihnen kamen ab den 1960er Jahren hauptsächlich als Gastarbeiter aus der Türkei in die Samt- und Seidenstadt und fanden hier eine neue Heimat. Die Krefelder Muslime schlossen sich unter dem Dachverband „Union der türkischen und islamischen Vereine in Krefeld und Umgebung e. V.“ zusammen, um bürokratische Angelegenheiten mit der Stadt Krefeld einfacher und schneller zu handhaben. Derzeit existieren in Krefeld acht muslimische Gotteshäuser. Die älteste Moschee wurde 1973 an der Gerberstraße vom Verein Islamische Gemeinschaft Krefeld e. V., nahe der Innenstadt, eröffnet. Sie befindet sich seit 1987 in der Viersener Straße. Im Stadtteil Oppum besteht als jüngste Gebetsstätte die Al-Qods-Moschee. Darüber hinaus gibt es einen muslimischen Friedhof am Elfrather See.

Sonstige[Bearbeiten]

Des Weiteren gibt es ein buddhistisches Zentrum in der Stadtmitte.

Politik[Bearbeiten]

Das Krefelder Rathaus
51° 20′ 3″ N, 6° 33′ 33″ O51.3341666666676.5591666666667

An der Spitze des alten Dorfes Krefeld stand zunächst ein Amtmann, der im Namen der Grafen handelte. Nach der Stadterhebung leiteten die Schöffen die Stadtverwaltung. Ihnen traten später Bürgermeister und Ratsmänner zur Seite. Im 15. Jahrhundert nahmen auch Gemeinsleute als Vertreter der Bürgerschaft an der Stadtverwaltung teil. Schöffen, Bürgermeister und Gemeinsleute bildeten später den Magistrat. Ab 1738 wurde der Magistrat ständig. Ihm gehörten vier Bürgermeister, ein Schöffe, ein Secretarius und drei Gemeinsleute an. Nach 1740 handelte es sich beim Magistrat um eine königliche Behörde des Staates Preußen, zu dem Krefeld seinerzeit bereits gehörte. In französischer Zeit wurde 1800 die Munizipalverfassung eingeführt. Krefeld wurde Hauptort eines Kantons mit einem Maire an der Spitze. Ferner gab es einen Munizipalrat. 1845 wurde die Rheinische Landgemeindeordnung und 1856 die Rheinische Städteordnung eingeführt. Danach leitete ein Oberbürgermeister die Stadtverwaltung, auch gab es weiterhin einen Rat.

Auch in Uerdingen gab es nach der Stadterhebung einen Rat und mehrere Bürgermeister. Ab 1648 gab es nur noch einen Bürgermeister. Auch Uerdingen wurde in französischer Zeit Sitz einen Kantons mit einem Maire an der Spitze. In preußischer Zeit leitete ein Bürgermeister die Stadt. Nach der Vereinigung beider Städte gab es einen Oberbürgermeister für die neue kreisfreie Stadt Krefeld-Uerdingen.

Die von Egon Eiermann erbaute ehemalige Hauptverwaltung der VerSeidAG ist heute das Stadthaus
51° 20′ 23″ N, 6° 32′ 42″ O51.3397222222226.545

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein, und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen von den Bürgern gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt. Oberbürgermeister ist Gregor Kathstede (CDU).

Oberbürgermeister seit 1848[Bearbeiten]

Oberstadtdirektoren 1946–1999[Bearbeiten]

  • 1946–1949: Johannes Stepkes
  • 1949–1964: Bernhard Heun
  • 1964–1986: Hermann Steffens
  • 1986–1988: Alfred Dahlmann
  • 1988–1999: Heinz-Josef Vogt

Ergebnisse Oberbürgermeisterwahlen (seit 2004)[Bearbeiten]

2004 2009
Gregor Kathstede (CDU) 44,43 % 39,59 %
Ulrich Hahnen (SPD) 34,21 % 39,12 %
Harry van Bargen (Grüne) 8,73 % 9,16 %
Joachim C. Heitmann (FDP) 7,70 % 7,25 %

Ergebnisse Stadtratswahlen (seit 2004)[Bearbeiten]

CDU SPD GRÜNE FDP Die Linke Sonstige Wahlbeteiligung
26. September 2004 42,45 % 28,64 % 12,65 % 9,13 % 7,13 % 48,44 %
30. August 2009 35,54 % 30,70 % 14,44 % 10,21 % 3,70 % 5,41 % 48,78 %

Sitzverteilung nach Fraktionen im Stadtrat (seit 2004)[Bearbeiten]

CDU SPD GRÜNE FDP Die Linke KK/UKB KWG KK KB Fraktions/Gruppenlos Gesamt
2004 25 18 8 5 3 2 1 62
2009 21 18 8 6 2 1 1 1 58

Nach der Kommunalwahl 2004 waren einige Mitglieder aus der Ratskoalition von CDU und FDP ausgetreten. Oberbürgermeister Kathstede verfügte somit nicht mehr über die Mehrheit der Sitze im Stadtrat.

Abgeordnete für Krefeld[Bearbeiten]

Für den Bundestagswahlkreis Krefeld I – Neuss II sitzt seit 2013 im 18. Deutschen Bundestag der per Direktmandat gewählte Ansgar Heveling (CDU). Den Bundestagswahlkreis Krefeld II – Wesel II vertritt Siegmund Ehrmann (SPD) als Direktkandidat sowie Ulle Schauws (Bündnis 90/Die Grünen) und Kerstin Radomski (CDU) die über die Landesliste in den Bundestag eingezogen sind.

Direkt gewählte Abgeordnete im nordrhein-westfälischen Landtag sind in der 16. Wahlperiode (seit 2012) Ulrich Hahnen (SPD) im südlichen Wahlkreis I und Ina Spanier-Oppermann (SPD) im nördlichen Wahlkreis II.

Stadtwappen[Bearbeiten]

Krefelder Wappen seit 1950 in der vom Entwerfer Wolfgang Pagenstecher gestalteten Fassung
für die Geschichte und weitere Informationen siehe Wappen der Stadt Krefeld

Das mit Ministerialerlass vom 3. Juli 1950 genehmigte Stadtwappen wurde von dem Heraldiker Wolfgang Pagenstecher entworfen. Der gespaltene Schild zeigt vorn in Silber den Heiligen Dionysius von Paris mit Heiligenschein und rotem Ornat, den Bischofsstab in der Rechten, das abgeschlagene Haupt in der Linken, zu seinen Füßen ein goldenes Schildchen mit schwarzem Balken, hinten in blau über rot geteiltem Felde zwei abgewendete goldene Schlüssel, begleitet von silbernen Schilden mit schwarzen Balkenkreuzen.

Der abgeschlagene Kopf des hl. Dionysius, der im dritten Jahrhundert erster Bischof von Paris und später fränkischer Nationalheiliger wurde, deutet seinen Märtyrertod an. Das Moerser Landeswappen zu seinen Füßen erinnert an die frühere Zugehörigkeit von Stadt und Herrlichkeit Krefeld zur Grafschaft Moers. Die kurkölnischen Schilde im Uerdinger Wappen weisen auf die Landesherrschaft des Kurfürsten von Köln über die Stadt Uerdingen hin und versinnbildlichen zugleich die Zugehörigkeit einiger Teile des alten Amtes Linn-Uerdingen zum heutigen Stadtgebiet.

Stadtfarben[Bearbeiten]

Die Farben der Stadt Krefeld sind schwarz und gold.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften:
NiederlandeNiederlande Venlo in den Niederlanden, seit 1964
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Leicester in Großbritannien, seit 1969
FrankreichFrankreich Dünkirchen in Frankreich, seit 1974
NiederlandeNiederlande Leiden in den Niederlanden, seit 1974
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Charlotte in den USA, seit 1986
BrandenburgBrandenburg Landkreis Oder-Spree in Brandenburg,
seit 1990
RusslandRussland Uljanowsk in Russland, seit 1993
TurkeiTürkei Kayseri in der Türkei, seit Mai 2008

Die niederländische Grenzstadt Venlo war die erste offizielle Städtepartnerschaft Krefelds. Die Partnerschaft wurde 1964 offiziell begründet, auch wenn Kontakte zwischen den Krefeldern und den Nachbarn aus Venlo bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gepflegt wurden. Die bekannteste Errungenschaft der Partnerschaft ist der alljährliche Besuch des „Sinter Klaas“, der mit seinen Swarten Pieten immer am ersten Advent am Rhein-Steiger in Uerdingen festmacht und von einem begeisterten Publikum empfangen wird.

Am 14. Mai 1969 wurde die englische Stadt Leicester Partnerstadt. Zwischen den beiden Städten gibt es seit Jahren zahlreiche Kontakte. In den Bereichen Kultur, Politik und Sport werden regelmäßig Besuche organisiert. Auszubildende der Krefelder Stadtverwaltung und Lehrlinge des Handwerks nutzen die Chance eines Auslandspraktikums in der Partnerstadt.

Das französische Dünkirchen ist seit dem 15. Juni 1974 Partnerstadt. Die Städtepartnerschaft wird unter anderem von Sportlern, Schulen und Sprachinteressierten gepflegt.

Kurz darauf wurde Leiden am 3. Oktober 1974 Krefelds Partnerstadt. Ebenso wie Krefeld ist das südholländische Leiden eine traditionelle Textilstadt.

Charlotte im amerikanischen Bundesstaat North Carolina ist seit dem 23. Mai 1986 Krefelds Partnerstadt. Einen Schwerpunkt der partnerschaftlichen Beziehungen bildet der Jugendaustausch: Über die Concord-Gesellschaft besuchen regelmäßig Krefelder Jugendliche Charlotte sowie junge Charlotteans die Seidenstadt.

Seit dem 22. September 1990 ist der Landkreis Oder-Spree (damals Kreis Beeskow) Partner der Stadt Krefeld. Mit der Einrichtung eines „Krefeld-Büros“ leistete die Stadt Krefeld dem Kreis tatkräftige Unterstützung beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung. Kontakte zum Oder-Spree-Kreis werden heute unter anderem von Schulen, Chören und Parteien gepflegt.

Bärenplastik nach Insterburger Wappentier
51° 21′ 48,3″ N, 6° 36′ 51,7″ O51.3634166.614353

Die vorletzte Städtepartnerschaft wurde am 19. Mai 1993 mit dem russische Uljanowsk geschlossen. Die partnerschaftlichen Kontakte in die Geburtsstadt Lenins werden unter anderem durch die deutsch-russische Gesellschaft, die Städtischen Werke, das Klinikum Krefeld sowie kirchliche und soziale Verbände gepflegt.

Des Weiteren unterhält die Stadt Krefeld eine freundschaftliche Beziehung zur japanischen Stadt Hamamatsu.

Im Mai 2008 ging Krefeld mit der türkischen Stadt Kayseri eine Partnerschaft ein.

Patenschaft[Bearbeiten]

Krefeld übernahm 1953 eine Patenschaft für die Stadt und den Kreis Insterburg in Ostpreußen.[18] Seit 1979 befindet sich im alten Uerdinger Rathaus eine Geschäftsstelle des Vereins und die Insterburger Heimatstube. Auf dem Insterburger Platz im Stadtteil Gartenstadt steht eine Bärenplastik von Anneliese Langenbach als Zeichen für das Insterburger Wappentier.

Öffentliche Einrichtungen und Bildung[Bearbeiten]

Amts- und Landgericht am Nordwall
51° 20′ 6″ N, 6° 33′ 7″ O51.3356.5519444444444

Als Oberzentrum ist Krefeld Standort einiger überregionaler Institutionen. So ist Krefeld Sitz der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein – Körperschaft des öffentlichen Rechts, deren Kammerbezirk die kreisfreien Städte Krefeld und Mönchengladbach sowie den Rhein-Kreis Neuss und den Kreis Viersen umfasst. Weitere Hauptgeschäftsstellen befinden sich in Mönchengladbach und Neuss. Seit 2004 befindet sich das Deutsche Modeinstitut in Krefeld. Des Weiteren ist der Geologische Dienst NRW sowie das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper hier ansässig.[19] Ein Amtsgericht, ein Landgericht und ein Arbeitsgericht haben ihren Sitz in Krefeld.

In Krefeld gibt es 37 Grundschulen, acht Hauptschulen, sechs Realschulen, zehn Gymnasien, fünf Gesamtschulen, vier Berufskollegs und neun Förderschulen (Stand 20xx).

Krefeld ist außerdem der Hauptsitz der Hochschule Niederrhein. Sie wurde 1971 durch Zusammenschluss von 13 Fach- und Ingenieurschulen gegründet. In Krefeld befinden sich die Fachbereiche Chemie, Design, Elektrotechnik und Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Gesundheitswesen. Bis 2008 gab es auch ein Ausländer-Studienkolleg. Weitere Fachbereiche dieser Fachhochschule sind in Mönchengladbach angesiedelt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

siehe Liste der Baudenkmäler in Krefeld

Mundart[Bearbeiten]

In Krefeld wird Krefelder Mundart gesprochen. Der Krefelder nennt diese Sprache Krieewelsch oder Krieewelsch-Platt, ein südniederfränkischer Dialekt. In den eingemeindeten Krefelder Stadtteilen, z. B. Uerdingen, Fischeln, Oppum oder Hüls gibt es zum Teil erhebliche sprachliche Unterschiede. Die Mundart des nördlich der sogenannten Uerdinger Linie mit der „ik/ich-Grenze“ gelegenen Ortsteiles Hüls – das Hölsch Plott (Hülser Platt) – zählt bereits zum nordniederfränkischen Sprachraum.

Theater[Bearbeiten]

Stadttheater
51° 20′ 7″ N, 6° 33′ 49″ O51.3352777777786.5636111111111

Das Stadttheater Krefeld kooperiert seit 1950 mit den städtischen Bühnen Mönchengladbach und bietet moderne und klassische Aufführungen aus Oper, Operette, Ballett und Schauspiel. Über die Grenzen Krefelds hinaus haben sich die Sinfoniekonzerte der Niederrheinischen Sinfoniker einen Namen gemacht. Das heutige Theatergebäude (Architekt: Gerhard Graubner 1899-1970) mit seinem markanten Kupferdach wurde 1963 eröffnet; es bietet 832 Besuchern Platz (Näheres im Artikel Vereinigte Städtische Bühnen Krefeld und Mönchengladbach).

Fabrik Heeder
51° 19′ 22,7″ N, 6° 34′ 20,1″ O51.3229833333336.5722361111111

Seit 1989 wird die alte Tapeten-Fabrik Heeder auf der Virchowstraße, gegenüber der Rückfront des Hauptbahnhofs, unter Leitung des Kulturbüros der Stadt Krefeld als städtisches Kulturzentrum genutzt. Das Kulturbüro bietet ein vielfältiges kulturelles Programm an. Unter anderem bringt das KRESCH – Kinder- und Jugendtheaterzentrum der Stadt Krefeld – hier Eigenproduktionen und Gastspiele.[20]

Das Krefelder Wohnzimmertheater PODIO bietet Produktionen aus den Bereichen Theater, Kabarett, Kleinkunst, Comedy, Literatur und Musik. Mit rund 60 Plätzen stellt das Wohnzimmertheater Krefelds kleinste Bühne dar.

Das seit 1979 bestehende Marionettentheater Krieewelsche pappköpp bietet Kleinkunst in Krefelder Mundart (Krieewelsch). Das PODIO war auch Schauplatz des „Krefelder Glühwein Cabarett“, einer jährlich stattfindenden Comedy-Mixedshow-Serie über 5 Tage.[21]

Das Theater am Marienplatz (TAM) genießt im Bereich der modernen und experimentellen Musik seinen Ruf. Es hat sich während seiner fast dreißigjährigen kontinuierlichen Arbeit auf wenig bekannte sowie auf zeitgenössische Werke spezialisiert.

Der KulturPunkt-Friedenskirche Krefeld bietet ganzjährig ein internationales Kulturprogramm mit bekannten Künstlern. Im Gemeindehaus und in der Kirche sowie im Turm finden Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Kabarett und vieles mehr statt.[22]

Der Werkhaus Krefeld e. V ist mit seinem Programm (Weiterbildung, Kultur) seit über 20 Jahren traditioneller Förderer von Kultur und Kommunikation in Krefeld. Die ihm angeschlossene Werkbühne bietet ein breit gefächertes Programm in Sachen Kleinkunst, Kabarett, Theater und Musik.[23]

Nachtleben[Bearbeiten]

Livemusik[Bearbeiten]

Kulturfabrik[Bearbeiten]
Außenansicht der KuFa im Oktober 2007

In der Kulturfabrik, kurz KuFa genannt, finden das ganze Jahr über Live-Auftritte von Bands und Solokünstlern, Kabarettisten, Comedians aber auch Theatergruppen und Kleinkünstlern statt; das Spektrum der bisherigen Gäste reicht von den Ärzten über Dieter Nuhr und Herbert Grönemeyer bis zu Helge Schneider, Harald Schmidt und Klee. National und International bekannt ist die Kulturfabrik durch regelmäßige Festivals, vor allem im Elektro- und Rhythm-’n’-Noise-Bereich (Pluswelt-Festivals). Des Weiteren finden regelmäßig Themenpartys (80er, 90er usw.) statt. Die Kulturfabrik besitzt zwei Säle, einen kleinen für 350 Besucher und einen größeren für etwa 1100. Untergebracht ist sie in einem Teil des alten städtischen Schlachthofes.

Kulturrampe[Bearbeiten]

Die Kulturrampe hat sich seit 2006 auf dem Großmarkt etabliert und ergänzt das Flair in den alten Großmarkthallen neben Gastronomie, Künstlern und dem traditionellen Großmarkt. Bis zu 15 Liveveranstaltungen pro Monat finden statt. In sieben Jahren sind über 879 Künstler dort aufgetreten.[24]

Jazzkeller[Bearbeiten]

Bis über die Grenzen Krefelds hinaus bekannt ist der bereits seit 1958 bestehende Jazzkeller Krefeld, heute auf der Lohstraße. Hier traten schon einige Jazzgrößen sowie diverse Bands, die zumeist dem Blues, Jazz oder Rock zugeordnet werden können, auf. Regelmäßig findet die Veranstaltung JazzAttack, eine organisierte Jamsession mit bekannten Musikern der deutschen Jazz-Szene sowie vereinzelt internationalen Gästen, statt.

Diskotheken/Clubs[Bearbeiten]

Die wohl bekannteste Diskothek Krefelds ist die Königsburg Krefeld. Sie wurde Ende 2005 nach etwa vierjähriger Ruhepause wiedereröffnet. Vor der zwischenzeitlichen Schließung 2001 erfreute sie sich auch überregionaler Beliebtheit. Zu weiteren gehören Bosi Club (geschlossen seit Juli 2013), Meilenstein, Magnapop, Mikroport, Schlachthof /-garten, Asgaard, Castel Leon und T1 Club (ehemals Roccadero/MIU Club/Polonia Club).

Cocktail Bars/Lounges[Bearbeiten]

Eine der wohl beliebtesten Cocktail Bars ist das Anjuna. Außerdem sind erwähnenswert: das ROXX, die Kings Lounge, das Cafe Del Mar, das Cafe Kosmopolit, das Cafe Extrablatt, Cafe- und Bar Celona, das Limericks, das Phil's sowie die Szene-Kneipe Krefeld 600, die die letzte verbleibende Bar der früheren RhenaniaAllee ist.

Kino[Bearbeiten]

Ein Multiplex-Kino der Kette Cinemaxx befindet sich mit seinen zehn Vorführsälen direkt neben dem Hauptbahnhof. Nach dem Bau des Cinemaxx wurden das Passage-Filmtheater mit den Kinos Royal, Studio 55, Chrystal und Passage und die Miniatur-Hollywood-Kinos geschlossen. Bereits in den 1970ern wurde das Atrium[25] zum heutigen Blue Movie. Vor einigen Jahren musste dann der Seidenfaden mit dem Intimes[26] dem Neubau der Dresdner Bank weichen. Als einziges weiteres Kino hielt das Cinema/Casablanca (ehemals Primus und Lux)[27] dank eines alternativen Programms in zwei Sälen der Konkurrenz stand, bevor es 2011 mit dann nur noch einem Saal als Cinema firmierte. Seit 2013 trägt es den Namen Primus Palast.[28]

Museen und Galerien[Bearbeiten]

Kaiser-Wilhelm-Museum
51° 19′ 49″ N, 6° 33′ 34″ O51.3302777777786.5594444444444

Kaiser-Wilhelm-Museum[Bearbeiten]

Der Bau des Kaiser-Wilhelm-Museums geht auf den Schulrat Hermann Keussen zurück. Dieser griff nach dem Tod des Kaisers 1888 eine Anregung des Architekten Hugo Koch wieder auf, ein Kaiser-Wilhelm-Museum „zur Pflege von Werken des Friedens, der Kunst, Bildung und Gesittung“ zu errichten. Ein Streit um den Standort des Museums wurde 1890 zugunsten des Karlplatzes am Westwall entschieden. 1894–1897 wurde das Museum nach Plänen von Hugo Koch erbaut, und am 5. September 1899 wurde es eingeweiht.

1910–1912 wurde das Museum erweitert. Lag der Schwerpunkt zunächst auf neuzeitlichem Kunstgewerbe und Kleinkunst, wurde dieser seit 1922 mehr auf die bildende Kunst verlagert. 1942 wurde das Museum kriegsbedingt geschlossen; es überstand den Krieg unbeschädigt. Gegenwartskunst bekam nach dem Krieg einen immer größeren Stellenwert. 1960 bis 1969 schloss das Museum wegen Umbauarbeiten; Am 30. April 1969 wurde es wiedereröffnet.

Bis 2008 lag der Schwerpunkt der Sammlung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Durch den Abzug der Sammlung Lauffs im Jahre 2008 verlor das Museum die meisten seiner Kunstwerke; es füllte die Lücken aus dem eigenen Bestand eingelagerter Werke. Über den Verbleib der Werke des in Krefeld geborenen Joseph Beuys, der mit einem von ihm selbst eingerichteten Ensemble noch präsent ist, wird derzeit verhandelt.

Haus Lange/Haus Esters[Bearbeiten]

Haus Esters (links), Haus Lange (rechts)
51° 20′ 49″ N, 6° 34′ 57″ O51.3469444444446.5825

Museum Haus Lange an der Wilhelmshofallee wurde zwischen 1928 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe, als Wohnhaus für die Familie von Hermann Lange (Direktor der Vereinigten Seidenwebereien, Krefeld), im Bauhaus-Stil erbaut. 1955 stellte die Familie das Haus der Stadt für Ausstellungen aktueller Kunst zur Verfügung. 1968 schenkte der Sohn des Bauherrn und Kunstsammlers das Haus der Stadt mit der Auflage, hier 99 Jahre lang Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zu zeigen.[29] 1976 konnte die Stadt Krefeld das benachbarte Haus Esters erwerben. Es wurde ebenfalls zwischen 1928 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe erbaut. 1981 wurde Museum Haus Esters als weiteres Ausstellungsinstitut für Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst eröffnet. Zwischen 1998 und 2000 sind beide Häuser umfassend saniert worden. Im Zuge der Euroga 2002+ konnten zwei Jahre später auch die Gärten dem ursprünglichen Zustand wieder angenähert werden. Die beiden Häuser sind selbst als Museum für Baugeschichte anzusehen.

Museumszentrum Burg Linn[Bearbeiten]

Burg Linn mit angrenzendem Jagdschlösschen
51° 20′ 0″ N, 6° 38′ 7″ O51.3333333333336.6352777777778

Unter dem Oberbegriff Museumszentrum Burg Linn werden die Burg Linn, Das Jagdschloss und das Niederrheinische Landschaftsmuseum zusammengefasst.

Auf der, bis zum 12. Jahrhundert zurückgehenden Burg Linn, eine polygonale Rundburg, einer von vielen Burgentypen Kurkölns, werden Ausstellungen zur Entstehung der Burg und das damalige Leben auf dieser gezeigt.

Das Jagdschloss aus dem Barock ist in der Vorburg der Burg Linn gelegen. Erbaut wurde es im 18. Jahrhundert für Kurfürst Clemens August. Zu sehen gibt es hier zeitgenössisches Inventar aus zwei Jahrhunderten und eine Sammlung mechanischer Musikinstrumente, welche sonntags vorgeführt werden. Besonders hervorzuheben ist ein mechanisches Glockenspiel mit Glocken aus Meißener Porzellan an der Vorderseite des Schlosses, das stündlich eine Melodie spielt.

Das Niederrheinische Landschaftsmuseum zeigt Fundstücke aus dem römischen und fränkischen Gräberfeld in Gellep und dem dortigen ehemaligen Castell Gelduba. Unter anderem ist das berühmte Fürstengrab des fränkischen Fürsten Arpvar mit seinem Spangenhelm aus Gold zu besichtigen. Außerdem gibt es weitere Ausstellungsstücke zur Geschichte der Umgebung sowie einen bereits 1972 bei Baggerarbeiten am Rheinhafen geborgenen Rheinkahn aus dem 13. Jahrhundert, welcher nach einem über 30 Jahre dauernden Bad in einer speziellen Holzschutzlösung nun in einer eigens errichteten Halle ausgestellt ist.

Sonstige Museen[Bearbeiten]

Deutsches Textilmuseum in Linn
51° 20′ 2″ N, 6° 38′ 13″ O51.3338888888896.6369444444444

Das Deutsche Textilmuseum in Linn gehört heute zu den international wichtigsten Sammlungen mit historisch kostbaren Textilien und Bekleidungsstücken aus verschiedenen Zeitepochen. Die Sammlung umfasst über 25.000 Objekte aus allen Teilen der Welt. Die Vielfalt der Exponate reicht von der Antike bis zur Gegenwart. Allerdings sind nicht alle Textilien der Öffentlichkeit zugänglich.

Das Haus der Seidenkultur befindet sich in der ehemaligen Paramentenweberei Hubert Gotzes. Im Jahr 2000 wurde es als Museum eingerichtet. In dem Industriedenkmal sind neben wechselnden Ausstellungen zu Technik, Kunst und Handwerk auch mehr als 100 Jahre alte Jacquardwebstühle zu besichtigen.

Literatur[Bearbeiten]

Das Literaturleben der Stadt erlebte ab etwa 1970 einen Aufschwung. Dazu bei trug der Buchdrucker und ehemalige Galerist Klaus Ulrich Düsselberg. Er war Gründer der Literaturwerkstatt, des Sassafras-Verlags und der Zeitschrift „Literatur in Krefeld“ (später in „Literatur am Niederrhein“ umbenannt). Auch organisierte er in den Reihen Literatur bei Herbst Pitt und Literatur im Kaiser-Wilhelm-Museum zahlreiche Lesungen mit regional und überregional bekannten Schriftstellern. 1992 übergab Düsselberg die Lesungsorganisation an den Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Thomas Hoeps, der sie unter dem Namen Lesungen in Krefeld bis 2004 weiterführte und um weitere Reihen (u. a. Literatur aus den Nieder(Rhein)landen, flußabwärts im Südbahnhof) ergänzte. Zudem entwickelte er das erste und bis heute (Stand 2013) jährlich stattfindende deutsch-niederländische Literaturfestival Literarischer Sommer/Literaire Zomer.[30]

Regelmäßige Literaturveranstaltungen bieten Der andere Buchladen, die Mediothek und die Volkshochschule an. Jährlich im Herbst gibt es die Krefelder Krimi-Tage.[31] Auch performative Literatur in Form von Poetry Slams findet in Krefeld regelmäßig seinen Platz. Seit Anfang 2008 findet im Lokal „Jules Papp“ monatlich ein solcher Dichterwettstreit statt, seit Mitte 2011 bietet auch das „Theater hintenlinks“ dieser Form der zeitgenössischen Literatur eine Bühne. Moderiert werden beide Veranstaltungsreihen von Johannes Floehr, der selbst schreibend und vorlesend tätig ist.

Seit 1992 verleiht die Stadt Krefeld jährlich den mit 5000 € dotierten Niederrheinischen Literaturpreis an regionale Autoren, deren Werke bezug auf den Niederrhein nehmen.

1998 vereinbarte Eva Brües, Tochter des Krefelder Schriftstellers Otto Brües, die Kunsthistorikerin und ehemalige Direktorin des Museums Schloss Rheydt, eine spätere Schenkung an die Stadt, um das Niederrheinische Literaturhaus der Stadt Krefeld – Brües-Haus zu gründen. Nach dem Tod von Eva Brües 2009 und Umbaumaßnahmen wurde das Niederrheinische Literaturhaus am 20. Juni 2012 eröffnet und wird seitdem vom Städtischen Kulturbüro betrieben.[32]

Zu den auch überregional bekannten Schriftstellern, die in Krefeld geboren wurden oder aufwuchsen, zählen Hansjürgen Bulkowski, Herbert Genzmer, Bernhard Hennen, Thomas Hoeps, Andreas Mand, Ulrich Peltzer, Henning Heske, Matthias Schamp, Elke Schmitter und Eckard Sinzig.

Krefeld hat auch eine Szene von Dichtern und Schriftstellern in den lokalen südniederfränkischen Dialekten.[33]

Musik[Bearbeiten]

Haus Sollbrüggen im Sollbrüggenpark beherbergt die Musikschule
51° 20′ 40″ N, 6° 36′ 36″ O51.3444444444446.61

Das Musikleben der Stadt Krefeld hat eine bis in das 18. Jahrhundert zurückzuverfolgende Tradition, die im wohlhabenden, musikinteressierten Bürgertum ihre Wurzeln hat. Eine besondere Blüte erlebte das Musikleben bis in die Zeit des Nationalsozialismus (eigenes Konservatorium, aktiver Tonkünstlerverein, eigenes Musiktheater und Städtisches Orchester). Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte eine Umorientierung. An die Stelle des Konservatoriums trat eine Musikschule; Musiktheater und Orchester wurden schon zu Beginn der 1950er Jahre mit demjenigen des benachbarten Mönchengladbach fusioniert. Das Orchester erhielt zunächst den Namen „Orchester der vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach“, bis es in den 1990er Jahren zu „Niederrheinische Sinfoniker“ umbenannt wurde. Einige später berühmt gewordene Dirigenten (z. B. Lothar Zagrosek, Yakov Kreizberg) starteten in Krefeld/Mönchengladbach ihre internationale Karriere.

Einen besonderen Stellenwert hat die Chormusik in Krefeld. Über 100 Männer-, Gemischte und Kirchenchöre zählt Christoph Dohr in seiner Krefelder Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts auf. Die Aktivitäten mehrerer Kirchenmusiker, z. B. Andreas Cavelius, Reinhold Birk, Hartmut Sennlaub, Dieter Schulte-Bunert, Hans Heinrichs, Ulrich Stuers, Norbert Jachtmann ergänz(te)n das Städtische Musikleben durch eigene Konzertreihen. Dazu traten privat organisierte Konzerte und Konzertreihen.

In der Musikschule der Stadt Krefeld, gegründet 1934 als Volksmusikschule durch Helmut Mönkemeyer, werden zzt. über 2.000 Musikschüler von 54 Musikschullehrern unterrichtet. Die Musikschule ist in drei Gebäuden, die sich im und am Sollbrügenpark befinden, beheimatet. Sie ist Mitglied im Verband deutscher Musikschulen e. V.

Bauwerke[Bearbeiten]

Portal der Mennonitenkirche von 1694
51° 19′ 58″ N, 6° 33′ 47″ O51.3327777777786.5630555555556
Die Burg Linn bei Nacht
51° 19′ 58″ N, 6° 38′ 4″ O51.3327777777786.6344444444444
Das Stadtwaldhaus
51° 21′ 8″ N, 6° 35′ 12″ O51.3522222222226.5866666666667
Großbäckerei Im Brahm an der Ritterstraße
51° 19′ 29″ N, 6° 34′ 22″ O51.3247222222226.5727777777778
Teilstück des Behnisch-Hauses
51° 19′ 55″ N, 6° 33′ 54″ O51.3319444444446.565
Haupteingang der Mediothek am Theaterplatz
51° 20′ 5,8″ N, 6° 33′ 47,2″ O51.3349527777786.5631027777778

Krefeld wurde, wie viele rheinische Städte, im Krieg erheblich zerstört. Am 21. Juni 1943 wurden bei einem britischen Luftangriff große Teile des Ostens der Stadt getroffen, die Innenstadt wurde durch einen von Brandbomben verursachten Feuersturm erheblich zerstört. Bei dem teilweise raschen Aufbau der Nachkriegszeit wurde der historisch gewachsene Bestand nicht immer berücksichtigt. Trotzdem sind in der Süd- und Weststadt ganze Straßenzüge mit ihren prächtigen Fassaden aus der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert erhalten geblieben.

In der Abrisswut der 1960er und -70er Jahre wurde das Krefelder Stadtbild nochmals teilweise stark in Mitleidenschaft gezogen. Als größte Verluste sind der Wasserturm an der Gladbacher Straße und das Hotel Krefelder Hof am Ostwall zu nennen.

Über die Grenzen Krefelds bekannt ist die Wasserburg Burg Linn im gleichnamigen Stadtteil. Die Anfänge der Burg liegen im 12. Jahrhundert. Heute ist sie als Museum zugänglich. (siehe: Museen und Galerien)

Ebenfalls auf das 12. Jahrhundert geht Haus Rath im Stadtteil Elfrath zurück. Die Burganlage gilt als ältestes in seinem Ursprung erhaltene profane Bauwerk Krefelds. Haus Rath befindet sich in Privatbesitz.

Im Stadtteil Hüls findet man die Burg Hüls, die in den letzten Jahren restauriert wurde und heute für Veranstaltungen und Trauungen benutzt wird.

Die Geismühle, heute an der gleichnamigen Autobahnraststätte der A57 gelegen, wurde wahrscheinlich als Wachtturm der Linner Burg im 14. Jahrhundert errichtet. Als Mühle tritt der Turm 1575 erstmals in Erscheinung. Seit dem Jahr 2007 ist die Mühle wieder vollkommen restauriert und bis auf den Mühlstein einsatzfähig. Bei schönem Wetter kann man die Segelbespannten Flügel im Wind bestaunen. Außerdem sind im Ortsteil Traar noch zwei weitere Turmwindmühlen erhalten, die Egelsbergmühle und die Elfrather Mühle.

Die Mennonitenkirche an der Königstraße wurde 1696 eröffnet. Historisch wertvoll ist das original erhaltene Portal auf der Rückseite. Es stellt das älteste Kulturdenkmal innerhalb der vier Wälle dar.

Die katholische Hauptpfarrkirche St. Dionysius wurde von 1753 bis 1755 errichtet. Aufgrund der Verschiebung des Bauplatzes ist sie nicht geostet. 1769 erhielt sie einen Turm. Von 1840 bis 1844 wurde sie wegen der steigenden Einwohnerzahl um ein dreischiffiges Querhaus nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner erweitert und erhielt 1894 einen neuen Glockenturm. Im Krieg schwer beschädigt, wurde sie bis 1954 instand gesetzt. 1987 wurde sie renoviert. Im Turm hängt an gekröpften Stahljochen ein fünfstimmiges Geläute aus dem Jahre 1946. Die Glocken wurden beim Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation gegossen und haben die Schlagtöne c1, es1, f1, g1 und b1. Im Inneren ist der Fensterzyklus des Krefelder Glasmalers Hubert Spierling besonders sehenswert. 2007 erhielt die Kirche eine neue Orgel der Bonner Orgelmanufaktur Klais.

Das wohl bekannteste Gebäude Krefelds ist das ehemalige Stadtpalais der Familie Von der Leyen, das heutige Rathaus. Es wurde 1794 im Stil des rheinischen Klassizismus errichtet. Wegen der historischen Bedeutung dieses Palais kann dieses Gebäude als ein Wahrzeichen der Stadt angesehen werden. (Bild siehe: Politik)

Ein Teil der Musikschule ist im Haus Sollbrüggen untergebracht. Dieses alte Ausflugsschlösschen eines Seidenfabrikanten befindet sich mitten im Sollbrüggenpark. Des Weiteren ist das Ausflugsschlösschen Haus Greiffenhorst im Greiffenhorstpark zu nennen. Es wird heute als Ausstellungsraum genutzt.

Das Stadtbad auf der Neusser Straße galt um die Jahrhundertwende des vorletzten Jahrhunderts als die schönste und prächtigste Badeanstalt Deutschlands. Im Jahr 2000 wurde der Betrieb nach einem Erdbebenschaden vorerst eingestellt und das Bad geschlossen. Die weitere Nutzung ist strittig.

Nach der Restaurierung erstrahlt das ehemalige Straßenverkehrs- und Kreiswehrersatzamt an der Westparkstraße seit dem Jahr 2008 wieder im alten Sandsteinglanz. Das denkmalgeschützte Ensemble aus dem Jahr 1906 wurde als Teil einer Husarenkaserne unter Kaiser Wilhelm II. erbaut. Heute befindet sich dort ein Gesundheitszentrum und das Berufskolleg Vera Beckers, gleich gegenüber der Rheinlandhalle.

Sehr zentral am „Kopf“ des Ostwalls liegt der Hauptbahnhof Krefeld. Er wurde 1907 als Ersatz für den zu klein gewordenen und unpraktischen Vorgänger erbaut. (Bild siehe: Infrastruktur und Verkehr)

Das Stadtwaldhaus Krefeld mit dem größten Biergarten Nordrhein-Westfalens ist direkt im Stadtwald gelegen und wurde in der jetzigen Form 1911 fertig gestellt und konnte 1959 Abrisspläne, die einen Neubau vorsahen, überstehen.

Die Krefelder Galopprennbahn wurde 1912 nach den Plänen des Architekten August Biebricher mitten im Stadtwald gebaut. Die Galopprennbahn mit ihren Jugendstiltribünen erfreut sich bei Renntagen großer Beliebtheit.

Die Villa Merländer ist das Wohnhaus des im Vernichtungslager Treblinka wegen seines jüdischen Glaubens von den Nazis ermordeten Kaufmannes Richard Merländer. Es enthält Wandgemälde von Heinrich Campendonk und ist heute Gedenkstätte für NS-Opfer.

Die Bauhaus-Häuser: Haus Esters und Haus Lange auf der Wilhelmshofallee wurden zwischen 1927 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe für die Gründer der Vereinigten Seidenwebereien AG (Verseidag) Hermann Lange und Josef Esters errichtet. Heute sind die beiden Häuser Bestandteil der Kunstmuseen Krefeld (siehe: Museen und Galerien). Ludwig Mies van der Rohe entwarf und realisierte darüber hinaus 1930 eines der Fabrikgebäude der Verseidag, das so genannten Färberei – und HE Gebäude an der Girmesgath. Am Entwurf eines weiteren Wohnhauses, das zwei seiner Mitarbeiter realisierten, war er 1932 möglicherweise beteiligt: Haus Heusegen, Talring, Krefeld.

Die Häuser des Krefelder Architekten Karl Buschhüter, die so genannten Buschhüter-Häuser, fallen durch ihre Bauart sofort auf. Besonders sind die Häuser im Kliedbruch, an der Lindenstraße, dem Westwall, am Bismarckplatz und der Ritterstraße zu nennen.

Das Seidenweberhaus auf dem Theaterplatz bietet den verschiedenen Veranstaltungen Platz und ist wegen der hohen Funktionalität des Gebäudes fast immer ausgebucht. Trotzdem möchten viele Krefelder den „1970er Jahre Betonklotz“ am liebsten abreißen.

Das Behnisch-Haus zwischen Lohstraße und Petersstraße beherbergt Praxen, Einzelhandelsflächen und Gastronomie. Um das Behnisch-Haus herum entstand der Krefelder Stadtmarkt. Rund 40 feste Stände bieten täglich ihre Waren an.

Der KönigPALAST ist eine Multifunktionshalle und Eishockey-Arena der Krefeld Pinguine mit 8000 Plätzen. Er wurde 2004 fertiggestellt und ersetzte die benachbarte traditionsreiche Rheinlandhalle.

Weitere bemerkenswerte Bauwerke[Bearbeiten]

Erbaut von den Architekten Rudolf Wettstein und Willi Kaiser
  • St. Matthias in Hohenbudberg; erhaltener romanischer Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert
  • Windmühle auf dem Egelsberg; Krefeld-Traar
  • Haus Rath, heute das älteste erhaltene Gebäude in Krefeld
  • Haus Traar
  • Bockumer Rathaus
  • Grotenburg Stadion, Heimat des KFC Uerdingen
  • Gymnasium am Moltkeplatz
  • Amts- und Landgericht Krefeld; erbaut 1892, erweitert 1922.
  • Sinn-Haus; 1906 erbautes Kaufhaus
  • Stadttheater am Theaterplatz; erbaut 1964.
  • Hansa Haus; etwa 1907 ehemalige Seidenbörse, nach 1980 Hotel, seit 2006 Altenwohnheim und Sitz des Caritasverbandes für die Region Krefeld
  • Hochhaus am Dampfmühlenweg; von den Krefeldern auch „Mississippidampfer“ genannt
  • Mediothek am Theaterplatz; im Jahr 2008 eröffnet gilt sie als eine der modernsten Bibliotheken Deutschlands
  • Talring 153, 1932 erbautes Haus des Textilfabrikanten Karl Heusgen, Architekten Rudolf Wettstein und Willi Kaiser

Denkmäler[Bearbeiten]

Puppenbrunnen, Südwall
51° 19′ 40″ N, 6° 33′ 55″ O51.3277777777786.5652777777778

Der Meister Ponzelar ist ein Seidenweber-Denkmal auf dem Südwall, Ecke Ostwall. Dieses Denkmal kann als Wahrzeichen Krefelds angesehen werden.(Bild siehe: Geschichte)

Das Kaiser-Wilhelm-Standbild stand ursprünglich im Treppenhaus des Kaiser-Wilhelm-Museums, das seinerzeit als Gedenkhalle für Kaiser Wilhelm I. konzipiert und eingerichtet worden war. Auf einem Absatz der großen Freitreppe stand in einer Nische das überlebensgroße Standbild aus carrarischem Marmor, das der Bildhauer Gustav Eberlein geschaffen hatte. Zum Umbau des Museums 1966–1969 wurde das Kaiserdenkmal vom Sockel gehoben und in die ehemalige Husarenkaserne gebracht. 1979 wurde das Standbild zurückgeholt und an der Nordseite des Museums im Freien provisorisch und ohne Sockel aufgestellt. Dort verweilt es bis zum heutigen Tag.

Das Synagogendenkmal befindet sich auf der Marktstraße Ecke Petersstraße – dort wo die Synagoge bis zu ihrer Zerstörung durch die Nationalsozialisten stand.

Der Stadtrat Krefeld unter Führung der CDU lehnte 2005 gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde die Verlegung vom Stolpersteinen zur Ehrung von NS-Opfern, so auch für den Krefelder Landtagsabgeordneten Fritz Lewerentz, mit der Begründung ab, dass auf diese Weise die Namen der Opfer ständig mit Füßen getreten würden. Nach einem erfolgreichen Bürgerbegehren mit rund 15.500 Unterschriften wurde ein Kompromiss gefunden: Wenn die jeweiligen Hauseigentümer und die Angehörigen der Opfer zustimmen, können die Stolpersteine verlegt werden.

Der Puppen-Brunnen mit beweglichen Figuren aus der Stadtgeschichte befindet sich auf dem Mittelstreifen des Südwalls, dort wo die Hochstraße ihn quert.

Die mehr als 800 Jahre alte Eibe auf Haus Rath ist ein geschütztes Naturdenkmal und gilt als der älteste Baum auf Krefelder Stadtgebiet.

Freizeit und Erholung[Bearbeiten]

Krefeld bietet eine Vielzahl von Erholungsmöglichkeiten. Diese erstrecken sich vom einfachen Cafés über Naherholungsgebiete wie den Stadtwald bis hin zum Zoo. Der Elfrather See lädt im Sommer zum Schwimmen oder Beachvolleyball ein. Die Stadt Krefeld verfügt zudem über drei Hallenbäder sowie mehrere Freibäder.

Krefelder Parkanlagen[Bearbeiten]

siehe auch Krefelder Parkanlagen
Haus Greiffenhorst im gleichnamigen Park
51° 20′ 11″ N, 6° 39′ 8″ O51.3363888888896.6522222222222

Krefeld ist reich an Grün und nach eigenen Angaben sogar die zweitgrünste Stadt Deutschlands. Dies beweist die große Zahl an Alleen und öffentlichen Grünflächen, mehrere Parks und allem voran der Krefelder Stadtwald, ein im weiteren Umkreis der Stadt beliebtes Erholungs- und Waldgebiet nahe dem Zentrum von Krefeld.

Krefeld nahm an dem Projekt Euroga 2002 plus, der dezentralen Landesgartenschau, teil und sanierte dafür eine Vielzahl seiner historischen Parkanlagen. Diese wurden hierfür wieder in ihre ursprüngliche Form zurückversetzt. Von den Krefelder Parkanlagen wurden alleine neun, nämlich Haus Esters und Haus Lange, Burgpark Linn, Greiffenhorstpark, Landschaftspark und Arboretum Heilmannshof, Schönwasserpark, Sollbrüggenpark, der Krefelder Stadtwald und der Schönhausenpark 2004/2005 in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen.

Bei den meisten der historischen Parkanlagen handelt es sich um Schenkungen von reichen Textilfabrikanten. Einer der großzügigsten Stifter war der Seidenbaron Friedrich Heinrich von Friedrich Freiherr von der Leyen. Die Wohltäter ließen diese Parks nicht ganz uneigennützig entstehen, besuchten sie doch selbst gerne diese Anlagen für Ausflüge und Picknicks. Deshalb findet sich auch in beinahe jeder historischen Parkanlage ein Ausflugs- oder Jagdschlösschen oder ein Pavillon, der an den Stifter erinnern soll. Beste Beispiele sind das Haus Sollbrüggen, das heute als Musikschule dient oder Haus Greifenhorst, das als Ausstellungsraum genutzt wird. Auch der Krefelder Zoo ist aus solch einem Ausflugspark entstanden, das Haus Grotenburg dient heute als Zoorestaurant und Ausflugslokal. Viel in Sachen Grünflächen hat Krefeld auch dem Bürgermeister Johann Johansen zu verdanken, der während seiner Amtszeit zwischen 1911 und 1930 die Bildung eines Krefelder Grüngürtels vorantrieb.

Einen großen Beitrag zum öffentlichen Grün tragen auch die beiden Hauptfriedhöfe bei.

Karte der Krefelder Grünanlagen

Größte Krefelder Grünanlagen:

  • Bruckhausen-Park (1)
  • Burgpark Hüls (2)
  • Burgpark Linn (3)
  • Crön Park (4)
  • Greiffenhorstpark (5)
  • Holthausens Kull (6)
  • Kaiser-Friedrich-Hain (7)
  • Kaiser-Wilhelm-Park (8)
  • Kaiserpark (9)
  • Neuenhofen-Park (10)
  • Rheinpromenade Uerdingen (11)

Botanischer Garten[Bearbeiten]

Der Botanische Garten in Krefeld bietet dem Besucher viele exotische und heimischen Arten in einer gepflegten Anlage zum betrachten. Er liegt am Rand des Schönwasserparks im Stadtbezirk Oppum-Linn (Stadtteil Bockum). Bereits 1928 entwickelte sich der Botanische Garten aus einem kleinen Schulgarten heraus. Auf einer Fläche von 3,6 ha wachsen hier heute rund 5000 Pflanzenarten in wissenschaftlichen Abteilungen und Themengärten. Der Eintritt ist kostenlos, ausgenommen bei Sonderveranstaltungen.

Krefelder Zoo[Bearbeiten]

Der Krefelder Zoo wurde 1938 gegründet. Er beherbergt auf einer Fläche von 13 ha derzeit einen Tierbestand von etwa 1300 Tieren aus 225 verschiedenen Arten. Zu den besonderen Attraktionen gehören das Affentropenhaus in welchem drei Menschenaffenarten ohne Trenngitter oder Trennscheiben leben, die tiergeografisch gegliederte Vogeltropenhalle, das 1998 eröffnete Regenwaldhaus, eine Vogelfreifluganlage und vor allem viele seltene Tierarten. Die neuesten Attraktionen sind der Gorillagarten[34] und das Wildkatzengehege. Jährlich besuchen rund 380.000 Besucher den Zoo.

Hülser Berg[Bearbeiten]

Beim Hülser Berg handelt es sich um einen in der letzten Eiszeit entstandenen Geröllberg (Endmoräne), der heute vollständig bewaldet ist und als Ausflugsziel dient. Auf dem Hülser Berg befindet sich die Hülser Bergschenke. Weiterhin befindet sich dort ebenfalls ein Aussichtsturm, der damit auch den höchsten Punkt Krefelds darstellt. Der Fachbereich Jugend veranstaltet auf dem Hülser Berg jedes Jahr im Sommer ein Seifenkistenrennen.

Elfrather See[Bearbeiten]

Das Naherholungsgebiet Elfrather See bietet viele Möglichkeiten für Wassersport und einen Badesee. Der See entstand zwischen den 1970er und 2000er Jahren aus einer Kiesgrube. Auf der 3 km langen Regattastrecke werden Wettkämpfe im Segeln, Rudern und Windsurfen ausgetragen. Aber auch Taucher, Angler, Jogger, Bootsmodellbauer und Spaziergänger kommen auf ihre Kosten. Der Elfrather See ist Austragungsort der Ruder-Bundesliga (durch den Crefelder Ruder-Club 1883 e. V.).

Sport[Bearbeiten]

Sport (Übersicht)[Bearbeiten]

Eishockey-Fans des KEV

Der Sport hat in Krefeld einen sehr hohen Stellenwert. In über 250 ansässigen Sportvereinen kann man über 200 Sportarten nachgehen. In zahlreichen Sportarten ist Krefeld in den ersten Ligen vertreten.

In Krefeld gibt es in jedem Stadtteil mindestens eine städtische Sportanlage mit einem Asche- oder Rasenfußballplatz und einer Laufbahn. Des Weiteren existieren drei Eisstadien, wobei der KönigPALAST nur von den Krefeld Pinguinen genutzt wird. Krefeld verfügt über drei öffentliche Badeanstalten sowie mehrere Freibäder. Einen großen Stellenwert im Krefelder Sport hat der Bayerkonzern. Er unterhält mehrere Sportvereine verschiedener Sportrichtungen, die zusammengenommen eine Mitgliederzahl von fast 18.000 Mitgliedern erreichen, sowie mehrere Sportstätten verschiedener Art.

Eishockey hat in Krefeld eine lange Tradition. Der Eishockey-Verein Krefeld Pinguine ist einer der bekanntesten Vertreter des Krefelder Sports. Er spielt in der DEL und konnte sich zuletzt in der Saison 2002/03 den Meistertitel sichern. Siehe auch: Eishockey in Krefeld

Den größten fußballerischen Erfolg konnte der 1905 als FC Uerdingen 05 gegründete KFC Uerdingen im Jahre 1985 (damals unter dem Namen FC Bayer 05 Uerdingen) als DFB-Pokalsieger feiern. In der Saison 2011/12 gelang dem KFC Uerdingen der Aufstieg von der NRW-Liga in die Oberliga Niederrhein, ein Jahr später (2012/13) der Aufstieg in die Regionalliga West.

Derzeit erfolgreicher präsentiert sich der Crefelder Hockey und Tennis Club. Er spielt sowohl auf dem Feld als auch in der Halle in der Hockey-Bundesliga und wurde in der Saison 2005/2006 Deutscher Feldhockey-Meister und in der Saison 2006/2007 Deutscher Hallenhockey-Meister.

Im Rollhockey spielen die Damen des Hülser Sportverein jeweils in der 1.&n/ref> dank eines alternativen Programms in zwei Sälen der Konkurrenz stand, bevor es 2011 mit dann nur noch einem Saal als Cinema firmierte.bsp;Bundesliga, auch die Herrenmannschaft war dort vertreten.

Der SV Bayer Uerdingen 08 und die Schwimm-Vereinigung Krefeld 1972 spielen beim Wasserball in der Deutschen Wasserball-Liga. Viele Jahre war auch der SSF Aegir Uerdingen 07 erstklassig.

Auf das Konto der Badminton-Abteilung vom SC Bayer 05 Uerdingen gehen insgesamt sechs Titel als Deutscher Mannschaftsmeister der Jahre 1993, 1994, 1995 (bis dahin als FC Bayer 05 Uerdingen), 1998, 2002 und 2003.

Der Inline-Skaterhockey-Verein, „Skating Bears“, mehrfacher Deutscher Meister und Europameister, ist der größte Skater-Hockeyverein in Deutschland.

In der Tennisbundesliga ist Krefeld durch den HTC Blau-Weiß Krefeld vertreten.

Im Handball spielt die HSG Krefeld in der 3.Liga West. Vom DJK SV Adler Königshof 1919 schaffte die Herrenmannschaft 2012 den Aufstieg in die 3. Liga West, die Damen spielen in der Landesliga. Der TV Oppum wurde 1931 (Deutscher Turngau) sowie 1966 und 1968 deutscher Feldhandballmeister.

Für Nordrhein-Westfälische Verhältnisse ist Krefeld mit seinen drei Stockschieß-Vereinen eine Hochburg. Die Vereine EC Krefeld, SK Bayer Uerdingen und Seidenstädter ES stellen bei Damen, Herren und im Mixed Spitzenmannschaften Nordrhein-Westfalens.

In Deutschland ist der 1. MSC Strandkaiser.de Krefeld bislang der einzige eingetragene Verein, der die Fußballvarianten Futsal, Footvolley und Beachsoccer praktiziert.

Des Weiteren stammen viele Reiter von Weltrang aus Krefeld. So die Brüder Peter Schiergen (Rennreiten) und Heiner Schiergen (Dressur). Krefeld beherbergt das Trainingslager der spanischen Equipe (Kornaue, Trainer Jean Bemelmanns) und war Standort für die Ausbildung der deutschen Olympiamannschaft in der Vielseitigkeit (Stall Kühnen, Reiter Ralf Ehrenbrink). Auch dient die Pferderennbahn im Krefelder Stadtwald renommierten Rennställen als Quartier (Mäder/Hofer).

Außerdem ist der in Krefeld ansässige Crefelder Ruder-Club 1883 e. V. (CRC) ein bundesweit bekannter Verein, der in der Ruder-Bundesliga rudert und schon mehrmals deutsche Meister gestellt hat.

Seit 1995 gibt es im TC Seidenstadt Krefeld die Abteilung Rollstuhltanz[35]

Sportveranstaltungen[Bearbeiten]

Der SSV Krefeld-Gartenstadt richtet jedes Jahr im Juni Deutschlands größtes DHB Masters-Turnier im Beachhandball aus. 16 Mannschaften (8 Frauen und 8 Männerteams) kämpfen auf der Sandanlage am Elfrather See um Masterpunkte und um den Einzug ins Finale der Deutschen Meisterschaft in Cuxhaven. Weiter finden an den Tagen Donnerstag bis Sonntag die offenen Stadtmeisterschaften im Beachhandball statt, an der 42 Männer- und Frauenteams teilnehmen.

Kurz nach Tour de France und Deutschland Tour finden jedes zweite Jahr die SWK Classics statt. Bei diesem Radrennen über etwa 40 Runden und insgesamt 90 km treten neben lokalen Radrennfahrern auch Radrennprofis an.

Der SC Bayer 05 Uerdingen richtet seit 1988 jährlich den Krefeld Triathlon am Elfrather See aus.

Im Tischtennis richtet der SC Bayer 05 Uerdingen jährlich eine Woche nach Ostern in der Uerdinger Halle das Bayer-Frühjahrsturnier aus, welches weit über die Grenzen Deutschlands bekannt ist.

Der TC Seidenstadt Krefeld richtete 2011 die Deutsche Meisterschaft Latein aus.

Seit 1996 treffen sich Sportbegeisterte beim Krefelder Pfingstlauf zum Laufen, Walking und Handbiken im Stadtwald, wobei das Startgeld der Aktion Behindertengerechte Spielplätze zufließt.[36]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In Krefeld findet eine Vielzahl von regelmäßigen Veranstaltungen statt. Im Februar fängt es, wie im Rheinland üblich, mit dem Rosenmontagszug an. Um die 180.000 Menschen säumen jedes Jahr den Zugweg.

Am ersten Maiwochenende wird im Botanischen Garten die Art of Eden veranstaltet. Im Rahmen des zum Leben erwachten, blühenden Gartens präsentieren sich ca. 40 internationale Künstler mit ihren Skulpturen.

Zur gleichen Zeit steht auch der Niederrheinische Pottbäckermarkt an. Vom Rathausplatz über die Karl-Wilhelm Straße bis zum Theaterplatz erstrecken sich die Stände von rund 120 Keramikern aus mehreren Ländern. Rund 50.000 Besucher werden jedes Jahr gezählt.

Am zweiten Maiwochenende findet wie auch im Herbst die Sprödentalkirmes auf dem Sprödentalplatz mit über 100 Schaustellern statt.

Flachsmarkt 2006

Jedes Jahr am Pfingstwochenende findet um die Burg Linn und in der angrenzenden Linner Altstadt der überregional bekannte Flachsmarkt statt. Der mittelalterliche Handwerkermarkt ist der größte Handwerkermarkt Deutschlands. Hier bieten mittlerweile über 300 Händler ihre Waren an.

Am ersten Septemberwochende findet alle zwei Jahre das Flugplatzfest mit bis zu 10.000 Besuchern auf dem Flugplatz Krefeld-Egelsberg statt. Die veranstaltenden Luftsportvereine bieten neben dem Kunstflugprogramm auch familienfreundliche Attraktionen.

Im Rahmen des Krefelder Kultursommers werden eine Vielzahl an Veranstaltungen angeboten, so das Jazzfestival Jazz an einem Sommerabend auf der Burg Linn. Auf dem vom Jazzklub veranstalteten Festival treten neben regionalen Jazzmusikern auch namhafte Jazzgrößen auf. Ebenfalls eine Veranstaltung des Krefelder Kultursommers ist das am letzten Ferienwochenende der Sommerferien stattfindende Folklorefest (Folk- und Weltmusikfestival) „umsonst & draußen“ am Platz an der Alten Kirche. Im Spätsommer findet dann im Stadtteil Hüls der Bottermaat, ein mittelalterlicher Handwerkermarkt statt.

Seit 1992 richtet Krefeld jährlich im Frühherbst die größte Straßenmodenschau der Welt aus. Einzelhändler, Designer und Hersteller verwandeln das Zentrum der Samt- und Seidenstadt für ein Wochenende in einen großen Laufsteg. Auf Großbühnen präsentieren Models den meist mehr als 500.000 Zuschauern die jüngsten Trends in Mode und Design. Musik, Moderation und Sonderaktionen ergänzen den Schaulauf. Im Rahmen der Veranstaltung verleiht die Stadt jedes Jahr den anerkannten Modemarketingpreis „Die Goldene Seidenschleife“ und das Deutsche Krawatteninstitut kürt den „Krawattenmann des Jahres“.

Am 1. und 2. Advent findet in Krefeld der Suedgang statt, ein Tag der offenen Ateliers. Mit dem ebenfalls im Advent öffnenden Weihnachtsmarkt klingt das Jahr dann aus. Die Stände erstrecken sich vom Dionysiusplatz über die Rheinstraße bis zur Hochstraße.

Des Weiteren veranstaltet der Einzelhandel übers Jahr verteilt in nicht festgelegten Abständen die so genannten Krefelder Samstage. In der Innenstadt finden dann in vielen Geschäften, aber auch in der Fußgängerzone themenbezogene Ausstellungen, Beratungen und Aktionen statt.

An den Jüdische Kulturtage im Rheinland nimmt die Stadt regelmäßig teil, das letzte Mal im März 2007.

Märkte[Bearbeiten]

Schwanenmarkt
51° 19′ 54″ N, 6° 33′ 44″ O51.3316666666676.5622222222222

Krefeld erhielt 1361 das Marktrecht zugesprochen. Der älteste Handelsplatz in Krefeld ist der „Schwanenmarkt“, ein Platz unweit Krefelds ältester Kirche, der „Alten Kirche“. Der Name stammt von einem Brunnen mit einem Schwan, der sich auf dem Platz befand. Hier werden heutzutage keine Märkte mehr veranstaltet, doch wurde 1971 das „Schwanenmarkt-City-Center“, ein modernes Einkaufszentrum mitten in der Innenstadt eröffnet. Der Haupteingang befindet sich am Schwanenmarkt.

1900 wurde die Krefelder Markthalle an der Friedrichstraße eröffnet. 120 Stände waren in der prunkvollen Halle untergebracht. Die Halle wurde im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen, der Marktbetrieb aber nach notdürftigen Reparaturen wieder aufgenommen. 65 Jahre später – 1965 war die Markthalle Geschichte. Sie wich dem Neubau eines Kaufhauses. Ebenfalls auf der Friedrichstraße, nahe der Gartenstraße, eröffnete im selben Jahr eine neue Markthalle, allerdings bot sie nur noch Platz für 25 Händler. 1986 schließlich schloss auch diese nachdem nur noch ein Häufchen Händler übrig geblieben war, und der Grundstückseigentümer dort einen Neubau plante.

In der Politik wurde seitdem das Wiederbeleben der Markthallentradition immer wieder ohne Ergebnis diskutiert. 2006 erledigte sich dieses Thema von selbst. Aus privater Initiative wurde der „Krefelder Stadtmarkt“ aus der Taufe gehoben. Rund um das Behnisch-Haus führen täglich 20 feste Marktbeschicker sowie zusätzlich wechselnde Stände die Markthallentradition, wenn auch ohne Halle, fort.

Des Weiteren existieren heutzutage 17 Wochenmärkte auf dem Krefelder Stadtgebiet. Der mit Abstand größte Markt findet jeden Dienstag und Freitag auf dem Westwall statt.

Kulinarisches[Bearbeiten]

Braukunst[Bearbeiten]

Hausbrauerei Gleumes
51° 20′ 16″ N, 6° 33′ 34″ O51.3377777777786.5594444444444

Altbier hat in Krefeld Tradition. Es gab hier einst eine ganz Anzahl von Brauhäusern mit noch heute bekannten Namen wie Tivoli, Wienges oder Rhenania. Von der Vielzahl an Brauereien hat jedoch nur Gleumes überlebt, das auch heute noch nicht nur für den Hausausschank selber in Krefeld braut. Gleumes braut auch das Bier für das wieder eröffnete und ebenso traditionsreiche Krefelder Brauhaus Herbst Pitt nach Originalrezept.

Die Brauerei Rhenania in Krefeld-Königshof war die letzte der aufgegebenen Brauereien. Rhenania-Alt wird nun von der Krombacher Brauerei in Kreuztal-Krombach gebraut. Die alte Brauerei Rhenania wurde 2003 als Brauerei Königshof wieder eröffnet und braut seitdem Bier unter eigenen Namen sowie als Lohnbrauerei für Fremdmarken.

Als das bekannte „Krefelder“ bezeichnet man heute meistens ein Mischgetränk aus Altbier und Cola. Ursprünglich war damit jedoch die Mischung von Alt mit Dunkelbier (Malzbier) gemeint. Im Raum Krefeld heißt dieses Bier „Alt-Schuss“.

Gastronomie[Bearbeiten]

Gaststätte Nordbahnhof
51° 20′ 21″ N, 6° 33′ 10″ O51.3391666666676.5527777777778
  • Vom „Gasthof Korff – Zum Königshof“ an der Kölner Straße wird angenommen, dass er der älteste Gasthof Krefelds ist. Sein Ursprung geht auf den „Großbeekerhof“ im Jahr 1792 zurück in dem viele Berühmtheiten der Geschichte abstiegen, wie zum Beispiel 1811 Napoleon Bonaparte sowie zehn Jahre später König Friedrich Wilhelm III. von Preußen. Seit diesem königlichen Besuch ist es dem Haus gestattet, den Beinamen „Königshof“ zu führen. Der Name „Königshof“ gab dem dortigen Stadtteil den Namen. Den Namen „Gasthof Korff“ erhielt der Gasthof 1869 durch den damaligen gleichnamigen Besitzer.
  • Der „Dachsbau“ an der Hubertusstraße befindet sich seit 1858 am selben Platz und bietet heute neben regionaler Küche 18 Biere vom Fass und weitere 25 Flaschenbiere.
  • Im „Nordbahnhof“ am Oranierring, dem Bahnhof für den historischen Dampfzug Schluff, befindet sich im alten Wartesaal ein Restaurant der rheinischen Küche. Für Gesellschaften wird der „Blaue Wagon“ genutzt, ein alter Speisewagen auf einem eigenen Gleis des Bahnhofs.

Naschwerk[Bearbeiten]

Bereits 1863 produzierte der niederländische Bäckermeister Johann Wilhelm Gruyters auf der Petersstraße Kekse und anderes Gebäck. Bis heute erwuchs aus dieser kleinen Bäckerei das Unternehmen W. Gruyters, nach eigenen Angaben führender deutscher Gebäck-Anbieter auf dem Markt für Gemeinschaftsverpflegung, vor allem für Krankenhäuser und Kantinen. Produziert wird auch heute noch mitten in Krefeld, seit 1940 jedoch auf der Tannenstraße.

Die rautenförmigen Nougatstückchen mit Schokoladenüberzug der Marke „Nappo“ wurden von 1925 bis zur Werksschließung Ende 2006 bei Dr. Helle in Krefeld produziert.

Das Produkt des Unternehmens Dextro Energy wird in seiner bekannten Form bei Cargill (früher Cerestar, davor Maizena) in Krefeld-Linn hergestellt.

Infrastruktur und Verkehr[Bearbeiten]

Luftverkehr[Bearbeiten]

Krefeld verfügt heute über einen eigenen Flugplatz, den Flugplatz Krefeld-Egelsberg im Stadtteil Traar.

Der ehemalige Verkehrslandeplatz Krefeld-Bockum wurde von 1916 bis 1918 erbaut und fiel nach Ende des Ersten Weltkriegs in die Hände der belgischen Besatzung. Im Jahr 1926 wurde der Flugplatz in Bockum mit einem regelmäßigen Dienst der Lufthansa wiedereröffnet. Im ersten Jahr fanden 228 planmäßige und 348 außerplanmäßige Flüge statt. Am 24. Februar 1945 wurde der Flugplatz Bockum gesprengt, soweit er noch nicht schon zerstört war. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der zerstörte Verkehrslandeplatz Krefeld-Bockum von der Politik für Landwirtschaft und Ansiedlung vorgesehen. Auf dem Gelände wurde anschließend die Siedlung Gartenstadt als komplett neuer Stadtteil Krefelds errichtet.

Der Flughafen Düsseldorf International ist ungefähr 20 km entfernt und über die A 57 und A 44 erreichbar.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Im Stadtteil Linn ist der Hafen Krefeld mit Anschluss an den Rhein, mit Hafenanlagen direkt am Fluss und einem Wendebecken am hinteren Ende. Über die Einfahrt zum Hafen führt eine historische Drehbrücke. Die Reederei Köln-Düsseldorfer hat in Uerdingen eine Anlegestelle.

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Der Krefelder Hauptbahnhof wurde 1907 erbaut
51° 19′ 33″ N, 6° 34′ 10″ O51.3258333333336.5694444444444

Der Krefelder Hauptbahnhof liegt an der zweigleisigen elektrifizierten DB-Kursbuchstrecke 425, auf der im Schienenpersonennahverkehr in der Regel im Stundentakt der „Rhein-Hellweg-Express“ (RE 11) und halbstündlich die „Rhein-Niers-Bahn“ (RB 33) verkehren.

Außer dem Hauptbahnhof gibt es an dieser Strecke die Bahnhöfe bzw. Haltepunkte Forsthaus, Krefeld-Hohenbudberg Chempark, Krefeld-Linn, Krefeld-Oppum und Krefeld-Uerdingen.

In Krefeld kreuzt die Bahnstrecke von Kleve nach Düsseldorf (KBS 495). Auf dieser Strecke fährt halbstündlich der „Niers-Express“ (RE 10) und von Krefeld nach Köln im Stundentakt der „Rhein-Münsterland-Express“ (RE 7).

Die nächstgelegenen ICE-Bahnhöfe sind Duisburg und Düsseldorf. Die frühere Bedeutung Krefelds als Eisenbahnknotenpunkt ist jedoch nach Stilllegung des großen Rangierbahnhofs Hohenbudberg (an der Strecke nach Duisburg; früher auf Krefelder Stadtgebiet, heute unmittelbar hinter der Stadtgrenze gelegen) und des östlich vom Hauptbahnhof gelegenen Güterbahnhofs sowie nach Aufgabe des Personenfernverkehrs zurückgegangen. Als wichtige Betriebseinrichtung besteht noch das Ausbesserungswerk KKROX Krefeld-Oppum, in das der ICE zur Wartung kommt.

Den Straßenpersonennahverkehr bedienen die U76, eine normalspurige Stadtbahn der Rheinbahn, und vier meterspurige Straßenbahnlinien sowie zahlreiche lokale und regionale Buslinien der Krefelder SWK MOBIL. Die U76, früher K-Bahn, der Rheinbahn Düsseldorf bietet als einzige Straßenbahn Deutschlands in manchen Zügen einen Bistro-Speisewagen.[37] Zwischen 1949 und 1964 verkehrte außerdem der Oberleitungsbus Krefeld in der Stadt.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Straßen[Bearbeiten]

Karte Krefelder Hauptstraßen
Siehe auch: Bedeutende Straßen und Plätze von Krefeld

Durch das Stadtgebiet Krefelds führt in nordsüdlicher Richtung die Bundesautobahn A 57 (KölnNimwegen), die sich südlich von Krefeld am Autobahnkreuz Meerbusch mit der A 44 (AachenKassel) und nördlich am Autobahnkreuz Moers mit der A 40 VenloDortmund kreuzt.

Des Weiteren führen durch Krefeld die Bundesstraßen B 9 und B 57, die an der Anschlussstelle Krefeld-Zentrum in die A 57 übergeht. Die B 288 beginnt in Krefeld, während die B 509 hier endet.

Das innerstädtische Straßennetz hat eine Gesamtlänge von 760 km, davon sind 370 km als Tempo-30-Zonen (136 Zonen) gekennzeichnet. Krefeld ist eine der wenigen Städte in NRW, in der eine flächenhafte Tempo-30-Zonen-Regelung realisiert worden ist: Zwischen 1988 und 1998 kennzeichnete die Stadt all ihre Wohngebiete als „30er-Zonen“.

Erstmals wurden in Krefeld auch die nach ihr benannten Krefelder Kissen zur Verkehrsberuhigung eingesetzt.

Fahrrad[Bearbeiten]

Krefeld hat ein hohe Dichte an Radfahrern und Fahrradläden, die Fahrradfreundlichkeit wird sehr groß geschrieben. Davon zeugen mehr als 250 km ausgewiesener Radwege sowie etliche für Radfahrer in beide Richtungen befahrbare Einbahnstraßen und der Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte NRW. Durch Krefeld verläuft die NiederRheinroute. Des Weiteren ist Krefeld ein Start-/Zielort des Niederrheinischen Radwandertags.

Der ADFC-Ortsverband unterhält einen Infoladen am südlichen Rand der Innenstadt. Am westlichen Ende des Hauptbahnhofs gibt es eine Fahrradstation mit bewachter Unterstellmöglichkeit und Reparaturdienst. Der ADAC vergab Krefeld in seinem Test: „Radfahren in Städten“ 2004 die Note „Gut“.

Historische Dampfeisenbahn[Bearbeiten]

Der Schluff

In Krefeld fährt eine der ältesten Privatbahnen Deutschlands, die bereits 1868 gegründet wurde. Im Volksmund wird diese Bahn als Schluff bezeichnet. Gemeint ist damit das niederrheinische Wort für „Pantoffel“, die „Schluffe“, an die das zischende Geräusch der Dampflokomotive erinnert. Der Schluff wurde in die Denkmalliste der Stadt Krefeld aufgenommen.

Vom ursprünglichen Streckennetz ist nur noch eine Verbindung zwischen St.Tönis und dem Hülser Berg übrig geblieben. Auf dieser Strecke fährt seit dem 1. Mai 1980 eine Museumseisenbahn an jedem Sonn- und Feiertag zwischen Mai und Oktober mit Zwischenstation am historischen Krefelder Nordbahnhof. In einem Gepäckwagen können Fahrräder mitgeführt werden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Rheinhafen – ein wichtiger Bestandteil der Krefelder Wirtschaft
51° 20′ 32″ N, 6° 39′ 51″ O51.3422222222226.6641666666667

Nach dem Niedergang der Textilindustrie liegen die Schwerpunkte bei den in Krefeld ansässigen Industrieunternehmen in den Bereichen chemische Industrie (5,3 % der Beschäftigten), Metallindustrie (5,2 %), Maschinenbau (4,2 %) und Fahrzeugbau (4,1 %).[38] Trotz allem hat die Textilindustrie noch immer einen hohen Stellenwert. Im Zuge des Strukturwandels musste die Stadt in den letzten Jahrzehnten jedoch einen signifikanten Rückgang an Arbeitsplätzen hinnehmen (minus 19,3 Prozent im Zeitraum 1976–2009).

Chemische Industrie[Bearbeiten]

Multi-User Standort Krefeld (Evonik, Ashland, Bozzetto)
51° 19′ 12″ N, 6° 35′ 0″ O51.326.5833333333333

Die chemische Industrie ist stark vertreten und hat in Krefeld eine lange Tradition. Heute arbeiten rund 8.000 Mitarbeiter in der chemischen Industrie und damit verbundenen Unternehmen. Innerhalb der Krefelder Wirtschaft bildet der Bereich mit 5,3 % aller Beschäftigten die fünftstärkste Branche.

Bis zur Ausgliederung einzelner Anlagen unterhielt der Chemie-Konzern Bayer AG sein zweitgrößtes und mit der Gründung im Jahr 1877 zweites Werk überhaupt im Krefelder Stadtteil Uerdingen am Rhein. Das Bayerwerk war der Grundstein für den heutigen CHEMPARK, einem Verbund aus eigenständigen Unternehmen, die hauptsächlich Kunststoffe produzieren. Der CHEMPARK Krefeld ist führender Standort im Bereich der Polycarbonat- und Polyamidproduktion in Westeuropa. Eines der bekanntesten chemischen Produkte ist das Polycarbonat Makrolon, welches von Krefeld aus weltweit als Trägermaterial für die DVD- und CD-Produktion dient. Darüber hinaus produzieren die verschiedenen Partnerunternehmen im CHEMPARK u. a. Polyurethane, Polyamide, Adipinsäure und Beschichtungen, Weiß- und Farbpigmente sowie Zwischenprodukte für Pflanzenschutzmittel und diverse Geruchs- und Geschmacksstoffe. Den Unternehmen stehen moderne technische Anlagen und ein breites Spektrum an Dienstleistungen zur Verfügung. Auf einer Fläche von 260 ha. arbeiten im CHEMPARK Krefeld 7.500 Beschäftigte in 40 Unternehmen.[39] Den Standort kennzeichnet seine infrastrukturelle Anbindung. Die im CHEMPARK angesiedelten Unternehmen sind unter anderem über die A 57, A 40 und A 52 zu erreichen. Die Betreibergesellschaft des CHEMPARKs ist die Currenta GmbH und Co. OHG.

Ein zweiter bedeutender Standort der Chemie-Branche ist das Krefelder Werk der Evonik Industries AG. Evonik beschäftigt in Krefeld auf einer Fläche von 19,7 ha. rund 900 Mitarbeiter. Diese produzieren in Krefeld eine breite Produktpalette. So stellt das Evonik-Werk in Krefeld einerseits als Weltmarktführer Superabsorber für die Hygieneindustrie her, andererseits auch Hautschutzprodukte, Hautpflegeprodukte und spezielle Polymere für die Landwirtschaft, die Kabel- und Verpackungsindustrie sowie für die Brandbekämpfung. In diesem Segment zählen die Produkte zu den Marktführern in Europa.

Ferner sitzt in Krefeld Europas einziger Produzent von Rizinusöl- und Leinölderivaten, die Alberdingk Boley GmbH. In Rheinnähe finden sich noch viele andere kleinere Unternehmen der chemischen Industrie. Des Weiteren unterhält Henkel in Linn am Hafen ein Fragrance Center. Hier werden z. B. neue Duftstoffe entwickelt. Die Dreiring-Werk GmbH & Co.KG bzw. ihre Vorgänger stellt im Rheinhafen seit 1905 Feinseifenstücke und ähnliche Produkte her.

Metallindustrie[Bearbeiten]

Die alte Betriebsverwaltung der ThyssenKrupp Nirosta
51° 18′ 24″ N, 6° 32′ 44″ O51.3066666666676.5455555555556

Die Panzerungen der Castorbehälter werden beim Unternehmen Siempelkamp in Krefeld hergestellt.

Von August Thyssen und anderen Industriellen wurden 1900 in Krefeld ein Stahlwerk mit dem Schwerpunkt Werkzeugstähle errichtet. Heute befindet sich hier der Unternehmenssitz der ThyssenKrupp Nirosta GmbH und das zugehörige Werk Krefeld sowie das Werk Krefeld der Deutsche Edelstahlwerke GmbH (DEW).

Elektronikindustrie[Bearbeiten]

Nach dem Rückgang der Krefelder Textilindustrie siedelten sich auch Unternehmen aus dem Elektronikbereich in Krefeld an, welche statt Fäden aus Seide, Litzen aus Kupfer verarbeiten. Trotz der unterschiedlichen Materialien, gibt es in der Verarbeitung dieser Produkte Ähnlichkeiten. Zu diesen Unternehmen zählt der europaweit agierende Kabelkonfektionär CiS ELECTRONIC GmbH.

Maschinenbau[Bearbeiten]

Der Textilmaschinenbauer Küsters
51° 18′ 39″ N, 6° 33′ 9″ O51.3108333333336.5525

Als Zulieferer für die vielen Unternehmen des Textilgewerbes in der Stadt siedelten sich auch Maschinenbauunternehmen an, vornehmlich für Textilmaschinen. Der Niedergang der Textilindustrie in Krefeld, auch aufgrund der wachsenden Konkurrenz aus Fernost, zog auch viele Maschinenbauunternehmen mit sich, darunter so bekannte Namen wie zum Beispiel Zangs. Die 2006 aus dem Textilmaschinenbauer Küsters hervorgegangene Andritz Küsters GmbH stellt heute Anlagen für die Vliesstoff- und Papierproduktion her.

WUMAG texroll in Linn fertigt Edelstahlzylinder, Textiltrockner, Walzen und Maschinen für die Textil-, Papier- und Kunststoffindustrie.

Fahrzeugbau[Bearbeiten]

Im Stadtteil Oppum wurde bereits 1891 die erste Reparaturwerkstatt der Bahn errichtet. Heute ist das ICE-Instandhaltungswerk Krefeld eines der modernsten Werke für die schwere Fahrzeuginstandhaltung der Bahn. Knapp 700 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. ICE und elektrische Triebzüge des Nahverkehrs werden generalüberholt, das heißt, alle Bauteile der Fahrzeuge werden geprüft, erneuert oder aufgearbeitet. Dazu gehören Drehgestelle, Radsätze, aber auch kleine Teile wie Stoßdämpfer.

Im ehemaligen Werk der DUEWAG in Krefeld-Uerdingen werden heute von Siemens Mobility Nah- und Fernverkehrszüge wie zum Beispiel der ICE, aber auch Straßen- und U-Bahnen gefertigt.

Dulevo produziert Kehrsaugmaschinen, Naßschrubbautomaten und Straßenreinigungsmaschinen.

WUMAG elevant in Linn fertigt LKW-Hubarbeitsbühnen von 11 bis 103 m Arbeitshöhe.

Textilindustrie[Bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert hatte die blühende Textilindustrie Krefeld groß gemacht. Samt, Seide und Seidenbrokat waren die Verkaufsschlager. Kaiser und Könige aus der ganzen Welt und nicht zuletzt der katholische Klerus kleideten sich gerne in prunkvollen Gewändern aus den kostbaren Stoffen aus Krefeld. Unternehmen wie Floh, Von Beckerath oder Von der Leyen, um nur die drei größten zu nennen, belieferten prominente Kunden wie Napoleon Bonaparte oder den preußischen König Friedrich II.

Der Niedergang der Samt- und Seidenindustrie in Krefeld begann im 19. Jahrhundert. Es vollzog sich ein Prozess, welcher seinen vorläufig tiefsten Punkt während des Ersten Weltkrieges erreichte. Die größeren Unternehmen, darunter die eingangs erwähnten größten drei, hatten sich schon zuvor konsolidiert und zu den Vereinigten Seidenwebereien AG, oder kurz VerSeidAG, zusammengeschlossen und haben so bis heute Bestand. Dem gegenüber stand die von Johann Heinrich Scheibler 1834 gegründete Samt- und Bandwarenfabrik „Scheibler & Co“, die dazu auch Anteile der Seidenweberei von der Leyen übernahm und der sich später immer mehr Firmen anschlossen, wie beispielsweise im Jahre 1965 die Samtfabrik „Gebrüder Peltzer“, woraufhin man zu „Scheibler & Peltzer GmbH“ umfirmierte, sowie 1985 noch das traditionsreiche Unternehmen „Christoph Andreae“ aus Köln mit seinem weltweiten Vertriebsnetz und auch die Tochterfirma, „Sametex“ in Kraslice..[40]

Die Zeit zwischen den Weltkriegen sorgte für einen kurzzeitigen Aufschwung. Die Welt verlangte wieder nach Samt und Seide aus Krefeld. Gleich zwei Direktoren der VerSeidAG, die Herren Lange und Esters, gaben ihre Bauhaus-Villen bei Ludwig Mies van der Rohe in Auftrag. Auch Teile der Fabriken, die Färberei und das HE Gebäude, wurde diesem entworfen.[41] Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Fabriken durch Luftangriffe der Alliierten zerstört, da hier kriegswichtiges Material wie Stoffe für Uniformen und LKW-Planen gewebt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es für eine kurze Zeit einen neuerlichen Aufschwung. Doch spätestens das zweite vatikanischen Konzil von 1965 bis 1968 setzte mittelbar den meisten spezialisierten Unternehmen ein Ende. Die bis dahin oft aus Samt, Seide und Seidenbrokat angefertigten prunkvollen und kostbaren Messgewänder durften zwar weiter verwendet, doch es sollten keine neue Gewänder dieser Art mehr hergestellt werden. Die neu beschlossenen Kirchenregeln bezüglich der Anwendung sakraler Kunst in der Liturgie und für Gewänder besagten: „124. Bei der Förderung und Pflege wahrhaft sakraler Kunst mögen die Ordinarien mehr auf edle Schönheit bedacht sein als auf bloßen Aufwand. Das gilt auch für die heiligen Gewänder und die Ausstattung der heiligen Orte. […]“[42]

Die von Ludwig Mies van der Rohe geplante VerSeidAg Fabrik
51° 20′ 38″ N, 6° 32′ 46″ O51.3438888888896.5461111111111

Zur Samt- und Seidentradition Krefelds gehört bis heute die Krawattenproduktion. Das Herstellen von Krawattenstoffen und Krawatten, Tüchern sowie deren Webmuster war Spezialität einer Vielzahl Krefelder Unternehmen. Inzwischen hat sich die Herstellung an billigere Standorte verlagert und die Zahl der Unternehmen ist nicht mehr mit den Blütezeiten vergleichbar. Jedoch passieren immer noch zwei Drittel aller in Deutschland entworfenen, konfektionierten und gehandelten Krawatten die Stadtgrenzen. Die einstmalige Seidenindustrie ist hier zwar nur noch mit wenigen Betrieben vertreten – aber es gibt sie noch, Krawattendessins, die Weberei, den Konfektionär, den Krawattier.

Manche Textilhersteller haben sich heute vor allem auf Industrietextilien, auf technische Textilien sowie deren Veredelung und Ausrüstung spezialisiert. (So reicht die Produktpalette der heutigen Verseidag, zu der seit 2011 auch der Composites- und Carpets-Spezialist TAG gehört, von gewebten Materialien für Architektur und Dachkonstruktionen, über Funktionstextilien für Sicherheits- und Schutzbekleidung bis hin zu Werbe-Displays und LKW-Planen.[43])

2010 bildete sich auf der Basis der NRW-Ziel 2-Förderkulisse[44] am Niederrhein das textile Kompetenznetzwerk teXellence.[45] In diesem Verbund von Unternehmen, Verbänden, Wirtschaftsförderungseinrichtungen und der Hochschule Niederrhein soll im Standortmarketing die Textilwirtschaft als weiterhin wichtiger Teil der regionalen Wirtschafts- und Wissenskompetenz herausgestellt und Zukunftsstrategien für die Textilwirtschaft der Region erarbeitet werden.

Medien[Bearbeiten]

In Krefeld befindet sich der Sitz der Veranstaltergemeinschaft Lokalfunk Krefeld/Viersen e. V. – Betriebsgesellschaft für Lokalfunk Krefeld/Viersen GmbH & Co. KG. Diese veranstalten das private Hörfunkprogramm „Welle Niederrhein“.

In Krefeld befindet sich ferner ein Pressehaus der „Westdeutschen Zeitung“. Diese Tageszeitung wird in Düsseldorf mit einer Lokalausgabe als „Krefelder Zeitung“ herausgegeben. Über das regionale Geschehen Krefelds berichtet auch die „Rheinische Post“, die ebenfalls in Düsseldorf erscheint und mehrere Lokalausgaben hat. Ursprünglich (bis 1970) handelte es sich bei der „Westdeutschen Zeitung“ um eine eigenständige Krefelder Zeitung, die im Hause C. Busch-du Fallois Söhne erschien. In Krefeld erscheinen zwei lokale Wochenblätter: der „Stadt Spiegel Krefeld“ (mittwochs) - vormals "Stadtanzeiger" (donnerstags) - und der „Extra Tipp Krefeld“ (sonntags)- vormals "Schöner Sonntag".

Kreativwirtschaft[Bearbeiten]

Kreativwirtschaft in Krefeld ist eine junge Branche, die allerdings auf eine lange Tradition aufbaut. Aus der Werkkunstschule entstand der Fachbereich Design an der Hochschule Niederrhein. Namen wie Joseph Beuys und Mies van der Rohe mit den Häusern Haus Lange und Haus Esters sind weit über Krefeld hinaus bekannt. Geprägt ist die Kreativwirtschaft in Krefeld von überwiegend kleinen Agenturen aus dem Bereich Design und Werbung. Um diese Branche zu unterstützen, gibt es eine Gemeinschaftsinitiative der Wirtschaftsförderung Krefeld, dem Kulturbüro Krefeld,[46] der Hochschule Niederrhein, dem Stadtmarketing der Stadt Krefeld und einigen Akteuren aus der Kreativwirtschaft selbst. Die Initiative baut auf das Landescluster CREATIVE.NRW auf. Die Initiative begann mit einer Auftaktveranstaltung in der Fabrik Heeder im Februar 2011[47] Danach folgte ein weiteres Netzwerktreffen an der Hochschule Niederrhein[48] Als erste Teilergebnisse dieser Arbeit sind regelmäßig stattfindende Kreativforen entstanden und der erstmals erschienene Kreativwirtschaftatlas,[49] dieser gibt eine Übersicht über die Kreativen in Krefeld.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie[Bearbeiten]

Im Stadtteil Uerdingen wird seit dem frühen 19. Jahrhundert der bekannte Branntwein Dujardin Imperial hergestellt, weiterhin der klare Wacholderbrand „Uerdinger“. Früher existierte noch die niederländische C. J. Van Houten & Zoon (siehe Coenraad J. van Houten) in Krefeld. Ein weit bekanntes, in Krefeld ansässiges Unternehmen ist die Dextro Energy GmbH & Co. KG.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Der Firmensitz der CiS-Gruppe, CiS ELECTRONIC GmbH befindet sich im Europark Fichtenhain, Krefeld. CiS ist führender Kabelkonfektionär und Systemanbieter in der Elektronikindustrie.
  • In Krefeld befindet sich der Hauptsitz der Haustierbedarfs Franchise-Gesellschaft Fressnapf.
  • Die Lumino Licht Elektronik GmbH, ein Hersteller in der dynamischen Fahrgastinformationstechnik, ist in Krefeld beheimatet.
  • Die Deutschland-Zentrale der SITEL GmbH hat in Krefeld ihren Sitz.
  • Das österreichische Unternehmen EVVA produziert am Standort Krefeld mechanische Schließzylinder und weitere Produkte aus dem Bereich Sicherheitstechnik.
  • Kawai, ein japanischer und weltweit zweitgrößter Hersteller von Musikinstrumenten wie Flügeln, Pianos, Klavieren und Synthesizern, hat seinen Deutschlandsitz in Krefeld.
  • Canon, ein ebenfalls japanischer Hersteller von Geräten aus der Unterhaltungselektronik, hat ebenfalls seine Deutschlandzentrale in Krefeld.
  • Toshiba, auch ein japanisches Unternehmen, hat in Krefeld seine Deutschlandzentrale für die Sparte Kassen-, Ident- und Drucksysteme.
  • Das Hustler Magazine hat seinen Europasitz in Krefeld.
  • THQ, ein U.S.-Amerikanischer Publisher von Computerspielen, hat seinen Deutschlandsitz in Krefeld.
  • eBay hat mit Afterbuy eine Niederlassung in Krefeld. Afterbuy ist eine 100%-ige Tochter von eBay.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Krefeld hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen (Auflistung chronologisch nach Verleihungsjahr):

  • 1863: Gottfried Reinarz, Dechant
  • 1875: Friedrich August Märklin
  • 1881: Friedrich Christian Roos
  • 1907: Emil de Greiff
  • 1915: Fritz de Greiff
  • 1918: Georg von Rheinbaben
  • 1922: Edmund ter Meer

Söhne und Töchter der Stadt Krefeld[Bearbeiten]

Musiker und Musikgruppen[Bearbeiten]

(alphabetisch sortiert)

Künstler[Bearbeiten]

(alphabetisch sortiert)

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Silbergleit (Hrsg.): Preußens Städte. Denkschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808. im Auftrag des Vorstandes des Preußischen Städtetages. Berlin 1908.
  • Erich Keyser (Hrsg.): Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Bd. 3, T 3: Rheinisches Städtebuch. im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages. Stuttgart 1956.
  • Reinhard Feinendegen, Hans Vogt: Krefeld. Die Geschichte der Stadt. 4 Bde. Krefeld 1998 ff., ISBN 3-9804181-6-2, ISBN 3-9804181-7-0, ISBN 3-9808235-2-0, ISBN 3-9806517-9-7.
  • Ernst Klusen, Hermann Stoffels, Theo Zart: Das Musikleben der Stadt Krefeld 1780–1945. 2 Bde., (Beiträge zur rheinischen Musikgeschichte, Band 124). Köln 1979/1980, DNB 206048432.
  • Christoph Dohr: Musikleben und Komponisten in Krefeld. Das 20. Jahrhundert. (Krefelder Studien, Bd. 5, zgl. Beiträge zur rheinischen Musikgeschichte, Bd. 144). Kassel/ Krefeld 1994, ISBN 3-87537-247-6.
  • Christiane Lange: Mies van der Rohe. Architektur für die Seidenindustrie. Nicolai Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89479-668-6. (dt. u. engl. Vers)
  • Hans Vogt: Seidene Kugel und Fliegende Kiste. Eine Geschichte der Luftfahrt in Krefeld und am Niederrhein. In: Der Oberstadtdirektor (Hrsg.): Krefelder Studien 7. Druck- und Verlagshaus Enger, Willich, 1993, ISBN 3-9801610-8-0, S. 267–306.
  • Hans Joachim Mathias: Krefeld- eine alte Fliegerstadt. In: Aero-Club Krefeld e. V. (Hrsg.): Flugtag 1969. Druckerei Pöhling, Krefeld-Traar.
  • Verein für Heimatkunde e. V. Krefeld:[50]
    • Krefelder Jahrbuch "die Heimat" (Band 1 von 1921; Band 83 erschien 2012)[51]
    • Reihe "Krefelder Archiv" (mit Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Krefeld und des Niederrheins)
    • weitere Einzelveröffentlichungen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krefeld – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Krefeld – Reiseführer
 Wikinews: Themenportal Krefeld – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. a b c W. Kuttler, A. Graf, S. Blankenstein, A.-B. Barlag: Gesamtstädtische Klimaanalyse Krefeld unter besonderer Berücksichtigung von vier Plangebieten. Durchgeführt im Auftrag der Stadt Krefeld, erstellt durch die Abteilung Angewandte Klimatologie und Landschaftsökologie der Universität Essen. Essen 2003, S. 10 (PDF).
  3. Kuttler u. a.: Gesamtstädtische Klimaanalyse Krefeld... 2003, S. 27.
  4. Bevölkerung im Regierungsbezirk Düsseldorf. auf: it.nrw.de
  5. Heinrich Gottfried Philpp Gengler: Regesten und Urkunden der Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 664..
  6. Guido Rotthoff: Geschichte der Stadt Krefeld, Stadt Krefeld 1998, Band 1, S. 355.
  7. a b Die Wälle in Krefeld. In: Die Heimat. Ausgabe 77, 2006, S. 62–66.
  8. Irmgard Bernrieder: Als Krefeld belgisch war. In: Rheinische Post. 19. August 2010.
  9. Augenzeugenberichte von der Bombennacht
  10. ab 1945. auf: rheinische-geschichte.lvr.de
  11. US-Kriegsbericht, Seite 173-178. (Efforts To Seize a Bridge)
  12. [1]
  13. Barbara Lukas u. a. (Hrsg.): 25.6.83 Krefeld Dokumentation. Hamburg 1987. (PDF; 3,1 MB)
  14.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 291.
  15. Karte mit Links
  16. www.jg-krefeld.de
  17. [2]
  18. Patenschaftsurkunde Insterburg
  19. Homepage des CVUA-RRW.
  20. www.kresch.de
  21. www.theaterohnenamen.de
  22. www.friedenskirche-krefeld.de
  23. www.werkbuehne-krefeld.de
  24. www.kulturrampe.de, Künstlerliste
  25. Atriumkino bei www.filmtheatertechnik.de
  26. Seidenfadenkino bei www.filmtheatertechnik.de
  27. Primus-Palast bei www.filmtheatertechnik.de (Version vom 19. Juli 2011 im Internet Archive)
  28. Zur Geschichte der Krefelder Kinos siehe auch Krefelder Kinos bei www.filmtheatertechnik.de
  29. Samt, Seide, Mies. In: Monumente Online 5.2012.
  30. www.literarischer-sommer.eu
  31. Homepage (abgerufen September 2013)
  32. 2012-06-18: Stadt Krefeld eröffnet das Niederrheinsche Literaturhaus. Pressemitteilung der Stadt Krefeld, auf: krefeld.de, Abgerufen am 2. Oktober 2012.
  33. Verein für Heimatkunde Krefeld e. V. (Hrsg.): Mundart in Krefeld, jedeit – jeseit – jeschrieeve. Verlag van Acken, Krefeld 2007, ISBN 978-3-923140-56-5.
  34. Der Menschenaffenpark im Zoo Krefeld, Mitteilung des Krefelder Zoos. Abgerufen am 21. Dezember 2012.
  35. Rollstuhltanz im TC Seidenstadt Krefeld abgerufen am 30. Oktober 2011.
  36. Krefelder Pfingstlauf abgerufen am 22. Mai 2012.
  37. Informationen und Fahrpläne des Bistrowagens auf der U76 Krefeld-Düsseldorf
  38. Strukturanalyse für die Stadt Krefeld S.5–10
  39. Chempark Kennzahlen, abgerufen am 21. Dezember 2012.
  40. Scheibler & Co. In: 75 Jahre Textilforschung in Krefeld. S. 12. (PDF; 43 kB)
  41. Färberei- und HE-Gebäude, Verseidag 1930 bei Projekt Mies in Krefeld. Abgerufen am 12. März 2012.
  42. Sacrosanctum Concilium (Konstitution über die heilige Liturgie) Sacrosantum Concilium im Archiv des Vatikans
  43. www.verseidag.de
  44. Ziel 2-Programm (2007-2013) - bisherige Förderung mit Stand 31.12.2009. (PDF; 191 kB) auf: ziel2.nrw.de
  45. www.texellence.de/index.html
  46. www.krefeld.de/kulturbuero
  47. Wie finden Kultur und Wirtschaft zueinander? (PDF; 338 kB) auf: kultur-in-krefeld.de
  48. Netzwerktreffen Kreativwirtschaft Krefeld. auf: hs-niederrhein.de, 23. November 2011.
  49. Kreativwirtschaft. auf der Webseite der Wirtschaftsförderung Krefeld
  50. www.heimat-krefeld.de
  51. Inhaltsverzeichnis; Linkliste; Schlagwortverzeichnis aller Bände
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Dieser Artikel wurde am 19. Oktober 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.