Charles de Gontaut, duc de Biron

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Charles de Gontaut, duc de Biron

Charles de Gontaut, duc de Biron (* 1562; † 31. Juli 1602 in Paris), Marschall von Frankreich, war ein französischer Heerführer und Diplomat.

Charles de Gontaut-Biron war ein Sohn des Marschalls Armand de Gontaut, seigneur de Biron (1524–1592). Er diente mit Auszeichnung unter seinem Vater, wurde schon 1576 Oberst der Schweizergarde, 1589 General und kämpfte bei Arques, Ivry, Aumale, vor Paris und Rouen so tapfer, dass er als Fulmen Galliae („Blitz Galliens“) berühmt und gefürchtet war.

1592 wurde er Admiral, 1594 Marschall, 1595 Gouverneur von Burgund und 1598 Herzog und Pair von Frankreich. Er eroberte die Städte Beaune, Autun, Auxonne and Dijon und zeichnete sich in der Schlacht von Fontaine-Française aus. 1596 wurde er gegen die Spanier in Flandern, der Picardie und im Artois gesandt. Nach dem Frieden von Vervins ging er 1598 als Gesandter nach Brüssel.

Gontaut, der zweimal die Konfession wechselte, ließ sich 1599, als er Gesandter in Brüssel war, von den Spaniern durch Zusicherung reicher Belohnungen, namentlich der Hand einer savoyischen Prinzessin, zum Versprechen einer Erhebung gegen Heinrich IV. verleiten. Er brachte zwar im savoyischen Krieg 1600, in dem er das Heer Heinrichs befehligte, das Komplott nicht zur Ausführung, fuhr aber, auch nachdem der König ihm den ersten Treubruch verziehen hatte, in seinen Verbindungen fort, wurde nach der Entdeckung derselben vom Parlement zum Tod verurteilt und am 31. Juli 1602 in der Bastille enthauptet.

Der Marschall Charles-Armand de Gontaut, duc de Biron (1663–1756), für den das 1602 konfiszierte Herzogtum Biron 1723 wiedererrichtet wurde, war sein Großneffe.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Illustration von Frans Hogenberg von 1602: Spectatori: Carl de Gontaut Her von Biron, Gemacht ward zu eim Hertzog schon ... (Digitalisat)