Chattium

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Chatt ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum britischen Chemiker siehe Joseph Chatt.
System Serie Stufe ≈ Alter (mya)
höher höher höher jünger
Paläogen Oligozän Chattium 28,1–23,03
Rupelium 33,9–28,1
Eozän Priabonium 38–33,9
Bartonium 41,3–38
Lutetium 47,8–41,3
Ypresium 56–47,8
Paläozän Thanetium 59,2–56
Seelandium 61,6–59,2
Danium 66–61,6
tiefer tiefer tiefer älter

Das Chattium (im deutschen Sprachgebrauch meist zu Chatt verkürzt) ist in der Erdgeschichte die obere chronostratigraphische Stufe des Oligozäns (Paläogen). Sie wird zudem mit dem Oberoligozän gleichgesetzt. Die Stufe nimmt in absoluten Zahlen ausgedrückt (geochronologisch) den Zeitraum von etwa 28,1 bis etwa 23,03 Millionen Jahre ein. Die Stufe folgt auf das Rupelium und wird vom Aquitanium, der untersten Stufe des Miozäns (Neogen) abgelöst.

Namensgebung und Geschichte[Bearbeiten]

Die Stufe ist nach dem germanischen Stamm der Chatten benannt. Die ursprüngliche Typlokalität liegt in der Nähe von Kassel. Stufe und Name wurde vom deutschen Geologen und Paläontologen Theodor Fuchs 1894 vorgeschlagen.

Definition und GSSP[Bearbeiten]

Die Basis der Stufe wird durch das Aussterben der Foraminiferen-Gattung Chiloguembelina (entspricht der Basis der Foraminiferen-Zone P21b) markiert. Das Ende der Stufe ist durch mehrere Events charakterisiert: Basis der Magnetischen Polaritäts-Chronozone C6Cn.2n, Erstauftreten der Foraminiferen-Art Paragloborotalia kugleri und durch das Aussterben der kalkigen Nannoplankton-Art Reticulofenestra bisecta (Basis der Nannoplankton-Zone NN1). Ein Referenzprofil (GSSP = Global Stratotype Section and Point) für das Chattium wurde bisher noch nicht festgelegt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Theodor Fuchs: Tertiaerfossilien aus den kohlenführenden Miocaenablagerungen der Umgebung von Krapina und Radaboj und über die Stellung der sogenannten „Aquitanischen Stufe“. In: Mittheilungen aus dem Jahrbuch der Königlich Ungarischen Geologischen Anstalt. 10, 5, 1894, ZDB-ID 301117-3, S. 163–175.
  • Felix M. Gradstein, Jim Ogg, Jim Smith, Alan Smith (Hrsg.): A Geologic timescale 2004. 3. edition. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2004, ISBN 0-521-78673-8.
  • Hans Murawski, Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. 10. neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Enke Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-432-84100-0 (Enke-Taschenbuch).

Weblinks[Bearbeiten]