Oligozän

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System Serie Stufe ≈ Alter (mya)
höher höher höher jünger
Paläogen Oligozän Chattium 28,4–23,03
Rupelium 33,9–28,4
Eozän Priabonium 37,2–33,9
Bartonium 40,4–37,2
Lutetium 48,6–40,4
Ypresium 55,8–48,6
Paläozän Thanetium 58,7–55,8
Seelandium 61,1–58,7
Danium 65,5–61,1
tiefer tiefer tiefer älter

Das Oligozän ist in der Erdgeschichte eine chronostratigraphische Serie (also ein Zeitintervall) innerhalb des Systems des Paläogens, früher des Tertiärs. Der Beginn des Oligozäns liegt bei etwa 33,9 Millionen Jahren, das Ende wird auf vor etwa 23,03 Millionen Jahren datiert. Dem Oligozän folgte das Miozän und ging das Eozän voraus.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Namensgebung und Geschichte

Der Name Oligozän (von Griech. ὀλίγος = "wenig, gering, schwach" und καινός = "neu, ungewöhnlich") wurde von Heinrich Ernst Beyrich 1857 vorgeschlagen.

[Bearbeiten] Definition und GSSP

Der Beginn des Oligozäns (und damit auch der Rupelium-Stufe) ist durch das Aussterben der Foraminiferen-Gattung Hantkenina definiert. Die Obergrenze (und damit die Untergrenze von Miozän und des Aquitanium) wird durch mehrere Ereignisse gut definiert. Kennzeichnend ist die Basis der Magnetischen Polaritäts-Chronozone C6Cn.2n, das Erstauftreten der Foraminiferen-Art Paragloborotalia kugleri und das Aussterben der kalkigen Nannoplankton-Art Reticulofenestra bisecta (Basis der Nannoplankton-Zone NN1). Der GSSP (= globaler Eichpunkt) für die Basis des Oligozäns (und die Basis der Rupelium-Stufe) ist das Massignano-Profil in einem aufgelassenen Steinbruch auf der Ostseite der Straße von Ancona nach Sirolo an der Adriaküste nahe dem Dorf Massignano (Ancona, Italien).

[Bearbeiten] Untergliederung

Das Oligozän wird in zwei chronostratigraphische Stufen unterteilt:

Regional und in älteren Publikationen werden auch noch weitere Stufennamen verwendet. Sie eigneten sich aus verschiedensten Gründen nicht als internationale Stufen und werden nur noch regional benutzt oder sind wegen mangelhafter Definition außer Gebrauch gekommen

[Bearbeiten] Faunenentwicklung

In dieser Zeit begann unter anderem die Auffaltung der Alpen und der Rocky Mountains. Südamerika wurde von den anderen Kontinenten getrennt, und dort begann sich eine eigenständige Fauna zu entwickeln. In den übrigen Erdteilen entwickelten sich die modernen Säugetier-Ordnungen.

[Bearbeiten] Paläogeographie in Mitteleuropa

In Deutschland reichte im Oligozän vor etwa 30 Millionen Jahren die Nordsee bis zum Niederrhein und in den Raum von Kassel (Hessen). Ostdeutschland war bis zum Harz und Leipzig (Sachsen) vom Meer überflutet. Zwischen der Nordsee und dem Meer im heutigen Alpenraum, einem Rest der Tethys, erstreckte sich eine etwa 300 Kilometer lange und maximal 40 Kilometer breite Meeresstraße. Sie verlief über Kassel über die Wetterau-Senke und den Oberrheingraben bis Basel (Schweiz). Am Nordende des Oberrheingrabens lag zwischen Odenwald, Spessart, Taunus, Hunsrück und Pfälzer Bergland ein Binnenmeer, das fast zehnmal so groß war wie der heutige Bodensee. In dieser Meeresstraße lebten Haie, Rochen und Seekühe. Bedeutendste Fundstätte von Fossilien aus dem Oligozän in Deutschland ist der Doberg in Bünde.

[Bearbeiten] Literatur

  • Fritz F. Steininger, M. P. Aubry, W. A. Berggren, M. Biolzi, A. M. Borsetti, J. E. Cartlidge, F. Cati, R. Corfield, R. Gelati, S. Iaccarino, C. Napoleone, F. Ottner, F. Rögl, R. Roetzel, S. Spezzaferri, F. Tateo, G. Villa und D. Zevenboom: The Global Stratotype Section and Point (GSSP) for the base of the Neogene. Episodes, 20(1): 23-28 Beijing 1997 ISSN 0705-3797.
  • Isabella Premoli Silva und David G. Jenkins: Decision on the Eocene-Oligocene boundary stratotype. Episodes, 16(3): 379-382, 1993 ISSN 0705-3797.

[Bearbeiten] Weblinks

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