Chester I. Barnard

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Chester I. Barnard (Chester Irving Barnard; * 7. November 1886 in Malden, Massachusetts; † 7. Juni 1961 in New York City) war ein US-amerikanischer Unternehmensleiter, soziologischer Management-Theoretiker, der die Natur der Betriebsorganisation studierte und Präsident der Rockefeller Foundation.

Obwohl er selbst nicht Akademiker war, wurde sein erstes Buch Functions of the Executive (1938) schnell zum Standardwerk für den universitären Unterricht im Fach Organisationssoziologie und -theorie.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der theoretisch interessierte Praktiker Barnard untersuchte erstmals, wie man ein System, das aus mehreren Akteuren besteht, koordiniert. Seine Gedanken fanden später unter Herbert A. Simon Eingang in die Organisationstheorie und werden seither weitergeführt.

Er veröffentlichte nur zwei Bücher über Organisationstheorie und Management, die aber in der Tradition systemtheoretischer und entscheidungstheoretischer Organisationsforschung von großer Bedeutung sind, und war ein wichtiger Vertreter der Anreiz-Beitrags-Theorie.

Biographie[Bearbeiten]

Aufgewachsen in Massachusetts, musste er sich seine Lebensunterhalt nahezu selber finanzieren. Sein Studium am Harvard College brach er vorzeitig ab und trat im Alter von 23 Jahren bei AT&T eine Arbeitsstelle an. Er blieb dem Unternehmen bis zu seiner Pensionierung treu und erreichte zwischen 1927 und 1948 die Position des Präsidenten von New Jersey Bell Telephone. Er war also kein Professor oder Wissenschaftler, sondern betrieb seine Forschungen als Hobby.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • The Functions of the Executive. Harvard University Press, Cambridge (Mass.) 1938
    • Die Führung großer Organisationen. Girardet, Essen 1970
  • Organization and Management. Harvard University Press, Cambridge (Mass.) 1948
    • Organisation und Management. Ausgewählte Aufsätze. Poeschel, Stuttgart 1969