Chlordifluormethan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strukturformel von Chlordifluormethan
Allgemeines
Name Chlordifluormethan
Andere Namen
  • R22
  • Freon 22
  • Frigen 22
  • HCFC-22
Summenformel CHClF2
CAS-Nummer 75-45-6
Kurzbeschreibung

farbloses, unbrennbares Gas[1]

Eigenschaften
Molare Masse 86,47 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

3,94 kg·m−3 (0 °C)[1]

Schmelzpunkt

−157,3 °C[1]

Siedepunkt

−40,9 °C[1]

Dampfdruck

908 kPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

schlecht in Wasser (3,63 g·l−1)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1][2]
04 – Gasflasche 07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 280​‐​420
P: 273​‐​410+403​‐​501 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
Umweltgefährlich
Umwelt-
gefährlich
(N)
R- und S-Sätze R: 59
S: 59
MAK

500 ml·m−3[1]

Treibhauspotential

1810 (bezogen auf 100 Jahre) [4]

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−482,6 kJ/mol[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Chlordifluormethan ist eine chemische Verbindung die zur Gruppe der teilhalogenierten Kohlenwasserstoffe H-FCKW gehört und auch als R22 bezeichnet wird.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Chlordifluormethan wird in flüssiger Phase aus Tetrachlormethan oder aus Chloroform CHCl3 durch partielle Fluoridierung mithilfe von Antimon(V)-chloridfluorid (SbCl4F) als Katalysator hergestellt.

\mathrm{CHCl_3 + 2 \ HF \longrightarrow CHClF_2 + 2 \ HCl}

Verwendung[Bearbeiten]

Chlordifluormethan wird als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Polytetrafluorethylen verwendet. Der Stoff wurde früher vorwiegend als Kältemittel in Kompressionskälteanlagen eingesetzt. Atmosphärisches R22 schädigt die Ozonschicht, allerdings weniger als die vollhalogenierten Kohlenwasserstoffe. Daher wurde es zeitweise als Ersatzstoff für R12 genutzt und die Übergangszeiten bis zum Verwendungsverbot nach der FCKW-Halon-Verbots-Verordnung waren länger. Seit 1. Januar 2000 ist es laut Montreal-Protokoll verboten, R22 für die Verwendung in neuen Anlagen oder mit R22 bereits befüllte Anlagen zu importieren, herzustellen oder zu handeln. Seit dem 1.1 2010 darf man nur noch recycletes R22 verwenden. Ab 2015 werden Produktion und Import auf 10 % des Verbrauchs von 1989 für jedes Land beschränkt, und ab 2020 ganz verboten. Die Nutzung von recyceltem R22 ist bis 2015 erlaubt.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Eintrag zu Chlordifluormethan in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 20.10.2007 (JavaScript erforderlich)
  2. Gerling Holz & Co: Datenblatt
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. P. Forster, P., V. Ramaswamy et al.: Changes in Atmospheric Constituents and in Radiative Forcing. In: Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Cambridge University Press, Cambridge und New York 2007, S. 212, (PDF)
  5. David R. Lide (Ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90th Edition (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-19.
  6. Johnson-Controls: Der R22 Ausstieg und die F-Gase Verordnung (PDF; 158 kB)

Weblinks[Bearbeiten]