Christmas Pudding

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Pudding im Tuch
Ein traditionell im Tuch gekochter Christmas Pudding

Christmas Pudding ist ein Gericht, das traditionell in Großbritannien, Irland und einigen Ländern des Commonwealth am ersten Weihnachtsfeiertag serviert wird. Im Gegensatz zu deutschen Puddings handelt es sich bei dem englischen Gericht ursprünglich nicht um eine Süßspeise. Die frühere deutsche Bezeichnung für diese Speisen ist Serviettenkloß.

Christmas Pudding ist ein gekochter bzw. gedämpfter Pudding und enthält unter anderem Trockenobst (z. B. Rosinen), Nüsse und üblicherweise Rindernierenfett, wobei Letzteres manchmal durch pflanzliches Fett ersetzt wird. Der meist dunkle Pudding wird oft mit Brandy oder anderem Alkohol getränkt. In England haben viele Familien ihre eigenen Rezepte, die auch regional variieren können.

Traditionell wurde der Christmas Pudding in einem Puddingtuch gekocht. Spätestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird er jedoch vorwiegend in einer Puddingform zubereitet. Der Pudding wird bereits einige Wochen vor dem Weihnachtsfest zubereitet. Vor dem Servieren wird der Pudding gekocht. Einmal aus der Puddingform entnommen wird der Pudding meist mit Brandy übergossen und am Tisch flambiert. Der Christmas Pudding wird oft mit Brandy Butter oder Custard gegessen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Christmas Pudding war bereits im 15. Jahrhundert in England bekannt und wird auch als Plumpudding bezeichnet. Trotz dieses Namens enthielt das Gericht zunächst keine Pflaumen; früher wurden Rosinen und auch andere Trockenfrüchte als plum bezeichnet, daher der Name. Der Pudding war zunächst kein spezielles Weihnachtsessen. Er geht zurück auf ein Gericht namens Plum pottage, das aus zerkleinertem Rindfleisch oder Hammel, Zwiebeln und getrockneten Früchten bestand, angedickt mit Brotkrumen und verfeinert mit Gewürzen und Wein. Die Konsistenz war dickflüssig. Es handelte sich nicht um eine Nachspeise, sondern um den ersten Gang der Mahlzeit. Seit dem 16. Jahrhundert wurden Rosinen hinzugefügt und man ging dazu über, das Fleisch wegzulassen und durch Fett zu ersetzen. Plum pudding wurde zu einem Festessen, das an Allerheiligen, Weihnachten und Neujahr serviert wurde. Um 1670 wurde er Christmas pottage genannt. Eine einfache Variante hieß Plum duff und war eine Alltagsspeise.

Zur Zeit Oliver Cromwells und des Puritanismus gehörte dieser Pudding zu den weihnachtlichen Attributen, die in England offiziell verboten wurden.

Die heutige Version des Christmas Pudding ist größtenteils erst im 19. Jahrhundert entstanden. Übliche Zutaten sind Rinderfett, Zucker, Sirup (schwarzer Melassesirup aus Zuckerrohr), Rosinen, Brotkrumen, Eier, Gewürze und Alkohol, teilweise auch noch Mehl, Orangen- oder Zitronenschalen, geriebene Möhren oder Äpfel und Mandeln. Die Konsistenz ist ziemlich fest. Nach dem Kochen ist der Pudding bei Lagerung zwischen 4 und 7 °C ca. ein Jahr haltbar.

Sonstiges[Bearbeiten]

Außerdem ist „Christmas pudding“ eine in den 1950er Jahren von den US-Medien geprägte, verharmlosende Bezeichnung für atomare Explosionswolken (Atompilze), die ähnlich aussehen wie die gleichnamigen flambierten Speisen.

Quellen[Bearbeiten]

  • Alan Davidson: The Oxford Companion to Food. 2nd edition, edited by Tom Jaine. Oxford University Press, Oxford u. a. 2006, ISBN 0-19-280681-5, S. 185: Christmas pudding.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christmas Pudding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien