Pflaume

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Dieser Artikel behandelt die Pflanze und die Frucht. Zu weiteren Bedeutungen siehe Pflaume (Begriffsklärung) und Richard Pflaumenbaum.
Pflaume
Fruits Prunus domestica.jpg

Pflaume (Prunus domestica)

Systematik
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Steinobstgewächse (Amygdaleae)
Gattung: Prunus
Art: Pflaume
Wissenschaftlicher Name
Prunus domestica
L.

Die Pflaume oder Kultur-Pflaume (Prunus domestica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Die Pflaume ist ein oft sparrig wachsender Strauch oder Baum, der Wuchshöhen von bis 6 (selten bis 10) Meter erreicht. Die Rinde ist graubraun und beinahe glatt. Junge Zweige sind kahl oder weisen bis ins zweite Jahr eine Behaarung auf und sind unbewehrt oder verdornend. Die Langtriebe haben keine echte Endknospe. Die Knospen sind oft behaart und 4,5 bis 5 (selten ab 1,5) Millimeter lang. Blütenknospen sind nicht gehäuft am Zweigende zu finden, sondern mit Internodien auf den Kurztrieben. Die Laubblätter messen 3 bis 8 × 1,8 bis 5 Zentimeter, sind länglich-elliptisch, am Rand gekerbt bis gesägt, auf der Oberseite stumpfgrün gefärbt und auf beiden meist kahl. In der Knospenlage sind die Blätter gerollt. Der Blattstiel ist 1,5 bis 2,5 Zentimeter lang und besitzt ein bis zwei kleine Drüsen oder keine.[1]

Je zwei bis drei Blüten sind zu einer sitzenden Dolde angeordnet. Der Blütenstiel ist 0,5 bis 2 Zentimeter lang, abstehend und kahl oder zart behaart. Die Blüten haben einen Durchmesser von 2 bis 4 Zentimeter und erscheinen mit den Blättern oder kurz vor ihnen. Die Kelchblätter sind vollständig oder zum Teil behaart und rundlich bis länglich. Die fünf Kronblätter sind 0,7 bis 1,2 Zentimeter lang, elliptisch, ganzrandig und reinweiß, grünlichweiß oder gelblichgrün. Die meist 20 Staubblätter sind in der Regel geringfügig kürzer als die Kronblätter. Die Staubbeutel sind gelb.[1]

Früchte der Chinesischen Pflaume 'Prunus salicina'

Die Gestalt der Früchte variiert in Größe, Form und Farbe stark mit der Sorte. So kommt zwischen schwarz, blauschwarz, blau, blaurot, violett, purpurrot, rot, gelb und gelbgrün eine große Variantenbreite von Farben vor. Die Früchte sind allerdings meist bereift, zwischen 1 und 8 Zentimeter lang, kugelig bis länglich-eiförmig, gefurcht und hängend. Das Fruchtfleisch schmeckt süß bis herb und ist saftig. Der Steinkern ist über 13 Millimeter lang, kugelig bis ellipsoid, gekielt, mehr oder weniger abgeflacht und glatt bis höckerig. An der Rückenfurche sind meist Kammstriche vorhanden. Das Fruchtfleisch löst sich leicht vom Kern oder haftet fest. Der Samen schmeckt meist bitter. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 48 (16). Die Blütezeit reicht von April bis Mai.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Mirabellenanbau in Rheinhessen

Die Pflaume wurde 1753 von Carl von Linné erstbeschrieben. Sie wird in sieben Unterarten eingeteilt:[1]

Über den Ursprung der Pflaume gibt es bisher nur Spekulationen, genauere Untersuchungen fehlen.

In der 1. Auflage der Exkursionsflora von Österreich werden noch weitere Unterarten angegeben, "den Veröffentlichungen von H. L. Werneck ... (mühsam) entnommen, die glaubhaft darlegen, dass die Gestalt des Steins wesentlich bedeutsamer ist als die Farbe der Frucht(Haut)":[2]

In den neueren Auflagen von 2005 und auch von 2008 wird auf einen Schlüssel zur Unterscheidung der Unterarten verzichtet, da "Taxonomie infolge des Fehlens einer sorgfältigen u. wissenschaftlichen Bearbeitung unbefriedigend". Es wird zwar angemerkt, dass Udelgard Körber-Grohne[3] eine Unterscheidung ähnlich der obigen trifft, allerdings "leider ohne ausreichende Angabe der Unterschiede, auch fehlt ein das konfuse Wirrwarr klärender Schlüssel".[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Schon vor etwa 2000 Jahren dichtete der Römer Marcus Valerius Martial: „Nimm Pflaumen für des Alters morsche Last, denn sie pflegen zu lösen den hartgespannten Bauch.“

Die Pflaumen wurden vermutlich durch Alexander den Großen nach seinen Kriegszügen mit in die Heimat gebracht. Als Zentrum des Pflaumenhandels etablierte sich Damaskus, und beim Begriff „Zwetschge“ könnte es sich um die Entlehnung und nachfolgende Angleichung von „Damaszener“ handeln, wie Sprachforscher vermuten. Dass Pflaumen und Zwetschgen systematisch in Mitteleuropa angebaut wurden, soll der Verdienst Karls des Großen gewesen sein.[5]

Anbau[Bearbeiten]

Etwa 71 Prozent der Erntemenge von Pflaumen in Deutschland stammen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, insbesondere aus der Oberrheinischen Tiefebene.[6]

Pflaumenholz (leicht geschliffen und geölt)

Holz[Bearbeiten]

Das Holz des Pflaumenbaumes ist hart, dicht (spez. Gewicht ca. 0,79)[7] und spröde. Es ist sehr schwer zu trocknen, schwindet stark und reißt sehr leicht.[8] Die Farbe des Kernholzes schwankt streifig von rosa über braun nach Violett.[9] Der Splint ist gelblich.[10] Das Kernholz ist gut zu drechseln und zu polieren.[9] Das Holz des Pflaumenbaumes wird hauptsächlich für Holzblasinstrumente, Bogenbau,[11] Fasshähne,[9] Messerhefte[10] und für Kopien historischer Musikinstrumente[8] verwendet.

Schädlinge[Bearbeiten]

Der Pflaumenwickler ist ein bedeutender Schädling, dessen Befall zu einem erheblichen Ernteausfall führen kann.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Pflaume – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Kultur-Pflaume (Prunus domestica) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Hildemar Scholz, Ilse Scholz: Prunus. In: Hans. J. Conert u. a. (Hrsg.): Gustav Hegi. Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band 4, Teil 2 B: Spermatophyta: Angiospermae: Dicotyledones 2 (3). Rosaceae 2. Blackwell 1995, ISBN 3-8263-2533-8.
  2. W. Adler, K. Oswald, R. Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Stuttgart; Wien: Ulmer 1994.
  3. U. Körber-Grohne, Pflaumen, Kirschpflaumen, Schlehen. Heutige Pflanzen und ihre Geschichte seit der Frühzeit (Stuttgart 1996).
  4. M.A. Fischer, K. Oswald, W. Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Dritte Auflage, Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  5. Karl-Ernst Behre: Formenkreise von Prunus domestica L. von der Wikingerzeit bis in die frühe Neuzeit nach Fruchtsteinen aus Haithabu und Alt-Schleswig, Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft 91 (1978), S. 161–179
  6. Kuchen und Rote Grütze – Satte Kirschernte – n-tv.de
  7. mollenhauer.com, abgerufen am 29. April 2010.
  8. a b Eintrag auf baumarkt.de, abgerufen am 9. Oktober 2009.
  9. a b c matlexikon.de, abgerufen am 9. Oktober 2009.
  10. a b das-baulexikon.de, abgerufen am 9. Oktober 2009.
  11. Tim Baker: Die Bibel des traditionellen Bogenbaus. Band 3, abrufbar bei books.google, abgerufen am 9. Oktober 2009.