Cirrus SR22

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Cirrus SR22
Cirrus SR22
Typ: Leichtflugzeug
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Cirrus Design Corporation
Produktionszeit: Seit 2001 in Produktion
Stückzahl: > 5.000[1]

Die Cirrus SR22 ist ein modernes viersitziges, einmotoriges Leichtflugzeug des US-amerikanischen Flugzeugherstellers Cirrus Design Corporation.

Entwicklung[Bearbeiten]

Das Modell wird seit Februar 2001 angeboten und ist gewissermaßen der "große Bruder" der seit 1999 ausgelieferten SR20. Cirrus hat mit diesem Flugzeug neue Standards in der allgemeinen Luftfahrt gesetzt: Das Flugzeug ist zum größten Teil aus Glasfaser-Verbundwerkstoffen aus gefertigt, modernste integrierte Avionik (seit 2003 mit einem Electronic Flight Instrument System) und vor allem das schon in der SR20 eingebaute Gesamtrettungssystem (das komplette Flugzeug kann im Notfall an einem Fallschirm zur Erde sinken) sind die herausragenden Merkmale.

Bisher gab es folgende Hauptversionen:

SR22-G1 (2001-2004), bis 2003 nur mit analogen Instrumenten, ab 2003 wahlweise mit Avidyne Entegra-Avionik

SR22-G2 (2004-2007), mit einem überarbeiteten Rumpf (vor allem was die Fertigung betrifft). Weitere Neuerungen waren die seitliche Zugangsklappe im Rumpf, die den Zugang zum Gesamtrettungssystems ohne Lackierarbeiten am Rumpf ermöglichte, neue Türverriegelungen, sowie viele weitere Detailverbesserungen. Ab der Seriennummer 1663 kam eine überarbeitete Elektrik zum Einsatz.

SR22-G3 (2007-2013), bis 2007 mit Entegra-Avionik, ab 2008 wahlweise mit Entragra- oder Perspective-Avionik, ab 2009 nur noch mit Perspective. Mit Hilfe eines um fast 50 kg leichteren Carbon-Holmes stieg die Zuladung. Die G3 hat außerdem etwas größere Tanks als die G2 (+11 Gallonen, 42 Liter), sowie ein etwas höheres Fahrwerk mit schmalerer Spur, um die Bodenfreiheit des Propellers zu verbessern.

SR22-G5 (ab 2013), mit einem 5. Sitz ausgestattet und um ca. 90 kg höherer Abflugmasse.

Die SR22 hat (in der Nonturbo-Version) eine Reisegeschwindigkeit von 185 Knoten (342 km/h). Dies ist für ein Flugzeug mit einem wartungsfreundlichen, starren Fahrwerk eine herausragende Leistung, was die SR22 seit 2001 zum meistverkauften Flugzeug der Allgemeinen Luftfahrt macht. Die Hauptkonkurrenten für die SR22 (SR22 GTS) sind die Mooney Ovation 3/Acclaim und die Cessna Columbia 400.

Varianten[Bearbeiten]

Aktuell wird die Version SR22-G5 mit und ohne Turbolader angeboten. Die Turbo Version verfügt über zwei Abgas-Turbolader und Ladeluftkühler der zur Leistungserhaltung in großen Flughöhen dient. Alle SR22 werden heute ausschließlich mit der Garmin Perspective-Avionik ausgeliefert, einer von Garmin und Cirrus weiterentwickelten Variante des Glascockpits "G1000".

Die französische Luftwaffe hat sieben Maschinen für die Ausbildung ihrer Navigatoren bestellt, die von der Firma CATS betrieben werden sollen. Die Maschinen werden in Salon-de-Provence stationiert.[2]

Technische Daten[Bearbeiten]

SR22-G3
Besatzung 1 Pilot + 3 Passagiere
Spannweite 11,68 m
Länge 7,92 m
Höhe 2,71 m
Kabinengröße (LxBxH) 3,3 m x 1,24 m x 1,27 m
Leermasse 1.009 kg (Turbo: 1.052 kg)
Max. Startmasse 1.542 kg
Treibstoff (AVGAS) 348 l
Höchstgeschwindigkeit 378 km/h
Dienstgipfelhöhe 5.334 m (Turbo: 7.620 m)
max. Reichweite 2.166 km
Steigrate 7,1 m/s
Antrieb 1 × Continental Motors IO-550-N mit 231 kW zum Antrieb eines Hartzell Dreiblattpropeller mit konstanter Drehzahl (Constant Speed Prop)

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Die Datenbank des NTSB listet derzeit (2014) 174 Vorfälle mit dem Flugzeugmuster, davon 66 Unfälle mit Todesfolge.[3]

  • Am 22. Oktober 2008 verunglückte eine Cirrus SR22 im Landeanflug auf die Piste 14 des Flughafens Zürich-Kloten in der Schweiz. An Bord der Maschine, die in den USA immatrikuliert war, befanden sich vier Personen. Zwei Personen verstarben noch an der Unfallstelle, ein Dritter erlag vier Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen.[4]
  • Am 24. Februar 2009 verunglückte eine Cirrus SR22 in Helserdeich nahe Friedrichskoog (Dithmarschen/Schleswig-Holstein) aus bislang ungeklärter Ursache. Alle vier Insassen starben.[5]
  • Am 31. Mai 2010 stürzte eine polnisch zugelassene Cirrus (SP-AVC) in Bielefeld (EDLI) kurz vor der Landebahn in ein Waldgebiet. Alle vier Insassen verstarben.[6]
  • Am 5. Juli 2010 im US-Staat New Jersey sind drei Menschen ums Leben gekommen. Die Cirrus SR22 zerschellte nach dem Durchstarten auf dem Flugplatz von Caldwell, New Jersey etwa eine halbe Meile nördlich des Flugplatzes bei Fairfield und ging in Flammen auf.[7]
  • Am 14. November 2011 verunglückte eine Cirrus SR22 in der Nähe von Gleisweiler, Rheinland-Pfalz, Deutschland. Sie befand sich auf dem Weg vom Baden-Airpark in Rheinmünster-Söllingen nach Düsseldorf. Aus ungeklärter Ursache flog die Maschine bei nebligem Wetter gegen einen Hang des Teufelsberg. Beide Insassen verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. Sie wurden zwei Tage später als Geschäftsleute aus dem Emirat Qatar identifiziert.[8][9]
  • Am 15. September 2012 kurz nach Mitternacht verunglückte eine Cirrus SR22 in der Nähe von Willard, Missouri, USA. Alle fünf Insassen, ein Ehepaar mit drei Kindern, kamen bei dem Absturz ums Leben.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cirrus SR22 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cirrusaircraft.com/company
  2. Craig Hoyle: France receives first Cirrus trainer under 23-aircraft deal. Flightglobal.com, 23. August 2012, abgerufen am 24. August 2012 (englisch).
  3. Datenbankabfrage in der Flugunfalldatenbank des NTSB, durchgeführt am 28. August 2014
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFlugzeugabsturz am Flughafen Kloten. Zwei Todesopfer und zwei Verletzte. In: tagesschau.sf.tv. Schweizer Fernsehen, 22. Oktober 2008, abgerufen am 17. September 2012.
  5. Vier Tote bei Flugzeugabsturz. In: RP Online. 24. Februar 2009, abgerufen am 17. September 2012.
  6. Vier Tote bei Flugzeugabsturz in Bielefeld. Polnisches Kleinflugzeug stürzt in Waldgebiet. In: wdr.de. Westdeutscher Rundfunk, 31. Mai 2010, archiviert vom Original am 4. Juli 2010, abgerufen am 17. September 2012.
  7. ERA10FA347. In: ntsb.gov. NTSB, 2010, abgerufen am 17. September 2012 (englisch, Untersuchungsbericht des National Transportation Safety Board).
  8. Kleinflugzeug stürzte ab: Zwei Tote
  9. jp: Kleinflugzeug-Absturz Gleisweiler: Leichen identifiziert. In: spreadnews.de. 16. November 2011, abgerufen am 17. September 2012.
  10. Sarah Okeson, Jonathan Shorman, Thomas Gounley: 5 die in small plane crash in Missouri. In: usatoday.com. 17. September 2012, abgerufen am 17. September 2012 (englisch).
  11. Air Accidents Investigation Branch: AAIB Bulletin 4/2014, S. 47ff.