Clara Petacci

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Clara Petacci (genannt Claretta) (* 28. Februar 1912 in Rom; † 28. April 1945 in Mezzegra) war eine Geliebte des faschistischen italienischen Diktators Benito Mussolini.

Leben[Bearbeiten]

Als sie mit dem 29 Jahre älteren Benito Mussolini 1932 eine Beziehung einging, war sie mit dem Offizier Riccardo Federici verheiratet, von dem sie sich offiziell 1936 trennte. Mussolini hatte 1915 Rachele Guidi geheiratet, mit der er fünf Kinder hatte, trotzdem unterhielt er mehrere Affären. Er war unter anderem mit der Jüdin Margherita Sarfatti liiert. Eine Scheidung war in Italien nicht möglich.

Mussolini (2. v.l.) und Clara Petacci (3.v.l.) am 29. April 1945 in Mailand auf dem Piazzale Loreto kopfüber aufgehängt.

Im Frühjahr 1945 versuchte sie mit Mussolini, über das Veltlin in die Schweiz zu gelangen. Mussolini wurde jedoch in Dongo am Comer See am 27. April 1945 von kommunistischen Partisanen erkannt und mit seinen Begleitern gefangen genommen. Nach der Gefangennahme gab man der Legende nach Clara Petacci die Möglichkeit zur Flucht, aber sie lehnte ab und wurde zusammen mit Mussolini und dem Großteil seiner Begleiter erschossen. Möglicherweise wurde sie vor ihrem Tod noch vergewaltigt.[1] Die genauen Umstände ihrer Erschießung und jener Mussolinis sind nach wie vor umstritten.[1] Ihre Leichen wurden von einer aufgebrachten Menschenmenge geschändet und am nächsten Tag auf dem Piazzale Loreto in Mailand kopfüber aufgehängt und für Fotos zur Schau gestellt, am gleichen Platz, an dem die Faschisten am 10. August 1944 15 Zivilisten erschossen und ihre Leichen ausgestellt hatten.

Die Waffe, mit der sie sowie Mussolini erschossen wurden, eine Maschinenpistole „MAS“ vom Kaliber 7,65 x 17 mm, befindet sich im Historischen Nationalmuseum Albaniens in Tirana.[2][3]

1984 wurde ihr Leben unter dem Titel „Claretta“ mit Claudia Cardinale verfilmt. Ihre letzten Tage an der Seite Mussolinis sind auch Thema des Films Mussolini – Die letzten Tage aus dem Jahr 1974.

Im November 2009 erschienen im Rizzoli Verlag (Mailand) nach langjährigem Streit zwischen italienischem Staat und ihren Erben ihre Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1932 bis 1938.[4] 2011 wurde die Fortsetzung aus den Jahren 1939 bis 1940 veröffentlicht.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Spunda: Clara Petacci. Roman um die Geliebte Mussolinis. Zimmer & Herzog, Berchtesgaden 1952
  • Hans Herlin: Die Geliebte. Die tragische Liebe der Clara Petacci zu Benito Mussolini. Moewig, Rastatt 1980, ISBN 3-8118-2105-9
  • Antje Windgassen: Im Bund mit der Macht. Die Frauen der Diktatoren. Campus, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-593-36900-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Clara Petacci – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Der Tod des Duce. In: Der Spiegel. Nr. 35, 1996 (online).
  2. Das Gewehr, das Nappaloni tötete. In: FAZ. 5. August 2004, abgerufen am 9. März 2013.
  3. Gun that killed Mussolini shown. In: BBC News. BBC, 5. August 2004, abgerufen am 9. März 2013 (englisch).
  4. Tagebücher der Geliebten, Die WELT, 19. November 2009, abgerufen am 27. November 2009
  5. „Die Tagebücher von Claretta Petacci (1932-1940)“; http://www.sehepunkte.de/2011/10/20292.html, abgerufen am 24. Oktober 2011