Clyde Dam

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Clyde Dam
Clyde Dam von Osten, Blick nach Westen
Clyde Dam von Osten, Blick nach Westen
Lage: Otago, Neuseeland
Zuflüsse: Clutha River
Abflüsse: Clutha River
Größere Orte am Ufer: Cromwell
Größere Orte in der Nähe: Clyde
Clyde Dam (Neuseeland)
Clyde Dam
Koordinaten 45° 10′ 46″ S, 169° 18′ 25″ O-45.179313888889169.30695555556Koordinaten: 45° 10′ 46″ S, 169° 18′ 25″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1982 - 1993
Höhe über Talsohle: 100 m
Kronenlänge: 490 m
Kronenbreite: 10 m
Basisbreite: 70 m
Kraftwerksleistung: 432 MW
Daten zum Stausee
Wasseroberfläche 26 km²dep1
Clyde Dam Under Construction.jpg
Damm im Bau um 1986

Der Clyde Dam ist Neuseelands drittgrößter Staudamm, er befindet sich am Clutha River nahe der Stadt Clyde. Eigentümer und Betreiber ist Contact Energy.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Bei der Planung des Dammes gab es beträchtliche Kontroversen, da der See viele Häuser und Obstplantagen beim weiter stromauf gelegenen Ort Cromwell überfluten würde[1]. Ebenso betraf dies die malerische Cromwell Gorge, die ein Highlight der jungen, wachsenden neuseeländischen Tourismusindustrie war. Der Bau des Dammes würde außerdem den Neubau eines Schnellstraßenabschnittes nötig machen.[2] Der Streckenabschnitt der Otago Central Railway über Clyde hinaus müsste geschlossen werden, andererseits würde der Materialtransport zum Bau des Dammes einen beträchtlichen Anstieg des Frachtaufkommens für den Rest der immer weniger ausgelasteten Strecke bringen. Um die negativen Folgen zu mindern, beschloss die Labour-Regierung unter Norman Kirk, einen niedrigen Damm bei Clyde zu bauen. Diese Entscheidung wurde durch die folgende Regierung der National Party gekippt, die einen hohen Damm präferierte.[3]

Es gab auch Diskussionen, ob der Damm überhaupt nötig sei. Die Unterstützung der National Party für ein umstrittenes Aluminiumwerk bei Aramoana, ein weiteres Think-Big-Projekt des Premiers Robert Muldoon der späten 1970er und frühen 1980er, war einer der Gründe für den Bau des Dammes.[3] Die ursprünglich an den Eigentümer vergebenen Wasserrechte wurden aufgrund eines Revisionsantrages von Landeigentümern durch das Oberste Gericht für ungültig erklärt. National kippte die Gerichtsentscheidung durch ein Sondergesetz. Nach Verhandlungen mit der Social Credit Party (die den Damm ursprünglich ablehnte) um Unterstützung wurde der Bau mit dem Clutha Development (Clyde Dam) Empowering Act 1982 legalisiert.[1][3]

Bau[Bearbeiten]

Der Damm wurde zwischen 1982 und 1993 gebaut. Der Stausee wurde ab April 1992 bis 1993 in vier Stufen gefüllt. Dadurch entstand der Lake Dunstan.[1] Das Kraftwerk besitzt 120-MW-Francisturbineen. Von den insgesamt 480 MW installierter Leistung dürfen aber nur 432 MW genutzt werden. Der Damm besitzt die Möglichkeit weitere zwei Turbinen zu installieren.

Dehnungsfuge

Während des Baues stellte man im umliegenden Gestein Mikrorisse fest, die aus einer geologischen Störung unter dem Damm resultieren. Die Konstruktion des Dammes musste daher überarbeitet werden, ein Turbinenschacht fiel weg, die Kapazität sank von geplanten 612 MW auf 432 MW. Außerdem wurde eine Dehnungsfuge eingebaut, die dem Damm bei Bodenbewegungen eine Bewegung um 1–2 m erlaubt. [4][5] Eine große Menge Flüssigbeton wurde zur Stabilisierung in das Gestein verpresst, um Lecks abzudichten. Diese Zusatzaufwendungen führten zu einer beträchtlichen Überschreitung der geplanten Kosten, der Damm wurde der teuerste des Landes. Außerdem wurden wegen Erdrutschen in der Cromwell Gorge auch dort Stabilisierungsarbeiten erforderlich.[6][7] Über 18 km Entwässerungstunnel wurden an der Schlucht angelegt, dies verursachte Mehrkosten von fast 50 % der ursprünglich für den Damm geplanten Kosten und verzögerte das Füllen des Lake Dunstan um einige Jahre

Während des Baues wurde der Clyde Dam für Szenen des Filmes Shaker Run von 1985 genutzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • John E. Martin (Hrsg.): People, Politics and Power Stations. Bridget Williams Books Ltd and Electricity Corporation of New Zealand, Wellington 1991.
  • Trevor Reeves, Judith Wolfe: An Abuse of Power: The Story of the Clyde Dam. Square One Press, Dunedin 1994.
  • Marion Sheridan: Dam Dwellers – End of an Era. Sheridan Press, Twizel 1995.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Clyde Dam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Shane Gilchrist: Reflections on Lake Dunstan. Otago Daily Times. 31. Januar 2009. Abgerufen am 18. März 2009.
  2. Dai Redshaw: Sustainable Energy New Zealand Science Monthly. In: New Zealand Science Monthly. März 1997, archiviert vom Original am 9. November 2007, abgerufen am 8. November 2010 (englisch).
  3. a b c Aynsley John Kellow: Transforming power: the politics of electricity planning. Cambridge University Press, 1996, ISBN 9780521471220.
  4. Fault Provisioned Design Examples (PDF; 3,2 MB). In: Key Points for Rational Design for Civil-Infrastructures near Seismic Faults Reflecting Soil-Structure Interaction Features. Chapter 7, Japan Society for Promoting Science, 2007.
  5. Eileen McSaveney: Earthquakes - Building for earthquake resistance. In: Te Ara - the Encyclopedia of New Zealand. 2. März 2009.
  6. Michael J. Crozier: Landslides - People and landslides. In: Te Ara - the Encyclopedia of New Zealand. 2. März 2009.
  7. Vicki Hyde: Slip Sliding Away. In: New Zealand Science Monthly. November 1990, archiviert vom Original am 31. Oktober 2007, abgerufen am 8. November 2010 (englisch).