Gewichtsstaumauer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schnitt durch eine Gewichtsstaumauer
Typische Gewichtsstaumauer am Grimselpass, Schweiz
Querschnitt der Chemnitzer Talsperre Einsiedel, aus Lueger 1904

Eine Gewichtsstaumauer ist eine Bauart für das Absperrbauwerk einer Talsperre. Sie wird aus Beton oder Mauerwerk gebaut, im Gegensatz zu einem Staudamm, der aus Erde oder angeschütteten Steinen besteht. Gewichtsstaumauern stehen durch ihr Eigengewicht, das auch dem auftreibenden Sohlenwasserdruck widersteht, wohingegen Bogenstaumauern durch die Abstützung an den Talflanken stehen. Der Querschnitt einer Gewichtsstaumauer ist ungefähr dreieckförmig mit einer nahezu senkrechten Wasserseite. Das Verhältnis von Sohlenbreite zu Höhe ist üblicherweise ungefähr 2:3. Größere Gewichtsstaumauern haben im Allgemeinen einen oder mehrere Kontrollgänge, in denen sich Drainagen und Messinstrumente zur Überwachung befinden.

Gewichtsstaumauern eignen sich in breiten, weniger tiefen Tälern mit schwach geneigten Talflanken, während enge Täler mehr für Bogenstaumauern geeignet sind. Sie benötigen guten, standfesten Baugrund aus Fels. Bei ungünstigem Baugrund wird ein Staudamm bevorzugt. Die Wahl des Sperrentyps hängt außerdem von der Verfügbarkeit der Zuschlagstoffe für den Beton bzw. des Schütt- und Dichtungsmaterials für einen Damm ab.

Ab 1890 wurden in Deutschland viele Gewichtsstaumauern aus Bruchsteinmauerwerk und nach dem Intze-Prinzip gebaut. Sie hatten fast alle einen bogenförmigen Grundriss. Die älteste Gewichtsstaumauer aus Bruchsteinmauerwerk ist die Eschbachtalsperre von 1891. Nach 1945 wurden sie mehrheitlich aus Beton und mit einem geraden Grundriss gebaut. Die jüngste Gewichtsstaumauer in Deutschland ist 2005 in Thüringen errichtet worden (Leibis-Lichte). Die älteste betonierte Gewichtsstaumauer Europas staut das Wasser des Pérolles-Sees in Fribourg (Schweiz) und wurde 1872 fertiggestellt.

Bekannte Beispiele[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]