ConTeXt

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ConTeXt
Inoffizielles ConTeXt-Logo (contextgarden-Logo)
Entwickler Hauptsächlich Hans Hagen und Pragma ADE
Aktuelle Version Mark IV
(31. Oktober 2008)
Betriebssystem Multiplattform (TeX)
Kategorie Dokumententext-
auszeichnungssprache
Lizenz GNU General Public License (Programmcode), Creative Commons licenses Attribution, NonCommercial, ShareAlike (Dokumentation)
contextgarden

ConTEXt ist eine Text- und Dokumenten-Auszeichnungssprache bzw. ein Dokumentenformat. Es basiert auf dem Textsatzsystem TeX.

Funktion[Bearbeiten]

ConTeXt ist – im Gegensatz zum anderen großen, älteren TeX-Makropaket LaTeX – monolithischer aufgebaut, dementsprechend gibt es nur wenige zusätzliche Module.[1] Beispielsweise sind TeX-basierte Vektorgrafiken durch MetaFun, einen Nachfolger von MetaPost, vollständig in ConTeXt integriert. ConTeXt legt einen Schwerpunkt auf die Unterstützung des PDF-Formats und ist in der Lage, eine interaktive PDF-Datei mit hoher Komplexität sowie eine Papierversion desselben Dokuments direkt zu erzeugen. Alle Querverweise werden automatisch zu Hypertext-Links umgewandelt. Solche Dokumente können angesehen und mit einem PDF-Reader gesteuert werden. ConTeXt kann sämtliche Navigationselemente zur Verfügung stellen, die ohne Programmierung aktiviert werden können. Dadurch bekommen die elektronischen Versionen von Dokumenten einen hohen Nutzen für Bildungszwecke. Zudem enthält ConTeXt einige Perl-Hilfsskripte wie TeXutil und TeXexec.

Entwicklung[Bearbeiten]

Das System wurde 1990 von Hans Hagen und Ton Otten von der niederländischen Firma PRAGMA Advanced Document Engineering (Pragma ADE) geschaffen. Seitdem wird es hauptsächlich von Hans Hagen weiterentwickelt.

mkii und mkiv[Bearbeiten]

Es gibt derzeit (2010) zwei Entwicklungszweige:

  • ConTeXt mkii gilt als stabile, eingefrorene Version. Sie nutzt pdftex und xetex.
  • ConTeXt mkiv ist in aktiver Entwicklung und basiert auf LuaTeX. Obwohl der Code von mkiv drastische Änderungen enthält, ist mkiv in vielen Punkten abwärtskompatibel mit mkii.

Codebeispiel[Bearbeiten]

Das Erstellen von ConTeXt-Dokumenten ist einfach: Schreiben von datei.tex und Kompilieren mit texexec. Nachfolgend ein Beispiel,[2] das zum abgebildeten PDF-Dokument führt:

Quelltext eines ConTeXt-Dokuments Ausgabe des Dokuments
\setupoutput[pdftex]
\setupbodyfont[plr,11pt]
\mainlanguage[de]
\language[de]
\enableregime[utf]
 
\setuphead[title][style={\ss\bfd},
% hier wird das Aussehen des Titels definiert
    before={\begingroup},
    after={Hans Wikipedianer\bigskip\endgroup}]
 
\starttext
 
\title{\ConTeXt}
 
\section{Text}
Genau so wie \LaTeX{} macht es auch \ConTeXt{}
einfach, den Text durch eine
Abschnittsnummerierung sowie durch Verweise
auf Tabellen, Zeichnungen und andere Elemente
zu gliedern. So kann man ganz einfach auf
Gleichung \in[eqn:gleichung100] verweisen.
 
\section{Mathematik}
Die folgende Gleichung stellt die
Möglichkeiten von \ConTeXt{} auf dem Gebiet
mathematischer Formeln dar. Gleichungen können
automatisch nummeriert werden.
\placeformula[eqn:gleichung100]
\startformula
    E = mc^2
\stopformula
worin
\placeformula[eqn:gleichung200]
\startformula
    m = \frac{m_0}{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}
\stopformula
ist.
 
\stoptext
Aus dem Codebeispiel übersetztes ConTeXt-Dokument

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Modules - ConTeXt wiki. DANTE, 11. September 2011, abgerufen am 21. März 2012 (englisch): „There are not as many modules for ConTeXt as packages for LaTeX, because a lot of LaTeX package features are in ConTeXt’s core.“
  2. Übersetzung von ConTeXt in der polnischsprachigen Wikipedia

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]