Cristo Redentor (Rio de Janeiro)

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Frontsicht von der Besucherplattform aus
Blick auf die Statue vom Hubschrauber aus
Größenvergleich bekannter Statuen: Spring Temple Buddha (Lushan), Freiheitsstatue (New York), Mutter-Heimat-Statue (Wolgograd), Cristo Redentor und David von Michelangelo (Florenz)

Cristo Redentor (deutsch Christus der Erlöser) ist ein Monument in Rio de Janeiro (Brasilien) auf dem Berg Corcovado in den Tijuca-Wäldern im Südteil der Stadt.

Die Errichtung der Christusstatue war ursprünglich aus Anlass der hundertjährigen Unabhängigkeit Brasiliens geplant (1822 Erklärung der Unabhängigkeit, 1825 von Portugal anerkannt). Die Entwürfe stammen vom brasilianischen Bauingenieur Heitor da Silva Costa. Der Bau der Statue begann 1922, Finanzierungsprobleme verzögerten den Bau aber um fast zehn Jahre, ehe nach der Unterstützung der Erzdiözese Rios, des Vatikans und Frankreichs schließlich die Einweihung am 12. Oktober 1931 stattfinden konnte.[1]

Die Statue ist im Art Deco-Stil gehalten. Sie ist 30 Meter hoch und ruht auf einem 8 Meter hohen Sockel.[2] Sie war von 1931 bis 1981 die höchste Christus-Statue der Welt. Zur Zeit ist sie die fünfthöchste Christusfigur. Im Sockel ist eine Kapelle für 150 Personen untergebracht. Die Spannweite der Arme beträgt 28 Meter, das Gesamtgewicht der Statue beträgt 1145 Tonnen. Der Kopf und die Hände wurden nach Gipsmodellen gefertigt, die der französische Bildhauer Paul Landowski in seinem Atelier nahe Paris hergestellt hatte. Baumaterial ist Stahlbeton, der mit einem Mosaik aus Speckstein überzogen ist. Die Statue blickt auf den Zuckerhut.

1959 wurde südlich von Lissabon die mit 28 m etwas kleinere Statue Cristo-Rei eingeweiht, für die die Statue in Rio de Janeiro als Anregung diente.

Am 7. Dezember 1999 um 7:00 Uhr Ortszeit sprang der österreichische Basejumper Felix Baumgartner vom rechten Arm der Statue aus mit dem Fallschirm ab. Zuvor war er an einem mit einer Armbrust übergeschossenen Seil hinaufgeklettert. Anlässlich des 75. Jahrestages der Errichtung wurde die Christusstatue im Jahr 2006 zum katholischen Wallfahrtsort geweiht. Am 7. Juli 2007 wurde in Lissabon bekannt gegeben, dass der Cristo Redentor zu einem der „Sieben Neuen Weltwunder“ gewählt wurde. Nach Angaben der Veranstalter wurden fast 70 Millionen Stimmen abgegeben. Die UNESCO distanzierte sich jedoch von dieser Wahl der neuen sieben Weltwunder.

Im April 2010 wurde die Statue von unbekannten Tätern mit Graffiti verunstaltet. Es war die erste Verunstaltung dieser Art in der 80-jährigen Geschichte der Statue. Die Graffiti wurden umgehend entfernt.

Die Statue wird immer wieder durch Unwetter beschädigt, so verlor sie beispielsweise im Januar 2014 durch Blitzeinschlag einen Teil des rechten Mittelfingers.[3] Nach Inspektion von Spezialisten wurden die Schäden repariert und an der Statue ein neuer Blitzableiter angebracht.

180°-Panorama

Trivia[Bearbeiten]

Die Zukunft der Statue und ihr schließlicher Zusammenbruch nach einem fiktiven Verschwinden der Menschheit wird in Folge 1 der 2. Staffel der Dokufiktion-Serie Zukunft ohne Menschen („Der Zorn Gottes“, USA 2010) behandelt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Neil Parkyn: „Siebzig Wunderwerke der Architektur“. München: Frederking & Thaler Verlag, 2006. ISBN 3-89405-536-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cristo Redentor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Sanctuary status for Rio landmark. In: BBC.co.uk. 13. Oktober 2006, abgerufen am 22. Januar 2014 (englisch).
  2. http://www.britannica.com/EBchecked/topic/1435544/Christ-the-Redeemer Encyclopedia Britannica Online
  3. Reparatur der Christus-Statue in Rio. In: tagesschau.de. 22. Januar 2014, abgerufen am 22. Januar 2014.

-22.951586111111-43.210747222222Koordinaten: 22° 57′ 6″ S, 43° 12′ 39″ W