Düsseldorfer Zelle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Düsseldorfer Zelle wird eine Gruppe von vier mutmaßlichen al-Qaida-Mitgliedern bezeichnet. Drei von ihnen wurden am 29. April 2011 von der GSG 9 der Bundespolizei in ihren Wohnungen in der Witzelstraße 24 in Düsseldorf-Bilk[1] und in der Hustadt von Bochum-Querenburg[2] festgenommen, der vierte Mann wurde später gefasst. Ihnen wird seit Ende Juli 2012 vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gemacht.[3][4]

Die Bundesanwaltschaft wirft den vier Angeklagten vor, in Deutschland einen „aufsehenerregenden Terroranschlag“ geplant zu haben.[3][5] Laut Anklageschrift, die sich auch auf in der Düsseldorfer Wohnung sichergestellte Utensilien stützt[6], wollten sie einen „Sprengsatz mit Splitterwirkung in einer großen Menschenmenge zünden“[7], nach dem Eintreffen von Rettungskräften sollte eine zweite Bombe gezündet werden.[7] Nach Angaben von Hans-Georg Maaßen waren die Pläne von der National Security Agency (NSA) der USA mit dem Überwachungsprogramm PRISM aufgedeckt worden.[3][8][9] Das Bundeskriminalamt setzte die Sonderkommission „Komet“ ein, hörte Telefone ab, installierte Abhörgeräte in Wohnungen und Trojanische Pferde auf Rechnern und las E-Mails der Verdächtigten.[5]

Die vier Männer waren im Jahr des Prozessbeginns zwischen 21 und 32 Jahre alt.[4] Als Kopf der Gruppe gilt ein in Marokko geborener Mann, der 2001 nach Deutschland ging, in Bochum Mechatronik studierte und 2009 zwangsweise exmatrikuliert wurde. Er soll laut den Ermittlungen ab Januar 2010 in einem Ausbildungslager von al-Qaida im Grenzgebiet von Pakistan und Afghanistan gewesen sein und von dort im Mai 2010 nach Deutschland zurückgekehrt sein.[5] Die weiteren drei Angeklagten sind ein deutsch-marokkanischer Elektriker, ein Student, der in Bochum Maschinenbau studierte und ein deutsch-iranischer Gymnasiast. Er legte während der Untersuchungshaft das Abitur ab.[5] Der aus Marokko stammende Angeklagte, der Elektriker und der Gymnasiast wurden am 29. April 2011 verhaftet; die Identität des vierten Mannes, des Maschinenbau-Studenten, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Er tauchte zunächst unter und wurde am 8. Dezember 2011 von der GSG 9 der Bundespolizei in seinem Wohnheim in Bochum gefasst.[5][10]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Terrorverdächtiger lebte in der Witzelstaße: Die Spuren von Al Qaida in Bilk., Artikel vom 2. Mai 2011 im Portal rp-online.de, abgerufen am 10. August 2013
  2. Terror-Festnahme in der Bochumer Hustadt., Artikel vom 2. Mai 2011 im Portal derwesten.de, abgerufen am 10. August 2013
  3. a b c Helene Bubrowski: Fahndungserfolg dank der NSA. In: faz.net vom 27. Juli 2013, abgerufen am 5. August 2013
  4. a b Bombenbauer auf Einkaufstour im Baumarkt, Welt online vom 15. November 2012, abgerufen am 5. August 2013
  5. a b c d e Wolf Schmidt:Im Grillanzünder fehlte das Hexamin, taz online vom 21. Juli 2012, abgerufen am 5. August 2013
  6. Bombenlabor zwischen Zahnpasta und Klopapier. Artikel vom 15. Mai 2012 im Portal sueddeutsche.de, abgerufen am 10. August 2013
  7. a b Düsseldorfer Zelle hatte angeblich Ex-KSK-Chef im Visier, Agence France-Presse vom 2. August 2012, abgerufen am 5. August 2013
  8. Jörg Diehl: Düsseldorfer Qaida-Prozess: Dienstreise zum Terrorscheich, Spiegel Online vom 23. Juli 2013, abgerufen am 5. August 2013
  9. Prism sorgt für Wirbel in Al-Kaida-Prozess. Artikel vom 23. Juli 2013 im Portal berliner-zeitung.de, abgerufen am 10. August 2013
  10. „Brüder, lasst uns die Arbeit zu Ende führen!“ Artikel vom 8. Dezember 2011 im Portal welt.de, abgerufen am 10. August 2013