Dallmayr

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Alois Dallmayr KG
Dallmayr-Logo.jpg
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1870
Sitz München
Umsatz 740 Mio. € (2009/10)
Produkte Kaffee, Tee, Feinkost, Catering, Getränkeautomaten
Website www.dallmayr.de
Das Stammhaus der Firma Dallmayr in der Dienerstraße 14-15 in München.

Alois Dallmayr, kurz Dallmayr, ist das größte Delikatessengeschäft Europas und eine der bekanntesten deutschen Kaffeemarken: Das Unternehmen Dallmayr blickt auf eine über 300-jährige Geschichte zurück und befindet sich bis heute in Familienbesitz. Der Konzern gliedert sich inzwischen in die vier Geschäftsbereiche „Delikatessen und Gastronomie“ (zu dem auch das erwähnte Stammhaus in München zählt, das jährlich rund 2,8 Millionen Besucher[1] anzieht und als „eines der Aushängeschilder der bayrischen Hauptstadt“[2] gilt), „Party & Catering“, „Kaffee & Tee“ und schließlich „Vending & Office“, d. h. der Vertrieb von Getränke- und Snackautomaten (s. auch Geschäftsbereiche des heutigen Unternehmens).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Historie

Alois Dallmayr.
Das Innere des Ladengeschäfts um 1912.

Die Ursprünge des Unternehmens lassen sich bis ins Jahr 1700 zurückverfolgen. Zu dieser Zeit betrieb der Münchner Kaufmann Christian Reitter ein Handelsgeschäft, das als direkter Vorläufer des heutigen Unternehmens gilt. Um 1870 gelangte das Geschäft in Besitz von Alois Dallmayr, dem das Unternehmen seinen heutigen Namen verdankt. Er verkaufte das Geschäft 1895 an Therese und Anton Randlkofer. Unter der Leitung von Therese Randlkofer, einer für die damalige Zeit bemerkenswerte Geschäftsfrau, entwickelte sich der Dallmayr zu einem der führenden Delikatessenhäuser Europas mit 15 Hoflieferantentiteln. 1933 begann Dallmayrs Kaffeeära: In diesem Jahr kam der Bremer Kaffeekaufmann Konrad Werner Wille nach München und richtete im „Delikatessenhaus Dallmayr“ eine Spezialabteilung für Kaffee ein, die bis heute Bestand hat und u. a. durch die Fernsehwerbung für Dallmayr Prodomo international bekannt wurde. Das Kaffeegeschäft entwickelte sich so erfolgreich, dass es 1984 in eine eigenständige Tochtergesellschaft ausgegründet wurde, die den (heute größten) Geschäftsbereich „Kaffee & Tee“ des Unternehmens darstellt.

[Bearbeiten] Das heutige Unternehmen Dallmayr

[Bearbeiten] Zahlen und Fakten

Die Dallmayr-Gesellschafter Georg Randlkofer (links) und Wolfgang Wille (rechts) vor dem Bronzewappen des Münchner Stammhauses.

Das heutige Unternehmen Alois Dallmayr hat seinen Sitz in der Dienerstraße 14-15 im Zentrum von München. Georg Randlkofer und Wolfgang Wille sind als Geschäftsführer persönlich haftende Gesellschafter der Dachgesellschaft Alois Dallmayr. Die Dallmayr Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2009/2010 einen Umsatz von knapp 740 Millionen Euro, von dem 460 Mio. Euro auf den Geschäftsbereich „Kaffee & Tee“, 240 Mio. Euro auf den Geschäftsbereich „Vending & Office“ und 36 Mio. Euro auf die Geschäftsbereiche „Delikatessen und Gastronomie“ und „Party & Catering“ entfielen. Das Unternehmen beschäftigt ca. 2.400 Mitarbeiter weltweit, davon etwa. 1.700 in Deutschland. Dallmayr produziert jährlich ca. 46.000 Tonnen Röstkaffee an fünf Standorten in Deutschland (München, Berlin, Braunschweig, Bremen und Dortmund). Der Geschäftszweig „Vending & Office“ ist in 14 Ländern in Europa sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig. Im Dezember 2009 verhängte das Bundeskartellamt gegen Dallmayr und andere Unternehmen wie Melitta, Tchibo und Kraft wegen unerlaubter Preisabsprachen eine Geldbuße.[3]

[Bearbeiten] Öffentliches Engagement und Nachhaltigkeit

Dallmayr ist Mitglied des Common Code for the Coffee Community und unterstützt die Karlheinz Böhm Stiftung Menschen für Menschen sowie das Jane Goodall Institute.[4] Einige Kaffeesorten tragen das Biosiegel, das Fairtrade-Logo sowie das Logo von Rainforest Alliance. Außerdem spendet Dallmayr für jedes verkaufte Pfund seiner Sorte Ethiopia fünf Baumsetzlinge gegen die Versteppung des äthiopischen Bodens.[4] 2011 entwickelte Dallmayr die erste nachhaltige Automatenstation.[5]

[Bearbeiten] Geschäftsbereiche des heutigen Unternehmens

[Bearbeiten] Delikatessen und Gastronomie

[Bearbeiten] Stammhaus in München

Eine der drei Eingangstüren des Delikatessenhauses.
Der Puttenbrunnen im Inneren des Gebäudes enthält lebende Flusskrebse.

„Der Dallmayr“, wie das Stammhaus in München genannt wird, ist das größte Delikatessenhaus Europas. Das Ladengeschäft gliedert sich in 19 Fachabteilungen (Wurst & Schinken, Obst & Gemüse, Fisch, Käse, Brot, Pasta, Fleisch, kaltes & warmes Buffet, Tee u. a.). Die Kaffeeabteilung ist – aufgrund der TV-Werbung für die Marke Prodomo – die wohl bekannteste Abteilung des Hauses: Wie in der Werbung wird der Kaffee auch heute noch mit einer Balkenwaage abgewogen. Im Zentrum des Ladengeschäfts befindet sich der Puttenbrunnen, in dem Edelkrebse auf ihren Verkauf warten. Die im Stammhaus angebotenen Waren werden zu einem großen Teil selbst produziert: Im zweiten Stock befindet sich eine Produktionsküche, in der 70 Köche Feinkostsalate, Gerichte für das warme Buffet oder Cremetörtchen herstellen. Die Pastaproduktion findet im Verkaufsraum direkt hinter der Theke statt. Die Weinabteilung, in der v. a. Weine aus Frankreich, Italien, Deutschland und Österreich angeboten werden, wurde 2008 neu gestaltet. Was Dallmayr – wie Räucherlachs oder Schokoladen – aus Platzgründen nicht im Stammhaus produzieren kann, wird in eigenen Manufakturen in und um München hergestellt.[6] In Dallmayrs Pralinen-Manufaktur bei München werden im Jahr über 40 Tonnen handgefertigte Pralinen und Fruchtgelees in rund 70 verschiedenen Sorten hergestellt.[7] Am 29. Juni 2003 eröffnete Dallmayr darüber hinaus im Terminal 2 des Münchner Flughafens einen Shop[8], an den auch ein Café angeschlossen ist.

[Bearbeiten] Restaurant

Das hauseigene Restaurant „Dallmayr“, das maximal 40 Personen Platz bietet, befindet sich im ersten Stock des Stammhauses. Es wurde 2006 neu eröffnet und ist neben dem „Tantris“ zurzeit das einzige Restaurant in München, das zwei Michelin-Sterne vorweisen kann. Damit zählt es zur Spitzengastronomie. Küchenchef ist der mehrfach ausgezeichnete Diethard Urbansky, die Weinkarte umfasst mehr als 750 Positionen[9]. Laut Dallmayr konzentriert sich das Restaurant auf eine klassisch-moderne Küche, die auf das Wesentliche konzentriert ist – allerdings in herausragender Qualität.

[Bearbeiten] Café-Bistro

Im ersten Stock des Stammhauses befindet sich ebenfalls ein Café-Bistro, das Besuchern klassische Kaffeehaus-Atmosphäre und einen freien Blick auf den Liebfrauendom, das Wahrzeichen Münchens, bietet. Neben französischen Cremetörtchen sowie hauseigenen Kaffee- und Teespezialitäten werden dort auch Bouillabaisse oder „Hummer Thermidor“ angeboten.

[Bearbeiten] Lukullusbar

Im Ladengeschäft befindet sich auch die sogenannte „Lukullusbar“, die einem französischen Markt nachempfunden ist: Dort werden beispielsweise Felsenaustern auf Eis und Champagner angeboten.

[Bearbeiten] Versand- und Geschenkservice

Das Stammhaus enthält auch eine hauseigene Packstation, in der Dallmayr-Delikatessen zu Präsenten verpackt werden. Darüber hinaus betreibt Dallmayr einen Online-Shop, der Produkte in die ganze Welt liefert.

[Bearbeiten] Party und Catering

Dallmayr hat als Hoflieferant zahlreicher Königshäuser bereits eine lange Tradition und zählt heute zu den besten Catering-Anbietern Deutschlands[10], 2008 wurde Dallmayr branchenintern als „Caterer des Jahres“[11] ausgezeichnet. Das Catering-Angebot umfasst auch Events mit mehreren tausend Besuchern, so richtete Dallmayr beispielsweise die Hochzeit von Georg Friedrich Prinz von Preußen und Sophie Prinzessin von Isenburg im August 2011 aus.[12]

[Bearbeiten] Kaffee und Tee

Dallmayr-Kaffeebecher in einem ICE der Deutschen Bahn.

Dallmayr Kaffee ist eine der bekanntesten Kaffeemarken Deutschlands[13]. Zu den Produktmarken gehören unter anderem Prodomo, die italienische Kaffeelinie Crema d’Oro und Ethiopia. Seit 2009 existiert auch die Premiumlinie Grand Cru Café, die sortenreine Kaffees wie Jamaica Blue Mountain oder Hawaii Kona beinhaltet. Gastronomen werden mit der Produktlinie Dallmayr Café & Bar beliefert. Dallmayr ist als Verarbeiter vorwiegend gewaschener Arabica-Rohkaffees bekannt, die das Unternehmen aus der ganzen Welt bezieht. Wichtigster Lieferant ist seit vielen Jahren Äthiopien, der Abstammungsort der Arabica-Pflanze. Wie erwähnt, röstet Dallmayr an fünf Standorten in Deutschland ca. 46.000 Tonnen Kaffee pro Jahr. Mit dem Erwerb der Unternehmen Heimbs Kaffee (1986), der größten und ältesten Kaffeerösterei Niedersachsens, und Azul Kaffee (1997) konnte Dallmayr auf dem Gebiet der gehobenen Gastronomie expandieren. Beide Unternehmen sind selbstständig agierende Tochtergesellschaften der Alois Dallmayr Kaffee oHG.

Dallmayr bietet auch ca. 100 verschiedene Teesorten an. Neben klassischen Schwarzen und Grünen Tees gibt es zahlreiche aromatisierte Sorten und eine Auswahl an Rooibusch- und Früchtetees sowie Kräuterteespezialitäten aus Südtirol. Auch gehörte Dallmayr zu den ersten Händlern in Deutschland, die sogenannten Flugtee anboten: die erste Ernte hochwertigen Darjeelingtees, die direkt nach dem Pflücken ins Ausland ausgeflogen wird.

[Bearbeiten] Vending & Office

Kaffeeautomat der Firma Dallmayr am Flughafen von Dubai.

Unter der Geschäftsbezeichnung „Vending & Office“ betreibt Dallmayr Getränke- und Snackautomaten in ganz Deutschland, dem europäischen Ausland und im Fernen Osten. Während der sechziger Jahre führte Dallmayr die ersten Kaffeeautomaten in Deutschland ein. Erster Kunde war der Münchner Automobilhersteller BMW, der damals Heißgetränke-Automaten in seinen Werkshallen aufstellte: Dallmayr lieferte dazu den Kaffee und übernahm die Wartung der Automaten. Heute betreibt Dallmayr international 50.000 Automaten und ist damit nach eigenen Angaben deutscher Marktführer, europaweit gehört das Unternehmen zu den fünf größten Anbietern.

[Bearbeiten] Literaturhinweise

  • Marita Krauss: Die königlich-bayerischen Hoflieferanten. Volk Verlag, München 2008, ISBN 978-3-937200-27-9
  • Barbara Kagerer, Daniel Schvarcz: Handwerk Design Kunst Tradition. Umschau Verlag, Neustadt an der Weinstraße 2009, ISBN 978-3-86528-449-5

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Dallmayr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Presseartikel

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Henryk Hielscher: Was Delikatessenhändler Dallmayr anders macht, Wirtschaftswoche, 20. Dezember 2009, abgerufen am 30. November 2011.
  2. Dallmayr bleibt Münchens Edelmagnet. In: Handelsblatt, 4. Dezember 2009, abgerufen am 30. November 2011.
  3. Birger Nicolai: Hohe Geldbußen gegen deutsche Kaffeeröster. In: Welt Online, 21.Dezember 2009, abgerufen am 21. Dezember 2009.
  4. a b Tanja Stelzer: Kaffee-Clans, Zeit online, 24. September 2009, abgerufen am 30. November 2011.
  5. Artikel in Vending Management, 24. Juni 2011, abgerufen am 30. November 2011.
  6. Jan Hildebrand: Von Albatrüffeln und Snackautomaten. In: Welt Online, 16. Juli 2008, abgerufen am 30. November 2011.
  7. Manuela Rüther: Die Praline lebt. In: Welt am Sonntag, 06. November 2011, abgerufen am 18. Januar 2012.
  8. Informationen auf der Website des Münchner Flughafens
  9. Weinkarte des Restaurants „Dallmayr“.
  10. Catering-Rangliste von Welt online, abgerufen am 30. November 2011.
  11. „Caterer des Jahres 2008“, abgerufen am 30. November 2011.
  12. Preußische Hochzeit mit einem Funken Glamour. In: Focus Online, 27. August 2011, abgerufen am 30. November 2011.
  13. Von den Autoren eines Standardwerks wird die Marke zur „Königsklasse deutscher Produkte und Dienstleistungen“ gerechnet.

48.13826944444411.57725Koordinaten: 48° 8′ 18″ N, 11° 34′ 38″ O

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